Inflations- und Zinsentwicklung - Seite 71
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Sicher geht es nicht von heute auf morgen, aber je schneller wir raus sind desto besser. Und so blöd es auch akut für die Wirtschaft ist, solche Krisen befeuern den Wechsel. Das war schon 22/23 so, und es beginnt auch jetzt bereits wieder. In Deutschland ist die Nachfrage nach Solaranlagen, Wärmepumpen, Wallboxes und E-Autos in den letzten Tagen sprunghaft gestiegen, weil wohl immer mehr Leute mit längerfristig hohen Öl/Gaspreisen rechnen. Wird interessant ob die EU doch mal das Merit Order System reformiert oder kurzfristig einen Preisdeckel für verstromtes Gas einzieht. Das würde diesem Trend zusätzlichen Aufwind geben und die Inflation einbremsen. |
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Welche Quellen gibt es für die sprunghafte Nachfrage? |
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auch in den USA dürften sich sinkende Geldmarktzinsen aus Marktsicht für dieses Jahr vorerst erledigt haben. Die Markterwartung hat auch hier Richtung Zinserhöhung deutlich gedreht: ![]() Inflationssteigerungen werden auch in anderen Währungsräumen erwartet: ![]() ![]() bzw. generelle Zinserwartung ![]() |
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https://www.pv-magazine.de/unternehmensmeldungen/e-on-solar-nachfrage-verdoppelt-gestiegenes-interesse-auch-bei-waermepumpen-und-wallboxen/ Edit: das gleiche Bild in den USA https://www.theguardian.com/business/2026/mar/21/us-gas-price-surge-iran-electric-cars?utm_term=Autofeed&CMP=fb_us&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=Iwb21leAQtMtdjbGNrBC0yxmV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHhqFUyFNtp4A9um3U3jmG49y_syLYQFJAYfgscgnLCZw4u_V4RpPtcH8F9rW_aem_QjN1NnhylHogJFXnUUWHZg Trump will, daß die Welt bei Öl und Gas bleibt und hilft dabei das Gegenteil zu erreichen, genau wie Putin 😆 |
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Die USA sind generell mittlerweile spannend. Wobei die Daten zeigen dass sich alles schon vor Trumps Beginn der Präsidentschaft zum Schlechten drehte. Viele Grunddaten in den Staaten deuten in Richtung aufziehende Finanzkrise. Bsp. mal die Daten von Google betrachten nach Entwicklung der Suchanfrage: "Help with mortgage". Der Immomarkt in den Staaten ist im Keller. Dazu deutet sich nun auch eine Kreditkrise an. Der Immomarkt in den Staaten ist für uns nicht unwichtig. Die bauen viel mit Holz. Wir exportieren denen Materialien und bauen Holzwerke dort drüben. Bzw hatten. Bricht eh alles zusammen. |
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Das würde doch tatsächlich wieder auf eine niedrige Zinsphase hindeuten, aber zuerst nochmal ein ordentlicher Schub nach oben. Dann werden sie bei uns vermutlich wieder die Kreditregeln verschärfen. |
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die Auswirkung des US-Immomarktes auf die heimische Holzindustrie (abgesehen davon, dass Österreich auch sehr viel einführt bzw. der generelle Einfluss auf die Inflationsentwicklung gering sein dürfte) erscheint "überschaubar": ![]() ![]() Für ein merkbar tieferes Zinsniveau (sowohl in Zeitnähe wie auch "später") benötigt man angesichts der o.a. Marktdaten (und mittlerweile auch der Aussagen vereinzelter EZB-Vertreter) etwas Phantasie. Die Kreditregeln aus der ausgelaufenen KIM-Verordnung wurden nahezu deckungsgleich in die VERA (Vermögens-, Erfolgs- und Risikoausweis)-Verordnung übergeführt. Eine zusätzliche Verschärfung der heimischen Kreditvergabekriterien ist erfreulicherweise nicht in Sicht - und dürfte wie gewohnt auch ohne Berücksichtigung des US-Immomarktes laufend geprüft werden. Zwei Dinge, die aus Marktsicht derzeit besonders ins Auge stechen: Betreffend die Finanzierungszinsen ist aktuell interessant, dass trotz der jüngsten Zinsaufwertungen, sich die Pfandbriefzinsen (viele Kreditnehmer werden Pfandbriefe begrifflich vielleicht kennen - auch in Ö werden Hypothekarkredite in ein Deckungsregister eingetragen, damit diese zur Besicherung für verbriefte Schuldverschreibungen dienen können) unter dem Niveau von Ende 2023 befinden .... und das, obwohl die 10Y Staatsanleihenrenditen unter 3% lagen, währenddessen sie heute mit 3,06% den höchsten Stand seit 2011 aufweisen. ![]() Auch die Markteinschätzung der Kreditqualität hat sich radikal geändert. Sanken seit 2022 mehr oder weniger kontinuierlich die Risikaufschläge gegenüber dem sichersten Schuldner der EUR-Zone (Deutschland), so springen diese aktuell wieder sprunghaft an (am Beispiel Italiens): ![]() |
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| Hallo LiConsult, kostenlos und unverbildlich kann man Kredite auf durchblicker.at vergleichen, das hilft auch das Angebot der Hausbank besser einschätzen zu können. | ||
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Interessant bzw. turbulent würde es wohl werden, wenn der Ölpreis aufgrund jahrelanger Schäden an den Anlagen in der Golfregion sehr hoch bleibt bzw. es sogar zu einem Engpass kommen sollte. Meiner Meinung nach könnten wir augrund dann extremer Inflation sogar wieder Zinsen jenseits der 5% sehen bzw. vielleicht ja sogar in Richtung 10%. Hatten wir in der Vergangenheit ja auch und ein Sprichwort sagt ja, alles wiederholt sich irgendwann mal. |
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Man schaue sich mal die Entwicklung von Wolframcarbid seit Anfang des Jahres an. |
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Gestern in der ZiB wurde eine These aus TheEconomist ausgegriffen. Selbst wenn der Krieg morgen abrupt enden würde, wird es aufgrund der weitreichenden Zerstörung Jahre dauern bis sich die Energiepreise wieder auf Vorkriegs-Niveau normalisieren. Der Experte der eControl hat dies auch so bestätigt. Ein sehr düsteres Bild... https://www.derstandard.at/story/3000000313780/hohe-spritpreise-wichtiges-signal-an-konsumenten-sagt-energieexperte-in-zib-2 |
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Und weil wir gerade von Experten sprechen... die IEA warnt nun ja schon seit 2 Wochen, dass wir vor einer noch nie dagewesenen Krise stehen. Diese Woche brachte es der Chef der IEA nochmal auf den Punkt: Birol sagt ja weiter, dass er nicht den Eindruck hat, als habe die Politik das bevorstehende Ausmaß der Krise verstanden. Das Problem - besser gesagt, die Probleme - sind ja vielschichtig. Es geht ja wie hier bereits mehrfach korrekt erwähnt nicht nur um Öl sondern um viele sehr wichtige Rohstoffe (LNG, Fertilizer, Helium...). Die IEA empflieht ja schon jetzt Tempolimits und Homeoffice - spinnt man den Gedanken zu Ende, sprechen wir von Energie-Shutdowns. Ob es soweit kommen muss, wissen wohl nur die Iraner, die als einzige darüber entscheiden werden. Große Sorge muss einem jedenfalls das Kaspertheater bereiten, dass die Amerikaner unter Trump - zuletzt gestern vor laufenden Kameras - veranstalten. Es wird gelogen (Stichwort Verhandlungen), dass sich die Balken biegen - wohl ein Akt purer Verzweiflung um am Ende die Märkte maximal zu manipulieren. |
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Bin hier eigentlich nur Mitleser, will aber nur mal reinkrätschen. Wir werden in den nächsten Wochen einen Baugrund kaufen und hätten auch vor diesen zu Bebauen. Die momentan Stimmung stimmt mich aber sehr pessimistisch. Ist jetzt eher hypothetisch, aber was wäre euer Zugang? Am besten sofort anfangen zu Bauen oder eher abwarten? |
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Hallo LiConsult, hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Inflations- und Zinsentwicklung |
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Abwarten aus welchem Grund? Aus Angst vor massiven und unkalkulierbaren Preissteigerungen oder Angst vor Engpässen bei Material, Energie etc.? Die letzten Krisen haben eher gezeigt, dass Bauen günstiger nicht wird. Die Preise bleiben hoch wenn sie mal angestiegen sind. Einzig das mit den Engpässen war wohl zu Corona für viele Bauherren eine nervliche Belastung... Prinzipiell würde ich ungeachtet von Krisen so bald als finanziell möglich zu Bauen anfangen... |
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Mit warten wirds teurer. Mit der anziehenden Inflation werden auch die Löhne steigen ... der Kredit entwertet ... |
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Hier hilft vielleicht der Baupreisindexrechner der Statistik Austria weiter - also jenem Index, der die Preise des Baus für den Bauherrn spiegelt. Ob du jetzt oder erst später zu bauen anfangen sollst, kann ich dir nicht sagen. Wenn du jedoch die Baupreise für den (hier maßgeblichen) Wohnhaus- und Siedlungsbau seit beispielsweise 2010 mit heute vergleichst, wirst du bemerken, dass diese in keinem dieser Jahre rückläufig waren - auch nicht seit Beginn der Aufzeichnung 1972 Gleiches ist auch bei den Baukosten (also jenen Kosten, die dem Unternehmer für die Bereitstellung von Arbeit und Material entstehen) zu beobachten: Zusätzlich kommt der Aspekt der Unsicherheit betreffend die weitere Preis- und Zinsentwicklung. |
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Bist nicht der einzige :) Wir haben gerade einen Baugrund gekauft und unser Plan ist es ab 2028 zu bauen. Früher geht aufgrund von Karenz einfach nicht. Ich als alter Optimist habe immer noch die Hoffnung, dass bis dahin Ukraine Krieg und Ölkrise vorüber sind. Die Inflation werden wir auch (wie schon 2022) mit einem Jahr Verzögerung im Gehalt abgegolten bekommen. Trotzdem wäre mir lieber die Inflation trifft mich als Schuldner und nicht als Sparer :( |
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Wer soll das bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation nochmal so stark am Gehalt abgelten können? Das werden sich viele Firmen aktuell nicht mehr leisten können. 2022 war das möglich weil viele Firmen aus einer guten Wirtschaftslage kamen.Das sieht jetzt ganz anders aus. |
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Das kann man nicht deutlich genug sagen: Der Ukraine-Krieg und der damit ausgelöste Schock fielen in eine Phase in der die Wirtschaft drohte zu überhitzen; da waren hohe Gehaltssteigerungen (noch) drinnen. Jetzt haben wir drei Jahre Rezession zu verdauen und der Iran-Krieg zerstört die Hoffnung auf eine langsame Erholung. Wenn zu zu erwartenden starken Preissteigerungen jetzt auch noch starke Lohnerhöhungen hinzukommen, können wir den Deckel zu machen. Vor allem, wenn die Notenbanken wie erwartet wieder an der Zinsschraube drehen. Das ist eine fatale Situation, weil es keinen (einfachen) Ausweg gibt. |
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Das Problem an der Sache ist aber auch, eine nochmalige Lohnzurückhaltung kann sich die Wirtschaft auch nicht leisten, sonst bricht der Konsum noch ganz zusammen. |
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Man hat die Idee die Löhne sollen unter der Inflation steigen schon während Corona gehört. Ist halt unrealistisch. Wir sind heute zu einem großen Teil eine Dienstleistungsgesellschaft. Erhöhungen unter der Inflation würden sich relativ rasch auf den allgemeinen Wohlstand auswirken und den Konsum abwürgen. Die Zeit in der die Firmen auf Lohnzurückhaltung setzen konnten ist vorbei. |
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Ich weiß nicht in welcher Branche du arbeitest, aber in der Metallindustrie gibt es genug Firmen die mit Lohn und Stundenverzichtsmodellen gerade versuchen durch die Krise zu kommen. Weitere Lohnsteigerungen führen unweigerlich zu Kündigungen und Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Das ist in dieser Branche die aktuelle Realität. Wir sind mit den aktuellen Lohnkosten schon wenig wettbewerbsfähig. |
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