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Diskussion zu Wirtschaft, Pensionen usw. - Seite 5 teilen

12.8. -25.8.2026    173 Antworten    41 Autoren 173 2026-08-25T08:25:24+02:00    4 Empfehlungen
     
Zusammenfassung
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  •  speeeedcat
  •   Gold-Award
12.08.2026
177
Ich möchte hiermit einen Thread eröffnen, um über wirtschaftliche Themen in Österreich und weltweit zu diskutieren. Gerne können auch Themen wie staatliche österreichische Pensionsstrategien, der Wandel von Arbeitszeitmodellen sowie individueller Exit- und Vorsorgestrategien eingebracht werden.

Mich hat u.a. dieser Artikel dazu bewogen:
https://orf.at/stories/3438942/
Zitat:
"Seit dem Beginn der Investmentphase hat der Fonds einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 6,6 Prozent pro Jahr erzielt. Vor neun Jahren wurde erstmals das Vermögen von einer Billion US-Dollar überschritten, inzwischen hat es sich fast verdoppelt. Für das kleine Norwegen ist das eine gewaltige Summe. Rein rechnerisch stehen jedem Norweger über den Ölfonds mehr als 340.000 Euro zu."

Mir ist schon klar, dass der Fonds (zumindest ursprünglich) u.a. aus Öl- und Gaseinnahmen gespeist wurde/wird.
Aber den Ansatz bei Gründung, dass endliche Rohstoffvorkommen auch Nachfolgegenerationen zugute kommen soll, finde ich gut.
Das Fondsvolumen wächst mittlerweile sehr gut am Kapitalmarkt, neben den Staatsanleihen getrieben von der Tech-Hausse.
Der durchschnittliche Wertzuwachs durch den Veranlagungserfolg am Kapitalmarkt unter Berücksichtigung der Wertschwankungen ist beeindruckend und schlägt die Inflation locker.

Leider wurschteln wir hier in Ö seit Jahren mit einer entsprechenden staatlichen Veranlagungsstrategie und Bestrafung individueller Vorsorge am Wertpapiermarkt durch Verkestung der Anlagegewinne seit Jahrzehnten herum. Das staatliche Umlagesystem wird zusehends unfinanzierbar bei sinkendem Bevölkerungswachstum und alternativen Arbeitszeitmodellen.

Es soll auf gar keinen Fall eine politisch geprägte Diskussion werden mit Schuldzuweisungen an Parteien oder Individuen.
Mir geht es rein um eure Meinungen zur Wirtschaft/Aussicht generell und speziell auch zu eurer Sichtweise auf ein Pensionssystem, das uns und unsere Kinder allesamt betrifft oder betreffen wird.

Ich hoffe auf eine nettiqettenkonforme Runde.

  •  npalko
  •   Bronze-Award
17.8.2026  (#81)

zitat..
Altromondo schrieb:

Ich würde es begrüßen, wenn man eigenverantworlich für die Pension vorsorgen könnte.

Ich hab nichts gegen soziale Sicherungssysteme für die, die weniger haben und weniger leisten können im Lande, aber ich finde diese Gruppe sollte so definiert sein, dass nicht mehr als 10%, vielleicht 20% oder im Extremfall 30% drunter fallen. 
Unsere Systeme sind aber so aufgesetzt, dass fast 100% in die Sicherungssyteme reinfallen. Das ist mir zu viel "von der einen Tasche in die andere". Ich zahle hohe Steuern und hohe Sozialbeiträge und bekomme dann eine hohe Pension. Das finde ich nicht sinnvoll. 

Das mag vielleicht in der Blase "energiesparhaus.at Forum" ein Ansatz sein, aber nicht für die Gesamte Population. Wenn ich diese Eigenverantwortung großflächig Ausrolle, dann freuen sich wohl die "Luxus" Verbrauchsgüteranbieter am meisten, weil wer denkt mit 20 oder 30 Jahren oder an später, ist ja noch genug Zeit.
Was glaub ich alle Beiträge gemeinsam haben ist, das die Zeiten nicht besser werden, und sicher viel schief gelaufen ist im System.
Hab auch nie verstanden wie in vergangenen Jahren Pensionen mehr steigen konnten als Löhne in einem Umlagesystem?
Gensau aber auch nicht wenn meine im "privaten" System Zwangsveranlagte Abfertigung "Neu" Inflationsbereinigt weniger wird weil ich trotzdem Gebühren zahlen obwohl sie keinen Gewinn erwirtschafet?

Für mich haben alle diese Sachen eines gemeinsam, jede Diskussion und Veränderung hat doch nicht das "Gemeinwohl" als Ziel, sondern eine spezifische Gruppe zu Bevorzugen, und das wird auch so bleiben. Daher ist für mich der Ausgleich der Interessensgruppe das relevante, da ich nicht glaube das die "Allgemeinheit" in der Lage ist für sich selbst auf einen Zeitraum von mittlerweile 80-85 Jahren zu sorgen. Früher sind halt die Leute mit 50 gestorben, oder es gab alle 20 Jahre einen Krieg für einen Reset, aber auch nicht ersterbenswert. Und selbst der Norgwegische Staatsfond der nach ethischen Grundsätzen investiert hat sein Kapital damit gemacht, das durch die mit Öl und Gas mithervorgebrachte Klimaerwärmung ein Inseleinwohner im Pazifik seine Insel verlassen muss, weil sie unter geht.


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  •  hellsayer
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#82)
Man müsste halt das gesamte gesellschaftliche Anreizsystem prüfen und so wie ich es sehe einiges neu denken. Ähnlich wie bei den Schulferien stammen einige Prinzipien (Föderalismus, Schulsystem, Krankenanstalten) sämlich aus dem vorigen Jahrhundert, tw auch noch deutlich früher. Da sich die Weltdynamik umso schneller entwickelt, müssten hier in allen wesentlichen Sozialbereichen auch neue Ansätze her bzw. eine "Revolution" der bisherigen. Was das heisst konkret? Es müssen Anreizsysteme geschaffen werden, die 3. Säule privat mitaufzubauen. KESt-Freibeträge bspw. Die Progression müsste endlich auch einmal den Mittelstand entlasten, weil das Steuersystem ist derzeit nur darauf aufgebaut, unten möglichst lange gar keine Steuern zu zahlen, um dann in der Mitte vollkommen überproportional zuzuschlagen. Dadurch würde sich auch (Mehr-)Arbeit wieder deutlich mehr lohnen. Das tatsächliche Pensionsantrittsalter müsste am besten sofort an das gesetzliche herangeführt werden, das würde schon viel bringen. Geldleistungen müssten massiv zurückgefahren werden (Familienbeihilfe, etc) und gegen Sachleistungen ausgetauscht werden (zB Kinderbetreuung für jede(n) Berufstätige(n) gratis, Ferienbetreuung, etc). Im Gesundheitssektor müsste wesentlich mehr auf Effizienz geachtet werden - weniger Spitäler dafür Breitbandiger, vollbesetzte OPs, Gemeinschaftspraxen für Allgemeinmediziner, Kinderärzte, etc. Ich würde auch geringe Selbstbeteiligungen für sinnvoll erachten, um den "gratis"-Charakter der Leistungen etwas zu entschärfen. Maximale Kostensätze für Wahlärzte, verpflichtende Krankenakten in ELGA, damit jeder Arzt auch Zugriff auf die vorhandenen Resourcen hat. Beendigung jeglicher verkammerter Zwangsmitgliedschaft, senkt automatisch auch massiv Lohnnebenkosten (und nicht um "nur" 1%...). Und und und. Ich hätte einige Ansätze, bin mir aber auch sicher, das das System mich vermutlich noch in mein Grab begleiten wird - so es das System in erzeitiger Form noch gibt und der Sozialstaat wie wir ihn kennen noch nicht implodiert ist. Ich sehe derzeit auch weit und breit keinen politischen Willen, am System etwas ändern zu wollen. Die Colour wäre mit vollkommen egal, ist es mir beim Bürgermeister zB genauso. 

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  •  melly210
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#83)

zitat..
thez schrieb:

 Ja würde sofort unterschreiben wenn ich mir die SV Beiträge spare und mehr netto rausbekomme dafür, dass ich mir Arzt, Krankenhaus und sonstige Rechnungen selbst zahle. Würde dann zwar sicherlich die Zusatzversicherungen teurer werden lassen aber die haben die meisten sowieso noch on top...

Schau mal in die USA, dann siehst du wie exorbitant hoch dort die Gesundheitskosten sind, weil alles privat ist und ein staatliches Regulativ großteils fehlt. Du würdest sehr, sehr viel mehr zahlen als jetzt. Die einzigen Gewinner so eines Systems sind die privaten Anbieter, der Sektor ist in den USA hoch profitabel. Aus gutem Grund hat dieses System außer den USA sonst niemand.

 


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  •  thohem
18.8.2026  (#84)

zitat..
hellsayer schrieb: Geldleistungen müssten massiv zurückgefahren werden (Familienbeihilfe, etc)

? Und was soll das bringen?

Nur so als Denkanstoß: 

Budget 2024: 123,5 Mrd. 57 Mrd für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie. 30 Mrd für Pensionen (mit ABSTAND größter Brocken). Familienbeihilfe 4,3 Mrd. Ähnlich viel wie ÖBB, Unis, Pflegegeld, Militär und Inneres. 

Budget 2026: 126 Mrd. 63 Mrd für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie. 34 Mrd für Pensionen. Familienbeihilfe 4,39 Mrd. 

Österreich hat definitiv kein Problem bei den Ausgaben für Familien - hier passiert eher zu wenig um den Anreiz zu erhöhen, mehr Kinder zu bekommen (1,3 Kinder pro Frau). Österreich stirbt aus, denn nur um die Anzahl stabil zu halten bräuchte man 2,1. Die Demografische Bombe ist die größte Gefahr und hier muss MASSIV dagegen gesteuert werden, sonst werden die nächsten 100 Jahre richtig unentspannt.




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  •  Destroent
18.8.2026  (#85)

zitat..
melly210 schrieb:

──────..
thez schrieb:

 Ja würde sofort unterschreiben wenn ich mir die SV Beiträge spare und mehr netto rausbekomme dafür, dass ich mir Arzt, Krankenhaus und sonstige Rechnungen selbst zahle. Würde dann zwar sicherlich die Zusatzversicherungen teurer werden lassen aber die haben die meisten sowieso noch on top...
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Schau mal in die USA, dann siehst du wie exorbitant hoch dort die Gesundheitskosten sind, weil alles privat ist und ein staatliches Regulativ großteils fehlt. Du würdest sehr, sehr viel mehr zahlen als jetzt. Die einzigen Gewinner so eines Systems sind die privaten Anbieter, der Sektor ist in den USA hoch profitabel. Aus gutem Grund hat dieses System außer den USA sonst niemand.

finde das immer sehr lustig, wenn man es bei uns liest das in den USA alles unbezahlbar ist, aber wenn man mit den Leuten drüben redet es auf einmal gar nicht mehr so viel Unterschied macht, besonders weil bei uns auch schon jeder 2e eine Zusatzversicherung etc. hat. Weiters sind die Teils hohen Rechnungen die im Internet kursieren Versicherungsrechnung, wenn du keine Versicherung hast wird aus einer 20k Rechnung ganz schnell eine 3k oder weniger. Ja, da gibt es tatsächlich junge gesunde Leute die darauf pokern, das sie im jungen alter ohne Versicherung noch billiger fahren, weil 1x KH für 3k immer noch billiger ist als Versicherung


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  •  npalko
  •   Bronze-Award
18.8.2026  (#86)
Also Gesundheitskosten in den USA sind definitiv kein Geschenk (btw, jeder der bei uns mal schwer krank ist und die Medikamente selber zahlen müsste und kein Einkommen in der Zeit lukrieren kann bei 20.000€ im Monat für Krebsmedikamente würde das auch merken). Als ich vor langer Zeit mal drüben lebte war die Erfahrung die, das jeder aus der was wir wohl als "Mittelschicht" bezeichnen würde, hängeringend nach einem zweiten Job gesucht hat mit Versicherung, oder froh war das ein Ehepartner auf einem Staatsnahen Jobticket stand damit die Kinder mitversichert waren. Amerikaner und Nordkoreaner haben halt gemeinsam das sie glauben sie leben im besten Land der Welt, mit dem Unterschied das die Amerikaner noch mehr Angst haben von der Scheibe zu fallen auf der Gott sie vor 2026 Jahren hingebracht hat.

Der erste Schritt in die Realität wäre für mich die Pensions"versicherung" in eine Altersumlage was sie auch ist umzuändern. Das was wir uns in den letzten Jahrzehnten leisten konnten wirds wohl nicht weiter geben können, aber ob Privatvorsorge allein die Lösung sein wird? 

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  •  supernova
  •   Silber-Award
18.8.2026  (#87)

zitat..
, verpflichtende Krankenakten in ELGA, damit jeder Arzt auch Zugriff auf die vorhandenen Resourcen hat. Beendigung jeglicher verkammerter Zwangsmitgliedschaft

. Die zwei Punkte direkt hintereinander sind schon ziemlich ironisch. Bei der Interessensvertretung bist gegen Zwang, bei den höchstpersönlichen Gesundheitsdaten, aber dafür?! Finde ich widersprüchlich. 

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  •  supernova
  •   Silber-Award
18.8.2026  (#88)

zitat..
Österreich hat definitiv kein Problem bei den Ausgaben für Familien - hier passiert eher zu wenig um den Anreiz zu erhöhen, mehr Kinder zu bekommen (1,3 Kinder pro Frau).

Das wird mit finanziellen Anreizen nicht klappen. Dazu braucht es bessere Rahmenbedingungen (Kinderbetreuung etc.) und vorallem: Männer, die als Vater 50% von Haushalt und Kindererziehung übernehmen. 

Auch gut wäre 30-35h als neue Vollzeit, das hilft auch bei der Vereinbarkeit und es gibt eh immer weniger Arbeit.

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  •  hellsayer
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#89)
Ja, weil ich es nicht einsehe, für meine Kammer ungefragterweise Paläste zu bezahlen.

Das hat aber nichts mit dem Gesundheitssystem zu tun. War letztens beim MRT - wie vor 50 Jahren wieder das Röntgen im Tascherl mitbekommen. Damit der nächste Arzt dann darauf schauen kann. Im Jahr 2025. In Zeiten von ID Austria vollkommen unverständlich. Und ja, ME kann der Staat gerne meine Gesundheitsdaten haben, wenn ich dafür nicht JEDEM Arzt meine gesamte Krankenhistorie aus dem Gedächtnis mitteilen muss. Damit sinnvoll mit den Daten gearbeitet werden kann. Damit die Versorgung aufgrund dieser Datenlage treffsicherer wird. Aber muss ja nicht jeder einer Meinung sein...

So lange der Staat nicht wie mein Auto, mein Handy, etc meine Daten verkauft wäre ich damit einverstanden.

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  •  hellsayer
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#90)

zitat..
thohem schrieb: hier passiert eher zu wenig um den Anreiz zu erhöhen, mehr Kinder zu bekommen (1,3 Kinder pro Frau).

Und der Staat soll Geburten mit Cash fördern, ernsthaft? Welche Gruppen spricht das wohl an... Ich kenne in meinem privaten Umfeld niemanden, der ohne Kindergeld nicht mehr leben könnte oder deshalb Kinder hat. Aber ALLE kämpfen mit den Sommerferien, der Urlaubsbetreuung, der Nachmittagsbetreuung, etc. Tausche Kinderbeihilfe gegen Gratis-Hort - rate mal, was monetär besser wäre? Wen fördere ich damit? Genau, Mütter mit Beschäftigung. Ziel erreicht. Das eben auch für sehr viele weitere Schauplätze wie zB eben auch Förderungen.


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  •  Destroent
18.8.2026  (#91)

zitat..
hellsayer schrieb:

Ja, weil ich es nicht einsehe, für meine Kammer ungefragterweise Paläste zu bezahlen.

Das hat aber nichts mit dem Gesundheitssystem zu tun. War letztens beim MRT - wie vor 50 Jahren wieder das Röntgen im Tascherl mitbekommen. 

Meine Frau hat heuer auch eine CD vom MRT mit nachhause bekommen - for what? Die meisten Computer haben doch e kein CD Laufwerk mehr....


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  •  hellsayer
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#92)

zitat..
Destroent schrieb: Meine Frau hat heuer auch eine CD vom MRT

Achja lol ich auch - fun fact: ich habe noch ein Blue Ray Laufwerk in meinem PC, den ich letztes Jahr (weils hier erwähnt wurde) mit Teilen vom Altgerät neu beschafft habe, weil meine alte Intel I7 CPU nicht mehr von Win 11 unterstützt wird. Der alte steht seither in der Ecke... Naja, ich wollte eh ein bisserl Videoschnitt machen und der PC war von 2007 :)


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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
18.8.2026  (#93)

zitat..
supernova schrieb: Es sollte einfacher sein, ein bescheidenes (oder auch größeres) Vermögen durch Arbeit aufzubauen (ergo: Steuern auf Arbeit runter), aber WENN man dann Vermögen aufgebaut hat, dann kann man auch einen Teil davon per Steuer abgeben, damit die Gesellschaft, von der man profitiert hat, weiterhin gut läuft!

Das liest sich auf dem Papier ja alles blendend; aber das hat nicht nur einen Hinkefuß. Eine Vermögensteuer von ca 3 % würde bedeuten, dass ungefähr 5 % Rendite (nach Ertragsteuer) gemacht werden müssten, um den Wert des Vermögens zu erhalten. Wenn ich davon ausgehe, dass zB der Anteil von Mark Mateschitz an Red Bull (als das häufig in die Diskussion eingebrachtes Beispiel) einen Wert von ungf. 30 Mrd hat, bedeuten 3 % Vermögensteuer eine Besteuerung mit EUR 900 Mio jährlich (!). Die Gewinnausschüttung aus Red Bull an Mateschitz betrug für das Geschäftsjahr 2024 647 Mio EUR (vor (!) 27,5 % KESt); d.h. er braucht polemisch ausgedrückt die Gewinnausschüttungen von zwei Jahren, um die Steuer für ein Jahr zu zahlen.

Leider gewinnt man zunehmend den Eindruck, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen „hier“ nicht mehr passen. Überregulierung und überbordende rechtliche Vorschriften erschweren zunehmend „das Wirtschaften“ an sich und führen dazu, dass andere deutlich weniger regulierte Länder aufholen/davonziehen. Bevor hier irgendwelchen sinnvollen Vorschriften des Arbeitnehmer- oder Konsumentenschutzes als Totschlagargument eingeführt werden – davon spreche ich nicht.

zitat..
Pedaaa schrieb: Komischerweise florieren oft die Länder wirtschaftlich am meisten, die niedrige Steuern haben. Das ist irgendwie ein Wirtschaftsmagnet

Die wirtschaftlich stärksten Staaten (das sind die westlichen Industrieländer) sind eigentlich die mit einer hohen Umverteilung und damit auch einer starken Binnennachfrage. Daneben gibt es ein paar kleinere Staaten mit Sonderstellungen (Steueranreize, Rohstoffvorkommen) und das staatlich gelenkte China. Wir müssen halt schauen, dass es so bleibt und die Herausforderungen sind ziemlich groß.


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  •  hellsayer
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#94)

zitat..
FranzGrande schrieb: bedeuten 3 % Vermögensteuer eine Besteuerung mit EUR 900 Mio jährlich (!). Die Gewinnausschüttung aus Red Bull an Mateschitz betrug für das Geschäftsjahr 2024 647 Mio EUR (vor (!) 27,5 % KESt); d.h. er braucht polemisch ausgedrückt die Gewinnausschüttungen von zwei Jahren, um die Steuer für ein Jahr zu zahlen.

Das ist wohl ein eher krasses Beispiel. Aber generell finde ich non-Cash Steuern, dh Steuern ohne direkte Bezüge, auch schwierig. Da kursieren viele Fantasien vor allem linker Think Tanks herum, die entweder völlig weltfremd und / oder zusätzlich noch nicht durchführbar sind. Und weil er erwähnt wurde: gerade diese Personen sind sofort weg, wenn sowas kommt. Ja, da kommt dann noch einmal eine nette exit tax, aber das war's für immer.


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  •  speeeedcat
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#95)

zitat..
hellsayer schrieb: Und weil er erwähnt wurde: gerade diese Personen sind sofort weg, wenn sowas kommt. Ja, da kommt dann noch einmal eine nette exit tax, aber das war's für immer.

Und damit Tausende Arbeitsplätze auf Dauer vernichtet. Man braucht ja nur zur Industie zu schielen.


zitat..
hellsayer schrieb: Da kursieren viele Fantasien vor allem linker Think Tanks herum, die entweder völlig weltfremd und / oder zusätzlich noch nicht durchführbar sind.

Es soll in einer Leistungsgesellschaft nun mal auch Leistung belohnt und nicht bestraft werden.
Jeder kann es freiwillig so machen wie die Grazer Stadtregierung und Einkommen, das eine gewisse Höhe übersteigt, an die Allgemeinheit abgeben.




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  •  thohem
18.8.2026  (#96)

zitat..
supernova schrieb: Das wird mit finanziellen Anreizen nicht klappen

zitat..
hellsayer schrieb: Und der Staat soll Geburten mit Cash fördern, ernsthaft?

Wer sagt das? 
Ich habe mich darauf bezogen, dass Familienbeihilfe und Ausgaben für Familien im Gesamtbudget RICHTIG WENIG ausmachen und hier definitiv mehr Luft nach oben ist. Egal wie diese aussieht, es muss hier definitiv mehr getan werden. Beihilfe (Geld wie jetzt) UND Ausbau. Nicht Beihilfe kürzen aber stattdessen X. Weil: die Beihilfe ist eben wie dargelegt nicht der wichtigste Punkt um das Budget zu sanieren

zitat..
hellsayer schrieb: Und weil er erwähnt wurde: gerade diese Personen sind sofort weg, wenn sowas kommt. Ja, da kommt dann noch einmal eine nette exit tax, aber das war's für immer.

Genau das sieht man aber nicht in den Ländern, wo es sowas gibt. Dort sind es grad ~2% die wirklich wegziehen iirc.

EDIT:
https://www.fr.de/wirtschaft/vermoegensteuer-laesst-nur-prozent-der-reichen-umziehen-94409897.html

"Wir finden tatsächlich einen Mobilitätseffekt. Nach der Wiedereinführung der Vermögensteuer haben mehr vermögende Menschen ihren steuerlichen Wohnsitz nach Madrid verlagert. Der entscheidende Punkt ist aber: Der Effekt ist deutlich kleiner, als viele erwartet hätten. Wir können zeigen, dass die Zahl der vermögenden Steuerzahler in Madrid innerhalb von sechs Jahren um rund 7,5 Prozent gestiegen ist. Das klingt zunächst nach viel, ist aber angesichts dessen, dass ein Umzug innerhalb eines Landes gegenüber einem internationalen Umzug leicht umzusetzen ist, ein sehr geringer Wert und deutlich weniger, als viele theoretische Modelle erwarten ließen."


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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
18.8.2026  (#97)
Aus demselben Artikel:
Auf welche Vermögenswerte wird die Steuer erhoben?
Auf das Nettovermögen. Die selbst genutzte Hauptwohnung ist teilweise ausgenommen, ebenso Familienunternehmen. Gerade das wird von Reichen als Schlupfloch genutzt. Immobilienbesitz oder Vermögenswerte werden häufig einfach ins Familienunternehmenskonstrukt verschoben.
Warum sollte ich umziehen, wenn die Vermögensteuer sich deutlich einfacher und komfortabler durch eine kleine Umstrukturierung vermeiden lässt?

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  •  Chri3333
  •   Bronze-Award
18.8.2026  (#98)
Ich wäre für eine Flat Tax vom ersten Euro an, zum Beispiel 10 % bis zumindest 150.000 € Jahreseinkommen.
Das hätte den Effekt, dass sich Leistung wieder viel mehr lohnt. Auch die unteren Einkommen würden einen Beitrag leisten und Vollzeitbeschäftigung wäre deutlich attraktiver.
Wie oft hört man, dass es sich nicht lohnt, mehr Verantwortung zu übernehmen, weil von einer Gehaltserhöhung von beispielsweise 500 € oft nicht einmal 250 € netto übrig bleiben. Dasselbe gilt für Überstunden.
Dazu noch Maßnahmen wie ein 401(k)-Modell bzw. eine KESt-Befreiung, wie bereits angesprochen. Im Gegenzug könnte ich mir auch eine Erbschaftssteuer von 10 % auf jedes Erbe vorstellen, denn Erben ist schließlich mit keiner eigenen Leistung verbunden.

Es wird immer nur geredet von Leistung muss sich lohnen tut es in diesem Land aber absolut nicht.....

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  •  thohem
18.8.2026  (#99)

zitat..
FranzGrande schrieb: Warum sollte ich umziehen, wenn die Vermögensteuer sich deutlich einfacher und komfortabler durch eine kleine Umstrukturierung vermeiden lässt?

Eben deswegen daraus lernen und die Löcher schließen. 

Gibt halt umgekehrt Null Belege für "ja aber die ziehen dann weg" ausser "Trust me, Bro". Zumindest ist mir hier nichts bekannt. Finde dieses Argument deswegen ziemlich schwierig 


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  •  melly210
  •   Gold-Award
18.8.2026  (#100)

zitat..
Destroent schrieb:

──────..
melly210 schrieb:

──────..
thez schrieb:

 Ja würde sofort unterschreiben wenn ich mir die SV Beiträge spare und mehr netto rausbekomme dafür, dass ich mir Arzt, Krankenhaus und sonstige Rechnungen selbst zahle. Würde dann zwar sicherlich die Zusatzversicherungen teurer werden lassen aber die haben die meisten sowieso noch on top...
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Schau mal in die USA, dann siehst du wie exorbitant hoch dort die Gesundheitskosten sind, weil alles privat ist und ein staatliches Regulativ großteils fehlt. Du würdest sehr, sehr viel mehr zahlen als jetzt. Die einzigen Gewinner so eines Systems sind die privaten Anbieter, der Sektor ist in den USA hoch profitabel. Aus gutem Grund hat dieses System außer den USA sonst niemand.
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finde das immer sehr lustig, wenn man es bei uns liest das in den USA alles unbezahlbar ist, aber wenn man mit den Leuten drüben redet es auf einmal gar nicht mehr so viel Unterschied macht, besonders weil bei uns auch schon jeder 2e eine Zusatzversicherung etc. hat. Weiters sind die Teils hohen Rechnungen die im Internet kursieren Versicherungsrechnung, wenn du keine Versicherung hast wird aus einer 20k Rechnung ganz schnell eine 3k oder weniger. Ja, da gibt es tatsächlich junge gesunde Leute die darauf pokern, das sie im jungen alter ohne Versicherung noch billiger fahren, weil 1x KH für 3k immer noch billiger ist als Versicherung

https://ourworldindata.org/grapher/life-expectancy-vs-health-expenditure

Dazu gibt es handfeste Daten, in den USA zahlt man ohne jeden Zweifel pro Kopf sehr viel mehr als irgendwo sonst. Noch dazu mit mageren Ergebnissen. Also nein, ein privates Gesundheitssystem ist genausowenig zu empfehlen wie das Privatisieren von Infrastruktur oder dem Bildungssystem. Das Privatisieren von lebenswichtigen, unverzichtbaren Sektoren führt zu sehr hohen Preisen weil die Leute nicht aus können und daher hemmungslos an der Preisschraube gedreht werden kann.

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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
18.8.2026  (#101)

zitat..
thohem schrieb: Gibt halt umgekehrt Null Belege für "ja aber die ziehen dann weg" ausser "Trust me, Bro". Zumindest ist mir hier nichts bekannt. Finde dieses Argument deswegen ziemlich schwierig

https://www.fr.de/wirtschaft/norwegens-superreiche-fluechten-vor-der-vermoegenssteuer-93194600.html
https://www.diepresse.com/4622816/die-steuer-die-frankreich-immer-aermer-macht


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