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Soleleitung mit Schraubverbindung außerhalb des Hauses - Risiko?

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
1.12. - 11.12.2021
14 Antworten | 5 Autoren 14
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Ich bin ja gerade beim Weiterplanen für unseren Umbau auf Hybridkollektor (https://www.energiesparhaus.at/forum-hybrid-quelle-konkrete-plaene/62084), bin aber jetzt auf ein potentielles Hindernis gestoßen.

Der Baugrubenkollektor wurde ganz zu Beginn des Bauprojekts vom Heizungsbauer verlegt. Damals hatte ich noch keine Ahnung und vor allem auch in dieser Bauphase keine Zeit. Darum ist das Ding eingesandet (was keine tolle Idee ist) und es besteht aus 100 m +10 m PE32-Rohr. Der HB hat das damals mit einer SCHRAUBVERBINDUNG zusammengebaut. Damals hatte ich das nicht hinterfragt und mich auf seine Beteuerung, dass das eine für den Außeneinsatz zugelassene Schraubverbindung ist, die man so auch für Wasserleitungen unter der Erde verwendet.

Heute weiß ich natürlich, dass man das schweißt und ich weiß auch warum man das tut. Das Problem ist nur: Ich weiß zwar fast auf den Zentimeter genau, wo die fragliche Stelle ist, doch die ist nun 3m tief unter der Erde und darüber befindet sich ein Teil des Ringerders, eine Abwasserleitung, jede Menge Schotter und eine gepflasterte Auffahrt. Mit anderen Worten: "Mal eben" rankommen ist nicht.

Auch bei der Hybridquelle bin ich auf den BGK nicht zwingend angewiesen. Bei einem Defekt könnte man ihn einfach abdrehen und totgelegt lassen. Die Frage, die ich mir jetzt aber stelle, ist, ob sich unter diesen Umständen der Aufwand überhaupt lohnt oder ob man den Umbau aus diesem Grund ganz lassen sollte, denn die Umbauten im Keller stellen schon einen gewissen Aufwand dar.

Wie hoch schätzt ihr das Risiko ein, dass so ein Ding versagt? Direkt nach dem Bau wurde es abgedrückt und vor dem Umbau (falls wir das machen, liegt das Ding zu dem Zeitpunkt bereits seit 3 1/2 Jahren luftgefüllt in der Erde) wird es auch nochmal abgedrückt, so dass man an der Stelle auch noch aufhören könnte, falls es da schon leckt.

Damals ist ein baugleiches Verbindungsstück übriggeblieben. Das sieht so aus:


2021/20211201820066.jpg

und im Beipackzettel steht:


2021/20211201378161.jpg

Laut HB ist das genau für sowas gedacht und "nicht der übliche Billigkram".

Es ist natürlich klar, dass niemand sagen kann, ob das wirklich gut geht. Mir geht es eher um eine Einschätzung, was ihr erwarten würdet. Wenn es recht wahrscheinlich ist, dass das längere Zeit gut geht, dann würde ich den Umbau fortsetzen, wenn die Meinung eher dahingeht, dass das nicht länger als ein paar Jahre halten kann, dann stoppe ich das Projekt besser.

Da der BGK sehr nahe an der Kellerwand liegt, ist der Plan, ihn so zu regeln, dass er nicht ins Minus geht bzw. dass die Sole nicht kälter als vielleicht -1C wird. Mit sehr großen Temperaturschwankungen ist also nicht zu rechnen. Das ganze Ding ist eingesandet, es ist möglich, dass der HB damals auch noch irgendeinen Schutz drumrumgewickelt hat, aber da bin ich mir nicht sicher und die Bilder geben das leider auch nicht her.

  •  Peter2
  •   Silber-Award
1.12.2021  (#1)
Da die Dichtung aus epdm ist sollte die Verbindung eigentlich dicht bleiben. Der Rotguss ist auch sehr beständig und sollte auch eine halbe Ewigkeit halten. Epdm ist beständig gegen Alkohole Säuren und Laugen. Nur bei Mineralöl gibt es zum Teil erhebliche Probleme. Ich nehme an du hast Sohle aus Wasser und Ethanol? Das sollte wenn die Verbindung korrekt montiert wurde eigentlich mindestens zehn Jahre halten. Diese Verbindungen werden zum Teil auch im Wasserleitungsnetz verwendet und das kommt zum Teil sehr lange nicht mehr an die Oberfläche.
Ob du das Risiko eingehen willst musst du wissen. Ich hätte aber keine bedenken. Die Werkstoffe sind für das Medium geeignet und haben eine lange Lebensdauer. Sollte also kein Problem geben.
Mfg
Peter

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
2.12.2021  (#2)

zitat..
Peter2 schrieb: Ich hätte aber keine bedenken. Die Werkstoffe sind für das Medium geeignet und haben eine lange Lebensdauer.

Danke für deine sachkundige Meinung!

Woher weisst du, dass die Dichtung aus EPDM ist? Auf dem "Beipackzettel" steht das nicht... oder gibt die Norm das vor?

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  •  taliesin
  •   Gold-Award
2.12.2021  (#3)
https://www.viega.de/de/produkte/Katalog/Rohrleitungstechnik/Maxiplex.html

Ich denke, da ist keine EPDM Dichtung drin, sondern ein 'glasfaserverstärkter Kunststoffklemmring'. Trotzdem würde ich dem Teil >20 Jahre geben emoji
Rotguss sowieso, selbst meine Kunststoffklemmverbindung für meinen Brunnen liegt schon 10 Jahre im Boden und ist dicht. Wenn da kein Zug draufkommt und die Temperaturschwankung gering ist, bleibt wenig Schadenspotential.

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  •  dyarne
  •   Gold-Award
2.12.2021  (#4)
servus Jan,
das problem sehe ich darin dass sole feinkappilarer ist als wasser, darum sind solche verbindungen für sole auch nicht freigegeben. 
aus der praxis kenne ich erfahrungen dass es funktionieren 'kann'.

daß du nicht in den frostbereich gehst verbessert die situation, frost drückt solche verbindungen regelmäßig undicht, zumindest temporär.

ich würde den technischen kundendienst des herstellers fragen wie er die sicherheit im soleeinsatz einschätzt...

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
2.12.2021  (#5)

zitat..
taliesin schrieb: Ich denke, da ist keine EPDM Dichtung drin, sondern ein 'glasfaserverstärkter Kunststoffklemmring'.

Tatsächlich ist beides drin emoji

Unter deinem Link gibt es die Gebrauchsanleitung:

https://web-catalog.viega.com/de_DE/html/Montage/Rohrleitungstechnik/Maxiplex/6cc7eda8549bb21aac1140946e3446ac_11_de_DE/pdf/ga_maxiplex_11_de_de.pdf

Seite 9 unten:

"Im Verbinder befinden sich ein Dichtelement, ein Druckring und ein Klemmring. Die
Verbinder sind mit einem glasfaserverstärkten Klemmring für eine längs‐
kraftsichere Verbindung ausgestattet."

Noch weiter unten steht:

"Einsatzbereich des EPDM-Dichtelements"

Da sind dann Trinkwasser, Druckluft (!) und Geothermie (!!) aufgezählt, letzteres mit der Einschränkung "maximaler Glykolanteil 50 % am Gesamtwasserinhalt" (unsere Sole hat 25-28% Monoethylenglykol - "Kühlsole N") sowie -10 bis 25C.


zitat..
dyarne schrieb: darum sind solche verbindungen für sole auch nicht freigegeben. 

Wie beurteilst du obiges Zitat aus der Anleitung? Ist das doch eine Freigabe? Zumindest das Dichtelement scheint ja tatsächlich dafür geeignet zu sein... diese Angabe wäre ja nicht zielführend, wenn der Rest es nicht ist.


zitat..
dyarne schrieb: frost drückt solche verbindungen regelmäßig undicht, zumindest temporär.

Weißt du, ob in diesen Fällen Elemente wie dieses verwendet wurden oder "normale" Verbinder?


zitat..
dyarne schrieb: ich würde den technischen kundendienst des herstellers fragen wie er die sicherheit im soleeinsatz einschätzt...

Das werde ich tatsächlich tun - unter Verweis auf diese Stelle der Anleitung. Das ist ja hinreichend konkret.


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  •  Peter2
  •   Silber-Award
2.12.2021  (#6)

zitat..
JanRi schrieb: Woher weisst du, dass die Dichtung aus EPDM ist? Auf dem "Beipackzettel" steht das nicht... oder gibt die Norm das vor?

Auf der Homepage von viega gibt es eine Exposionszeichnung und jedes Ersatzteil extra aufgelistet. Die Beständigkeit lässt sich dann einfach googeln. 
Mfg
Peter

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
4.12.2021  (#7)

zitat..
Peter2 schrieb: Die Beständigkeit lässt sich dann einfach googeln. 

SIehe oben... inzwischen habe ich das mit der Sole sogar in der BDA gefunden. 

Von daher kann man es vermutlich tatsächlich ohne grosses Risiko wagen. Viellicht antwortet der Hersteller auch auf meine Anfrage...

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  •  cacer
  •   Gold-Award
4.12.2021  (#8)
du könntest, neben beidseitiger absperrmöglichkeit, noch ein manometer in diesen kreis einbauen und dann jährlich, in ungenutzten zeiten, einzeln auf druckverlust prüfen.
jahreswerte können dann, im möglichen versagensfall in späteren jahren, schnell einen vergleich bieten.

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
4.12.2021  (#9)
Im abgestellten Zustand wird das Manometer ohne ein separates MAG nichts sinnvolles anzeigen können. Das Rohr ist sehr steif und der Druck sollte damit im Wesentlichen von der Temperatur abhängen.

Ich denke, dass man signifikante Soleverluste leicht am Gesamtdruck erkennen sollte. Zusammen mit einem Druckwächter sollte das Schadpotential somit ziemlich gering sein, denn einige Liter Verlust werden reichen, um einen signifikanten Druckabfall zu erzeugen. Wenn dann die Solepumpe abschaltet, kann nicht viel passieren. Nicht einmal die WPWP [Wärmepumpe] selbst kann dann leerlaufen, denn die Verteilung liegt deutlich über dem Niveau des BKG. Die TB selbst liegt natürlich viel tiefer als der BGK, so dass es im Fall einer Undichtheit reichen sollte, den BGK abzudrehen und ein bisschen Sole nachzufüllen. Bei längeren Abwesenheiten im Winter kann man den BGK ja prophylaktisch abdrehen. Die Abstellmöglichkeit ist jetzt schon vorhanden... der BGK endet an zwei Kugelhähnen, die seit dem Bau geschlossen sind.

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  •  cacer
  •   Gold-Award
4.12.2021  (#10)

zitat..
JanRi schrieb: Im abgestellten Zustand wird das Manometer ohne ein separates MAG nichts sinnvolles anzeigen können. Das Rohr ist sehr steif und der Druck sollte damit im Wesentlichen von der Temperatur abhängen.

genau das meinte ich aber.
wenn man über die jahre einen vergleichswert bei der temperaturschwankung hat, sieht man sehr schnell wenn es auffälligkeiten gäbe.

ein deutliches leck würde natürlich im gesamtsystem schnell auffallen, geringe oder beginnende probleme würden aber erst mal durch das MAG gepuffert und erst auffällig, wenn es schon zu spät ist.

war ja auch nur so ein gedanke ;)

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  •  dyarne
  •   Gold-Award
5.12.2021  (#11)

zitat..
JanRi schrieb: Wie beurteilst du obiges Zitat aus der Anleitung? Ist das doch eine Freigabe? Zumindest das Dichtelement scheint ja tatsächlich dafür geeignet zu sein... diese Angabe wäre ja nicht zielführend, wenn der Rest es nicht ist.

ja, dürfte in dem fall so sein. von anderen verbindern kenn ich das nicht...

zitat..
JanRi schrieb: Weißt du, ob in diesen Fällen Elemente wie dieses verwendet wurden oder "normale" Verbinder?

weiß nur das es branchenübliche lösungen waren...

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
5.12.2021  (#12)

zitat..
dyarne schrieb: ja, dürfte in dem fall so sein.

Der Satz aus der BDA hat mich jedenfalls darin bestärkt, es wirklich zu versuchen (natürlich nur, wenn das Ding den Drucktest vorher besteht).

Ich muss mal schauen, ob ich eine Idee habe, da mit Hausmitteln zumindest ein bisschen Druck draufzubringen. Wenn es nach ein paar Tagen beim Aufdrehen des Hahns noch zischt, ist es nicht komplett undicht emoji

Ansonsten weiss der HB schon, dass er den Kompressor mit den passenden Anschlussstücken mitbringen soll.


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  •  JanRi
  •   Gold-Award
9.12.2021  (#13)
Zwei neue Erkenntnisse:

Ich habe mal mit der "Druck"seite eines Industriesaugers ein bisschen Druck auf das Rohr gegeben. Das erzeugt sicher keinen nennenswerten Überdruck, aber wenn dann man den Kugelhahn leicht öffnet, dann zischt es immerhin einige Sekunden lang. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man das sofort nach dem Druck drauf geben macht oder nach ganzen vier Tagen Pause. Diesen niedrigen Druck hält das Ding also auch vier Jahre nach dem Bau.

Und: Der Hersteller der Schraubverbindung hat geantwortet und gesagt, dass ich das Manual richtig interpretiere und der Verbinder tatsächlich für Sole bzw. Geothermieanwendungen geeignet ist. Sie schreiben, dass sie bei geeigneten PE-Rohren (SDR 11 - ich habe keine Ahnung, was der HB damals genommen hat, aber vermutlich übliches Material) von einer Lebensdauer von 50 Jahren bei diesem Anwendungsfall ausgehen, sofern alles fachgerecht gebaut wird.

Von daher kann ich mir ein erneutes Abdrücken vor dem Umbau wohl sparen: Ich habe nämlich gerade in den alten Bildern gesehen, dass das damalige Abdrücken NICHT direkt nach dem Bau stattfand, sondern erst ein halbes Jahr später (vorher gab es nämlich noch gar keine Kugelhähne an den Rohren und die waren beim Abdrücken definitiv schon da. Da war der Graben schon lange zu und alle anderen Gefahren waren auch schon lange vorbei. 

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  •  JanRi
  •   Gold-Award
11.12.2021  (#14)

zitat..
dyarne schrieb: von anderen verbindern kenn ich das nicht...

Der hier scheint immerhin eine Zulassung für Sole zu haben.

Von daher werde ich es wohl wagen und das Experiment mit dem Hybridkollektor versuchen.

Falls noch jemand eine Idee für die Dimensionierung des als Drossel missbrauchten Mischers hat... (siehe oben gelinkter Thread)...

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