Fenster und Einbau, Verglasung, Rahmen

Beachten Sie, daß Fenster nicht nur aus Verglasung bestehen! Der Rahmen spielt insbesondere bei kleinen Fenstern eine große Rolle.

Verglasung
Ein U-Wert von 0,9W/m²K ist bereits Stand der Technik. Da Sie diese Verglasung oft mit nur geringem Aufpreis kaufen können, sollten Sie sich mit keiner schlechteren Verglasung zufrieden geben. U-Werte von 0,7 bis hinunter zu 0,5W/m²K sind bei Fenstern ebenfalls erhältlich.

In Einzelfällen (an wenigen Tagen im Jahr, am Morgen nach einer klaren Nacht) wird bei diesen hochdämmenden Verglasungen ein Beschlagen an der Außenseite beobachtet, welches jedoch eher als positives Qualitätskriterium zu sehen ist, weil es beweist, dass fast keine Wärme mehr durch diese Fenster nach außen dringt. Wichtig ist auch das Material des Abstandhalters am Scheibenverbund. Hier sind schlecht wärmeleitende Kunststoff- oder Edelstahl- Abstandhalter bereits Stand der Technik.

Rahmen
Bei den Rahmen gibt es große Unterschiede: Kunststoffrahmen (auch Mehrkammerrahmen) sind oft thermisch schlechter als Holz oder Holz/Alu-Rahmen. Für Passivhäuser sind auch Rahmen aus PU-Schaum erhältlich. Es gibt auch sehr gute Rahmen mit Korkeinlage, meist bestimmt der Preis die Qualität (optimierte Profilformen und Material). Wichtig ist ein tiefer Glaseinstand, da der Glasrandverbund eine thermische Schwachstelle darstellt.

Rolläden
Diese tragen praktisch nichts zur Dämmwirkung bei (nicht völlig dicht, nur sehr geringe Dämmstoffstärken möglich, nur nachts wirksam), führen aber oft zu Wärmebrücken im Sturzbereich. Als Einbruchsschutz oder optischen Gründen können Rolläden dennoch sinnvoll sein. Wenn bei einer Sanierung eine Verbesserung der Dämmung erzielt werden soll, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei einem Fenster- oder Verglasungstausch wesentlich besser.

Profiwissen: Wie setzt sich der Gesamt-U-Wert zusammen?
Früher wurde ein Mittelwert der U-Werte von Rahmen und Verglasung verwendet. Da diese Berechnung die Wärmebrücken nicht berücksichtigt und diese beim fenster eine erhebliche Rolle spielen, wurde in der EN 31077 ein erweitertes Verfahren definiert:

Uw = (Ag . Ug + Af . Uf + lg . Yg) / Aw

Einheit: W/m²K

Uw: U-Wert des Fensters [m²] (w=Window, engl. Fenster)
Aw: Fläche des gesamten Fensters inkl. Rahmen
Ag: sichtbare Verglasungsfläche [m²] (g=glas, engl. Verglasung)
Ug: ungestörter Glas U-Wert [W/m²K]
Af: Fläche des Rahmens [m²] (f=Frame, engl. Rahmen)
Uf: U-Wert des Rahmens [W/m²K]
lg : Umfang der Verglasung
Yg (sprich: psi): Wärmebrückenverlustkoeffizient des Glasrandes in W/mK

Hinweis: Bei Berechnung von Gebäudeverlusten ist der eingebaute Zustand maßgeblich. Dazu muss noch eine weitere Wärmebrücke entIang des Einbauumfangs (Außenumfang des Rahmens) berücksichtigt werden. Diese wird mit dem Zuschlag
le . Ye
bewertet.

le: der Einbauumfang des Fensters in m
Ye (sprich: psi): der Wärmebrückenverlustkoeffizient des Fenstereinbaus W/mK

Die Größenordnung für den zusammengefassten Wert Ye+Yg liegt etwa zwischen 0,4 W/mK (nicht überdämmter Rahmen) bis 0,2 W/mK (überdämmter Rahmen). Für hochoptimierte Passivhausfenster mit optimal überdämmtem Einbau sind sogar leicht negative Koeffizienten möglich (d.h. die "Wärmebrücke" wurde sogar etwas überkompensiert und ist dadurch thermisch etwas besser als die ungestörte Wand).

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