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Inflations- und Zinsentwicklung - Seite 68

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
29.4.2024 - 8.1.2026
1.345 Antworten | 119 Autoren 1345
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Die Wahl der Verzinsungsart hat einen wesentlichen Einfluss auf die aktuelle und künftige Zinslast langfristiger Finanzierungen.
Dieser Thread beschäftigt sich mit dem Thema rund um die Entwicklung von Wirtschaft, Inflation, Geld- bzw. Kapitalmarktzinsen und der individuellen Wahl der geeigneten Verzinsungsart für das neue oder auch bestehende, eigene Finanzierungsprojekt.

Ein reger Austausch ist wünschenswert – idealerweise weitestgehend im Sinne der Sache.

  •  LiConsult
  •   Gold-Award
7.1.2026 9:22  (#1341)
weitere Entspannung bei der Inflationsentwicklung in Deutschland:

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Per Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 1,8% (erwartet waren 2,1%). Verantwortlich dafür war in erster Linie der Rückgang der Lebensmittelpreise auf lediglich +0,8% und natürlich die Entschleunigung bei den Energiepreisen.

Positiv auch der Rückgang der Kerninflation auf 2,4% - Dienstleistunginflation jedoch hartnäckig stark bei 3,5%.

aktuelle Terminmarkterwartung betreffend die Leitzinsentwicklung der weltweit größten Währungsräume für die kommenden 3 Jahre:


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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
7.1.2026 10:54  (#1342)
Ich meine, die Erwartungen sind schon interessant. Da entwickeln sich die Währungsräume völlig unterschiedlich (Wirtschaftswachstum und vergleichsweise hohe Inflation in den USA, lahmende Wirtschaft/stark zurückgehende Inflation in der EUR-Zone [inkl Probleme der Finanzierung Frankreichs], weiterhin geringes Wachstum in JP und UK) und dennoch wird angenommen, die Zentralbanken würden die Zinsen quasi im Gleichschritt heben und senken. Ich bin gespannt, wann die wirklich eklatanten Probleme der Finanzierungsstruktur (der USA, einzelner Länder des EUR-Raums) schlagend werden und wie die Notenbanken da reagieren – außer Zinssatzsenkungen/Anleihenkaufprogrammen wird ihnen dann wenig überbleiben.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
7.1.2026 11:28  (#1343)
stimmt schon, man darf aber nicht vergessen, dass der jeweilige Hauptrefinanzierungssatz (Leitzinssatz) vordergründig durch die Inflationserwartung der Notenbanken gesteuert wird (in den USA halt mit dem zusätzlichen Aspekt betreffend die Wirtschaftsentwicklung). Und die Headline-Inflation in der EUR-Zone geht auch nur wegen der rückläufigen Energiepreise nach unten - Dienstleistungspreise nach wie vor deutlichst zu hoch.

Die Renditeentwicklung am längeren Ende der Zinskurve wird halt vom Markt bewertet - und hier sehen wir in den den relevanten Märkten durchaus eine Skepsis (daher auch die stark gestiegenen Renditen in den vergangenen Wochen - egal jetzt ob Deutschland oder z.B. Japan).

Die Refinanzierungsthematik in Frankreich preist der Markt derzeit auch mehr als deutlich ein. Die Rendite-Aufschläge Französischer Staatsanleihen gegenüber Deutschland sind höher als beim Großteil der restlichen EUR-Länder und doppelt so hoch wie im EUR-Raum-Durchschnitt:


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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
8.1.2026 9:33  (#1344)
Das meine ich ja gerade: Die Amerikaner zahlen derzeit bereits ca. 3 % des BIP an Zinsen (Staatsverschuldung ca. 120 % des BIP), die Franzosen werden einen ähnlichen Weg gehen (Staatsverschuldung über 110 % des BIP). Trump kündigt jetzt die Erhöhung der Ausgaben für die Verteidigung um 50 % an, das wird sich auch nur über Defizite finanzieren lassen; in der EU steht die Transformation der E-Wirtschaft Richtung Nachhaltigkeit an, was auch hohe (defiziterhöhende) Investitionen bedeutet; dies ganz abgesehen von den steigenden Sozialausgaben (Pensionen). Wenn die Zentralbanken da die Zinsen laufen/stark ansteigen lassen, kann man die halbe (westliche) Welt zudrehen.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
8.1.2026 10:13  (#1345)

zitat..
FranzGrande schrieb: Wenn die Zentralbanken da die Zinsen laufen/stark ansteigen lassen, kann man die halbe (westliche) Welt zudrehen.

ich persönlich denke gar nicht, dass die Notenbanken jetzt großartig anheben (dafür hat der Inflationsdruck auch entsprechend nachgelassen)- nur halt auch nicht, dass sie stark senken werden (dafür sind die erwarteten Preissteigerungsraten dann doch wieder zu hoch - siehe EZB-Projektion die Seite davor).

Der Großteil der Staatsfinanzierung (auch jene Österreichs mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von knapp 12 Jahren) findet über langlaufene Anleihen statt.


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Und genau diese langlaufenden Emissionen müssen angesichts steigender Verschuldung an den Markt gebracht werden - mit einer zunehmend kritischeren, vorsichtigeren Haltung dessen was die Schuldentragfähigkeit aufgrund der wirtschaftlichen, demografischen, etc. Lage angeht.

Nicht nur Frankreich muss heuer auslaufende Anleihen in einem gewaltigen Ausmaß refinanzieren, auch Deutschland steht vor einem neuen Emissionsrekord.


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Die weltweite Emissionstätigkeit (Staaten + Unternehmen) war für die erste Jahreswoche in den vergangenen 10 Jahren jedenfalls noch nie so hoch wie dieses Jahr:

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Freilich haben die Notenbanken Mittel zur Linderung der Versteilerung der Zinskurve bzw. zur Reduktion der Risikoaufschläge (wie auch in der Vergangenheit) - z.B. das seit 2015 laufende PSPP-Programm zum Kauf jeweils landeseigener Staatsanleihen oder das seit 2012 laufende OMT-Programm zum Anleihenkauf am Sekundärmarkt. Aber auch diese Programme laufen vermutlich nicht ad infinitum.

Der Druck auf "das lange Ende" wird weiter steigen.

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