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Speicher Betrachtung Wirtschaftlichkeit

35 Beiträge | 28.2. - 1.7.2020
Habe letztes Wochenende mit einem Freund wegen PV Speicher diskutiert. Er meint, seine PV rechnet sich nur durch den Speicher erst wirklich, was ich ihm nicht abgenommen habe.

Meine vereinfachte Rechnung zum Thema wäre wie folgt. Bitte um Korrektur, wenn ich einen Denkfehler eingebaut habe.

Ein Speicher, der linear skaliert kostet pro 1 kWh einen Betrag x. Diese eine kWh kann ich jetzt maximal 1x am Tag voll machen, wenn die Sonne ordentlich scheint, und einmal ganz leer machen, wenn sie nicht scheint. Verluste durch Speichern lasse ich mal außen vor.

In der Nacht verwende ich diese gespeicherte Energie und erspare mir den Zukauf dieser einen kWh zum Netzentgelt für sagen wir 15 Cent. Dafür speise ich sie aber nicht ein, wodurch bei Vorhandensein der OeMAG Tarifförderung nur mehr die Hälfte der Ersparnis wirksam wird. 

Das würde bedeuten, dass ich mir pro Jahr um die 27 EUR spare pro kWh Speicher. Ohne Verlustleistung, ohne Nachlassen der Akkukapazität, ohne Steigerung des Strompreises.

Was kostet dzt ein Speicher fix fertig pro kWh?
Alles was >10 Jahre liegt bei der Amortisation wird schon schwer mit der Haltbarkeit der Akkus.

Bin gespannt auf eure Meinungen.


 
2.3.2020 16:03


Lagerhaus schrieb: Was Passiert nach den 3 Jahren?

Da will sich derzeit niemand festlegen.

Das wahrscheinlichste Szenario scheint, dass man (sogar in Tirol) erkennen wird, dass man Strom wirklich und nicht virtuell speichern muss ➜ dieses absurde Förderprogramm stirbt. 
2.3.2020 16:46
Ich habe auch bei unserem zukünftigen Profil hin und hergerechnet und bin zum Schluss gekommen, dass die Amortisation von so einem Speicher eher fragwürdig ist momentan.

Wir haben beim geplanten Haus eine Südwestfassade wo wir aufgeständert mit 60-70° dann circa 3-3.5kWp (10 Panels) unterbringen. An unserem Standort sollte das rund 2500 kWh pro Jahr ergeben, wovon wir verhältnismässig viel nutzen können, weil es im Winter noch einen vernünftigen Ertrag gibt. Wenn man es mit der Warmwassererzeugung usw. gut timed, kann man da sicher auf weit über 50% kommen. Man muss hald konsequent untertags Wäsche waschen, den Geschirrspüler laufen lassen usw.
Wenn man das so überschlagsmässig rechnet, sollte sich das über die Lebensdauer der Anlage gut amortisieren lassen, selbst wenn es irgendwann den Wechselrichter mal erneuern muss.
Bei uns (weitere Flächen nur schwierig zu realisieren, eine Dachfläche im Nordost bringt wohl nicht sehr viel)

Dennoch gibt es ja wie oben genannt zahlreiche Gründe, einen Stromspeicher trotzdem anzustreben...
Spielerei, Autarkie, Optimierung, möglicher Inselbetrieb bei Stromausfällen...
3.3.2020 8:07
Guten Morgen

Dann hab ich einfach die Blöde frage wie die Firma Schlaustrom das macht die bieten nämlich genau so einen Virtuellen Speicher an =?
Wo ist der hacken an der sache?

Danke für Info

mfg
3.3.2020 8:28
Für die Firmen selbst ist kein Haken dabei, die machen ihren Gewinn, keine Sorge: Förderungen, Kundenbindungsprogramm (man bindet sich damit für drei Jahre an den Stromanbieter ... sehr praktisch für die Unternehmen).

Der Haken ist mehr der, dass der Strom in Wirklichkeit nicht gespeichert wird: das wäre aber das, was unser Stromnetz bräuchte. 

Der zweite Haken: das Modell, jedenfalls das Tiroler, versenkt Steuergelder. Mit diesen Steuergeldern wird aber nicht zielgerichtet in die Strominfrastruktur investiert, was dringend nötig wäre, sondern das Unternehmen kann mit dem Gewinn auch anderes tun. Wird auch anderes damit tun, weil das Angebot ja nicht vom Netzbetreiber, sondern vom Stromanbieter gemacht wird.

Förderungen sollten besser dazu verwendet werden, Dinge strukturell zu verändern, und nicht die Kassen von Unternehmen aufzubessern.
 
 
3.3.2020 9:52
Sonnen hat auch so eine community
3.3.2020 10:01

Wahrscheinlich erschließt sich deine Aussage ganz leicht, alpenzell, aber wahrscheinlich kann ich meinen virtuellen Speicher gerade nicht effizient anzapfen
3.3.2020 12:08
Ich habe mich auch, trotz OÖ-Förderungszusage, gegen den Kauf eines Speichers entschieden.
Mit den Pauschalen (200€ vs. 500€ / kWp) muss man etwas aufpassen, es gibt dazu natürlich auch immer einen prozentuellen Deckel, der eigentlich immer greifen sollte, ansonsten kauft man zu teuer ein ;)
Ich hätte vom Land OÖ 40% des 11.5kWh BYD bekommen, in Summe wäre mir der Speicher auf 3690€ gekommen, statt 6600€.
In Wahrheit, wie oben schon geschrieben, geht's um die Ladezyklen, hier kann man grob von 200-250 Zyklen ausgehen.
Die Differenz zwischen Bezugspreis (18 Cent) und Verkaufspreis ÖMAG (7,67 Cent) liegt bei mir somit ca. bei 10Cent pro gespeicherter kWh. Ich könnte mir also bei einer Ladung ca. 1€ sparen.
Im Detail kann man das nur schwer abschätzen, was kostet der Strompreis im Jahr XX und wie hoch werden meine Bezugskosten sein.
Bei 1€ pro Ladung kann ich, wenn man von 250 Ladezyklen ausgeht, im Jahr maximal 250€ einsparen, also ca. 15 Jahre Amortisation.
Die Freischaltung am WR kostet auch nocht ein paar Hunderter, die Installation u. U. auch.

Wie man's dreht und wendet: meiner Meinung nach ist es eher Liebhaberei oder was für Enthusiasten, die kaufen dann aber eher am Gebrauchtmarkt und verwenden Komponenten von Victron. Klar, für Insellösungen und für Notstrombetrieb bleibt einem eh nichts anderes übrig, da steht der Kostenfaktor dann aber an zweiter Stelle.

Wenn ich's so seh: nach aktuellem Stand amortisiert sich meine PV-Anlage nach 9 Jahren, der Speicher würde vielleicht 16-18 Jahre benötigen.

Hinzukommt noch, dass ich mir auch vom Grundgedanken her nicht sicher bin, ob ich damit meinen Daumen grüner machen könnte.
Meiner persönlichen Einschätzung nach, vielleicht hat hier jemand fundiertes Wissen - würde mich wirklich interessieren, haben wir im Land den größten Strombedarf tagsüber und nachts weniger. Unsere Wasserkraft liefert ja immer gleich - ich kann mir also vorstellen, dass wir als Land nachts weniger zukaufen müssen, als tagsüber.
Welchen Sinn macht es dann (ausser eventuell für mich persönlich), wenn ich Tagsüber, wo wir die Leistung bräuchten, den Speicher daheim bunkere und wir ggf. mehr zukaufen müssen und nachts, wo u. U. genügend Leistung vorhanden wäre, oder wir weniger zukaufen müssen, den eigenen Strom zu verbrauchen?

4.3.2020 23:10


Seppl82 schrieb: Welchen Sinn macht es dann (ausser eventuell für mich persönlich), wenn ich Tagsüber, wo wir die Leistung bräuchten, den Speicher daheim bunkere und wir ggf. mehr zukaufen müssen und nachts, wo u. U. genügend Leistung vorhanden wäre, oder wir weniger zukaufen müssen, den eigenen Strom zu verbrauchen?

Naja, wenn's ideal läuft, passiert Folgendes:
Das Haus hat genug Strom, um durch den Tag und durch die Nacht zu kommen. Das ist der persönliche Vorteil, wenn man so will.

Außerdem ist es so, dass bei starker Produktion zugleich 
a) der eigene Bedrf gedeckt
b) die Batterie befüllt
c) und der Überschuss ins Netz gespeist wird ➜ die Allgemeinheit profitiert.
Das haben wir an manch Februartag schon so erlebt, und mit fortschreitender Sonnenscheindauer und -intensität werden sich solche Tage mehren. Was trotz Eigenverbrauchs und Batterieladung eingespeist werden kann, geht schnell mal über 2kW hinaus, mitunter sogar deutlich. 
5.3.2020 9:45


Seppl82 schrieb: Die Differenz zwischen Bezugspreis (18 Cent) und Verkaufspreis ÖMAG (7,67 Cent) liegt bei mir somit ca. bei 10Cent pro gespeicherter kWh. Ich könnte mir also bei einer Ladung ca. 1€ sparen.

 Zu den 18 Cent / kwh:  Bei meinem aktuellen Stromtarif mit ca. 3200 kwh Verbrauch / Jahr habe ich die zeitbezogenen und die verbrauchsabhängigen Kosten auseinander gehalten. Das sind in meinem Fall 0,31 Cent / Tag fix und 0,127 Cent / kwh verbrauchten Strom. 
Umgelegt auf dein Thema erhöht sich damit die Amortisation noch einmal um ca. 42% auf ca. 21 Jahre.
10.6.2020 13:00
Ich habe ja inzwischen meine PV über ein Monat laufen und kann berichten, was ich im Mai an Energie zukaufen musste und was ich selbst produziert habe. Meine Grundannahme beruht darauf, dass ich durch einen Speicher nicht mehr Geld einsparen kann, als die maximal vermiedenen Zukäufe aus dem Netz.

Dies bedeutet in meinem Fall ca. 170 kWh (avg. pro Tag 5,5 kWh) Netzbezug x ~4 Cent Ersparnis aus der Differenz Bezug zu Einspeisung. Mein Strompreis (variable Kosten) bei aWATTar ist um die 12 Cent/kWh, für die kWh ÖMAG bekomme ich 7,67 Cent. 

Somit hätte ich im Mai theoretisch maximal um die 7 EUR sparen können, wenn ich einen ausreichend groß dimensionierten Speicher gehabt hätte. Ungeachtet jeder Verlustleistung, einer Überschreitung der Auslegungsgröße (Tagesspitzen) des Speichers usw.
12.6.2020 6:28
@rabaum 
Gut gerechnet.
Im Winter oder mit E-Auto sieht es natürlich anders aus.
Nur 5,5 kWh /Tag? Das schaffen  wir  im Sommer nur wenn wir tageweise im Urlaub sind. Außerhalb der Heizsaison sind wir bei 6 kWh.
12.6.2020 8:56


moef schrieb: Nur 5,5 kWh /Tag? Das schaffen  wir  im Sommer nur wenn wir tageweise im Urlaub sind.

Ja, reiner Netzbezug, nicht gesamter Verbrauch. Im Juni habe ich bis jetzt 4,28 kWh Netzbezug pro Tag im Schnitt.


moef schrieb: Im Winter oder mit E-Auto sieht es natürlich anders aus.

Mit E-Auto zweifelsfrei, weil man sicher einen deutlich höheren Verbrauch hat, den man dann mit Speicher in die Nacht lenken kann, wo aufgeladen wird.

Weil du den Winter ansprichst. Ich bin gespannt auf die Werte, aber auch an richtig schlechten regnerischen Tagen sieht man schon, dass der Netzbezug steigt, weil vom Dach nicht genügend Leistung kommt, um alle Verbraucher abzudecken. Wäre spannend, was ein Speicher hier alles verwerten kann.
14.6.2020 9:24
auf der ersten Seite hatte ich irgendwas von 200,-€ pro kWh errechnet, die mich ein Speicher kosten dürfte, damit er sich in 15 Jahren rentieren könnte.
Ich hab die ÖMAG Speicherförderung bekommen und bin gerade im Bestellprozess. Nach Förderung (200,-€/kWh) wird mich der Speicher all in knappe 500€/kWh kosten. 
Rechnet sich nie, trotzdem freue mich auf mein neues Hobby. E-Auto ist auch gerade in Arbeit, bin gespannt, wie das in Kombination mit dem Speicher klappt.
14.6.2020 13:33


Hausbau19 schrieb: gutgläubige Grünwähler


... hast du Korrelationsdaten bezüglich 'Gutgläubigkeit' und der gewählten Partei
Grundsätzlich wäre ich von einer Gleichverteilung über das politische Spektrum ausgegangen, ev. mit einer Streuung bei den Themenbereichen.
1.7.2020 16:56


rabaum schrieb: Somit hätte ich im Mai theoretisch maximal um die 7 EUR sparen können, wenn ich einen ausreichend groß dimensionierten Speicher gehabt hätte. Ungeachtet jeder Verlustleistung, einer Überschreitung der Auslegungsgröße (Tagesspitzen) des Speichers usw.

Den Juni habe ich auch schon ausgewertet mit der Fragestellung, was ich mir theoretisch maximal sparen hätte können.

122 kWh Netzbezug
neuer variabler aWATTar Strompreis von durchschnittlich 11,14 ct/kWh
0,1114 - 0,0767 = 0,0347 EUR Differenz der Ersparnis
ergibt 4,2334 EUR



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