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Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor

377 Beiträge | letzte Antwort 1.2.2017 | erstellt 15.2.2015
Hallo liebe Forumsgemeinde,

ich möchte hier meinen Projektfortschritt und Entscheidungsweg darbringen.
Für mich war von Anfang an klar, dass ich mittel Wärmepumpe heizen möchte, und es wurde auch die LWP favorisiert. Aber gleich mein erster Heizi Empfehlung seitens Romberger
Hat gleich eine Tiefenbohrung vor geschlagen.
Preis ohne Bohrung
ca. 13.000 Euro,
alternativ wollte ich eine Grundwasserwp angeboten bekommen. Preis ohne Brunnen!
ca. 17.500 Euro
etwa 2 Monate später kam ich an und wollte einen Flächenkollektor.
ca. 14.500 Euro

In der Zwischenzeit wurde mir eine LWP zweier anderer Hersteller/Heizi für:
ca. € 18.000 Euro angeboten.

Anbieter C aus dem Mühlviertel mit EWP und DV sowie Hygiene Speicher:
ca. € 15.600 Euro

Ich habe mich seitdem ich hier lese ca. 18 Monate immer schon auch mit dem Grabenkollektor beschäftigt. Und komme des Preises wegen und der Technik jetzt auf folgende Lösung:
1x modulierende KNV 1155-PC 2- 6 KW(passive Kühlung hatte noch keiner der obigen Angebote dabei)
1x Hygiene Speicher (aufgrund der Effizienz und nicht des Preises wegen)
900m Kollektorrohr (1 als Ersatz mit eingelegt)
Soleverteiler sowie sämtlichen Zubehör
auf einen Preis von € 13.100, Eingestellt und Inbetriebnahme durch Heizi D. Solefüllung durch Heizi. Kollektor verlegen durch Dyarne und mich sowie 2 weiteren Helfern.
Zuzüglich Baggerkosten ca. 10h sind = 700,-

Jetzt habe ich Preisvorteil gepaart mit Effizienzvorteil.
Sogar noch Platz für einen nachträglichen Pool.

http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/canvastest.html?id=Y7hvedXUXr6TXsynkMpJ
Ich werde diesen Thread nutzen, um meinen Baufortschritt und den anschließenden Betrieb zu dokumentieren.



 
14.3.2016 13:09
ich habe noch nicht ganz durchschaut, wie die ergebnisse des tests verwertet werden sollen bez. AZ.
100% tauscherfläche laminar vs 50% tauscherfläche turbulent + 200% druckverlust ist irgendwie "kein vergleich".
den test finde ich super, weil man sieht, dass man notfalls bei wenig kWs auch mit einem rohr durchkommt, es limitiert dann der druckverlust der 300m länge.
AZs zu vergleichen .. naja.
---
ich habe auch darüber nachgedacht, bei welchem bodenverhältnissen tendenziell turbulenz besser wäre. ich denke bei sehr guter wärmeleitfähigkeit des bodes - pickiger, lehmiger boden oder sehr wassergesättigter boden (w/w wp) - ist turbulenz von vorteil, weil sich der wärmetrichter gut und schnell ausbilden kann.
bei sandigen oder trockenen böden bringt turbulenz wenig, da die wärme aufs rohr nicht in der schnelle passiert und nur rundums kollektorrohr ein sehr "kurzer" wärmetrichter entsteht.
bei erdnahen kollektoren muss man ja zwangsweise mit beiden zuständen rechnen.
---
was am besten hilft ist die überdimensionierung der tauscherfläche und der erschlossenen fläche. ich habe in meinem thread schon ziemlich früh, wie ich über die rohrlängen siniert habe, "das gefühl" bekommen, dass ich meinen kollektor nie turbulent betreiben werde, weil die wq pumpe nicht so hochdrehen wird, dass es zu turbulenten strömungsverhältnissen kommt. eben, weil ich so viel erdreich erschließe.
könnte man also frecherweise meinen: den kollektor solle man so groß (erdvolumen, rohrtauscherfläche) dimensionieren, dass es nie zur turbulenz kommen müsse?
14.3.2016 15:00


brink schrieb: ich habe noch nicht ganz durchschaut, wie die ergebnisse des tests verwertet werden sollen bez. AZ.
100% tauscherfläche laminar vs 50% tauscherfläche turbulent + 200% druckverlust ist irgendwie "kein vergleich".


Doch ist es schon, für meine Anlage bei meinen Gegebenheiten. Deine Anlage wird sich von Haus aus anders verhalten als meine. Übrigens ich habe 1m Lehm über dem Kollektor, darunter schottrigen Mutterboden.

Für mich gilt es zu ermitteln, bei welchen Gegebenheiten sich welcher Einsatz eher lohnt. Es gilt auch zu ermitteln ob für Häuser mit 4KW Heizlast es nicht vernünftiger ist mit nur 1x200m DN40 oder 1x300m DN32 zu fahren. Man spart sich in der Errichung ja immerhin € 1000,- für das zusätzliche Rohr und die Solefüllung und für den dadurch nötigen Soleverteiler.

Somit ist es durchaus interessant zu sehen, was ein Einrohrkollektor kann. Ich schwirre momentan irgendwo bei 40% der errechneten Heizlast rum. Und eine 4KW WP mit AZ von 5 muss zuerst mal einer bauen
Der COP solcher Maschinen liegt in der Regel bei 4,0 - 4,5 somit nicht erreichbar.
14.3.2016 16:56
Verstehe.
Ich fühlte mich ein halbes jahr zurückversetzt, wo ich noch frisch und naiv war und schon da postuliert habe, dass 1x300 dn32 zu viel druckverlust verursacht und besser 1x300 dn40 wäre..
http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=38783_2#316813
---
Laut meinen berechnungen ist auch 1x450m dn40 mit der knv sole und der nibe f1155-6 für 7,5kw schon am limit. Bei 8+kw und 1 rohr kollektor wäre 1x450m dn50 anzudenken.
16.3.2016 11:45


brink schrieb: den test finde ich super, weil man sieht, dass man notfalls bei wenig kWs auch mit einem rohr durchkommt, es limitiert dann der druckverlust der 300m länge...

2 dinge finde ich interessant.

- es zeigt die fehlertoleranz des ringgrabenkollektordesigns.
bei ausfall eines kreises bleibt die gesamte erdquelle erhalten, nur die tauscherfläche wird weniger.

wenn beim klassischen flachkollektor von 4 kreisen einer wegbricht fehlt auch ein 4-tel der quelle.

bei richard haben sich rund 2-2,5° tiefere soletemperaturen ergeben, das bedeutet rund 6% weniger effizienz und zusätzlich höheren stromanteil der solepumpe; also grob überschlagen 10% weniger az

im haustechnikdialog-forum laufen 2 oder 3 anlagen mit einem kreis weniger seit jahren stabil.

- die oben genannten einschränkungen treten nur bei hoher leistung auf. läuft die wp im unteren bereich tritt gar keine einschränkung auf.
man könnte damit eine auslegung ableiten bei einer heizlast unter 4kw (passivnahe) mit einem kreis dn32.

die wp kann dazu entweder von der spitzenleistung begrenzt werden oder man hat die paar stunden/tage im winter eine höhere spreizung...


brink schrieb: könnte man also frecherweise meinen: den kollektor solle man so groß (erdvolumen, rohrtauscherfläche) dimensionieren, dass es nie zur turbulenz kommen müsse?

da muß man völlig zwischen on/off und modulierender wp unterscheiden.
eine on/off muß man immer turbulent auslegen, die läuft ja immer im gleichen arbeitspunkt.

bei der modulierenden ist es tatsächlich anders, weil die den großteil mit rund halber leistung läuft. da kann ein bei spitzenlast turbulenter kollektor gar nicht mehr turbulent laufen.
macht aber nix weil in dem punkt schon 100% überdimensioniert; bei standgas bereits 300% überdimensioniert.

bei sehr kleinen heizlasten könnte man so wie oben gesagt andenken die auslegung pareto-mäßig auf den typischen betrieb zu optimieren: turbulenz mit einem rohr dn32 bei halbgas...

bei goofgoo würde ich bei einsatz einer modulierenden wp wohl so einen kollektor als goldenen schnitt empfehlen...
16.3.2016 11:51
hier passend zum winterende 4 solekurven...

2 x tiefenbohrung
1 x flachkollektor
1 x ringgrabenkollektor

5-parteienhaus, sehr hohe ww-last...
Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor
meine eigene, viel regenerierendes grundwasser...
Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor
flachkollektir im (fast)passivhaus im waldviertel
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richards kollektor, die letzten beiden wochen halbiert betrieben...
Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor

die skalierungen unten sind jeweils 'monate', vom aktuellen zurücklaufend.
von richard gibts keine länger zurückliegenden daten, weil die wp erst mit jahresbeginn ins netz gekommen ist - nur einzelwerte abgelesen die weiter oben im faden stehen.

es wurde jedenfalls mit aller härte getestet, im herbst estrich ausheizen ohne jede heizstabunterstützung, direkt anschließend grundheizen zum fertigbauen, direkt anschließend einzug - alles 100% aus dem kollektor...

aktuell ist sole-ein bei richard heute schon wieder > 5° trotz aktuellem wintereinbruch...
Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor
auffallend bei allen 4 kurven daß die regeneration heuer bereits im jänner eingesetzt hat, nach dem sehr kurzen aber harten kernwinter mitte des monats...
16.3.2016 19:31


dyarne schrieb: eine on/off muß man immer turbulent auslegen, die läuft ja immer im gleichen arbeitspunkt.


Arbeitspunkt bezüglich durchflussmenge, K diff?
Wie fließt da die bodentemp ein?
Wenn der "arbeitspunkt" bei 0° erde und 3k ist, wie ists bei 10° und -5°.
Da verhält sich ja auch die sole anders und mal ist turbulenz da, mal nicht..
Bei tb und on/off ist es ja einfach, weils da relativ konstant ist. Ein oberflächennaher kollektor schwankt schon sehr.
3.4.2016 10:41


Richard3007 schrieb: Und eine weitere Tankstelle für die WP wurde installiert:


abgesehen von der höhere regeneration - hat sich die lösung ohne sickerschacht finanziell dafürgestanden? du hast den bruch soweit ich gelesen habe gratis bekommen - wir würden vermutlich kies brauchen. dann noch das drainagerohr, zusätzliche baggerstunden, flies.. wie habt ihr das dort gelöst wo der graben breiter war - die gesamte grabenbreite mit bruch aufgeschüttet?
3.4.2016 11:08


brink schrieb: Wenn der "arbeitspunkt" bei 0° erde und 3k ist, wie ists bei 10° und -5°...

die modulation der umwälzpumpen der aktuellen regelung (auch bei on/off-maschinen) macht folgendes:

sole-ein 0° -> 3K spreizung
sole-ein 5° -> 4K spreizung
sole-ein 10° -> 5K spreizung

das bedeutet für den volumenstrom nur wenig unterschied, weil die höhere temperatur der sole mehr kälteleistung der maschine bedeutet und damit bei gleichem v-strom mehr spreizung...
4.5.2016 18:51
MAZ Monat April 5,59!!! Trotz höheren WW Anteil die AZ nach oben gebracht, da keine Tests gefahren worden sind und das WW optimiert wurde.

Sole Ein marschiert Richtung 9°
4.5.2016 23:16
uiii da müssen wir sofort wieder tests ansetzen ...
6.5.2016 22:29
muss zugeben, dass ich voller neid bin!
ich bin gespannt, welche werte sich bei mir ergeben werden. da bräuchte ich dann tipps, welche daten ich wie am besten sichere/aufnehme..
11.6.2016 15:57
gerne, ich freu mich schon sehr auf deine inbetriebnahme, weil ich davon ausgehe daß du den faden auf bisherigem niveau weiterführst...

zum ausheizen schrieb ich dir gern wieder etwas drüben bei dir...
13.6.2016 11:50
so, nach dem winter zeit für ein resumee...

-> kollektor, hat sich beeindruckend gehalten, wir hatten einen extrem milden winter, andererseits den hardcore-test durchgezogen: im herbst estrich ausgeheizt (nur kompressor, kein heizstab), dann haus temperiert zum trocknen (tlw offene fenster), dann eingezogen

trotzdem großartige zahlen die man eher einer tiefenbohrung zuordnen würde. wir haben viele tests gemacht, weil dies die erste vollmodulierende wp in dieser konfiguration war. unter anderem in der ersten märzhälfte einfach den halben kollektor abgedreht.
die reaktion war bloß eine rund 3° kältere sole-temp, sonst keine probleme.

Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor

also üppige reserven und hohe betriebssicherheit.

-> wp,

hier die effizienz genau zu vergleichen ist immer schwierig. es gibt fast keine wp (mehr) am markt mit echtem wärmemengenzähler, die meisten rechnen aus dem betrieb, dies ist so glaubwürdig wie die abgaswerte von vw ...

der unterschied gemessen zu berechnet ist ähnlich dem norm-verbrauch zum realverbrauch.

die knv/nibe hat einen echten durchflußmesser-wmz, darum läßt sie sich ganz gut mit den ergebnissen aus wissenschaftlichen feldtests vergleichen.

der größte ist dabei das laufende fraunhofer-monitoring.
hier gibt es einen eigenen feldtest für besonders effiziente neuanlagen, dazu wurden aus der summe der getesteten neuanlagen jene ausgewählt die besonders gute werte versprochen haben (projekt wp-effizienz).

Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor

gerade 5 anlagen dieser elite schaffen hier eine jaz von 5, darunter 2 modulierende und eine mit 300m reinwassersonde.

richard spielt mit seiner anlage mitten in diesen top five mit.
mit einer € 1.000,- quelle

und darauf sind wir stolz ...

ps:
nächsten winter werden wir hier ganz viele 1155, auch an höherer heizlast und mit tiefenbohrung und unterschiedlichsten ringgrabenkollektoren vergleichen können...
13.6.2016 12:15


dyarne schrieb: die knv/nibe hat einen echten durchflußmesser-wmz


wo ist dieser eigentlich, resp wo kann man die werte ablesen?
im menü bin ich, glaube ich, zwei mal komplett durch und nichts gefunden..
13.6.2016 13:51
Ich glaube Punkt 4 das rechte untere kastl.... Auf den letzten Seiten sind alle Werte eingetragen. Auch ob sich der Heizstab zugeschalten hat und wieviel Wärmemenge mit diesem produziert worden sind.
13.6.2016 14:19
Bei serviceinfo habe ich 15 seiten. Aber keine zeigt mit kwh oder sowas an.
13.6.2016 14:22
Hast du eine 1155-06 PC?

Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor
So sieht das bei mir aus.
13.6.2016 14:32


Richard3007 schrieb: 1155-06 PC?


ja


Richard3007 schrieb: So sieht das bei mir aus.


ich habe nur 15 seiten und genau diese eine wird bei mir nicht angezeigt.
kann es sein, dass der "flow meter" noch nicht installiert wurde.
laut seriennummer würde mein modell eher auf die mit dem wärmmengenzähler hindeuten.
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aus angebot .. hmm..
Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor
13.6.2016 14:50
Na dann wie bei mir, war nicht drin und wird nach wie vor noch nicht so ausgeliefert. Das ist das einzige Set Up wo der WMZ noch nicht dabei ist. Ich bin quasi eine Art Betatester. Also ab zum Heizi und einfordern WMZ ist definitiv nicht eingebaut
Nachdem du es im Angebot hast, bekommst Ihn auch
13.6.2016 14:56


brink schrieb: ich habe nur 15 seiten


und ich nur 14
laut meinem Anbot soll auch vorhanden sein und ich habe mich zum Schluss auch für die passive Kühlung entschieden.

Hängt es vielleicht mit der Software zusammen?

Von der LWB bis EWP m Grabenkollektor
13.6.2016 15:32
Was steht bei dir im Servicemenü auf der letzten Seite?
Bei Brink und mir F1155-06 PC


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