Inflations- und Zinsentwicklung - Seite 69
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Ich hab diesen Vergleich auch seit Jahren laufend vor mir und ich erinnere mich stets an die Aussage von Prof.Sinn, der sagt, Inflation kommt immer in Wellen. Wir dürfen gespannt sein, wie stark die schwarze Linie dieses Jahr abhebt. Die Entwicklung in den Sparten Energie und Rohstoffe werden wohl entscheidenden Einfluss auf die Inflation nehmen. |
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es scheint so - noch dazu, wo die aktuellen Verwerfungen am Ölmarkt bei weiterem Bestand deutlich preiserhöhend wirken dürften. Das Preisziel der EZB wird damit schwerer einzuhalten sein ... ![]() Der Markt denkt immer noch, dass sich die angespannte Lage in den kommenden Monaten (mit Mai) wieder entspannen wird. Die Öl-Futures kalkulieren derzeit das Barrel dann im "70er" USD-Bereich ... ![]() ...und somit deutlich entspannter als heute: ![]() |
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Wenn Sinn den Angriff der USA und Israels auf den Iran vorhergesehen hat, dann sollte man ihm den Nobelpreis geben und ihn bitten auch die nächsten Lottozahlen vorherzusagen. Vielleicht agiert die Fiskal- und die Geldpolitik diesmal mit etwas mehr Umsicht als vor ca. vier Jahren. |
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1 Krise kommt scheinbar selten allein. In den 1970er Jahren erste Ölrise + zweite Ölkrise - die Parallele zu heute finde ich schon sehr spannend. Wenn es so kommt wie vor 50 Jahren, dann wird die zweite Inflationswelle größer wie die erste. Wie heisst es so schön: "Fasten your seatbelt" |
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Mindestens ebenso wichtig (wenn nicht noch zentraler) ist der für Verbraucher bzw. vorwiegend für die Industrie relevante Gaspreis. Mit über EUR 60/MWh bezahlt man in Europa aktuell mehr als sechsmal soviel wie in den USA. ![]() Klar - der überwiegende Teil des Gasbezugs erfolgt über langfristige Liefervereinbarungen. Dennoch hat Europa hier ein weiteres strukturelles Thema, das wettbewerbshemmend und preiserhöhend wirkt. |
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Wenn das so weiter geht, ist davon nicht nur Europa betroffen. Die größten Gas- und Erdölvorkommen können nicht transportiert werden, weil rundherum Krieg herrscht und die weiteren großen Player - mit Ausnahme der USA - sind sanktioniert (Russland) oder technisch nicht in der Lage (Venezuela). Ich bin gespannt, wie lange China dem Treiben zusieht bzw wie lange Trump das noch durchziehen kann. |
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die USA dürften hier einen langen Atem haben: |
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Die USA können sich dem Gesamtmarkt nicht entziehen; das "Auskommen" mit den strategischen Reserven ist ja etwas anderes als die durch den Iran-Krieg ausgelösten Preissteigerungen; die treffen die Amerikaner genauso. Und eigentlich meinte ich das etwas breiter: Der Krieg lässt die Aktienmärkte massiv einbrechen; das kommt bei den Amerikanern (401k-Pläne) früher an als bei uns und war zuletzt das "last ressort" der Repubilkaner ("Dow is above 50k"). Wenn es da bergab geht, kann es für Trump ganz schnell heiß werden. |
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Die Amerikaner (und dann aber am Ende auch wir alle) sind in einer ziemlich unguten Lage. Im Nahen Osten haben sie - ums dramatisch auszudrücken - das Tor zur Hölle aufgestoßen und wie sie aus der Nummer rauskommen wird noch spannend. Khamenei 2.0 geht an den Start und wird wohl an den ein oder anderen Moment an die getöteten Familienmitglieder denken. Also ich sehe da keine Lösung für die Freigabe der Straße von Hormus. Strategische Reserven sind eh nett, aber im best case nur kurzfristige Symptombehebung. Die Ursache für die steigenden Ölpreise bleibt ungelöst. Wenn man sich damit beschäftigt, welche militärischen Mittel (Mini-Ubote, Seemienen, kampftaugliche extrem wendige Schnellboote, auf Containerschiffen versteckte Abschussrampen, Drohnen...) die Iraner aufgebaut haben, wird einem schnell klar, dass die Sperre so lange dauert wie die Iraner das wollen. Die hatten nun 20 Jahre Zeit um sich genau auf dieses Szenario vorzubereiten. Dann läuft durch Hormus ja nicht nur Öl durch sondern auch LNG oder knapp 1/3 der globalen Düngermengen. Also in Summe ein schönes Pulverfass für Preissteigerungen, wenn man bedenkt, welche Kette nur diese wenigen Punkte in Bewegung setzten würde. btw: grundsätzlich für mich übrigens unverständlich, warum die USA (als Auslöser der Krise) ihre strategischen Reserven nicht stärker ausgebaut haben vor Kriegsbeginn. Für mich sind die historisch eher unterdurschnittlichen Reserven ein Anzeichen, dass sie die Lage im Vorhinein völlig falsch eingeschätzt haben. Geschweige denn, dass sie an einen Plan B oder C gedacht hätten... |
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Fugi bist du es? |
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Wer oder was ist Fugi? Und wie ist deine Meinung zu der Sachlage? |
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"erschreckend" das Ergebnis der heutigen Auktion 10-jähriger Deutscher Staatsanleihen, die "technisch" betrachtet gescheitert ist. Von den angebotenen 5 Mrd. sind Gebote für lediglich 4,5 Mrd. eingegangen - und final nur 3,8 Mrd. platziert worden. Demgemäß stieg die Rendite von 2,73% im Februar relativ deutlich auf 2,89% in diesem Monat. ![]() Während viele für dieses Jahr eine sogar mehrere Zinssenkungen im EUR-Raum fest im Auge hatten, stellt sich der Markt gegenwärtig die Frage nach Zinserhöhungen - auch in Folge des durch die geopolitischen Verwerfungen erwarteten Preisdrucks: ![]() |
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Weißt du ob aktuell schon Zinssteigerungen für Wohnbaukredite bei den Banken geplant sind? |
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Noch ist mir augenscheinlich bei den Instituten, die Kontingente kaufen, nichts bekannt. Der Rest schlägt ohnehin auf den aktuellen SWAP auf. |
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Hallo LiConsult, hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Inflations- und Zinsentwicklung |
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Ich frage mich ja, was eine Zinserhöhung in dieser Phase der Verwerfungen bringen soll und wieso der Markt beginnt, anzunehmen, dass eine kommt. Die europäische Wirtschaft liegt am Boden und wird jetzt die Energiepreisschocks zu verdauen haben. Wenn zusätzlich die Zentralbank zinstechnisch ins "dämpfende" Niveau hebt, kann man hier den Deckel drauf hauen und auf das Preisniveau wird es keinen Einfluss haben, weil deswegen werden Öl und Gas nicht billiger.
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diesbezüglich muss man berücksichtigen: Das bedeutet, dass Änderungen beim EZB-Leitzins über die "naheliegenden" Geldmarktindikatoren (z.B. 3M EURIBOR) wirken. Die Fixzinskonditionen sind wie beschrieben mehr oder weniger "Ausfluss" der Kapitalmarkzinsen - und diese sind mit ein paar Auf und Abs noch stabil - so auch die Konditionierung. Bei der Dynamik allerdings, die sich gerade abspielt, kann sich das auch rasch ändern. Auch die Marktsicht auf die Inflationserwartung über die kommenden 10 Jahre (siehe oben inflationsgelinkte Anleihen) ändert sich aktuell spürbar. Diese steigt aktuell auf 2,17% und damit merkbar über EZB-Zielmarke. Kein guter Mix derzeit für die Zinsmärkte - die kurzen Zinsen stark beeinflusst von den Folgen eines vielleicht länger anhaltenden Energieschocks, die langen Zinsen im Fokus der Verschuldungssituation. |
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| Hallo LiConsult, kostenlos und unverbildlich kann man Kredite auf durchblicker.at vergleichen, das hilft auch das Angebot der Hausbank besser einschätzen zu können. | ||
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@speeeedcat @LiConsult Danke für die Infos! Dann bin ich beruhigt, dachte schon es geht mit den Zinsen für neue Kredite auch gleich nach oben. |
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Wenn kein rasches diplomatisches Wunder eintritt, dann könnten am Ende auch globale Lieferkettenprobleme on top dazu kommen - wie wir das schon mal hatten ... |
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Das FED macht es bei der heutigen Sitzung vor und belässt den US-Leitzins in seinem Zielband von 3,5%-3,75% unverändert. Die Entscheidung des FED fiel mit 11 zu 1 Stimme (jene des Trump - "Vertrauten" Stephen Miran, der sich für eine 0,25%-Senkung aussprach) mit großer Mehrheit aus und betonte, dass sie weiter an ihrer Prognose je einer Senkung für 2026 und 2027 festhält. |
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Heute ist EZB-Tag Gemäß Taylor-Regel, die den "optimalen" Zinssatz unter Berücksichtigung von Beschäftigung und Inflation darstellt, müsste der aktuelle Leitzinssatz um 1,15% höher sein (wobei die Differenz schon mal beträchtlich höher war - der jüngste Anstieg der Arbeitslosigkeit hat diese zwar verringert, jedoch sind die Auswirkungen des Ölpreisschocks dabei noch nicht berücksichtigt). ![]() Angesichts der merkbar gestiegenen Öl- und Gaspreise ... ![]() ... wird an eine Zinsreduktion schwerlich zu denken sein. |
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Der Dutch TTF mal eben weitere +30% von gestern auf heute, nachdem Israel das weltweit größte Gasfeld der Welt angegriffen hat. Die Zeichen stehen auf totale Eskalation würde ich meinen, Öl wird vielleicht auch weiter anziehen. |
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