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·gelöst· Wallbox mit FI Typ B nicht über eine Hausverteilung mit FI Typ A ?

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  •  hostmi
29.12.2021 - 2.9.2023
11 Antworten | 4 Autoren 11
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Hallo,

darf eine Wallbox mit integrierten FI Typ B nicht über eine Hausverteilung mit zusätzlichen FI Typ A angeschlossen werden ? So hat`s mir jedenfalls ein Bekannter erzählt. Ich dachte immer bei einen Gleichstromfehler löst Typ B aus und verhindert somit das Typ A in die Sättigung getrieben wird, wodurch dieser evtl. nicht mehr auslöst bei einen gleichzeitigen Fehlerwechselstrom. Also eine Reihenschaltung Typ B und Typ A ist nicht zulässig ?
 

  •  Gemeinderat
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#1)
Ist das die Geschichte von dem "FI A wird blind"? Ich halte davon auch nicht besonders viel, denn der B ist allstromsensitiv und wenn der vorhanden ist, löst der sowohl AC 30mA als auch DC 6mA normgerecht aus (wenn der FI der Richtige ist).
Wenn die Wallbox eh schon (wie meist) DC 6mA integriert hat (also DC Leakage) dann genügt ein vorgelagerter FI Typ A und LS 3P+N (4polig). Auch ein FI A Typ EV würde für die Wallbox schon genügen + LS (gibt auch Kombischalter). 
 


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  •  passra
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#2)
Das ist das mit "FI Typ A wird blind", aber nur bei genau den Gleichstromfehlern, die der Typ B bitte dedektieren und abschalten soll. Auch deshalb ist der Typ B in den meisten Wallboxen integriert, das erleichtert die Installation. Ein Typ A ist ja in der Verteilung meist eh vorhanden.

Andersrum wird somit ein Schuh daraus:
Beim Anschluss einer Wallbox MUSS ein FI Typ B UND ein FI Typ A (oder ein Kombi-FI, eben die genannten EV, gibt es auch) in der Zuleitung oder Wallbox vorhanden sein. Das steht in D auch so in der VDE.
Das hat dein Bekannter genau falsch herum aufgeschnappt. Deine Ansicht ist richtig.

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  •  hostmi
29.12.2021  (#3)

zitat..
Gemeinderat schrieb: Ist das die Geschichte von dem "FI A wird blind"?

Du meinst mit blind das Nichtauslösen von FI Typ A ?

Mir gehts halt darum ist die Komination Typ A 30mA und Wallbox mit Typ B 
6mA erlaubt oder nicht. Typ A ist in diesem Falle vorgelagert.
Machen kann man natürlich vieles...
 


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  •  passra
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#4)
Hast du meine Antwort nicht gelesen? Das ist nicht nur erlaubt, sondern sogar Pflicht. Zumindest in D ist das so und ich sehe nicht, warum es in A anders sein sollte.

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  •  hostmi
29.12.2021  (#5)

zitat..
passra schrieb: Hast du meine Antwort nicht gelesen?

War gerade am Schreiben als Du geantwortet hast - Danke !

Hab meinen Bekannten nochmal gefragt: Elektriker hat bei ihm den LS16A für die Garage, in dem die Wallbox mit FI Typ B angeschlossen ist von der Stromschiene getrennt, damit der Stromkreis nicht in Serie über den FI Typ A von der Hausverteilung läuft...


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  •  passra
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#6)
Dann muss aber die Wallbox, wie @Gemeinderat schreib, sowohl bei AC als auch bei DC-Fehlern abschalten und meiner Meinung nach hat der Elektriker den Stromkreis abgetrennt und in einen eigenen Kreis gelegt, damit ein Ladefehler nicht auch das komplette Haus abschaltet.
Entweder hat er die Erklärung des Elektrikers falsch verstanden oder die Intention des Elektrikers für die Abtrennung war falsch...

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  •  passra
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#7)
Ich hab mal im I-Net passende TExte gesucht:

Die Norm DIN VDE 0100-722 sieht vor, dass für jeden Anschluss von Elektrofahrzeugen ein eigener Stromkreis bereitgestellt werden muss. Darüber hinaus gilt es, jeden Anschlusspunkt durch eine eigene Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA zu schützen. Falls die EV-Ladestation mit einer Steckdose oder Fahrzeugkupplung nach der Normenreihe DIN EN 62196 (VDE 0623) ausgestattet ist, müssen Schutzvorkehrungen gegen Gleichfehlerströme vorgesehen werden, es sei denn diese sind in die EV-Ladestation integriert. Folgende Einrichtungen sind für jeden Anschlusspunkt geeignet:
 • Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) Typ B oder
 • Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) Typ A in Verbindung mit einer geeigneten Einrichtung zur Abschaltung der Versorgung im Fall von Gleichfehlerströmen > 6 mA
Jeder Stromkreis, der einen Anschlusspunkt versorgt, muss durch eine eigene Schutzeinrichtung bei Überstrom geschützt sein. Der Schutz gegen Überlast und Kurzschluss ist durch einen laienbedienbaren Leitungsschutzschalter zu realisieren und nicht durch NH- oder Schraubsicherungen.
Da Ladestationen meist nicht unmittelbar an der Hauptverteilung montiert werden, müssen sowohl der Leitungsquerschnitt als auch der vorbeugende Brandschutz berücksichtigt werden. Zum vorbeugenden Brandschutz müssen selektive Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 300 mA am Anfang des zu schützenden Stromkreises errichtet werden. Verfügt eine Wallbox bereits über integrierte Schutzorgane, muss der Brandschutz je nach Wallboxtyp durch einen selektiven Fehlerstromschutzschalter vom Typ A oder Typ B realisiert werden.

Quelle: ico https://www.voltimum.de/artikel/din-vde-0100-722-normenkonforme

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  •  passra
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#8)
Muss ich mich verbessern, gibt mehrere Varianten:

1. Es ist ein FI Typ B eingebaut wie bei deinem Bekannten, das passt grundsätzlich so.
2. Wäre dort nur der elektronische Wallboxschutz für DC-Fehler, müsste ein zusätzlicher FI Typ A verbaut werden.

Laut dem letzten Absatz müsste aber auch am Anfang des Stromkreises ein FI sein oder der Typ B halt in der Hauptverteilung, nicht erst in der Garage. 

Ich wüsste auch nicht, warum ein Typ B nicht in der gleichen Zuleitung nach einem Typ A sein sollte, das mag keinen Sinn geben, aber verboten ist es nicht.

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  •  Gemeinderat
  •   Gold-Award
29.12.2021  (#9)
Ich kenne es nur so:
Ist ein Typ B FI vorhanden, genügt der LS 3P+N (4polig). 
Ist ein Typ A FI vorhanden, muss der DC 6mA in der Wallbox drin sein (um AC 30mA und DC 6mA zu haben) zzgl. der LS natürlich. 
Ist ein Typ A EV vorhanden braucht es auch nur den LS. 
Die meisten Wallboxen haben KEINEN FI Typ B drin, sondern fast alle das DC 6mA (Gleichfehlerstromüberwachung), daher genügt ein handelsüblicher FI Typ A (AC 30mA) und ein LS (Auslösecharakteristik C oder K - bin mir nicht sicher) 4polig. 
Hat eine Wallbox nichts drin, braucht es FI B oder FI A EV + jeweils LS.
Ich habe eine Lösung mit DC 6mA und in der vorgelagerten Installation (ist eine Drehstromsteckdose für NRGkick) einen FI A und LS. 
Es gibt auch Wallboxen zB. einige VESTEL, die haben den FI A als dezidierten Schalter drin und das DC 6mA Leakage. 
Manche Wallboxen haben keinen FI drin, kein DC 6mA aber einen LS (40A). Da brauchst du dann den FI B oder den FI A Typ EV. 
Anders wäre es mir WEDER für DE noch für AT AT [Außentemperatur] bekannt (aktuell!).

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  •  hostmi
30.12.2021  (#10)
Vielen Dank euch beiden für die umfassenden Erläuterungen !

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  •  longtom
2.9.2023  (#11)
Ich stöbere schon länger ob eine wallbox extra mit einem FI/RCD abgesichert werden MUSS (in Österreich, nicht D).
2 Installationen mit 2 unterschidelichen Elektriker haben unabhängig KEINEN zusätzlichen FI installiert, nur einen 4 poligen LS.
Ich habe noch einen Typ AC RCD RCD [Fehlerstrom-Schutzschalter]/FI keinen A oder B und dieser sichert ALLES in meinem Haus ab (inkl. Wallbox).
Passt das so?

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