« Pflanzen- & Garten

Rasen Sanden

Teilen: facebook    whatsapp    email
  •  fudi6489
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
3.5. - 26.6.2022
12 Antworten | 3 Autoren 12
1
1
Hallo Leute
Da ich mir im Herbst einen Rasenroboter angschafft habe möchte ich vor der Inbetriebnahme meinen Rasen noch gut in Schuss bekommen.

Wir haben sehr viele unterschiedliche Etagen/Bereich in allen möglichen Himmelsrichtungen und mit stark varrierenden Niederschlagsmengen (Wetterseite bzw Haus einseitig dreistöckig und nur ein schmaler Streif der fast keinen Regen abbekommt)

Ich hatte gleich auf allen für mich relevanten Stellen im Süden/Westen eine Bewässerung vorgesehen und diese die letzten Tage im Osten und Norden ergänzt, da im Osten das oben geschilderte Problem auftritt)

Ich habe auch etwas mit unterschiedlichen Untergründen zu kämpfen. Wir wohnen unmittelbar neben einer Bauernwiese und haben deswegen starken Pollenflug.

Ebene Südfläche: 15cm gekaufte Rasenerde stark kompostlastig, verdichtet  bei starken Regen, ansonsten wächst der Rasen dort wunderbar und dicht, allerdings Pfützenbildung-dort kommt der Rasen immer schlecht aus dem Winter

Erhöhte Südfläche: Ursprünglicher Humus vom Grundstück, Rasen ok aber stark kleehaltig und bei weitem nicht so dicht

Westen: Analog zu ebener Südfläche, nur weniger dicht

Osten+Norden: Wird umso weiter es Richtung Norden geht immer schlechter.
Habe die vergangen zwei Jahre schon mit Schatten-Nachsaatrasen (Wolf) gearbeitet aber auf Dauer eigentlich keine Besserung festgestellt. An diesen Flächen ist auch der urspüngliche Humus vom Grundstück ausgebracht, nur leider hatte sich dieser stark mit dem lehmhaltigen Boden verschmischt. Teilweise ist dieser extrem trocken und hart, teilweise wächst einfach kein Gras darauf und teilweise sieht man feines Moos.
Das ganze aber innerhalb von ein paar Metern was eine Behandlung eher schwierig machen wird.

Da ich aufgrund des Rasenroboters zur Ebnung sowieso den gesamten Rasen sanden möchte, wäre es ja für den lehmhaltigen Boden auch von Vorteil wenn dieser etwas üppiger gesandet wird, damit er eventuell etwas wasserdurchlässiger wird und ich in Zukunft mit der Bewässerungsanlage besser steuern kann.

Oder macht das bei so schlechter Verhältnissen gar keinen Sinn und ich sollte die oberste Schicht komplett durch eine feine Rasenerde ersetzen?
Fräse und kleiner Traktor wären bei Bedarf verfügbar.

Ist die Vorhensweise zum Sanden so korrekt wenn ich eine generelle Nachsaat auf der gesamten Fläche einplane:

1)Erstschnitt oder erst nach Düngen siehe 2)
2)Düngen erst ab mindestens 5 Grad Bodentemperatur besser mehr
3)Vorm Vertikutieren so kurz wie möglich Mähen
4)Vertikutieren 1-2mm in Erde ritzen-ohne Korb-anschließend Rasenschnitt entfernen eventuell mit Rasenmäher und Korb (trockener Boden mindestens 15 eher 20°, wenns 3 Tage nicht geregnet hat) danach Lüften
5) Nachsäen und leicht düngen
6)Sanden Körnung ca 0,1-2mm-eventuell auch Rasenerde mit Kompost ( etwa 5kg pro m² einplanen)
Grashalmspitzen müssen sichtbar bleiben
7) Nachsäen wenn Sand größtenteils überwachsen ist-leicht einrechen?

Ich hätte jetzt erleichterten Zugang zu einem Sandkistensand mit 0,3-0,4mm Körnung , ist von diesem abzuraten da er zu sehr verdichtet oder wär das auch eine Möglichkeit?

Liebe Grüße
Jürgen

  •  MissT
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
3.5.2022 ( #1)
Wie groß ist die Rasenfläche?
Welches Ergebnis strebst Du?

Ich versuche mal in aller Kürze ein paar Punkte aufzugreifen:
 • Vernünftiger Boden und guter, zu den Standortbedingungen passender Rasensamen legen die Grundlage für einen schönen, vitalen Rasen. Wenn es hier massiv hapert, dann sind nachträgliche Verbesserungen zeitintensiv und mit großem Aufwand verbunden. Eine Neuanlage kann durchaus Sinn machen.
 • Direkt auf Lehm kannst Du keine vernünftige Rasenfläche bekommen. Der Lehm muss weg, in den Unterboden Sand eingefräst und eine geeignete Rasentragschicht von 10-15cm aufgetragen werden.
 • Wenn der Rasen stärker einzuebnen ist, dann geht das mit Sand oder Sand-Humus-Gemisch nur in Etappen.
 • Wenn Du mit Verdichtungen zu kämpfen hast, ist Sanden alleine zuwenig - bzw. es dauert lange, bis es spürbare Verbesserungen liefert. Du solltest vor dem Sanden so tief wie möglich aerifizieren. Bodenaktivator ausbringen ist auch sehr sinnvoll, dann arbeiten die Regenwürmer mit der Zeit den Sand in den Boden ein.
 • Klee kannst Du gut mit Weed-Ex oder Banvel bekämpfen. Klee ist auch eine Zeigerpflanze für Nährstoffmangel.
 • Betreffend Moos und Deine Schilderungen allgemein: Ich empfehle Dir eine Bodenanalyse durchführen zu lassen - oder zumindest eine zuverlässige pH-Wert-Messung.
 • Der Sand sollte unbedingt gewaschen sein! Zu diesem Thema sowie allgemein zum Thema Bodenbeschaffenheit findest Du auf Youtube im Kanal "Rasenfreak Andreas Krauss" ein paar erst kürzlich veröffentlichte Videos, die sehr sehenswert sind.


  •  fudi6489
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
4.5.2022 ( #2)


MissT schrieb:

Wie groß ist die Rasenfläche?
Welches Ergebnis strebst Du?

Ich versuche mal in aller Kürze ein paar Punkte aufzugreifen:

 • Vernünftiger Boden und guter, zu den Standortbedingungen passender Rasensamen legen die Grundlage für einen schönen, vitalen Rasen. Wenn es hier massiv hapert, dann sind nachträgliche Verbesserungen zeitintensiv und mit großem Aufwand verbunden. Eine Neuanlage kann durchaus Sinn machen.

 • Direkt auf Lehm kannst Du keine vernünftige Rasenfläche bekommen. Der Lehm muss weg, in den Unterboden Sand eingefräst und eine geeignete Rasentragschicht von 10-15cm aufgetragen werden.

 • Wenn der Rasen stärker einzuebnen ist, dann geht das mit Sand oder Sand-Humus-Gemisch nur in Etappen.

 • Wenn Du mit Verdichtungen zu kämpfen hast, ist Sanden alleine zuwenig - bzw. es dauert lange, bis es spürbare Verbesserungen liefert. Du solltest vor dem Sanden so tief wie möglich aerifizieren. Bodenaktivator ausbringen ist auch sehr sinnvoll, dann arbeiten die Regenwürmer mit der Zeit den Sand in den Boden ein.

 • Klee kannst Du gut mit Weed-Ex oder Banvel bekämpfen. Klee ist auch eine Zeigerpflanze für Nährstoffmangel.

 • Betreffend Moos und Deine Schilderungen allgemein: Ich empfehle Dir eine Bodenanalyse durchführen zu lassen - oder zumindest eine zuverlässige pH-Wert-Messung.

 • Der Sand sollte unbedingt gewaschen sein! Zu diesem Thema sowie allgemein zum Thema Bodenbeschaffenheit findest Du auf Youtube im Kanal "Rasenfreak Andreas Krauss" ein paar erst kürzlich veröffentlichte Videos, die sehr sehenswert sind.

Die gesamte Rasenfläche beläuft sich auf etwa 700m².

Als Ergebnis strebe ich eine homogene Rasenfläche an, welche ich nach Vorliebe nicht zu kurz mähen. Deswegen fällts nicht so sehr auf wenn das Ergebnis nicht perfekt ist und sich ab und an etwas Klee versteckt. Wie gesagt wir wohnen am Land mit angrenzenden Wiesen, und entfernt umliegenden Ackerflächen da lässt sich der Klee ohne extrem viel Aufwand oder Gift sowieso nicht ganz fern halten.
Zusätzlich sollte die Fläche durchs Sanden (an manchen Stellen vermutlich mehrere Etappen notwendig) eben werden sodass das Schnittbild des künftigen Rasenroboters schöner wird.

Ich werde denke ich den ganzen Rasen sanden, und wenn die bescheidenen Flächen im Osten und Norden keine Besserung zeigen nächsten Frühling mit der Fräse anrücken und die oberste Erdschicht austauschen.

Ich kann mich erinnern letztes Jahr mal zum Thema Bodenaktivator nachgelesen zu haben und da hat mich der Preis fast umgehauen...muss aber nochmals lesen
Gedüngt wird meist 2-3 im Jahr.
Frühjahr und Herbst mit dem mineralisch-organischen Cuxin Dünger und im Sommer mit Veganosol (jetzt Gartenkorn) welches auch einen Bodenaktivator enthalten sollte.

Die zwei Produkte zum Klee entfernen sehr ich mir mal an, "Gift" möchte ich aber eigentlich keines ausbringen da lebe ich lieber mit dem Klee. Eventuell aber einmal zur gesamten Bekämpfung.

PH Analyse mit dem billigen Test von Neuendorf habe ich schon öfters gemacht mit dem immer selbeb Ergebnis--> Hellblau bis Dunkelblau

Da im Forum alle das selbe Ergebnis hatten denke ich das der Test nicht zuverlässig ist.

Bei einer wertigeren Bodenanalyse bin ich denke ich nicht bereit die Folgekosten zu tragen, wenn ich mir so ansehe was bem Rasendoktor Frühjahrsets kosten. Wäre also vermutlich rausgeschmissenes Geld.
Ist aber auch schon ein Zeitl aus wie ich mich da eingelesen habe, billiger wirds aber nicht geworden sein...

Der Sand war ursprünglich gewaschen und war tatsächlich im Sandkisten. Da der Sand jetzt in mehreren Kisten ausgetauscht wird kann ich den alten haben.
Natürlich werden sich Verunreinigungen, Katzenkot etc drinnen befinden.
Außerdem ist die Körnung mit 0,3-0,4mm eher am unteren Limit des empfohlenen Rasensands anzuordnen. Deswegen weiß ich nicht ob ich damit meinem Rasen einen Gefallen tue.

Danke für deine umfangreiche Antwort
LG Jürgen




  •  mani11
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
4.5.2022 ( #3)
Habe auch große Kleestellen die immer größer werden.
Danke @­MissT für die Produktempfehlung.
Habe vor 3 Jahren den vorhandenen Rasen mit einer LKW Ladung Rasenerde eingeebnet
und große Höhenunterschiede ausgeglichen.
Ich denke die Rasenerde war auch zu kompostlastig. Habe letztes Jahr große Probleme mit verschiedensten Arten von Schwammerln in der Wiese gehabt. Ich schätze mal durch Staunässe.
Ich hoffe mit den Sanden die Schwammerl weg zu bekommen. Und die Wiese noch weiter zu ebnen.
Also hab ich 2 Probleme....viel Klee und im Sommer dann Schwammerl auch noch.
Soll ich zuerst den Klee bekämpfen und dann Sanden?
Oder wie würdet Ihr vorgehen?



  •  MissT
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
4.5.2022 ( #4)
 • ad Schnitt des Mähroboters einebnen: Mach Dir diesbezüglich nicht zuviele Hoffnungen - das sind die Nachteile eines Mähroboters: Ein möglichst sauberes Schnittbild bedarf viel Messerpflege. Eine gleichmäßige Rasenhöhe ist in der Hauptwachstumszeit schwer zu erreichen - mit ein Grund den Mähroboter besser deutlich überzudimensionieren, damit er die gesamte Fläche innerhalb möglichst kurzer Zeit abdecken kann.
 • ad Einebnen mit Sand: Es kommt auch stark darauf, wie ausgeprägt die Unebenheiten sind. 4-5cm tiefe "Sandbunker" funktionieren nicht. 
 • ad Gartenkorn: Das Produkt ist in einem anderen Thread auch kürzlich vorgekommen. Ich halte davon ehrlich gesagt nichts. Wenn man sich die Infos auf der Homepage durchliest, dann ist offensichtlich, dass der Hersteller keine Ahnung hat von Rasenpflege.
 • ad Neudorff pH-Test: Ich war auch skeptisch. Im Nachhinein haben sich die Messergebnisse aber durchaus bestätigt. Man sollte aber besser größere Proben bestimmen. Hellblau bis Dunkelblau bedeut einen pH-Wert im Bereich 6-7: Das passt für Rasen.
 • ad Rasendoktor: Der hat einfach völlig überzogene Apotheker-Preise - ich würde dort nur kaufen, wenn ich das Produkt nirgendwo anders bekomme. Seine Videos zeugen auch nicht gerade von überboardender Fachkompetenz.
 • Den Sand aus den Sandkisten solltest Du schon verwenden können. Bei 700m2 reiner Rasenfläche wirst Du damit aber nicht weit hüpfen: Ich habe für 450m2 bereits recht ebener Rasenfläche letzten Herbst ca. 2m3 gebraucht. Misch ihn einfach mit einem (gewaschenen!) 0,1-2er. 


  • ▾ Werbung
    Energiesparhaus.at ist Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramms, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Partner-Links zu Amazon.de Entgelte verdient werden können.
Hallo MissT, schau mal hier im Shop nach, da siehst du Preise und wirst sicher auch fündig.
  •  MissT
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
4.5.2022 ( #5)
@mani11:

Je mehr ich mich mit der Rasenpflege auseinandersetze, desto mehr tritt für mich zu Tage: Es kommt auf echt viele Details an, die von Herstellern gerne mal ignoriert werden, weil die wenigsten Endkunden wissen, worauf sie achten müssten. 

Noch ein Wort zum Einebnen: Wenn es mehr einzuebnen gibt, würde ich Sand mit Humus im Verhältnis 1:1 bis 2:1 mischen. Mit Rasenerde hast Du ein Verhältnis von bestenfalls 3-4:1. Die Problematik ist die, dass sich die Erde noch setzt und bzw. der organische Anteil sich zersetzt und der Effekt des Einebnens damit zum Teil wieder verloren geht. 

Wegen der Schwammerl würde ich mir nicht zu viele Gedanken machen, die lassen sich schwer verhindern und stellen kein echtes Problem dar. Mit Staunässe muss das nicht zwingend etwas zu tun haben. Sand kann aber durchaus helfen, weil die oberste Schicht etwas trockener ist.

Die Reihenfolge Kleebekämpfung vs. Sanden finde ich nicht so wichtig, aber den Klee siehst Du vor dem Sanden (und dem hierfür nötigen niedrigen Mähen) sicher besser. Besorg Dir eine Druckspritze. Ich bekämpfe Klee u. dgl. Unkräuter nur durch punktuelles Spritzen 1-2x pro Jahr. Der Klee ist oft schon nach 2-3 Tage wie vom Erdboden verschluckt. Ich lasse die Klee-Stellen aber nicht groß werden, sonst wird die Bekämpfung sicher schwieriger.

  •  fudi6489
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
22.6.2022 ( #6)
So, ich hab mich nun dazu überwinden können die am stärksten betroffene Stelle im Osten mit etwa 80m² (siehe erster Beitrag) komplett mit dem Bagger abzutragen und danach hochwertige Erde auszubringen.
Erst wenns dort schön aussieht wird der gesamte Rasen gesandet, was vermutlich im Herbst sein sollte.

Wir haben rund 20-25cm Erde entfernt und diese soll jetzt bestmöglich ergänzt werden.

Untergrund ist lehmige Erde.
Eine Bewässerung ist vorhanden, ebenso ein Kleintraktor mit Fräse.

Bis zur Bewässerungsleitung hätte ich noch etwa 15cm die gefräst werden könnten.

Oder würdet ihr komplett aufs Fräsen verzichten? 

Auch bei der Erde bin ich sehr unschlüssig und muss heute mal mit dem Gärtner und der Kompostieranlage telefonieren.
Für eine größere Fläche haben wir von wo anders Kompost verwendet da nichts anderes zur Verfügung stand und mit dem war ich vor allem in den ersten beiden Jahren nicht zufrieden. (Staunässe, Pilze, Rasen wuchs nicht ordentlich) Jetzt passts aber ganz gut bis auf die Staunässe.

Die Kompostieranlage bietet Rasenerde an, der Gärtner meines Wissens Humus.

Die Rasenerde dürfte Kompost vermischt mit Sand sein.

Wie würde ihr den Aufbau in dem schattigen Bereich (Osten aber eigentlich nie sonnig, da vormittags beschatten durch Wald) mit 25cm Höhe machen und welche Erde wäre am besten geeignet?

Produkte habe ich jetzt bei agrarshop folgende gekauft:
"Manna Rasensamen Schatten Sonne"
"ICL Landscaper Pro New Grass"

Außerdem habe ich noch einen halben Sack "Landscaper Sun and Shade" im Keller.

Würdet ihr noch irgendwelchd zusätzlichen Produkte einarbeiten?

Liebe Grüße  Jürgen 


  •  MissT
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
22.6.2022 ( #7)


fudi6489 schrieb: Bis zur Bewässerungsleitung hätte ich noch etwa 15cm die gefräst werden könnten.

Oder würdet ihr komplett aufs Fräsen verzichten? 

Ich hätte wegen des geringen Abstands zur Bewässerung ein flaues Gefühl beim Fräsen. Entweder bloß 2cm Sand drauf und sehr oberflächlich einfräsen oder aufs Fräsen überhaupt verzichten. Wenn noch 25cm gute Erde drauf kommt, sollte es auch ohne gehen. 

Rasenerde sollte eine Mischung aus Kompost, Humus und Sand sein. Ich würde nochmal genau nachfragen und auf keinen der drei Bestandteile verzichten. Vielleicht verraten sie Dir sogar die jeweiligen Anteil. Es ist vorteilhaft - insbesondere hinsichtlich des Komposts - wenn die Rasenerde gesiebt ist. Sonst hast Du nicht vollständig verrottete Organik drinnen, die beim Planieren etwas lästig ist.

Planieren > Walzen > Setzen lassen > Planieren > Walzen > Ansäen - sollte klar sein.

Bodenaktivator sollte wegen des Kompostanteils in der frischen Erde eher nicht nötig sein. Diesen würde ich ggf. nur vor der Rasenerde aufbringen und. ggf. einfräsen oder einwässern.

Es ist jetzt etwas müßig darüber zu schreiben, weil Du schon bestellt hast, aber: 
+ Ich persönlich würde Starterdünger nur nach einer Bodenanalyse ausbringen, denn häufig ist eh Phosphor im Überfluss vorhanden.
+ Die beiden genannten Rasensamen-Mischungen enthalten beide sehr hohe Festuca rubra-Anteile. Grundsätzlich ist das ein sehr schönes, feines Gras. Es ist aber nicht sonderlich belastbar und eher für Zierrasenflächen gedacht. Ich hätte auch wegen des Roboterbetriebs starke Bedenken. Wegen der Schattenflächen wäre aus meiner Sicht ein Anteil von 5-10% Poa Supina-Anteil sinnvoll. Diesbezüglich wird die Roboter-Rasen-Mischung von Garten Wild (BRD) in einem anderen Forum häufig sehr lobend erwähnt.




  •  fudi6489
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
22.6.2022 ( #8)
Danke dir
Die Rasenerde ist ein Gemisch aus 70% Kompost und 30% Sand, er kann mir aber jede andere Mischung auch machen.
Preis liegt bei 50€/m³

Der Humus ist laut Gärtner eher schwer (lehmhaltig) und müsste in meinen Fall sicher mit Sand gemischt werden.
Preis liegt bei 15€/m3

Ich denke dass ich aufgrund des Preises den Untergrund nicht mehr fräse und die Höhe auf -5cm mit Humus wo ich Sand einfräse abziehe.
Wieviel Sand sollte ich hier beifügen?

Und die oberen 5cm Rasenerde auftrage und vielleicht ein bisschen Humus beimenge.
Der Gärtner hat gemeint ich soll mir mal einen Kübel von der Rasenerde holen und Gartenkresse einsetzen und sollte sie nicht nach 3-4 Tagen wachsen lieber Abstand von der Rasenerde nehmen da zu "scharf".

Danke für den Tipp mit dem Rasensamen, den werde ich dann für die Nachsaat verwenden die bestimmt notwendig sein wird.

Liebe Grüße
Jürgen 




  •  fudi6489
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
24.6.2022 ( #9)
Ich bin noch etwas unschlüssig ob des Bodenaufbaus, was würden die Experten hier im Forum bei meinen oben geschriebenen Möglichkeiten empfehlen?

Sand 0-2mm gibts im Lagerhaus auch noch...

Liebe Grüße
Jürgen

  •  MissT
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
24.6.2022 ( #10)
Mir scheint der Preis für die Rasenerde recht hoch und würde ggf. auch noch bei jemand anders anfragen. 

Ansonsten: 70% Kompost würde mir persönlich nicht zusagen, da sich dieser noch weiter zersetzt und es zu noch mehr Setzungen über einen längeren Zeitraum kommen wird. Wenn er Dir schon anträgt, dass er Dir andere Mischungen herstellen kann, dann würde ich 30% Humus, 40% Kompost und 30% Sand nehmen. Damit sollte auch der Preis niedriger werden. Das Mischen sollte kein Problem darstellen, er hat sicher eine Anlage zum Versieben.

Frag beim Sand mal nach, um welchen es sich genau handelt und ob er gewaschen ist. Vorsicht bei ungewaschenem Sand oder wenn es sich nicht um Quarzsand handelt, sondern um einen Sand aus kalkhaltigem "Dolomit". (Bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier den richtigen Begriff im Kopf habe.) Ungewaschener Sand mit Feinstanteilen macht den Boden zu statt auf, der Kalkgehalt hebt den pH-Wert an.

Ich würde nicht 20cm von einem Produkt und 5cm von einem anderen auftragen. Bedenke den großen Mehraufwand. Und sofern nicht alles mit einem LKW-Zwicker erreichbar ist, wird der Boden durchs Befahren unregelmäßig verdichtet.

  •  fudi6489
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
25.6.2022 ( #11)


MissT schrieb: dann würde ich 30% Humus, 40% Kompost und 30% Sand nehmen. Damit sollte auch der Preis niedriger werden. Das Mischen sollte kein Problem darstellen, er hat sicher eine Anlage zum Versieben.

Ich muss Anfang nächter Woche nachfragen, mit unterschiedliche Mischungen meinte er definitiv den Kompost-Sand Anteil. Es handelt sich hierbei um die örtliche Kompostieranlage, deswegen hat er auch keinen Humus lagernd und vermischt den entstandenen Kompost nur mit Sand und verkauft dieses Gemisch dann als Rasenerde.

Gestern hab ich mir auf Empfehlung des Gärtners einen Kübel geholt und Kresse angebaut.
Der Besitzer der Kompostieranlage hat mir auch noch den Tip gegeben selbiges in einem verschlossenen Gurkerlglas zu versuchen.
Denn wenn der Kompost noch zu frisch ist gast er aus und die Kresse wird dann gleich nach der Keimung gelb, vor allem auch für Glashausbesitzer ein wichtiger Test meinte er.

Auf Gartenjounal.de wird folgendes angegeben: "Idealerweise besteht Rasenerde aus 50 Prozent Kompost, 40 Prozent Humus und 10 Prozent Sand. Die Zugabe von Torf ist nicht notwendig."

Warum denkst du dass ein anderes Verhältnis besser ist? Oder gehts hier eh um meinen lehmhaltigen Unterboden, deswegen mehr Sand?
Edit:Habs schon weiter unten auf deren Homepage gelesen dass ein höherer Sandanteil empfohlen wird.


MissT schrieb: Frag beim Sand mal nach, um welchen es sich genau handelt und ob er gewaschen ist.

Mach ich.


MissT schrieb: Mir scheint der Preis für die Rasenerde recht hoch und würde ggf. auch noch bei jemand anders anfragen. 

Der Vorteil besteht darin dass es sich um örtliche Firmen handelt, und ich den Transport mit einem befreundeten Landwirt für ein paar Flascherl und ein paar Liter Diesel durchführen kann. Ein Bekannter hat auch einen Lastwagen mit Zwicker, derbefreundete Transport ist aber glaub ich nicht mehr so wirklich möglich und das würde auch wieder zusätzliche Kosten verschlingen, aber da müsste ich mal nachfragen. Der Plan wäre aber eigentlich mit einer Hand voll Leuten und Schiebtruhen die Erde zu Verteilen und dann gleich geschichtet zu walzen, bis der Traktor dann mit der neuen Fuhre wieder da ist sollte die Erde schon grob verteilt sein. Bagger ist auf jeden Fall keiner mehr vorhanden. Das Verteilen sollte an einem Vormittag erledigt sein denke ich.
Die Transportkosten mit Lastwagen aus einem anderen Ort würden den Mehrpreis der Erde sicher überwiegen, aber ich kann ja nochmals fragen ob noch was drinnen ist ;)
Zusätzlich bleibt so das Geld im Ort bei Leuten die ich kenne.

Zitat gartenjournal.de "Diese Zusammensetzung sorgt zudem für genau den richtigen Mix an wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphat und Kalium. Zudem liegt der pH-Wert möglichst zwischen 5,5 und 6, denn dabei wachsen Gräser am besten. Eine Beimengung von extra Dünger ist hingegen nicht notwendig. Gedüngt wird erst später, wenn der Rasen bereits eine Weile kräftig gewachsen ist."

Sollte man tatsächlich auf einen Starterdünger verzichten, oder bewirkt dieser ein sicheres keimen?

Edit: Hab gerade mit`n Kompostierer geredet: Zum richtigen Sieben in diesen Mengen hat er nichts und aktuell auch nicht genug Sand für mein Vorhaben liegen, den müsste ich also bringen lassen. Grundsätzlich ist das Mischen kein Problem, er macht Zeilen und schütten die Produkte übereinander und hat dann eine Maschine die die Zeile entlang fährt und vermischt.
Das sollte zufriedenstellen funktionieren, wissenschaftlich ist`s vermutlich nicht.
Werde am Montag den Gärnter anrufen, eventuell hat er besseres Gerät und ich lasse es bei ihm mischen.

Liebe Grüße
Jürgen

  •  MissT
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
26.6.2022 ( #12)
Bezüglich Verteilen mit Scheibtruhen: Bedenke, dass 25cm Höhe auf 80m2 Fläche ein Volumen von 40m3 ergibt - bei loser, durchgefräster Erde kannst Du das vermutlich mit dem Faktor 1,2 bis 1,3 multiplizieren. In eine Scheibtruhe bringst Du ca. 100L. Ideal wäre, wenn der LKW mit einem Zwicker direkt auf die Fläche abladen könnte. Ansonsten wäre ein Dumper hilfreich. Ein Bagger muss nicht sein.

Das Gartenjournal ist nicht unbedingt eine tolle Quelle für Fachwissen rund um den Rasen. Grundsätzlich hat die frische Rasenerde sicher einen ausreichend hohen Nährstoffgehalt. Beim Starterdünger geht es nur um den höheren Phosphor-Gehalt, da Phosphor das Wurzelwachstum begünstigt - meines Wissens aber nicht unbedingt die Keimung. Phospor wird aber ansonsten sehr wenig verbraucht, ist meistens bereits ausreichend vorhanden und ein Überschuss führt zu Problemen. Es wird z. B. Schneeschimmel begünstigt. Deshalb würde ich ihn nicht ausbringen, sonder stattdessen darauf achten, dass Du später rechtzeitig (= noch bevor Mangelerscheinungen auftreten) mit dem Düngen beginnst. Wenn Du eine möglichst gute Keimung möchtest, dann könntest Du den Rasen vorkeimen - hilft auch Wasser sparen! - und/oder den Samen etwas abdecken: Entweder mit einer dünnen Schicht Rasenerde oder mit einem Vlies. Damit kannst Du die Feuchtigkeit auf einem gleichmäßigeren Niveau halten. 

Das, was Dein Kompostierer betreffend Mischen schildert, klingt für mich einwandfrei. Er wird wahrscheinlich mit der gleichen Fräse drüberfahren, mit der er sonst den Kompost während der Verrottungsphase immer wieder durcharbeitet. Das Mischergebnis ist sicher völlig einwandfrei. Was ich mir aber sehr genau ansehen würde, ist die Körnung. Ich vermute, dass es ohne Sieben zu viele grobe Kompost-Anteile gibt. 

1


Beitrag schreiben oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

Nächstes Thema: kumquat baum obi - nicht essbar?
« Pflanzen- und Gartenforum