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Grundrissoptimierung - Seite 3

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
15.1. - 22.1.2026
48 Antworten | 16 Autoren 48
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Ich hatte am Wochenende einen Austausch mit einem Freund zum Thema Grundrisse, Wohnungsgröße, Baukosten.

Wir hatten dann eine gemeinsame Idee, die zur Optimierung und besseren Ausnutzung der Fläche beitragen kann:

Bevor ihr mit dem Entwurf des Grundrisses beginnt, plant euer Haus oder eure Wohnung nur halb so groß wie geplant, d. h. setzt auch absichtlich ein zu knappes Limit bei der Fläche. 
Dieser Entwurf wird dadurch
- auf das Wesentliche reduziert sein
- die Flächen, die Wege und die Nutzung der Räume optimieren

Macht euch mit dem Entwurf so weit vertraut, dass ihr euch vorstellen könntet, darin zu wohnen.
Einige dieser Ideen könnt ihr dann im eigentlichen vergrößerten Entwurf nutzen und ihr werdet sehen, dass einige "nice to have" Dinge von selbst verschwinden. Möglicherweise wird das Haus dadurch kleiner, kompakter und vor allem leistbarer.

Was denkt ihr?

  •  Blumenbau
22.1.2026  (#41)

zitat..
leitwolf schrieb: Es ist grundsätzlich zu hinterfragen, ob das Bauen für alle Eventualitäten wirklich effizient ist.

Naja, das hängt alles von Grundstück an.
Bei idealer Grundstück geht es nur um reine
m2 und eine spätere Erweiterung wird nicht problematisch, das ist aber praktisch nie der Fall, gibt es immer physikalische oder regulatorische Beschränkungen. Daher glaube ich je früher wird geplant desto günstiger und effizienter.

Alle Eventualitäten sind aber auch übertrieben, nur die Eventualitäten, die kompatibel mit den Eigenschaften der Lage sind, sind sinnvoll. ZB. was ich geschrieben habe, gilt nur in Städten, am Land ist eine 70/90m2 Mietwohnung vielleicht sinnlos.


zitat..
leitwolf schrieb: Wenn wir in andere Länder/Kulturen schauen, ist es dort durchaus üblich mehrmals im Leben die Wohnsituation zu ändern und den änderlichen Gegebenheiten anzupassen (beruflich, finanziell, gesellschaftlich, psychisch, etc.)

Österreich ist ein relativ wohlhabendes Land, doch mit steigendem Wohlstand steigt auch das Risiko von Verlusten. Und von Gegenseitigkeit und Unverständnis der Bevölkerung, die das noch nicht verwirklicht hat.


 


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  •  thohem
22.1.2026  (#42)

zitat..
Blumenbau schrieb: ob ein Keller/Garage sinnvoll ist entscheidet die Physik der Grundstück, nicht die Baufamilie!

Also der Satz ist ja richtig super - "Sorry, ich MUSSTE eine Garage bauen, weil die Physik des Grundstücks hat das entschieden!" 😂 Gefällt mir, tolle Ausrede


zitat..
leitwolf schrieb: Es ist grundsätzlich zu hinterfragen, ob das Bauen für alle Eventualitäten wirklich effizient ist.

Bin da ganz bei dir, man kann vieles planen und bedenken, aber irgendwann (bzw bald, weil der Platz weniger wird) muss man hier sicher umdenken. Effizient wäre es allen voran, den Altbestand zu verwenden und zu beleben, anstatt neu zu bauen. 


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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
22.1.2026  (#43)
Das man bei einer Hanglage einen "Keller" baut wo man von unten alles erschließt, macht ja sogar Sinn.

Wofür man den dann braucht, sei jedem überlassen.

Wir haben zB für die Autos keinerlei Unterstand.
Ist alles versiegelte Fläche, und es ist nur ein Auto. Ich kann unsere Autos vorheizen, also in der Praxis fahren wir sehr gut mit der Systematik :)

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
22.1.2026  (#44)
Ich finde es bis jetzt sehr unterhaltsam, welche Emotionen dieser Thread weckt. Es geht beim Hausbau ja um sehr viel (Geld). Man hat meist nur einmal im Leben die Möglichkeit. Dann will man möglichst alles richtig machen. Geht das überhaupt? Soll man nur für die gegenwärtigen Anforderungen bauen?
Einige unserer Elternhäuser oder Großelternhäuser wurden auch so gebaut, dass wir darin weiterwohnen könnten. Was hat uns davon abgehalten?

Weil mir das gerade eingefallen ist (passt nicht unbedingt zum Thema, aber vielleicht zum Nachdenken):
Ich hatte einmal mit einem Kunden ein Unterhaltung nach der Inbetriebnahme, bei der er mir alle Unzulänglichkeiten im Haus aufgelistet hat (dies und jenes würde er anders machen und über diesen Planungsfehler ärgert er sich, einen schöneren Holzboden hat er gesehen und die Fenster hätte er in einem anderen Farbton machen sollen, etc.). Er hatte ein wunderschönes, fast perfekt ausgeführtes Haus und war todunglücklich über so manche Banalität. Vielleicht ist es sehr oft auch die Einstellung zum eigenen Haus die Zufriedenheit gibt oder nicht.

 

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  •  Landei
  •   Gold-Award
22.1.2026  (#45)
Ich kann nur für mich sprechen und ich sage todunglücklich bin ich nicht aber wenn man mich fragt dann sage ich schon dass der ein oder andere cm mir im Alltag fehlt. Heißt nicht dass ich nicht zufrieden bin mit dem Haus. Im Gegenteil. Aber genau solche Dinge wie "schmaler Gang" sind eben solchen Platzspar-Optimierungen geschuldet. Ich denke da wird man im Gespräch mit anderen Leuten auch nie auf einen Nenner kommen weil die Bedürfnisse nach Platz so unterschiedlich sind. 

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  •  Lu1994
  •   Silber-Award
22.1.2026  (#46)

zitat..
leitwolf schrieb:

Ich finde es bis jetzt sehr unterhaltsam, welche Emotionen dieser Thread weckt. Es geht beim Hausbau ja um sehr viel (Geld). Man hat meist nur einmal im Leben die Möglichkeit. Dann will man möglichst alles richtig machen. Geht das überhaupt? Soll man nur für die gegenwärtigen Anforderungen bauen?
Einige unserer Elternhäuser oder Großelternhäuser wurden auch so gebaut, dass wir darin weiterwohnen könnten. Was hat uns davon abgehalten?

Weil mir das gerade eingefallen ist (passt nicht unbedingt zum Thema, aber vielleicht zum Nachdenken):
Ich hatte einmal mit einem Kunden ein Unterhaltung nach der Inbetriebnahme, bei der er mir alle Unzulänglichkeiten im Haus aufgelistet hat (dies und jenes würde er anders machen und über diesen Planungsfehler ärgert er sich, einen schöneren Holzboden hat er gesehen und die Fenster hätte er in einem anderen Farbton machen sollen, etc.). Er hatte ein wunderschönes, fast perfekt ausgeführtes Haus und war todunglücklich über so manche Banalität. Vielleicht ist es sehr oft auch die Einstellung zum eigenen Haus die Zufriedenheit gibt oder nicht.

South Park hat dieses Phänomen mit dem Charakter Cpt. Obvious Recht gut dargestellt 😂

Im Nachgang ist man immer schlauer, es geht wohl darum, ob ich meine späteren Optimierungen noch unterbringen kann oder nicht, eben Fenster hast >30 Jahre 

Oder wie Landei sagt die paar cm hier oder da

Da ärgerst dich später schon, man ist schlussendlich nie vollends zufrieden mit seinem Werk, nur sollte nicht der Frust überwiegen oder bereits nach 2 Tagen einsetzen, weil man sich zum x-ten Mal an der nicht genormten Treppe angehaut hat 


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  •  MissT
  •   Gold-Award
22.1.2026  (#47)

zitat..
Landei schrieb:

Wir haben auch den Platz im Haus sehr knapp geplant und im Nachhinein wünschte ich wir hätten etwas großzügiger gebaut. Es fehlen hier und da wichtige cm. (...) Plant großzügig aber nicht sinnlos groß!

Plus 1! Viele würden unser Haus als großzügig bzw. zu groß für zwei Personen beurteilen - vor allem, weil sie unsere Lebens- und Arbeitsumstände nicht kennen. Trotzdem gibt es auch in unserem Haus die eine oder andere Stelle, an der ich mir im Nachhinein wünsche, ich hätte dort nicht noch ein halben Meter "wegoptimiert". Mir ist erst im Nachhinein bewusst geworden, dass offene Räume wie z. B. eine Wohn-Ess-Küche statt der Wände dafür mehr Freiflächen zwischen den Bereichen benötigen würden, damit der Raum als Ganzes stimmiger wirkt und man sich mit dem Konzept wohl fühlt.

Es ist ein angenehmer Luxus gewisse Platzreserven zu haben, um auf unerwartete Veränderungen mit der nötigen Flexibilität reagieren zu können. Für mich gehört das zu einem Haus bzw. Wohneigentum einfach dazu.


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  •  Thuata
  •   Bronze-Award
22.1.2026  (#48)
Also uns hat man erklärt: "das erste Haus baut man für den Feind, das zweite für den Freund und erst das dritte für sich selbst".

Und natürlich ist da viel Wahres dran - ich lieb unser Häusschen (~150m² für die Interessierten) aber ein paar Dinge würde ich im Nachhinein anders machen. Also im Vorhinein schon verschiedene Dinge zu bedenken (Unser Home Office ist zumindest theoretisch groß genug um irgendwann auch Schlafzimmer im EG zu werden) ist sicher nicht verkehrt. Alle Eventualitäten lassen sich aber halt nicht abdecken (Steckdosen sind langfristig IMMER nur da wo man sie eigentlich nicht braucht). 

Das ändert aber nichts dran, dass ich sehr gern hier wohn. Und bei manchen Dingen halt mit den Schultern zuck und denk: irgendwann vielleicht. Oder auch nicht. 
Aber für die langjährige Planung gehört halt (auch) die Menge an verfügbarem Raum dazu. Oder die "Erweiterbarkeit". 

Und um (zumindest für mich/uns) die oben gestellte Frage zu beantworten warum wir nicht den Altbestand (der Eltern) genommen hätten: 
Die Renovierung/Instandsetzung des (eigenen) Wohnbereichs (im ersten Stock) hätte vermutlich so viel gekostet wie ein Neubau. Zusätzlich haben wir 2 mögliche Szenarien gesehen: Kaum ist diese Renovierung abgeschlossen wird auch das EG frei - und wir fangen wieder von vorn an. Oder wir landen irgendwann in der Situation dass wir eigentlich nur mehr drauf warten, dass das EG frei wird weil wir nicht mehr wollen/können/... 
Die Kombination dieser Dinge hat dann schlussendlich unsere Entscheidung gelenkt. WEnn Instandsetzung (oder selbst teilweiser Abriss und Neubau) auch nur ansatzweise finanziell interessant gewesen wär im Vergleich hätten wir uns ziemlich sicher anders entschieden.

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