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Sanierung: Auslegung Erdwärmepumpe/Warmwasser/Tiefenbohrung

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  •  blackslash
13.3. - 16.3.2026
10 Antworten | 5 Autoren 10
10
Hallo zusammen,

ich lese hier schon länger still mit und konnte durch viele Beiträge bereits einiges an Wissen sammeln. Trotzdem stoße ich bei manchen Detailfragen noch an meine Grenzen und würde mich über eure Einschätzungen freuen.

Wir sind Ende letzten Jahres in ein Haus eingezogen und haben inzwischen mehrere Angebote für den Umstieg von Gas auf eine Wärmepumpe eingeholt (Luft-WP und Erdwärme). Nach einigen Gesprächen kristallisieren sich aktuell zwei Erdwärme-Varianten heraus.

Daten zum Haus
Baujahr 1980
Seehöhe 900hm, Mühlviertel
Heizlast laut Energieausweis (nach Sanierung erneuert): 9,8kw
Heizlast laut Heiz.Report bei -7: 8,5

Aktuelles System
Gastherme + Heizsystem vor 20 Jahren installiert
Großer Kachelofen der die Hauptwohnebene auch alleine heizen kann
Sanierungen bereits durchgeführt (Dämmung Fassade, Dämmung Dachboden, Fenster, …)
Gasverbrauch: Jahresverbrauch unbekannt (Hochrechnung 16.000-17.000kwH)
Großteils Heizkörper, 2 Bäder mit Fußbodenheizung direkt in Heizkreis eingebunden
Vorlauftemperatur auch bei -15 Grad nie über 45 Grad (Aktuelle Heizkurve am Fußpunkt 40 Grad)

Geplante relevante Umbauten in Zukunft:
Deckenheizung/Kühlung nach Flow30 in allen Räumen statt Heizkörper
eventuell Nachrüstung KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] in den meisten Räumen

Nun haben wir Angebote von mehreren Anbietern eingeholt und uns langsam auf zwei Alternativen mit Erdwärme eingependelt.

Angebot 1 (Favorit):
Stiebel Eltron WPE-I 08 HK
500L Warmwasserpuffer mit FriWa (Plattentauscher)
Kein Puffer im Heizkreislauf, 1 Kreislauf (Auch in Übergangsphase mit Deckenheizung), Überströmventil in Rücklauf

Angebot 2 (Herr der Ringe):
Kronoterm Etera S 3-9 KW
800L Hygienespeicher mit großer Wärmetauscherfläche
500L Puffer Heizkreislauf mit Stichanbindung ohne Überstromventil, Vorbereitung für 2 Kreis mit Mischer für Deckenheizung

Nun zu den Fragen:
Leistung WP WP [Wärmepumpe]:
Wir heizen gerade wenn es kalt ist sehr gerne den Kamin ein und haben kein Problem damit. Die WP WP [Wärmepumpe] wären ja trotz Sole aktuell bivalent ausgelegt und müssten ggfs. elektrisch zuheizen. Seht ihr das problematisch? Bei einer monovalenten Auslegung wird Erdwärme finanziell leider unrealistisch im Vergleich zu einer LWP LWP [Luftwärmepumpe]. KWL würde hier in der Zukunft noch zusätzlich helfen. 
Die Stiebel ist mir der unteren Grenze von 1KW natürlich in der Übergangszeit attraktiv.
RGK haben wir uns angesehen aber aufgrund großer Granitsteine im Boden und bestehender Bepflanzung nicht realistisch.

Warmwasser:
Wir sind 2 Personen und kommen aktuell mit <200L auf 40 Grad ohne erneutem Aufheizen gut zurecht. Legionellen sind bei uns eher ein Thema beim selten gebrauchten Gästebad und ungenutzten Stichleitungen. Bei einem kleinen Speicher hätten wir da eigentlich keine Bedenken.
Sind da die angebotenen Lösungen nicht viel zu groß gedacht und ein 200L Speicher mit > 2qm Tauscherfläche reicht vollkommen?

Tiefenbohrung:
Uns wurde nun zu entweder 150m DN32 Duplex oder 2x80m DN40 Simplex mit direkter Anbindung im Kellerraum geraten. Bohrung ca. 2-3 Meter neben Eintrittstelle in Keller.
Sind die beiden Lösungen überhaupt gleichwertig oder welche wäre zu präferieren? Erwartet wird bei uns vor allem Granit beim Bohren. Bohrunternehmen meinte gehen müsste beides, das Risiko ist bei 2x80m natürlich geringer.

Anbindung der Tiefenbohrung:
Hier haben wir den Hinweis bekommen die selber auszuführen mittels Schraubverbindungen für PE HD Rohre. Wenn ich es richtig gelesen habe am Besten die Sonde mit 80cm Radius biegen und dann mit einer Kupplung ohne Winkel direkt auf den Soleverteiler (Gefälle zur Bohrung). Anbindung mit dem gleichen Durchmesser der Sonde. Abdrücken mit Luft. 
Alle Anbieter haben bei der Anbindung im Keller Angebote mit Solewinkeln gestellt. Sollte man da noch auf größere Radien oder ähnliches bestehen oder passt das so?
Soleverteiler vermutlich vom RKG Shop statt der vom Anbieter angebotenen Variante und Isolierung dann mit Armaflex bis zur EWP?
Eigenleistung wollen wir wo es möglich ist leisten und da die Anbindung offensichtlich eh kein Gewerk gerne macht würde es sich anbieten.

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion und Input von euch!

  •  lewurm
  •   Bronze-Award
14.3.2026  (#1)
ich geb mal meinen Senf dazu wenn sonst keiner was schreibt 😉
 

zitat..
blackslash schrieb: Wir heizen gerade wenn es kalt ist sehr gerne den Kamin ein und haben kein Problem damit. Die WP WP [Wärmepumpe] wären ja trotz Sole aktuell bivalent ausgelegt und müssten ggfs. elektrisch zuheizen. Seht ihr das problematisch?

Wenn du das bewusst machst, sehe ich kein großes Problem damit.  Winter 2025/26 war äußerst kalt, da hättest sicher schon paar Mal dazuheizen müssen.  Die Winter davor vermutlich wenig oder gar nicht.  Auf jeden Fall gilt dann: Du musst die WP WP [Wärmepumpe] etwas im Auge behalten und rechtzeitig mit Holz beifeuern wenn nötig.  Manche wollen das überhaupt nicht, andere stört das nicht.
 

zitat..
blackslash schrieb: Angebot 2 (Herr der Ringe):
Kronoterm Etera S 3-9 KW
800L Hygienespeicher mit großer Wärmetauscherfläche
500L Puffer Heizkreislauf mit Stichanbindung ohne Überstromventil, Vorbereitung für 2 Kreis mit Mischer für Deckenheizung 

eher wohl "Herr der Pufferspeicher"???  Name and shame! 😉 Pufferspeicher geht mit Flächenheizung schon gar nicht, Hygienespeicher auch viel zu groß (wie du schon richtig vermutet hast).

Angebot 1 klingt bis auf den etwas zu großen Warmwasserspeicher in Ordnung.
 

zitat..
blackslash schrieb: Wir sind 2 Personen und kommen aktuell mit <200L auf 40 Grad ohne erneutem Aufheizen gut zurecht. Legionellen sind bei uns eher ein Thema beim selten gebrauchten Gästebad und ungenutzten Stichleitungen. Bei einem kleinen Speicher hätten wir da eigentlich keine Bedenken.
Sind da die angebotenen Lösungen nicht viel zu groß gedacht und ein 200L Speicher mit > 2qm Tauscherfläche reicht vollkommen?

wenn ihr jetzt schon mit 200L @ 40 Grad auskommt, und auch keine Aussicht darauf besteht dass ihr mal mehr als zwei Personen werd... ja dann bitte wieder einen 200L Speicher!

Zum Thema ungenutzten Stichleitungen: Unbedingt regelmässig spülen. Speichergröße (und auch Temperatur) spielt dabei nicht wirklich eine Rolle.  Siehe https://www.energiesparhaus.at/forum-legionellen-mythen-und-fakten/71305
 

zitat..
blackslash schrieb: Uns wurde nun zu entweder 150m DN32 Duplex oder 2x80m DN40 Simplex mit direkter Anbindung im Kellerraum geraten. Bohrung ca. 2-3 Meter neben Eintrittstelle in Keller.
Sind die beiden Lösungen überhaupt gleichwertig oder welche wäre zu präferieren?

Eine einzelene Bohrung ist einfacher weil dann auch der Verteiler entfällt.

zitat..
blackslash schrieb: Anbindung der Tiefenbohrung: [...]

Bin etwas irritiert: Schraubverbindungen?  Einfach das Rohr etwas biegen und in den Technikraum einführen, hätt ich jetzt mal so gesagt.  Dafür fehlen aber noch etwas Infos: Auf welcher Höhe kommt die Sole-Leitung rein?
Vielleicht hilft es für die Vorstellung, ein paar Bilder von meinem Projekt: https://www.energiesparhaus.at/forum-tb-oder-rgk-wieso-nicht-beides-doku-ueber-lewurms-erdquelle/72579_2#755893
Da gings von der Tiefenbohrung aber noch zirka 15-20m Richtung Technikraum, deshalb wurde da was geschweisst.  Aber bei 2-3m könnten sie dir einfach etwas länger das PE Rohr rausstehen lassen, und das dann einfach einführen?

1
  •  Akani
15.3.2026  (#2)
Vollste Zustimmung.
Angebot 2 kannst in die Runde Ablage geben, zumal Kombipuffer, sowie auch der Leistungsbereich, der WP WP [Wärmepumpe].
Angebot 1 vollkommen in Ordnung, Direktheizkreis, 
Wenn du schon umsetzt auf Flächenheizung, dann bitte Flow 30 und vorher dazu Heizlastberechnung Raumweise, dass die Flächen die belegt werden oder auch dazu kommen, wie z.b Wand ausreichen um die Räume zu beheizen.
Die Tiefenbohrung, wenn möglich wie Lewurm schon geschrieben hat eher 1 und tiefer zu Bohren. Leitungen dann im Radius biegen und mit Schweißmuffen die Rohre verlängern. Vorteil wäre immer steigend ins Haus zu verlegen um lufteinschlüsse zu vermeiden und sauber aus zu Spülen.
Ob jetzt Simplex oder Duplex, entscheidet mMn die Pimpe der Maschine. Ich persönlich bin eher für Simplex, weil kein Verteiler notwendig, hydraulisch einfach.
Wenn es Duplex wird, beide schleifen ins Haus und dort den Soleverteiler.

1
  •  blackslash
15.3.2026  (#3)
Guten Morgen,

schon mal danke für eure Rückmeldungen und Links. Das hilft schon mal alles gut weiter für die Detailplanungen.

Zu Angebot 2 - In dem Fall wären es zwei getrennte Puffer - Aussage "Wir bauen das seit Jahren so, läuft bei jedem Kunden" ;)

@lewurm Bezüglich ungenutzter Stichleitungen werde ich im Rahmen der Installation auch gleich eine Stichleitung die schon jahrelang komplett ungenutzt ist entfernen lassen um Risiken zu minimieren. 

@Akani Danke für die Hinweise für die Flächenheizung. Die raumweise Heizlast liegt schon da und muss nur noch wegen 1-2 Umbauten angepasst werden. Das ist dann ein Projekt für nächstes Jahr.

Zu der Tiefenbohrung höre ich schon raus, dass die Schraubverbindungen nicht viel Anklang finden. Ich werde noch mal mit dem Tiefenbohrer reden ob er mir nicht 1-2 Meter extra Rohr rausstehen lassen kann. Wie ich das angesprochen habe war er nicht sonderlich begeistert von der Idee. Eventuell wirds ja wenn ich ihm sage, dass ich die Meter auch bezahle....

Die Höhe für die Einführung kann ich mir eigentlich selber aussuchen ich hätte an 1 Meter unter Boden gedacht.

Bedeutet: Das Bohrloch bis 2 Meter unter Boden verfüllen und dann noch 2-3 Meter rausstehen lassen (Je nach Abstand zur Kellerwand).

Konkret bei 3 Meter Abstand:
1,3m für 80 cm Radius + 2,2m bis Kellerwand = 3,5m
Mit etwas Puffer und Wanddicke müsste das Rohr also 2m aus dem Boden rausstehen.

Eventuell an der Stelle auch ein paar Links die mir viel weitergeholfen haben was die Tiefenbohrung betrifft:
https://www.energiesparhaus.at/forum-duplex-doppel-u-sonde-150m-dn32-oder-dn40/84921_2
https://www.energiesparhaus.at/forum-angebot-tiefenbohrung/84854
https://www.erdsondenoptimierung.ch/themen

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  •  Akani
15.3.2026  (#4)
Lass dir 3 mtr stehen, musst ja auch hantieren damit. 
Versuch dass die bei Tiefe 2,5 mtr Ende Verguss sind, dann Rohr sauber biegen. Und schau dass du min 1,2 mtr unter fertig bist. 80 wäre mir zu wenig, im Kernwinter nimmst dir die Temperatur aus der warmen Sole 

1
  •  dyarne
  •   Gold-Award
15.3.2026  (#5)
das verpreßmaterial mit dem vergossen wird kann man - gerade wenn es noch frisch ist - sehr gut abklopfen. würde  wie @Akani schreibt auf ausreichende tiefe gehen - ansonsten muß die anbindung in einen 2-schaligen schutzschlauch zur entkopplung...

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  •  dyarne
  •   Gold-Award
15.3.2026  (#6)

zitat..
blackslash schrieb: Angebot 2 (Herr der Ringe):

aus interesse: war eine empfehlung hier aus dem forum oder woher kommt die zuordnung?

zitat..
blackslash schrieb: 500L Puffer Heizkreislauf mit Stichanbindung ohne Überstromventil, Vorbereitung für 2 Kreis mit Mischer für Deckenheizung...

mittlerweile haben die meisten hersteller erkannt wie schlecht wärmepumpen an parallelpuffern laufen. daher wird jetzt oft die stichanbindung empfohlen. sie ist aber nur das geringere übel. hier geht zwar nur ein teilvolumenstrom über den parallelen stich, aber auch der ist nicht kontrollierbar und gerade bei modulierenden wärmepumpen immer anders - hinten läuft die starre heizkreispumpe, vorne die modulierende integrierte umwälzpumpe. man benötigt auch eine zweite heizkreispumpe nach dem stich.

viel besser für wärmepumpen geeignet ist daher der reihenspeicher mit überströmventil. da gibt es gar keine fehlzirkulation und man benötigt nur eine einzige heizkreispumpe.

bei flächenheizung gibt es gar keinen grund an etwas anderes als direkte heizkreisbeladung zu denken. die decken und bodenflächen gehören natürlich auf gleiche systemtemperaturen ausgelegt...

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  •  dyarne
  •   Gold-Award
15.3.2026  (#7)

zitat..
blackslash schrieb: Alle Anbieter haben bei der Anbindung im Keller Angebote mit Solewinkeln gestellt. Sollte man da noch auf größere Radien oder ähnliches bestehen oder passt das so? Eigenleistung wollen wir wo es möglich ist leisten und da die Anbindung offensichtlich eh kein Gewerk gerne macht würde es sich anbieten...

normalerweise wird im technikraum von PE auf bsplw CU gewechselt. das preßsystem für CU hat schöne weiche bögen.

der verteiler aus dem RGK RGK [Ringgrabenkollektor]-shop hat unter anderem den vorteil daß direkt auf die wanddurchführung montiert werden kann - im idealfall entfällt dort jeder zusätzliche fitting...


zitat..
blackslash schrieb: Wir heizen gerade wenn es kalt ist sehr gerne den Kamin ein und haben kein Problem damit. Die WP WP [Wärmepumpe] wären ja trotz Sole aktuell bivalent ausgelegt und müssten ggfs. elektrisch zuheizen. Seht ihr das problematisch?

man müßte aus dem EA EA [Energieausweis] die simulierte heizlast rausrechnen. prinzipiell ist - gerade bei sole - eine unterdeckung bis 20-30% unkritisch, weil die spitzenlast nur kurze zeit (theoretisch) anliegt. mit 50% leistung macht man 80-90% des heizwärmebedarfs. bei gewichtet 5° sole (B5) ist die leistung auch noch höher als bei B0. bivalent mit kaminoption sehe ich zweimal kein problem...




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  •  Markus98
15.3.2026  (#8)

zitat..
dyarne schrieb:

normalerweise wird im technikraum von PE auf bsplw CU gewechselt. das preßsystem für CU hat schöne weiche bögen. 

Kupfer hat auch geringere Wandstärken. Meine DN50 Kunststoffrohre tragen schon gut auf. Armaflex benötigt man sowieso.


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  •  blackslash
16.3.2026  (#9)

zitat..
dyarne schrieb:

das verpreßmaterial mit dem vergossen wird kann man - gerade wenn es noch frisch ist - sehr gut abklopfen. würde  wie @Akani schreibt auf ausreichende tiefe gehen - ansonsten muß die anbindung in einen 2-schaligen schutzschlauch zur entkopplung...

Okay dann werde ich mir mal ausmessen was das tiefste ist auf das ich gehen könnte. Irgendwo liegt an der Kellerwand der Wasseranschluss da wäre ich gerne drüber. 


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  •  blackslash
16.3.2026  (#10)

zitat..
dyarne schrieb:

normalerweise wird im technikraum von PE auf bsplw CU gewechselt. das preßsystem für CU hat schöne weiche bögen.

der verteiler aus dem RGK RGK [Ringgrabenkollektor]-shop hat unter anderem den vorteil daß direkt auf die wanddurchführung montiert werden kann - im idealfall entfällt dort jeder zusätzliche fitting...

Das mit CU ist ein guter Punkt, werde ich mal den Installateur fragen wie er das umsetzt.

Der Verteiler vom RGP Shop hat dann Schraubverbindungen wenn ich es richtig gesehen habe oder?

Mein Plan wäre dann auch von der Umsetzung zur Dokumentation in dem Betrag ein paar Bilder hinzuzufügen in den nächsten Monaten :)

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