Inflations- und Zinsentwicklung - Seite 70
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Der Dutch TTF mal eben weitere +30% von gestern auf heute, nachdem Israel das weltweit größte Gasfeld der Welt angegriffen hat. Die Zeichen stehen auf totale Eskalation würde ich meinen, Öl wird vielleicht auch weiter anziehen. |
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... tut es auch - und überproportional die Nordseesorte Brent ... ... die je Barrel derzeit auf einer historisch hohen Differenz von USD 20 (sonst rund um USD 5) zum nordamerikanischen WTI (West Texas Intermediate) handelt, da die europäische Ölversorgung durch den Iran-Angriff überproportional betroffen ist. |
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Trifft dann auch bei Gas ganz gut zu... hier können sich die Amerikaner auch besser versorgen als wir Europäer. Der Dutch TTF Gas Future war in der Krise 2022 bei 250€/MWh. Immerhin stehen wir trotz massivem Anstieg erst bei 70€/MWh. Im Falle eines totalen Flächenbrandes im Nahen Osten kann es also noch zu weiteren massiven Anstiegen kommen. 2021/2022 dauerte es etwa 12 Monate bis der Gaspreis sein absolutes Hoch gefunden hat, ehe er wieder sank. Ich bin jetzt kein Fachmann auf dem Gebiet, aber meine Schlussfolgerung wäre, dass die Krise im Nahen Osten eigentlich katastrophalere Auswirkungen auf den Gaspreis haben müsste als das beim Ukrainekrieg der Fall war. Da dieses Mal das Potential dafür besteht, dass ein beträchtlicher Teil der Weltproduktion für eine längere Zeit komplett ausfallen könnte. |
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ja - speziell wenn man sich ansieht, wohin die LNG Exporte hingehen (sollten): |
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Die entscheidende Frage wird sein, in welchem Ausmaß asiatische Abnehmer die eigentlich für Europa vorgesehenen LNG‑Mengen vom Markt ziehen. Da insbesondere asiatische Länder derzeit den größten Nachholbedarf haben, könnten sie vermehrt Gas auf Kosten der europäischen Versorgung einkaufen. Das könnte sich für Europa als Nadelöhr erweisen. Nachdem wir kein Pipelinegas aus Russland mehr beziehen wollen, sind wir mehr denn je auf umfangreiche LNG‑Importe aus Übersee angewiesen. Das wird spannend. |
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Hallo LiConsult, hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Inflations- und Zinsentwicklung |
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Ein weiterer Beweis dafür daß wir ASAP wenigstens weitgehend aus fossilen Energien aussteigen sollten. Die Abhängigkeit davon ist einfach sowohl ein Sicherheitsrisiko als auch ein wirtschaftliches Risiko. Ja, bei manchen industriellen Prozessen wird das noch dauern. Aber die großen Brocken sind Verkehr und Heizungen, und dort geht es relativ leicht. |
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@Miike hast du vergleichbare Grafiken für Europa bzw. Österreich? |
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Bei our world in Data gibt es da unglaublich viel... man muss es nur finden... den hab ich eben entdeckt. Leider nur in Prozent angegeben und nicht absoluten Zahlen (Verbrauch ist ja in den letzten 20y massiv angestiegen). Glaub bei Eurostat auf der HP müsste man auch Details finden... Um den Faden nicht zu verwässern, zusammengefasst kann man sagen, die Abhängigkeiten speziell bei Gas/Öl sind enorm und werden es auch die nächsten 10 Jahre + bleiben. |
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vor der Zinsentscheidung dreht die Markterwartung - diese geht von zwei Zinserhöhungen i.d.H. von je 0,25% im EUR-Raum bis Jahresende aus. ![]() https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-19/traders-boost-bets-on-boe-ecb-hikes-just-hours-before-decisions?srnd=homepage-europe |
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EZB lässt Einlagenzinssatz wie erwartet unverändert ... ![]() ... mit folgender angepasster Inflations - und BIP-Wachstumserwartung: ![]() |
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Das wird noch alles extrem zach. Die Iraner haben den Gas Bereich in Katar so dermaßen hart getroffen, dass die gut 3-5 Jahre für die Reparatur brauchen werden. ca. 3,5% des weltweiten LNG fallen damit mal für 5 Jahre aus. Katar hat bereits angekündigt, dass sie die Langfristverträge von Staaten wie Italien jetzt mal 3-5 Jahre wegen höherer Gewalt nicht mehr erfüllen werden. Italien produziert mit hohem Gaseinsatz relativ viel das am Bau verwendet wird, wie Glas ... und ist eh nur unser wievielt wichtigster Handelspartner? 2. oder 3. irgendwo da herum. 17% vom Katari LNG Gas fallen für Jahre aus. Und das nur solange nicht weitere Anlagen draufgehen. 17% = 12,8 Megatonnen LNG pro Jahr = 180 TWh UAE ist nach Treffern bei Gasproduktion 0 ... Aber viel heftiger als Gas und Öl sind die "Neben"erscheinungen. Der meiste Schwefel und Harnstoff der in die Düngerproduktion geht kommt aus dieser Gegend. Asien ist gerade im Anbau und braucht die Ausgangsstoffe. Asien hat mangels Lieferungen die meisten Fabriken in dem Bereich letzte Woche zugedreht. Kriegen sie die die nächsten Wochen nicht ... tja. Das kann man in ein paar Wochen nicht mehr nachholen. Die Landwirtschaft lässt sich nicht verschieben. Die Uhr tickt ... Harnstoff ... da gibts so was wie adblue ohne dem die LKW still stehen (betrifft vor allem wieder Asien und Australien) ... Egal wo man gerade hinschaut, nur Gründe für steigende Inflation. Die Gedanken an stabile Inflationsdaten und zumindest stabile Preise können wir getrost mal für eine Zeit begraben. Was für eine shit show. Und zu guter Letzt stellen wir uns vor, die USA bekommen einen Teil ihrer Lieferungen nicht und reduzieren daher den Export von Gas und Öl. Dann gute Nacht in Europa ... |
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Sehe ich leider alles auch so. 30% der globalen Düngermengen kommt aus dem Persischen Golf. Zweitgrößter Produzent mit 20% ist meines Wissens Rußland. Die einen können nun nicht und die anderen wollen wir nicht. Es wird mit dieser Konstellation zunehmend schwierig für uns. Dazu kommt jetzt auch noch, dass China einen Exportstopp für Dünger verhängt. Also nach den Energiepreisen fahren dann auch Lebensmittelpreise wieder durch die Decke. Nachdem Israel mit dem Angriff auf das Iranische Gasfeld eine rote Linie deutlich überschritten hat, wird der Iran nun alles was auf der Arabischen Halbinsel mit Öl- und Gasproduktion zu tun hat, bombadieren und zerstören. Somit wird es bald auch egal sein ob Hormus gesperrt ist oder nicht. In der Slowakei wurde heute der Erdöl Notstand ausgerufen. Sprit wird rationiert. Dabei befinden wir uns erst am Beginn der Krise. Wenn das alles so kommt, wie es der Iran vor hat und heute offiziell ankündigte, dann stünden die größeren Preissprünge erst bevor. Leider bestätig sich nun schon relativ schnell... Und am Ende kommen dann im worst case auch noch Lieferkettenprobleme hinzu (Chemie, Pharma,...) |
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