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TB oder RGK? Wieso nicht beides?! - Doku über lewurm's Erdquelle

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  •  lewurm
21.5. - 28.5.2023
13 Antworten | 6 Autoren 13
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Ich mach mal einen neuen Thread für meine zukünftige Erdquelle auf und werde hier regelmässig Updates posten. Mein alter Thread hat etwas mehr Kontext zum gesamten Projekt: https://www.energiesparhaus.at/forum-tb-oder-rgk-bei-sanierungsprojekt-was-ist-das-speicherpotential/71146

 

Zusammenfassung: Es geht um eine Sanierung. Heizlast alt 23 kW, geplante Heizlast neu sind 7,3 kW. Da der vorhandene Platz knapp ist geht es hier um jedes Watt. Durch die schlechte Bodenqualität werden sich wohl keine 7,3 kW rausziehen lassen. Daher solls ein Hybridkollektor werden. Was heisst das? Am kalten Ende geht die Sole erstmal in den RGK RGK [Ringgrabenkollektor] und danach seriell in die Tiefenbohrung über. Das ist einerseits günstiger als eine reine Tiefenbohunrg, andererseits thermisch interessant weil RGK RGK [Ringgrabenkollektor] und TB jeweils unterschiedliche Stärken haben ( https://www.energiesparhaus.at/forum-tb-oder-rgk-bei-sanierungsprojekt-was-ist-das-speicherpotential/71146_1#714839 ). Mittlerweile bin ich auch in den Händen von den RGK RGK [Ringgrabenkollektor].com Leuten aufgehoben, da kann eigentlich nix mehr schief gehen ??


Aber wie ist jetzt die Bodenqualität eigentlich?

Anfangs meinte ich noch zu den Planern, bitte machts einfach und nehmts das schlechteste an. Schliesslich weiss ich dass hier in St. Valentin viel Schotter ist. Aber so einfach is es dann auch nicht, weil sich die Bohrungsfirma auch etwas vorbereiten muss bevor die Bohren kommen und nicht Vorort spontan entschieden werden kann wieviel denn nun gebohrt werden soll.

Hier mal ein fiktives Beispiel warum die Bodenqualität relevant ist: 40m RGK RGK [Ringgrabenkollektor] bei schlechtester Bodenqualität laut Trenchplaner



_aktuell/20230521148374.png

Sind wir bei 2861 Watt Leistung. Gleicher RGK RGK [Ringgrabenkollektor] mit lehmigen Sand:


_aktuell/20230521840045.png

3639 Watt. Die Differenz sind also 778 Watt. Diese muss dann die Tiefenbohrung kompensieren. Bei einer Entzugsleistung 40W/m sind das knappe 20m mehr Bohrung. Bei einem Meterpreis von 60 EUR brutto sind wir also bei einer Differenz von 1200 EUR.

Bei Lehm sieht es beispielsweise gleich ganz anders aus:



_aktuell/20230521133645.png

5149 Watt Leistung. Entspricht fast einer 60m Bohrung bzw. 3600 EUR.

Gut, also vielleicht doch den Boden bestimmen? Ein Bagger muss her...

von dyarne

  •  lewurm
21.5.2023 ( #1)
Wenn mir jetzt jemanden den Vorwurf machen möchte, ich suche nur eine Ausrede um einen Minibagger zu mieten, so wäre der Vorwurf 100% korrekt 😉 Im Nachbarort vermietet jemand seinen Minibagger für 140 EUR pro Tag (inkl. liefern und abholen). Plus ein Kurs auf YouTube, und schon ging's los.


_aktuell/2023052144660.png


Der Nachwuchs hatte auch Spaß 😃


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Loch #1 ist um die ~140cm geworden.


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Tiefer bin ich leider nicht gekommen. RGK Tiefe ist ja eher der 170-180cm Gegend. Aber die gute Nachricht war hier schon mal: Das Loch ist relativ stabil und fällt nicht gleich in sich zusammen. Die schlechte allerdings: Da ist auf jeden Fall Sand.


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Ich hab dann noch Loch #2 gegraben an einer anderen Stelle, das sah ziemlich gleich aus.
Und was jetzt? Proben nehmen und ins Labor...

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  •  rabaum
  •   Gold-Award
21.5.2023 ( #2)
Sowas find ich richtig cool, wenns der Bauherr einfach wissen will.

Viele andere hätten bei der Aussage "Erdwärme kannst bei dem Boden sowieso vergessen" schon ein LWP LWP [Luftwärmepumpe] Kastl vorm Haus stehen.

Den Bagger würde ich gleich fix aufnehmen in eine Eventualposition im RGK RGK [Ringgrabenkollektor] Shop.
Set zur DIY Bodenbestimmung. 🤣💪

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  •  lewurm
21.5.2023 ( #3)
So sahs dann vom "Labor" (= Balkon) aus:


_aktuell/20230521627778.png
Loch #1 schaut etwas wilder aus, da sind vorher noch Hochbette gestanden die ich gleich mitausgebaggert habe. War nicht unbedingt die leichteste Präzisionsübung für die ersten Baggergehversuche 😅
Hier die Proben:


_aktuell/20230521380158.png
Und was jetzt? Wir machen die Fingerprobe. Ich bin hierfür dieser Anleitung gefolgt: https://www.ages.at/download/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE2MDk0NTkyMDAsImV4cCI6NDA3MDkwODgwMCwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW5cL0FHRVNfMjAyMlwvNV9VTVdFTFRcL0JvZGVuXC9XaXNzZW5fdW5kX0JpbGR1bmdcL0ZpbmdlcnByb2JlLnBkZiIsInBhZ2UiOjIyNDd9.geNzZw9Hrkodc7m-fzSfqm_2ArlE8N8mxCeYYOoa14U/Fingerprobe.pdf
Zuerst habe ich einen Teil aus der Probe genommen und abgewogen:
 


_aktuell/20230521372061.png
Danach hab ich mich an den Sandexperten meines Vertrauens gewendet wie man das am besten filtert (übersetzt: Ich hab ein Sieb aus der Sandkiste vom meinem Sohn auszaht):


_aktuell/20230521352119.png
Nach ein paar Durchgängen ist folgendes übergeblieben:


_aktuell/20230521335720.png
Also mehr als 50% ist Schotter.
Mit dem verbliebenen Rest habe ich dann die eigentliche Fingerprobe gemacht.


_aktuell/20230521788771.png


_aktuell/20230521739762.png
Wenn ich alles richtig gemacht habe, scheint es tatsächlich lS (=lehmiger Sand) zu sein 😃 Einzig bei Frage 5 war ich mir nicht ganz sicher. Hab es zwei weitere Personen probieren lassen, die sind zumindest auf die gleiche Antwort gekommen. Also: Das ist schon mal nicht der Worst-case laut Trenchplaner 🙂
Was mir noch nicht ganz klar ist: Wie gut oder schlecht ist jetzt der Schotteranteil? Für die Drainage soll es ja gut sein. Hat das auch Auswirkung auf die Rechnung der Heizleistung?

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  •  lewurm
21.5.2023 ( #4)
@admin: Bitte Titel fixen (von "RGB" auf "RGK") und ins Forum "Heizung-, Lüftung-, Klima" verschieben. Sorry und Danke!

  •  cacer
  •   Gold-Award
21.5.2023 ( #5)
Du musst nach @­energiesparhaus rufen 🙃

  •  energiesparhaus
  •   Dieses Logo kennzeichnet einen Beitrag des energiesparhaus.at-Teams
22.5.2023 ( #6)
Ist erledigt

  •  rabaum
  •   Gold-Award
22.5.2023 ( #7)

zitat
lewurm schrieb: Wie gut oder schlecht ist jetzt der Schotteranteil? Für die Drainage soll es ja gut sein. Hat das auch Auswirkung auf die Rechnung der Heizleistung?

Hoher Schotteranteil ums Rohr und wenig bindige Feinteile würde Luft als Isolator einschließen und das vermindert den Wärmeübergang.

Auf jeden Fall den Baggerfahrer drauf hinweisen, dass er das Material ein wenig verzieht und - sofern möglich - besseren Aushub direkt aufs Rohr gibt beim Verfüllen.


  •  Pedaaa
  •   Gold-Award
22.5.2023 ( #8)
super interessanter Thread!! 
Bitte weiter so toll dokumentieren!! 👍👍👍 👌

  •  lewurm
22.5.2023 ( #9)
Danke 🙂

zitat
rabaum schrieb: Auf jeden Fall den Baggerfahrer drauf hinweisen, dass er das Material ein wenig verzieht und - sofern möglich - besseren Aushub direkt aufs Rohr gibt beim Verfüllen.

Wieviel cm reden wir da zirka? Und darüber ist dann der Schotter egal auf die Heizleistung bezogen?


  •  DrShouter
  •   Bronze-Award
23.5.2023 ( #10)


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Unser RGK RGK [Ringgrabenkollektor] liegt auch in einer Schottergrube 😬 Wir haben beim zuschütten die Steine aus dem Weg gerräumt und dann 20cm Lehm auf die Rohre, damit das Rohr schön umschlossen ist. Bei der Planung wurde von Michael/Thomas "lehmiger Sand" angenommen.

Den ersten Winter hat der Kollektor mit minimalen Soletemperaturen von -4/-1 überstanden. Da wurde er aber mit dem Estrich ausheizen ziemlich überstrapaziert..... Weiters rechne ich in den kommenden Jahren mit einer steigenden Leistung des Kollektors wenn alle Hohlräume wieder mit Feinanteilen zugeschwemmt wurden.

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  •  rabaum
  •   Gold-Award
23.5.2023 ( #11)

zitat
DrShouter schrieb: Schottergrube

Man sieht bei dir eh schon recht schön, dass du stellenweise 1:1 geböscht hast. Dezent anders als diese Skalpellgräben im Lehm. 😅

zitat
DrShouter schrieb: dann 20cm Lehm auf die Rohre

Wenn das komfortabel geht ist es natürlich ideal, habe ich bei mir auch so ähnlich gemacht. Bei der Sanierung mit wenig Platz muss man den zusätzlich angelieferten Lehm wo zwischenlagern können. 

zitat
lewurm schrieb: ist dann der Schotter egal auf die Heizleistung

Egal nicht, aber weniger ausschlaggebend, das geht dann fließend über. Mit der defensiven Bodenart 'lehmiger Sand' kommst du in der Mischkalkulation sicher gut hin.


  •  DrShouter
  •   Bronze-Award
24.5.2023 ( #12)

zitat
rabaum schrieb:

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DrShouter schrieb: Schottergrube
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Man sieht bei dir eh schon recht schön, dass du stellenweise 1:1 geböscht hast. Dezent anders als diese Skalpellgräben im Lehm. 😅

Ja es war extrem aufwendig - vor allem haben wir den RGK RGK [Ringgrabenkollektor] auf 2mal verlegen müssen, da einfach kein Platz mehr für den Aushub war. Über Nacht kam der grosse Regen und hat dann teilweise die Gräben wieder einfallen lassen (Schottergrube halt). Schwiegervater und Ich haben am nächsten Tag dann 3-4h nur Steine von den Rohren geschaufelt/geglaubt. 

Erdarbeiten waren bei uns im Prinzip gratis (musste nur den Diesel für den Bagger bezahlen), wenn ich das ganze bezahlen hätte müssen, bin ich nicht sicher ob wir noch viel günstiger als eine TB ausgestiegen wären (RGK Planung + RGK Set + Lehm + Erdarbeiten).

Bei Lehm würde ich jederzeit wieder einen RGK RGK [Ringgrabenkollektor] machen - bei einer Schottergrube und keinen Zugang zu einem gratis Bagger + Fahrer würde ich eher zur TB greifen. Weniger Hockn + preislich ziemlich ähnlich + bessere Sole Temps.

  •  lewurm
28.5.2023 ( #13)
Messen der Soletemperatur

Sole-Ein bzw. Sole-Aus werden ja von der Wärmepumpe gemessen. Und falls nicht, würde man da leicht rankommen um Sensoren zu installieren. Aber beim Hybridkollektor, wo das warme Ende des RGKs in die TB seriell übergeht, gibt es einen interessanten Punkt zu messen.

Nur wie? 🙂 In meiner naiven Vorstellungen würde ich mir einen DS18b20 in wasserdichter Ausführung (sowas z.B. https://www.amazon.de/dp/B07QGRM5XF//?ie=UTF8&tag=wwwenergiespa-21 ) aus dem Keller rausziehen, möglichst nah beim besagten Messpunkt. Wie montiere ich den Sensor am Rohr, Klebeband? Gibt es da etwas zu berücksichtigen dass ich das nicht thermisch zu sehr beeinflusse?

DS18b20 hab ich schon ein paar in Einsatz, die sind leicht auszulesen. Billig sind sie auch, als Redundanz würde ich dann gleich drei Stück rausziehen. So oft ist der Graben ja nicht offen 😄

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