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Realitätsfern?

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  •  Krawuzerl
17.12. - 18.12.2025
9 Antworten | 8 Autoren 9
9
Hallo zusammen,
wir planen den Kauf eines Bungalows im Weinviertel (NÖ) und möchten vor dem Kauf ein realistisches Gefühl bekommen, ob unser Maximalbudget ≤ 400.000 € all-in (Kauf + Nebenkosten + Sanierung + Zubau + Einrichtung) realistisch ist. Denn wenn nicht nehmen wir Abstand vom  Vorhaben.
Ich bin leider absoluter Laie, das werdet ihr auch an meinem selbstgebastelten Raumplan sehen, auch gerne hier bitte ich um eure Tipps, es muss halt wie beschrieben im Rahmen bleiben.
Objektdaten (ich weiß das genaue BJ leider nicht, aber es wurde 1980 umfassend renoviert)
  • Kauf geplant: ca. April/Mai 2026 (kein Makler)
  • Kaufpreis 200k
  • Fläche: 110 m² Bestand + 25 m² Altbestand (per Durchbruch anzubinden, aktuell Heizraum, darin befindet sich die Gastherme und eine uralte Feststoffheizung) + 15 m² Zubau
  • Energieausweis: HWB 407 kWh/m²a, fGEE 4,14
  • Keine bekannten Feuchte-/Schimmelthemen
Geplante Maßnahmen (fix)
  • Heizung: Gastherme/Radiatoren raus → LWP + FBH im gesamten Haus
  • Elektro komplett neu (Freund ist Meister)
  • Estrich: wird von uns rausgerissen, neuer Aufbau + neuer Estrich (Zement oder Fließestrich)
  • Fenster neu: 13 Stück
  • Bad + separates WC neu (Lage bleibt), Küche bleibt ebenso am selben Ort (neu geplant)
  • Decken/Trockenbau: ca. 50% der Räume haben Holzdecken → sollen auf Rigips umgebaut werden (evtl. 2-3 neue Wände)
  • Dämmung: primär oberste Decke/Dachbereich (keine Außendämmung geplant, sollte i.O. sein)
  • Dach: übersteigen lassen und evtl. punktuell nachdecken, sieht sonst gut aus.
  • PV & Klima: nur Vorbereitung (Leerrohre/Kabelwege)
Zubau
  • 15 m²
  • Anschluss an Bestand + Durchbruch zum Altbestand (wenn statisch möglich, ca. 1/3 Wandbreite als Durchgang, siehe Plan)
Eigenleistungen
Vieles wollen wir selbst machen (Abbruch/Entkernung, Entsorgung, Malen, Böden, evtl. Trockenbau). Für Elektro/Installationen haben wir zwar Hilfe im Freundeskreis, aber bitte kalkuliert gerne auch “wie bei Firmen”, damit wir konservativ bleiben.
Fragen
  • Haltet ihr ≤ 400k all-in für realistisch?
  • In welcher Reihenfolge würdet ihr vorgehen (Hülle/Fenster/Decke vs. LWP/FBH dimensionieren)?
  • Wie sieht es da mit Förderungen etc. aus? Kesseltausch usw.
Danke euch!

 

2025/20251217454145.png


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2025/20251217501351.png Das hier ist der Altbestand

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  •  christoph1703
17.12.2025  (#1)

zitat..
keine Außendämmung geplant, sollte i.O. sein

Berechnet? Neue Fenster ohne Außendämmung sind eine ideale Grundlage für Schimmel.

Grundsätzlich halte ich euer Vorhaben bei dem Budget zumindest für ambitioniert. Mit sehr viel Eigenleistung wahrscheinlich gerade noch machbar.

Auf jeden Fall zuerst die Hülle - also Dämmung rundherum und Fenster, Dach. Dann ist mal alles dicht und man kann gut drinnen arbeiten.
Dann kommen die Installationen - Elektro und wahrscheinlich Sanitär?
Und dann wird alles mit dem Estrich samt FBH FBH [Fußbodenheizung] begraben. Da unbedingt nach flow30 auslegen, wenn schon alles neu gemacht wird.

Zum Überlegen wären noch eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] und SWWP mit RGK RGK [Ringgrabenkollektor].


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  •  thohem
17.12.2025  (#2)
Wir haben letztes Jahr ziemlich dasselbe gemacht, nur kam bei uns Dach, Zimmerer, Fassade und PV dazu. Ansonsten wie ihr für 123m2 Bungalow. Alles in allem warens 235k, aber wir haben davon knapp die Hälfte als Förderung bekommen, also war's uns egal. Wie die Förderungen jetzt aussehen, weiß ich leider nicht.

Also ich würd auch sagen sportlich für das Budget, grade ohne Fassade würd ich's mir nicht trauen.

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  •  stefano
  •   Bronze-Award
17.12.2025  (#3)
HWB >400 kWh/m²a 😱
Das Gebäude wird kaum bis keine Dämmung haben, aber wurden bei EAWEAW [Energieausweis] überhaupt Bauteilaufbauten eingegeben oder alles mit schlechten Pauschalwertn gerechnet?
Ich würde mal den EAWEAW [Energieausweis] auf Plausibilität prüfen und dann als Plannungstool für verschiedene Varianten nutzen.
L/W-WP bei solchen Energiekennzahlen ist ein Fass ohne Boden.

Budget geht sich mMn. nur mit Förderungen, viel Eigenleistung und guter Bausubstanz ohne böse Überraschungen aus.

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  •  Akani
17.12.2025  (#4)
Bei Kaufpreis 200k kommen noch Notar und Grunderwerb als NK drauf also auch nochmal ca 10-15K
Für 185K sanieren ist schon machbar aber mit sehr viel Eigenleistung. 
So wie dein Plan im Altbestand aussieht zu deinem neu gezeichneten sind das etliche Wände.
Den Innen- Aus- und Umbau ohne Möbel kannst mit 100-120K rechnen. Fenster nochmal 30K. Dach 30K. Dann wars das erst mal. Fehlen noch Fasade und Sonstige Überaschungen, dann bei dichter Gebäudehülle darst die Lüftung nicht vergessen, sind die nächsten 10-15 K.
Den HWB Zweifel ich schon an, da is ja in den Zwischenräume ohne Dämmung gerechnet?

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  •  berhan
  •   Gold-Award
17.12.2025  (#5)

zitat..
Haltet ihr ≤ 400k all-in für realistisch?

Never Ever, ist ja defakto eine Kernsanierung. Dämmung dürfte bei einem HWB von 400 kWh/m²a keine vorhanden sein, wäre somit zu machen. Ich würde ca. 4000Euro/m² annehmen, somit ca. 550 k€.


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  •  opa12
  •   Bronze-Award
17.12.2025  (#6)
Der HWB 407 kWh/m² ist schon extrem. Gibt es Infos zu den Gasverbräuchen der letzten Jahre?
Meine Tochter hat 2019 einen 100m² Bungalow gekauft und zum Einzug bis auf Fassade und Heizung Kernsaniert. Der ungedämmte Bungalow hatte mit 20cm EPS auf der Geschossdecke einen Ölverbrauch von 2300 Liter / Jahr.
2024 dann die Fassade gedämmt und heuer die Ölheizung raus und Sole WP WP [Wärmepumpe] rein.
Kosten für Fassade und WP WP [Wärmepumpe] mit Tiefenbohrung waren in Summe 75.000.
Ich würde auch sagen das sich das MIT Dämmung um den Preis nicht realisieren lässt.
Mit den von dir beschriebenen Punkten und viel Eigenleistung ist schon machbar.
Wenn der Ist Gasverbrauch im erträglichen Rahmen ist, könnte die Dämmung ein paar Jahre nach hinten geschoben werden.

PS: die Kinderzimmer sind schon recht klein.

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Hallo Krawuzerl,
hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Realitätsfern?

  •  precision
  •   Bronze-Award
18.12.2025  (#7)
Was für eine Dachdeckung ist drauf?
Falls es Eternit ist, dann muss man bedenken, dass der Dachstuhl möglicherweise nicht für andere Dachdeckungen (höhere Auflast) geeignet ist. Wenn es ein kalter Dachstuhl ist, könnte man Trapezblech verwenden, das ist auch sehr steif und leicht. 
Woraus besteht das Mauerwerk? Ist das Mauerwerk trocken? Auf manchen alten Mauerwerk muss man bei thermischer Sanierung sehr vorsichtig sein, weil wenn man zu dicht (Fenster+WDVS) baut, dann kann es Schimmelprobleme geben.
Das kann sich unter Umständen in den Betriebskosten langfristig auswirken (höhere Heizkosten).

Ansonsten: Eigenleistung kann die Kosten massiv reduzieren. Trotzdem immer realistisch bleiben mit Zeit Einsatz, gerade mit Familie. 
Ich weiss wovon ich spreche, ich habe selbst so ein Projekt hinter mir und es zehrt schon an den Kräften.

400k sind mit Eigenleistung nicht unrealistisch. Nur muss man bei jedem Bauvorhaben auch immer ein gewisses Risikobudget einkalkulieren: beim Neubau kann eine Firma eingehen oder bei der Sanierung kommt man beim Abbruch auf Fehler drauf, mit denen vorab niemand gerechnet hat. Wenn man die 400k unter größten Biegen und Brechen aufstellt, dann kann es knapp werden. Wenn ihr den Betrag für das Projekt reserviert habt und eine kleines Risikobudget noch habt (für kaputtes Auto, Zahnersatz, ein paar Tage Urlaub zum Runterkommen, blabla ...), dann nur zu.
Ganz wichtig ist sauber zu planen und gleich zu Beginn den Rotstift anzusetzen: was braucht man unbedingt und wo gibt es Einsparmöglichkeiten?

Wir hätten auch nicht alles finanziell auf einmal stemmen können, sondern haben in zwei Abschnitten saniert (Haustechnik auf aktuellen Stand bringen im EG und Zimmeraufteilung/ Abbruch DG und Aufstockung, Fenster, Fassade, neues Stiegenhaus) und uns dazwischen finanziell erholt.

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  •  ds50
  •   Gold-Award
18.12.2025  (#8)

zitat..
opa12 schrieb: Der HWB 407 kWh/m² ist schon extrem.

Auf Verkaufs-EAWEAW [Energieausweis] gebe ich nix, da diese oft das Geld nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind.

Warum?

Der EAWEAW [Energieausweis] darf nicht besser rechnen als der Bestand wirklich ist, da der EAWEAW [Energieausweis]-Ersteller dafür haftet und z.B. Betriebskosten nachzahlen könnte oder eine Sanierung auf den Wert, den er angegeben hatte, zahlen müsste. Deswegen wird er einen Teufel tun, "richtige" Werte einzusetzen, v.a. bei unbekannter Substanz. Und natürlich wird vom Verkäufer auch oft das billigste Angebot genommen, wo der Ersteller dann nicht mal eine Vor-Ort Besichtigung macht. Somit wird mit (erlaubten) "Standardbauteilen" gemäß dem Baujahr gerechnet (das muss dann aber auch im EAWEAW [Energieausweis] stehen), welche quasi den Worst-Case darstellen.

So oder so: Ein dergestalt erstellter EAWEAW [Energieausweis] ist rechtlich gültig, aber schlicht unbrauchbar.

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  •  opa12
  •   Bronze-Award
18.12.2025  (#9)

zitat..
ds50 schrieb:

──────..
opa12 schrieb: Der HWB 407 kWh/m² ist schon extrem.
───────────────

Auf Verkaufs-EAWEAW [Energieausweis] gebe ich nix, da diese oft das Geld nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. 

Da ich auch dieser Meinung bin, meine Frage nach dem IST Gasverbrauch.

Lustig wirds vor allem, wenn der Insti bei der Sanierung die neue Heizung nach diesem EAWEAW [Energieausweis] auslegt emoji

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