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Tiefenbohrung | Fragen Dimensionierung

204 Beiträge | 19.4.2016 - 23.4.2019
Hallo liebes Forum!

Nach unendlichen Lesestunden im Forum verfasse ich nun auch endlich meinen ersten Beitrag. Wir sind dabei ein EFH zu bauen. Rohbau steht, Fenster sind eingebaut. Eingeschossig mit Flachdach und ohne Unterkellerung samt integrierter Doppelgarage.
Ausgeführt mit 25 cm Brenner S1 Plan + hinterlüftete/vorgehängte Fassade mit 20 cm Dämmstärke. Soweit so gut.

Im Moment geht es darum die Wärmepumpe bzw. die erforderlichen Bohrmeter der Tiefensonde zu ermitteln. Daten aus dem Energieausweis sind wie folgt:

HWB: 33,5 kWh/m²a
mittlerer U-Wert: 0,19 W/m²K
Heizwärmebedarf Qh: 6892 kWh/a
Gebäude Heizlast Ptot: 6,03 kW

Beheizte Fläche bei der Berechnung des Eneregieausweises 164 m². Werde da jetzt noch die Werkstatt dazu nehmen und komme dann auf 185 m² zu beheizende Fläche. Warmwasseraufbereitung für 4 Personen soll auch durch die WP erfolgen. KWL gibt es keine.
Von der Installationsfirma wurde mir eine VIESSMANN 300-G BWC 301.B08 angeboten.
Diese hat eine Nenn-Wärmeleistung von 7,64 kW und eine Kälteleistung von 6,13 kW.
Detaillierte Heizlastberechnung der Installationsfirma reiche ich nach sobald ich sie habe. Denke aber, dass die angebotenen WP nicht ganz verkehrt bzw. nicht sonderlich überdimensioniert sein sollte. Ob die VIESSMANN jetzt gut ist oder nicht, keine Ahnung. Ist eben einstufig und nicht modulierend...

Zur Tiefensonde:
Angebote sind eingeholt. Ergeben alle in etwa zwei Bohrungen zu rund 80-90 m in Doppel-U ausgeführt. Da aus meinem Technikraum nur 4 DN 100 Durchführung nach draußen gehen und ich mir den Schacht sparen will und auch aus strömungstechnischen Gründen würde ich eher die Ausführung als einfach U bevorzugen. Da ja bekannt ist, dass eine Bohrung effektiver als zwei sind, stellt sich mir die Frage ob ich nicht mit einer Duplex auch durchkomme. Nachdem die Bohrfirma nur bis in etwa 120 m Tiefe bohren kann geht sich das wohl eher nicht aus...

Bitte teilt mir eure Meinung dazu mit. Fehlende Angaben bitte ich zu entschuldigen und werde ich natürlich umgehend nachreichen.

Danke schon vorab!


 
23.9.2016 7:59
ja, schade, dass du nicht 120-140m schaffst. abhängig von bodenverhältnissen, würde eine simplex dn40 sonde reichen. 2x simplex 80m dn32 sind zwar auch ok, aber teurer, oder?


brink schrieb: Du könntest bei knv nachfragen, ob die wp umrüstbar wäre auf eine stärkere wärmequellenpumpe


das würde ich noch nicht ausschließen.
vielleicht kannst du was rausfinden.
mich würde es selbst interessieren, ob die kleine modulierende nibe auch mit einer stärkeren pumpe ohne wenig aufwand upgrade-bar wäre..
vielleicht kann dyarne diesbezüglich was rausfinden. .. ein neues versuchsprojekt? ;)
23.9.2016 9:16


brink schrieb: ja, schade, dass du nicht 120-140m schaffst. abhängig von bodenverhältnissen, würde eine simplex dn40 sonde reichen. 2x simplex 80m dn32 sind zwar auch ok, aber teurer, oder?


140 m DUPLEX hätte ich gemacht, da hab ich dann auch genügend sicherheit drinnen. SIMPLEX mit 140 m würde glaube ich nicht reichen bei unserem bescheidenen lehm/ton mit grade mal 30-35 W/m. bei den bodenverhältnissen ist es aber sowieso schwer tief zu bohren, deshalb viel die entscheidung auf 2x SIMPLEX. ja klar, viel teurer, sind ja mind. 20 m mehr die ich bohren werde. aber was bleibt mir anderes übrig.

aber generell werde ich mal von 2x SIMPLEX 40 auf 2x SIMPLEX 32 umschwenken. bringt hydraulisch wenigstens ein bisserl was und ist dann gleich wie eine DUPLEX sonde oder?

danke für eure hilfe!!!
23.9.2016 13:02


gsilly schrieb: ja was hat denn die 1155-6 denn für nen durchfluss bei vollgas?

das kannst du über die leistung extrapolieren.

3,15kw -> 0,18 l/s -> 10,8 l/min
6,0kw -> ~ 20 l/min
7,5kw -> ~ 25 l/min

turbulenz kannst du hier nachweisen...
http://www.schweizer-fn.de/berechnung/stroemung/druckverlust_rohr_rech.php

nimms nicht zu akademisch, vieles hängt vom medium und der mischung ab.

details nachzulesen in prof brinks faden.


gsilly schrieb: er kann es prinzipiell nicht...

schade.
und du bist mit ihm fest verbandelt?

ich habe bei extrem festem lehm/schlier eine 160m bohrung. ging völlig problemlos...

ich persönlich würde 2 bohrungen für die kleine modulierende maschine nur machen wenn irgendetwas dafür spricht.
das wäre bsplw wie bei elanor schichtenwasser daß dann 2-mal erschlossen wird.

ansonsten immer 1 bohrung simplex 40 oder duplex 32

beim ringgrabenkollektor haben wir dazu viel studiert und setzen 2 x 300m DA32 oder 1 x 400m DA40 als gleichwertig (hydraulisch, leistungmäßig) ein.

die schlechtere lösung um mehr geld würde ich nicht nehmen wenn ich mich schon so in die materie eingearbeitet habe.

andererseits ist die modulierende maschine bzgl solcher auslegungen viel toleranter, weil sie typisch 80% der zeit mit nennleistung (3,5kw) fahren wird und dabei um 100% überdimensionierte tauscher (sonde/verdampfer/kondensator/heizflächen) hat.
an der unteren modulationsgrenze sogar auf 400% überdimensionierte...


brink schrieb: mich würde es selbst interessieren, ob die kleine modulierende nibe auch mit einer stärkeren pumpe ohne wenig aufwand upgrade-bar wäre...

natürlich. braucht man nur die oem-grundfos-pumpe der größeren geschwister reinhängen.

würde aber nix bringen, siehe oben...

wenn die gradienten eh schon flach am boden liegen braucht man nicht noch draufsteigen...
23.9.2016 13:18


dyarne schrieb: natürlich. braucht man nur die oem-grundfos-pumpe der größeren geschwister reinhängen.
würde aber nix bringen, siehe oben...
wenn die gradienten eh schon flach am boden liegen braucht man nicht noch draufsteigen...


dachte ich mir. ;)
ich meinte, wenn schon 2 bohrungen, dann könnten diese durchaus simplex mit dn40 realisiert werden. und damit die "angst" nicht aufkommt, die wp schaffte heizleistung nicht, weil die wq pumpe nicht den nötigen volumenstrom schafft, kann man eine stärkere wq pumpe reinhängen, die das kann.
ob's eh mit dem standard-setup funktioniert, könnte man sogar ein paar winter beobachten - weil der upgrade ja 'wenig aufwand' wär.
aber ich würde lieber nach einer lösung suchen, wo sich zb 120-140m ausgingen, und diese duplex dn32 ausführen. :)
23.9.2016 13:27


dyarne schrieb: schade.
und du bist mit ihm fest verbandelt?


ja, eigentlich ist alles mit ihm schon besprochen und ausgemacht. hatte nie daran gedacht, dass die kleine KNV da nicht so kann. wir sind auf den ersten seiten dieses fadens ja auch immer von zwei SIMPLEX sonden ausgegangen.


dyarne schrieb: ich persönlich würde 2 bohrungen für die kleine modulierende maschine nur machen wenn irgendetwas dafür spricht.
das wäre bsplw wie bei elanor schichtenwasser daß dann 2-mal erschlossen wird.


ich habe in geringer tiefe eine grundwasserführende schicht mit einer mächtigkeit von rund 8 m. ob danach nochmal eine kommt weiß ich nicht, ist aber anzunehmen. von daher


dyarne schrieb: nimms nicht zu akademisch, vieles hängt vom medium und der mischung ab.


naja, und das sagst nem akademiker :) aber ich werde es jetzt eh gut sein lassen und 2x32 SIMPLEX mit 80 m machen. da bin ich wenigstens ab ca. 75 % drehzahl turbulent unterwegs. ist nicht ganz so schlimm weil ich eh einen sehr guten preis für den bohrmeter bekomme. firmenwechsel möchte ich mir eigentlich nicht antun.

somit auf alle fälle danke an alle für die großartige unterstützung. falls noch jemand schlagende argumente gegen 2x32 SIMPLEX hat (kosten ausgenommen) dann bitte jetzt oder aber für immer schweigen
23.9.2016 13:52


brink schrieb: ich meinte, wenn schon 2 bohrungen, dann könnten diese durchaus simplex mit dn40 realisiert werden.


ja was denn nun?
23.9.2016 14:02


gsilly schrieb: aber ich werde es jetzt eh gut sein lassen und 2x32 SIMPLEX mit 80 m machen.

23.9.2016 14:09
wenn der arne dieser variante auch noch seinen segen geben würde bin ich glücklich
23.9.2016 15:30



wenn die gradienten eh schon flach am boden liegen braucht man nicht noch draufsteigen...


Made my day
24.9.2016 8:14


gsilly schrieb: hatte nie daran gedacht, dass die kleine KNV da nicht so kann...

die kann das schon, gerade die modulation entschärft das thema gegenüber bsplw einer 6kw on/off die immer im selben einen arbeitspunkt läuft und daher von der turbulenz lebt.

die modulierende lebt von der teillast, in der sie sich (fast) immer aufhält.

meine aussage war darauf bezogen:


dyarne schrieb: die schlechtere lösung um mehr geld...


das


gsilly schrieb: grundwasserführende schicht mit einer mächtigkeit von rund 8 m

könnte das konzept allerdings in die richtige richtung kippen lassen...

das


gsilly schrieb: akademiker

erklärt manches ...

für mich ist deien auslegung nicht schwarz/weiß.
ist die modulierende maschine denn gesetzt?
dann kommen alle 3 varianten infrage.

ich würde es eher so machen...


brink schrieb: wenn schon 2 bohrungen, dann könnten diese durchaus simplex mit dn40 realisiert werden

oder 2 x duplex dn32.

genauer könnte man es nach einer phpp-auslegung sagen, aber angesichts deiner baudaten UND dem kamin UND der differenz normheizlast zu realer heizlast beim infrage kommenden bereich wirst du so gut wie keinen vollastbetrieb sehen:
und dann gilt obiges...


dyarne schrieb: andererseits ist die modulierende maschine bzgl solcher auslegungen viel toleranter, weil sie typisch 80% der zeit mit nennleistung (3,5kw) fahren wird und dabei um 100% überdimensionierte tauscher (sonde/verdampfer/kondensator/heizflächen) hat.
an der unteren modulationsgrenze sogar auf 400% überdimensionierte...


wenn schon laminar dann mit der fläche klotzen...
24.9.2016 13:55
ja dann mache ich 2x simplex 40. hast schon recht, im teillastbetrieb schaff ich die turbulenz eh sowieso nicht und dann wären die 40er wieder besser. dafür schaffe ich mit den 2x32 wenigstens ab ca. 75 hz turbulenz. mit den 40er sonden natürlich erst später.
ja, die kleine knv ist schon gesetzt und auch ausreichend für mich, nicht? hab extra zu einem KNV installateur gewechselt

dann werden es jetzt doch, wie immer geplant, die 2x 40 simplex werden.

DANKE an alle!!
24.9.2016 15:32
ja sicher ausreichend...
hab nur gefragt weil bei einer on/off würde ich unbedingt turbulent auslegen weil die eben immer genau an diesem punkt läuft ...
24.9.2016 16:34
nene, wird schon die KNV danke nochmal!!
24.9.2016 21:38


dyarne schrieb: oder 2 x duplex dn32


was wäre denn der preisunterschied zwischen 2x simplex dn40 und 2x duplex dn32?
2x simplex dn40 mit je 80m tiefe hat eine rohr-oberfläche von 40 m²
2x duplex dn32 mit je 80m tiefe hat eine rohr-oberfläche von 64 m²
also 60% wärmetauscherfläche.


dyarne schrieb: wenn schon laminar dann mit der fläche klotzen...


stimme zu :)
24.9.2016 22:42
habe leider nur 4 leerrohre in meinen technikraum und möchte eigentlich keinen schacht machen. somit fallen zwei mal duplex leider raus... also bleibt mir nix anderes als 2x simplex übrig, leider
25.9.2016 7:19
Wie groß ist die Dimension der Leerrohre? Bei 100er RDS Durchführungen kannst ja auch 2x dn32 durch ein Leerrohr durchführen. Ist bei mir so. Ich habe 2 Durchdringungen und eine dn32 Duplex - also insgesamt ja 4 Rohre. Bei deinen 4 Durchdringungen wäre es also kein Problem.
25.9.2016 7:57
ja, sind schon DN 100 rohre. ich bleibe aber trotzdem bei den 2x simplex 40.
bei 4x vorlauf kommt dann ja gar kein durchfluss mehr zustande und ich denke die 2x 40 sind ein guter kompromiss.
25.9.2016 12:22
Das ist wieder was anderes aber daran liegt es demnach nicht.


gsilly schrieb: somit fallen zwei mal duplex leider raus... also bleibt mir nix anderes als 2x simplex übrig, leider


25.9.2016 14:35
ja, hast natürlich recht und ich danke dir auch sehr für deinen einwand. an zwei rohren in einem schlauch hätte ich echt nicht gedacht!
25.9.2016 16:38

Tiefenbohrung | Fragen Dimensionierung

du hättest wirklich mehr ringgrabenkollektor-berichte lesen sollen ...
25.9.2016 17:55
in welcher zeit fragt sich nur
wäre es jetzt echt sinnvoller zwei mal duplex zu machen wegen der fläche? mir wären die zwei mal simplex 40 schon lieber. jetzt macht halt mal ne ansage, ich will am dienstag bohren!


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