» Diskussionsforum » Energie- und Haustechnik-Forum

Nibe 1155 WP - Außentemperaturgeführt

33 Beiträge | letzte Antwort 9.1.2019 | erstellt 3.1.2019
Hallo allerseits,

eine Frage zur Nibe 1155, verzeiht wenns schon wo behandelt worden ist, ich habe jedenfalls nichts gefunden. Einen der allgemeinen Threads wollte ich dazu nicht weiter verschandeln.

Unsere WP ist außentemperaturgesteuert. Der interessierte Nibe Anwender kennt die Einstellungen zu Filterzeit und Heizungsstart, sowie die Funktion der Heizkurve.

Jetzt ist es so dass die Filterzeit sich nur dahingehend auswirkt ob die Heizung läuft oder nicht. Also z.b. im Mittel über 24h beträgt die Aussentemperatur unter 15°C -> Heizung: Tu was.

Gehen wir davon aus dass die Heizung also läuft.
Nun wird also in Folge die VL Temperatur in Abhängigkeit der Aussentemperatur gesteuert. Hier spielen Filterzeiten allerdings keine Rolle. Bei unserem Wetter, speziell heuer, kommt es oft zu erheblichen Aussentemperaturunterschieden während des Tages. Also z.b. -1°C in der Früh, dann Föhnsturm mit +12°C, dann wieder Abkühlung, etc.
Die Heizung geht nun bei Föhn sofort massiv runter mit der VL Temperatur, kühlt es nun aber draussen ab und ist die berechnete VL Temperatur dann auf einmal 3°C über der aktuellen, hat sie die liebe Not das wieder aufzuholen. Danach wenn es warm wird dümpelt sie wieder bei wenigen Hertz und wenig VL Temperatur dahin. Das Spiel wiederholt sich...

Wäre es nicht wesentlich schonender für die WP wenn sie auch die Heizkurve nicht an der aktuellen Außentemperatur anwendet, sondern an einem Mittelwert, z.b. unter Berücksichtigung der Filterzeit? Macht doch auch für die gut gedämmten Häuser kaum Sinn während des Tages die VL Temperatur so oft und so stark nach oben und unten zu regeln? Oder bin ich da völlig am Holzweg? Oder noch besser, gibts vielleicht sogar eine Option und ich hab es nur noch nicht im Menue gefunden?

mfG,
Michael

 
3.1.2019 16:16


dyarne schrieb:

abweichung x faktor verbiegt die heizkurve...

also 0,5° abweichung bei faktor 4 verbiegt um 2°


 Kann ich so momentan nicht bestätigen, auch nicht wenn ich die hohe Ungenauigkeit des Uplinks berücksichtige:

Innentemperatur 21,5°C
Außentemperatur -1,3°C
VL-berechnet 27,2°C

Nun mal den Einfluss des Innenraumfühlers aktiviert:

Innenraum-Soll 21,5°C
Faktor 1,0
VL-berechnet 25,2°C
Geht also sofort 2 Kelvin runter...
3.1.2019 16:19


ricer schrieb: und eine LWP in den kalten Nächten nicht Gas gibt...


 in dem fall klingts interessant.
muß mir deine studien dazu unbedingt noch reinziehen...

wenn tag/nacht so schöne wellen machen würde das wohl gehen.
aber wenn prinzipiell steigende oder fallende temepraturen über tage auftreten dann wird der regler wohl großen stress bekommen...
3.1.2019 16:20


dyarne schrieb: war nur ein beispiel.
aber deines gefällt mir genausogut ...

20hz regelbreite ist ja gar nix. das ausregeln kommt ja vor allem von den lästigen störungen, wie bsplw ww-laden und tarifabschaltung...


Das stimmt natürlich und bei einer EWP ist´s ja grundsätzlich aufgrund der schön konstanten Quelle auch egal ob sie bei niedrigen Außentemperatur mal Gas gibt. 
Bei einer LWP könnte es aber vielleicht einen tatsächlich spürbaren Vorteil bringen.


dyarne schrieb: 
wenn tag/nacht so schöne wellen machen würde das wohl gehen.
aber wenn prinzipiell steigende oder fallende temepraturen über tage auftreten dann wird der regler wohl großen stress bekommen...


 Ja, denn würde er mit der Regelung immer etwas hinterherhängen. 
Ob´s in der Praxis eine Rolle spielt wäre interessant...


3.1.2019 16:52



 Kann ich so momentan nicht bestätigen, auch nicht wenn ich die hohe Ungenauigkeit des Uplinks berücksichtige:

Innentemperatur 21,5°C
Außentemperatur -1,3°C
VL-berechnet 27,2°C

Nun mal den Einfluss des Innenraumfühlers aktiviert:

Innenraum-Soll 21,5°C
Faktor 1,0
VL-berechnet 25,2°C
Geht also sofort 2 Kelvin runter...


 bei mir habe ich 26,0°C VLT aus der "Heizgerade" und im Moment 22,0 - 22,2°C RT.
RT Soll steht auf 22,5°C.
Defizit: 0,5-0,3K
VLT Soll = 26,3°C
Faktor 0,5 (müsste ich nachschauen, kann auch 0,6 sein).
Passt aber genau.


3.1.2019 16:55
Ja, bei dir kommt die Rechnung hin.
Ich werde das bei mir nochmal direkt an der WP überprüfen.

:edit:
Kommando zurück, genau so wie von dyarne beschrieben funktioniert´s. 
Bedienerfehler 
3.1.2019 23:49
Hi,

ich finde den Gedanken einer leichten (!) Glättung der Kurve ebenfalls sinnvoll, damit die Heizung gleichmäßiger laufen kann.

Eigentlich müsste man sowas durch die geschickte Kombination einer Masse mit bekannter Wärmekapazität und einer dazu abgestimmten Dämmung hinbekommen, ohne die Software ändern zu müssen. Der Sensor käme dann mit der Masse in die Dämmung. 

Wie stark das glättet, ließe sich ausrechnen und über die Wahl von Dämmung und Masse leicht den Bedürfnissen anpassen. Müsste man mal durchrechnen, ob dabei vernünftige Abmessungen rauskommen würden.

Viele Grüße,

Jan
4.1.2019 12:00
Ich teste grad mit Faktor 1,8 - 2 und fahr ganz gut.. war zeitweis sogar zu warm..
Was habts ihr alle fürn Faktor?
8.1.2019 16:16
Buderus scheint die Funktion einer einstellbaren Dämpfung der errechneten VL-Temperatur abhängig von der Bauweise zu bieten:

https://www.energiesparhaus.at/forum-beurteilung-optimierung-luft-wp-puffer-190m2wfl/52297
8.1.2019 18:05


Lindenwirzt schrieb: Wäre es nicht wesentlich schonender für die WP wenn sie auch die Heizkurve nicht an der aktuellen Außentemperatur anwendet, sondern an einem Mittelwert, z.b. unter Berücksichtigung der Filterzeit?


wieso nimmst nicht dafür die gms her? sagen wir -1000 als startwert?
8.1.2019 18:33
Die GMS haben keinen Einfluss auf die berechnete VL Temperatur. Ich kann damit die Zeiträume für GM abbauen (VL Temp. muss mind. erreicht sein) und GM aufbauen (VL kleiner berechneter VL) steuern, bei niedriger Heizlast somit auch die Anzahl der Takte.
Mein ursprünglicher Gedanke bei diesem Thread war aber das die VL Temperatur an gewissen Tagen bei stark schwankenden Außentemperaturen ebenfalls stark schwankt und somit der Verdichter recht unregelmäßig arbeitet (einmal 50, dann wieder 80Hz) anstatt z.b konstant mit 60Hz zu fahren was über den Tag dasselbe Ergebnis hätte und ev. schonender für das System wäre. Scheint aber wie ich es verstanden habe nicht wirklich ein Problem zu sein, die eingeschobenen WW Zeiten wirken sich wesentlich mehr aus.
8.1.2019 20:14


Lindenwirzt schrieb: Die GMS haben keinen Einfluss auf die berechnete VL Temperatur



Lindenwirzt schrieb: aber das die VL Temperatur an gewissen Tagen bei stark schwankenden Außentemperaturen ebenfalls stark schwankt und somit der Verdichter recht unregelmäßig arbeitet (einmal 50, dann wieder 80Hz)


berechnete vl und vl sind zwei dinge.
wenn du die gms ins negative wandern lässt, dann ist die vl temp niedriger als berechn. und der verdichter arbeitet auch weniger als er müßte, resp wenn es wärmer wird, können gms abgebaut werden - vl temp höher als berechn. - und der verdichter arbeitet mehr als er müßte.
d.h. so glättest du vl temp gegenüber den stark schwankenden berechn vl temp
9.1.2019 9:07
Hallo brink,

ich verstehe was du schreibst, mir ist auch die Funktionsweise klar, einzig deinen Schluß kann ich nicht nachvollziehen, also warum die VL Temperatur dadurch geglättet werden soll.

Wenn die Anlage 1000GMS abbauen will dann läuft sie für die Menge an GM über Stunden in diesem Betrieb, in dieser Zeit versucht sie immer die aktuelle berechnete VL Temperatur zu übertreffen, ansonsten würde ja keine GM abgebaut. D.h. in dieser Zeit ändert sich die berechnete VL Temperatur augenblicklick wenn sich die AT ändert und somit auch die tatsächliche VL Temperatur.

Sind die GM schließlich abgebaut (bei 0) und werden anschließen auf 1000 aufgebaut so ist die VL Temperatur irgendwo unter der berechneten VL Temperatur. In dieser Zeit ist die Abhängigkeit der VL Temperatur zur berechneten VL Temperatur vermutlich geringer.
Insgesamt ändere ich dadurch aber nichts, da über eine längere Zeit die Zeiträume von Auf- und Abbauen der GMS ident ist. Daher verstehe ich den Ansatz nicht. Sorry, da habe ich noch einen Verständnisfehler.

lG,
Michael
9.1.2019 11:21
zugegeben, meine formulierung "vl temp glätten" ist pauschal nicht ganz richtig.

die integralsteuerung mit gms ist ja übernommen/überführt worden von den on/off maschinen. die hatten ja nur einen arbeitspunkt (verdichter 50hz o.ä.) und die gms erlaubten das passende takten einzustellen.
mit der modulation kann zusätzlich der verdichter mitmodulieren. und der hat operative grenzen, die auch beeinflussbar sind. - verdichtersperrbereiche
mit den gms kannst dann bestimmen das takten sowie wie lange der verdichter am einer der operativen grenze picken bleibt. so kannst die vl temp lange entlang einer grenze fahren lassen, obwohl mehr/weniger nötig wäre.

(im ersten winter habe ich mit fast -1500 gearbeitet und die wp pickte lange bei 20hz. in der herbstlichen übergangszeit war's ok, weil es die tag/nacht unterschiede ausgleichen konnte und ich konnte verdichterstarts sparen. aber eigentlich wollte ich zu jeder aussentemp den richtigen wärmeeintrag durch die heizung haben. so ist der komfort höher. derzeit habe ich -300 gms.)

du wünschst dir, dass die wp nicht anhand der aktuellen at regelt, sondern anhand einer geglätteten at regelt.
der at fühler sitzt schon mal in einem gehäuse, damit er nicht extrem ausschlägt, wenn mal ein lüftchen vorbeirauscht. weiters wird auch empfohlen den at fühler nicht irgendwo "dem weltraum exponiert" zu setzen sondern unter ein vordach o.ä.
du könntest nun ein "alternatives" gehäuse für den at fühler basteln resp eine bessere position finden, sodass die at fühlerwerte noch mehr "gedämpft" werden. so könntest primär das erreichen, was du dir wünschtest.

der hier mehrfach vorgeschlagene it fühler führt meiner meinung nach zu einer weiteren anderen mit-regelung. du willst aber eigentlich eine dämpfung. 



Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Energie- und Haustechnik-Forum