Diskussion zu Wirtschaft, Pensionen usw. - Seite 2
12.8.
-14.8.2026
38 Antworten
17 Autoren
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@Liconsult nein das Verhältnis Einzahler/Pensionisten wird auf absehbare Zeit nicht mehr so gut werden wie vor 50 Jahren, aber schon besser als jetzt/die nächsten 15-20 Jahre. Will sagen: nachdem wir es uns bisher leisten konnten, werden wir das in Zukunft bei relativ gleicher Wirtschaftsleistung auch können. Die nächsten speziell 10 Jahre werden halt bissl zacher werden. Ob wir uns das leisten wollen, ist eine gesellschaftliche Frage. Bisher ist die Antwort eher ja. Generell bin ich sehr für ein Umlagesystem bzw ein staatliches Pensionssystem. Wohin ein fast rein persönliches Pensionssystem führt, sieht man in den USA. Gruselig, nein danke. Ob der Staat generell einen Teil in Aktien investiert, kann man m.E. diskutieren |
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nochmal - es ist auf Dauer eben nicht mehr leistbar (bzw. nur zu Lasten anderer dringender bzw. notwendiger Ausgaben) - siehe Grafik oben. Wir steuern auf einen Zustand hin, wo der überwiegende Teil der heimischen Wertschöpfung für soziale Lasten (die sich im OECD-Vergleich ohnehin auf Bestlevel befinden) und Zinsaufwendungen verwendet wird, ohne Platz für anstehende,wichtige Investitionen. Die heimische Staatsquote (verkürzt: Anteil der Staates an der Wirtschaftsleistung) befindet sich mit steigender Tendenz im obersten europäischen Mittelfeld - weit entfernt von den kompetitiven Volkswirtschaften Schweiz, Holland oder Dänemark. Heimische Betriebe bauen ab oder wandern ins Ausland. Jener Sektor mit dem höchsten Wachstum an staatsfinanzierter Wertschöpfung und Mitarbeitern ist der öffentliche (ohne das zu werten - es ist eben so). Daraus kann schon aus denklogischen Gründen kein so dringend benötigtes, höheres Wirtschaftswachstum entstehen. Natürlich kann man auch so weitermachen, bis sich halt gar nichts mehr ausgeht. Es geht auch nicht darum, komplett auf Kapitaldeckung umzustellen, sondern ergänzend zum Umlageverfahren ein geeignetes, zukunftsfittes Instrumentarium zu implementieren, dass sich nicht ausschließlich auf der nachkommenden Bevölkerung ausruht. |
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Doch natürlich ist es leistbar. Man muss nur das Pensionsalter an die Lebenserwartung anpassen. Problem gelöst. |
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Sieht wild aus wenn man zufällig das Jahr 2021 als Startjahr nimmt. Über 2% vom BIP alleine Zinsen! Zoomt man ein bisschen raus sieht es selbst nominell auf einmal ganz anders aus: Ich möchte mich da inhaltlich gar nicht einmischen, aber bei den Zinsen gerade 2021 als Startjahr zu nehmen ist dann halt schon doch kein Zufall mehr. :) |
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können auch gerne 2025 als Basisjahr und die Daten der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur nehmen eine Steigerung des Finanzaufwandes im durchschnittlichen Zinsmodell von etwas über 6 Mrd. (2025) auf etwa 8,5 Mrd. (2029) zeigt die Dynamik denke ich ganz schön wieder. Sieht man sich den Tilgungsanteil am BIP seit 1980 und den anstehenden Neuverschuldungsbedarf an, wird klar, wohin die Reise geht: |
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Ich würde es begrüßen, wenn man eigenverantworlich für die Pension vorsorgen könnte. Ich hab nichts gegen soziale Sicherungssysteme für die, die weniger haben und weniger leisten können im Lande, aber ich finde diese Gruppe sollte so definiert sein, dass nicht mehr als 10%, vielleicht 20% oder im Extremfall 30% drunter fallen. Unsere Systeme sind aber so aufgesetzt, dass fast 100% in die Sicherungssyteme reinfallen. Das ist mir zu viel "von der einen Tasche in die andere". Ich zahle hohe Steuern und hohe Sozialbeiträge und bekomme dann eine hohe Pension. Das finde ich nicht sinnvoll. Ich hätte gern ein Opt out so dass ich für die Schwachen 10% oder 20% (die genaue Zahl kann man diskutieren ) zahle, aber nicht für die die genauso stark sind wie ich selber. Ich möchte gern selber entscheiden wie ich vorsorge. |
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Kannst ja eh (zusätzlich) machen. Und: BTW: Du brauchst nur Pech mit der Gesundheit oder einen Unfall haben und schon gehörst DU zu den Schwächsten. Genau deswegen ist ein umfassendes Sozialsystem gut und wichtig. Wenn alles GUT läuft, zahlt man mehr rein, als man rausbekommen. Und wenn‘s schlecht läuft, ist man abgesichert. |
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Natürlich mein ich mit dem Geld, das ich einzahle. |
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Ja, das mag sein, dass das einzelnen passiert. Die gehören dann eben zu den 20% für die die andern zahlen. Aber es wird nicht 80% passieren. Stimmt. Aber es wird niemals "schlecht laufen" bei 80% der Bevölkerung. Und wenn das der Fall ist können es die anderen 20% eh nicht stemmen. Es ist kein Naturgesetz, dass jeder verpflichtet sein muss eine Vollkasko fürs Alter beim Versicherungsunternehmen Staat abzuschließen. Eigenverantwortlich heißt auch mehr Risiko. Ich möchte das. |
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Sehr empfehlenswert und passend zum Thema. |
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Kommt darauf an, wie man „schlecht“ definiert. Wenn‘s um Invalidität und komplette Arbeitsunfähigkeit geht: nein. Aber wenn man‘s als „nicht genügend finanzielle Rücklagen, um selbstvorzusorgen“ dann schon. Wenn du mehr Risiko willst, dann musst halt in ein Land gehen, wo‘s kein Sozialsytem gibt und du dich bei jedem Arztbesuch dumm und dämlich zahlst... |
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Genau das will er ja, wenn ich es richtig verstehe. Selber vorsorgen und dann eben auch alles selbst bezahlen, inkl Arzt und Krankenhaus. Wüsste nicht, wieso man so etwas will, aber jedem das seine |
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Ich versuche es mit einem einfachen Beispiel: Kannst du dir vorstellen, dass nicht jeder eine Vollkaskoversicherung für sein Auto will? Und das manche sauer wären, wenn der Staat jeden zwingen würde eine Vollkasko abzuschließen? So ist es auch mit anderen Zwangsversicherungen. Nicht jeder will diese. Du brauchst mir jetzt nicht zu antworten, dass eine Vollkasko fürs Auto was anderes ist als eine Pension. Das ist mir schon klar. Es geht um das Prinzip Zwangsversicherung. Wenn man Sicherheit als höchste Priorität sieht, dann ist eine Versicherung eine tolle Sache. Aber Menschen sind unterschiedlich. Nicht jeder will für alles eine Versicherung. "Wenns dir nicht passt dann wander halt aus", ist nicht besonders hilfreich für eine politische Diskussion. So kann man jeden Änderungswunsch abschmettern. |
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Das missversteht ein bisschen die Natur des Umlagesystems und daran ist die Darstellung durch die PVA auch nicht unschuldig. Der Staat ist ja kein Versicherungsunternehmen (und legt die Beiträge für die Versicherungsgemeinschaft an), sondern zahlt die eingenommenen Pensionsbeiträge (mit kräftigem Zuschuss) an die Pensionisten aus (legt also um). Ein ehrliches System würde bedeuten, dass immer nur das verteilt wird, was auch eingenommen wird. Der Staat tut aber so als wäre er ein Versicherungsunternehmen und errechnet irgendwelche (fiktiven) Pensionsansprüche auf Basis der vergangenen (und längst verteilten) Einzahlungen. Das funktioniert aufgrund der sich verändernden Demographie allerdings nicht. Die "Eigenvorsorge" bedeutet, dass gerade die starken Einzahler wegfallen werden - und das wird auf Basis der derzeitigen Situation sowieso nicht funktionieren. |
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Mir ist zu 100% klar, dass sich so schnell nichts an dem System ändern wird, weil ja jeder "wohlerworbene Ansprüche" hat. Man kann nicht einfach sagen, wir machen jetzt ein anderes Pensionssystem und wer bisher eingezahlt hat, bekommt nicht mehr das raus, was er erwartet hat. Das hindert mich aber nicht darüber nachzudenken was besser sein könnte. Zb. gibt es in einem System in dem die Leute mehr für sich selber Vorsorgen mehr Hochrisikokapital. Die Leute haben in jungen Jahren mehr und wagen (oder investieren in) riskante Unternehmungen. Das ist ein Boost für den allgemeinen Wohlstand im Lande. Bei uns zahlt sich Selbstständigkeit und Risiko nicht wirklich aus. Dabei wären in einem Hochlohnland erfolgreiche High-Tech Startups so wichtig. Weil von denen gehen viele ein, also muss es viele geben, damit dann ein paar Unternhmen entstehen die hohe Löhne zahlen und durch ihre Wertschöpfung den Wohlstand für sehr viele Menschen erhöhen. |
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Ich hab‘ auch keine Kasko für meinen Neuwagen abgeschlossen (weder Voll- noch Teilkasko). Das ist ein kleines Risiko und ich kann den schlimmsten Fall locker selbst tragen. Bei Gesundheit und Altersvorsorge ist das was anderes: Da sind die potentiellem Kosten extrem hoch, das macht solidarische Versicherung einfach extrem sinnvoll. Nur dass dein Änderungswunsch halt eine eindeutige Verschlechterung für andere wäre, keine Verbesserung. Ich werde selbst genug vorgesorgt haben lange bevor ich überhaupt einen Pensionsanspruch habe. Aber das heißt nicht, dass ich so dumm bin, den Wert des Sozialstaates nicht zu sehen. Das System umzustellen, würde übrigens nicht heißen „alles bleibt gleich, nur man zahlt halt selbst/direkt“. Kann man sich ja in den USA ansehen wozu das führt: die haben absurd hohe Kosten für‘s Gesundheitssystem und astronomische Studiengebühren. So ein System kann niemand wollen, der bei Verstand ist. Selbst viele Amerikaner sagen ja mittlerweile: „The new American dream is to leave.“ |
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Das Problem an der ganzen Diskussion ist der Faktor "Zeit". Wir alle wissen, wir haben im Sozial- und Pensionssystem ein massives Problem. Ein noch viel größeres im Alterspflegesystem als in der Geldpension ... Jetzt das aber. Die Zeit. Die problematische Phase läuft gerade und ist in knapp 20 Jahren wieder vorbei. Nachdem die kritische Phase bereits läuft, ist schon die Frage, wenn man jetzt etwas ändern würde, würde es für die nächsten 20 Jahre überhaupt finanziell etwas bringen? Die Antwort ist glasklar: Nein! Grundlegende Änderungen die die jetzige Pensionistengeneration und jene die die nächsten 15-20 Jahre in Pension gehen, wegen unserem Verfassungsrechtlichen Schutz dem Vertrauensschutz und teils dem Schutz von erworbenen Rechten gar nicht möglich. Ändern wir also etwas, dann ändern wir für unsere Kinder, aber nicht bei uns und schon gar nicht bei den aktuellen Pensionisten. Bei diesen kann man nur über das aktuelle System eingreifen, indem zb. nicht alle eine Anpassung im Ausmaß der Inflation bekommen. Genau dieses subtile Eingreifen macht man bereits. Also eignreifen ist bei den Boomern mit großen Reformen gar nicht möglich, daher muss man sich nicht anschauen was bei denen gerade los wäre mit Reformen, sondern ab den Generationen die es betrifft. Und bei diesen zeigen die Prognosen, dass das Verhältnis Arbeitende Gruppe zu Pensionisten wieder besser wird auch ohne Reformen. Insoferne ist jede Diskussion in Richtung Gedanken an Boomerpensionen völlig an der Realität vorbei. Wenn man jetzt diskutiert, dann geht es um Leute die in "frühestens" 20 Jahren in Pension gehen, also dann wenn die kritische Phasse wieder vorbei ist. Man wird regelmäßig das Antrittsalter an die steigende Lebenserwartung anpassen müssen. Aber nicht per diesen gerade stattfindenen Träumereien Erhöhung nur für Akademiker, wenn dann für alle gleich. Und jedem muss dabei auch klar sein, das wird niemanden mehr betreffen der aktuell irgendwo bei über 45-50 herum ist. Je nach Auslegung des Vertrauensschutzes spielt es sich in dem Bereich ab. Dementsprechend muss die Diskussion dann aber auch unter den dann prognostizierten Voraussetzungen stattfinden und nicht im Gedanken an große Boomermassen. Die sind bis dahin zum großen Teil schon weggestorben bevor Reformen überhaupt greifen könnten.
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Ist ja OK. Wenn du deine Arzt-, Krankenhaus-, und sonstigen Rechnungen zahlen willst, ist dss dein Bier 🍻 you do you. Wenn das so geregelt ist und jemand dann für alle seine Kosten selbst aufkommt, bitte gern. |
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