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  •  weight4light
24.8. - 26.8.2022
13 Antworten | 8 Autoren 13
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Gerade auf einen interessanten Artikel des WE Forums gefunden: https://www.weforum.org/agenda/2022/07/electric-vehicles-world-enough-lithium-resources/#:~:text=The%20IEA%20says%20the%20world,EVs%20in%202023%2C%20Reuters%20reports.

In a nutshell:

Lithium wird knapp ab 2025
2 milliarden auto sollten 2050 elektrisch unterwegs sein um die co2 emissionen drastisch zu reduzieren, Verkäufe in 2021 aber nur 6 Millionen und einige Autohersteller sind bereits sold out für 2022

Lithium vor allem an wenigen Teilen der Erde zu finden (Australien, China, Chile,...), Abbau sehr wasserintensiv, San Cristobal Mine 50,000 liter pro tag, problematisch in trockenregionen wie Australien, Chile


Recycling von Batterien in Kinderschuhen

Was sind eure Meinungen dazu?

Mich wundert, dass obwohl wir doch als intelligente Lebewesen gelten, es nicht schaffen, Produklebenszyklen zu Ende zu denken und so den endlichen Ressourcenverbrauch auf einem geringen Niceau zu halten.

Vielmehr ist das Muster: Rohstoff A haben wir fast erschöpft, nehmen wir uns Rohstoff B vor mit vielleicht einer neuartigen Technologie dahinter bis diese erschöpft ist...und weils eh wurscht ist schmeißen wir die alten Überbleibsel weg und verschiffen sie nach Afrika/Indonesien. 

Pervers das ganze. Recyclen ist leider kein sexy Investment, ich sehe echt betrübt in die Zukunft...

  •  Solarbuddys
25.8.2022 ( #1)
Haben wir mal wo aufgeschnappt ....

https://saubermacher.at/leistung/e-auto-batterie-recycling/

Das Problem ist laut deren Info das noch zu wenige E-Autobatterie etc im Umlauf sind da die Zykluse noch zu kurz sind.
Hab einen Recyclingeert von 80% im Kopf - Technologie wurd dann verbessert/erweitert wenn mehr Altteileruecklauf da ist, ist in vielen Branchen so.


  •  dyarne
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
25.8.2022 ( #2)


weight4light schrieb: Mich wundert, dass obwohl wir doch als intelligente Lebewesen gelten, es nicht schaffen, Produklebenszyklen zu Ende zu denken und so den endlichen Ressourcenverbrauch auf einem geringen Niceau zu halten...

zum glück ist hier bloß recherche/artikel nicht sonderlich gut....


weight4light schrieb: Lithium wird knapp ab 2025...

die lieferketten - nicht der rohstoff
viele schlüsselspieler haben vorgesorgt. so steht die bis vor kurzem größte Lion fabrik, das joint venture von Tesla & Panasonic in der wüste Nevadas auf einem Lithium vorkommen. Tesla besitzt bereits die schürfrechte...


weight4light schrieb: 2 milliarden auto sollten 2050 elektrisch unterwegs sein um die co2 emissionen drastisch zu reduzieren, Verkäufe in 2021 aber nur 6 Millionen und einige Autohersteller sind bereits sold out für 2022...

nicht anders als bei wärmepumpen...
wir können nicht in kürze die versäumnisse von jahrzehnten nachholen...


weight4light schrieb: Lithium vor allem an wenigen Teilen der Erde zu finden (Australien, China, Chile,...), Abbau sehr wasserintensiv, San Cristobal Mine 50,000 liter pro tag, problematisch in trockenregionen wie Australien...

das stimmt nicht. der wasserintensive abbau ist die minderheit (salzseen), der großteil wird bergmännisch abgebaut wie in Australien...
das wohl größte europäische Lithium vorkommen befindet sich in ... Österreich, Kärnten, Wolfsberg. dort wurde vor jahrzehnten nach Uran für Zwentendorf gegraben und Lithium gefunden. wer braucht schon Lithium, die enttäuschung war groß ...


weight4light schrieb: Recycling von Batterien in Kinderschuhen

gaaaanz im geggenteil. das recycling steht, bloß halten die blöden akkus viel zu lange. und dann steht da auch noch dieses lästige second life als hausakku im wege.. so kommen wir auf lebenszyklen von 25-40 jahren - und dann werden aus dem alten akku neue akkus gebaut..



hier die Düsenberg methode, dabei wird im container vorort recycled. die stoffe sind so rein daß daraus wieder akkus produziert werden können...




96% stoffliche wiederverwertungsquote...

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  •  tomsl
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
25.8.2022 ( #3)
@dyarne danke danke danke! Deine Beiträge sind echt wertvoll!



  •  weight4light
25.8.2022 ( #4)
@dyarne: letztens war dazu ein Artikel im Standard als Denkanstoß, dann ein bissl recherhiert und leider zwischen Arbeit und Kinderbetreuung nicht die Zeit gefunden intensiver zu suchen - ich glaube grundsätzlich gehen wir gedanklich in dieselbe Richtung (Welt für Folgegenerationen lebenswert zu erhalten). Du bist mit der Erdwärme da sicher auf gutem Wege einen Beitrag zu leisten. Ich versuche mir nur ein Bild zu machen vom Lithiumabbau.


dyarne schrieb: das stimmt nicht. der wasserintensive abbau ist die minderheit (salzseen), der großteil wird bergmännisch abgebaut wie in Australien...

Hier muss ich dir wiedersprechen, das ist ganz und gar nicht die Minderheit wenn man sich die Reserven anssieht, siehe https://www.usgs.gov/centers/national-minerals-information-center/lithium-statistics-and-information -> Bericht 2021:



Chile hat mit Abstand die größten Reserven, die wahrscheinlich mehrheitlich in der Atacama Wüste liegen und damit ein überaus wasserintensiver Abbau erfolgen wird. Die Folgen des Lithiumabbaus in Chile kann man zB hier nachlesen: https://www.global2000.at/lithium



dyarne schrieb: das wohl größte europäische Lithium vorkommen befindet sich in ... Österreich, Kärnten, Wolfsberg. dort wurde vor jahrzehnten nach Uran für Zwentendorf gegraben und Lithium gefunden. wer braucht schon Lithium, die enttäuschung war groß ...

Schaffen wir Europäer (Österreicher) den Lithiumabbau nicht selbst?
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110914_OTS0052/rechte-fuer-lithium-abbau-auf-east-coast-minerals-uebertragen



dyarne schrieb: gaaaanz im geggenteil. das recycling steht, bloß halten die blöden akkus viel zu lange. und dann steht da auch noch dieses lästige second life als hausakku im wege.. so kommen wir auf lebenszyklen von 25-40 jahren - und dann werden aus dem alten akku neue akkus gebaut..

Wenn man zumindest das hier liest, gilt für die USA, klingt das aber schon nach Kinderschuhen!? (Quelle: https://www.usgs.gov/centers/national-minerals-information-center/lithium-statistics-and-information -> Bericht 2021), gilt aber nur für USA:
Recycling:One domestic company has recycled lithium metal and lithium-ion batteries since 1992 at its facility in British Columbia, Canada. In 2015, the company began operating the first U.S. recycling facility for lithium-ion vehicle batteries in Lancaster, OH.Seven other companies located in Canada and the United States have begun recycling, or intend to begin recycling, lithium metalandlithium-ion batteries to some degree.

Gibt es für Europa gute Quellen zum Thema Recycling von E-Akkus und deren Rohstoffen zum Einlesen?




  •  Miike
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
25.8.2022 ( #5)


weight4light schrieb: Chile hat mit Abstand die größten Reserven, die wahrscheinlich mehrheitlich in der Atacama Wüste liegen und damit ein überaus wasserintensiver Abbau erfolgen wird.

Die Liste ist leider unvollständig. Die größten Reserven liegen in Bolivien. Dort wird aktuell aber gar nicht abgebaut. Nun zum Wasserverbrauch. 


dyarne schrieb:
der wasserintensive abbau ist die minderheit (salzseen), der großteil wird bergmännisch abgebaut wie in Australien...

weight4light schrieb:
Hier muss ich dir wiedersprechen, das ist ganz und gar nicht die Minderheit wenn man sich die Reserven anssieht

siehe:
https://www.energiesparhaus.at/forum-medienbeitraege-zum-thema-alternative-antriebe/55341_10#536547

Hier ein keiner Auszug:


Miike schrieb: Die Salaren in Chile werden bereits seit 25 Jahren abgepumpt. So lange wird hier schon in den rießigen Verdunstungsbecken Natriumchlorid gewonnen - unser Streusalz! Lithium war bislang ein Nebenprodukt der Salzerzeugung. Aufgrund der Nachfrage ist es halt jetzt wertvoller und somit das Hauptprodukt. 


Miike schrieb: Der irrsinnige Wasserbrauch bei der Lithiumgewinnung steht auch in der Kritik. Umgerechnet werden 25.000L Wasser benötigt für den Akku eines Model S. Die Produktion von 1kg Rindfleisch hingegen benötigt 15.000L Wasser. Wer einen schönen Pool hat darf mal selbst nachrechnen wieviel Kubik bestes Trinkwasser für die jährliche Füllung benötigt werden.


weight4light schrieb: Mich wundert, dass obwohl wir doch als intelligente Lebewesen gelten, es nicht schaffen, Produklebenszyklen zu Ende zu denken und so den endlichen Ressourcenverbrauch auf einem geringen Niceau zu halten.

Hat schon mal jemand versucht verbrannten Benzin einzufangen und zu recylen? Ich bin der Meinung die E-Mobilität macht es erst möglich einen Prozess auch zu Ende zu denken.

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  •  tomsl
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
25.8.2022 ( #6)


Miike schrieb: Hat schon mal jemand versucht verbrannten Benzin einzufangen und zu recylen?

Viele haben halt folgende (Un)Logik:
<Hier neue Technologie einsetzen> hat ja auch Nachteile, also bleiben wir lieber bei der gewohnten Technologie die noch viel mehr Nachteile hat.


  •  weight4light
25.8.2022 ( #7)


tomsl schrieb: Viele haben halt folgende (Un)Logik:
hat ja auch Nachteile, also bleiben wir lieber bei der gewohnten Technologie die noch viel mehr Nachteile hat.

Ich hoffe du meinst nicht mich, ich find E-Mobilität sehr spannend, die Preise für die KFZ sind halt ein Jammer, deswegen für mich und wohl auch viele zur Zeit völig uninteressant.



Miike schrieb: Hier ein keiner Auszug:

__________________
Im Beitrag zitiert von Miike: Die Salaren in Chile werden bereits seit 25 Jahren abgepumpt. So lange wird hier schon in den rießigen Verdunstungsbecken Natriumchlorid gewonnen - unser Streusalz! Lithium war bislang ein Nebenprodukt der Salzerzeugung. Aufgrund der Nachfrage ist es halt jetzt wertvoller und somit das Hauptprodukt.

__________________
Im Beitrag zitiert von Miike: Der irrsinnige Wasserbrauch bei der Lithiumgewinnung steht auch in der Kritik. Umgerechnet werden 25.000L Wasser benötigt für den Akku eines Model S. Die Produktion von 1kg Rindfleisch hingegen benötigt 15.000L Wasser. Wer einen schönen Pool hat darf mal selbst nachrechnen wieviel Kubik bestes Trinkwasser für die jährliche Füllung benötigt werden.

Danke für den Hinweis zu dem Faden, werde ich durchstöbern. Hast du Quellen für deine Fakten? Weiters schreibst du ja selbst: Es wird über die Salzseen in Chile berichtet und welch verherrende Umweltkatastrophe der Abbau von Lithium mit sich bringt. Das ist ja grundsäztlich richtig, aber völlig zusammenhangslos und einseitig dargestellt. 

Ich glaube seriöse Quellen zur ganzen Wertschöpfungskette (Vorteile/Nachteile/Umwelteinflüsse) sind halt rar bzw einseitig. Als Interessierter sich ein "objektives" Bild machen sehr schwer.


  •  tomsl
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
25.8.2022 ( #8)


weight4light schrieb: Ich hoffe du meinst nicht mich

Nein gar nicht, das war eine allgemeine Aussage.


  •  FloLP
25.8.2022 ( #9)
ich denke (was man allgemein so liest) wird es bspw außerdem in absehbarer Zeit auch Akkus ohne Litium geben, d.h. eine silmple Hochrechnung mit heutiger Technologie und Materialien greift sowieso zu kurz.

Und: aktuell verbraucht die Welt fast 100 Millionen Fässer (Barrel) Öl pro Tag, á  159 Liter, was ja auch nicht grad wenig ist... Um das wegzubringen, wird man für neue Technologien natürlich Nachteile in Kuf nehmen müssen (bspw Wasserverbrauch in Chile), aber man darf nicht die Nachteile der jetzigen Situation vergessen. Zum Beispiel eine unbewohnbare Erde.

  •  dyarne
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
26.8.2022 ( #10)


tomsl schrieb: danke danke danke!

gerne ...



weight4light schrieb: ich glaube grundsätzlich gehen wir gedanklich in dieselbe Richtung (Welt für Folgegenerationen lebenswert zu erhalten). Du bist mit der Erdwärme da sicher auf gutem Wege einen Beitrag zu leisten.

danke ...




  •  dyarne
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
26.8.2022 ( #11)


weight4light schrieb: Ich versuche mir nur ein Bild zu machen vom Lithiumabbau.

Hier muss ich dir wiedersprechen, das ist ganz und gar nicht die Minderheit wenn man sich die Reserven anssieht...

ich glaube du sprichst von den bekannten potentiellen reserven, ich vom stand des abbaus...

es gibt auch neue verfahren. bsplw kommt mittels geothermie lithium an die oberfläche, als nebenprodukt bei thermalquellen...
https://www.deutschlandfunk.de/lithium-thermalwasser-foerderung-deutschland-geothermie-100.html

und das schöne ist wir müssen es quasi nur 'einmal fördern' und dann recyclen.

wie tomsl schreibt stehen bereits zusätzlich andere chemien wie natrium-ionen parat...


tomsl schrieb: Viele haben halt folgende (Un)Logik:
hat ja auch Nachteile, also bleiben wir lieber bei der gewohnten Technologie die noch viel mehr Nachteile hat.


Miike schrieb: Hat schon mal jemand versucht verbrannten Benzin einzufangen und zu recylen? Ich bin der Meinung die E-Mobilität macht es erst möglich einen Prozess auch zu Ende zu denken.

ja, so ticken wir menschen...

angenommen Henry Ford hätte damals die entscheidung zur e-mobilität getroffen und wir würden jetzt auf verbrenner umsteigen...
nie niemals nicht würde jetzt jemand 'tankstellen' bewilligen, bei denen mit einer offenen zapfpistole hochbrennbare substanz durch die gegend gespritzt werden kann.

völlig undenkbar, alleine für den gedanken würde man wohl eingeliefert werden...

dasselbe haben wir bei wärmepumpen:
selbst wenn ich meine wp für die antriebsenergie mit dem stromaggregat betreibe kommen über 80% der wärme solar eingespeichert aus dem erdreich. ich bin also mit stromaggregat besser als das sonnenhaus-kriterium.

wärmemengenzähler & stromzähler sind längst vorgeschrieben um die effizienz zu prüfen. wen hat das bei kesselheizungen jemals interessiert?

unsere alte ölheizung war überdimensioniert und hat einen nutzungsgrad von gerade mal 60% gehabt.

da kommen mir heute noch die tränen daß wir jahrzehnte jahr für jahr 1500l öl einfach durch den kamin geblasen haben...

unsere nachbarn machen das heute noch so, auch im sommer bei 30° wenn sie warmwasser benötigen...

  •  Hobbyplaner
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
26.8.2022 ( #12)


weight4light schrieb: Gibt es für Europa gute Quellen zum Thema Recycling von E-Akkus und deren Rohstoffen zum Einlesen?

https://saubermacher.at/presse/top-erfolge-im-e-auto-batterie-recycling/

Entsorgung/Brandschutz:
https://saubermacher.at/leistung/e-auto-batterie-recycling/

  •  taliesin
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
26.8.2022 ( #13)
Ob recylcing wirklich passiert, wird stark von den Preisen für die Förderung abhängen. Wir könnten jetzt schon viel mehr recycling betreiben, speziell bei Kunststoffen. Metallrecycling funktioniert besser, das lässt hoffen.

Viel Sorge um die ausreichende Versorgung würde ich mir bei Lithium nicht machen, ich bin mir aber recht sicher, dass der Umweltschaden auch bei dieser Resource beliebig hoch sein wird, so wie bei allen anderen Dingen, bei denen plötzlich eine hohe Begehrlichkeit entstanden ist. Und vermutlich wird Kärnten nicht an vorderster Stelle der Abbaugebiete stehen, weil da kann man keine Kinder in den Berg schicken.

Wenn man also Lithium in Bolivien abbaut, ist davon auszugehen, dass das wenig sozial- und umweltfreundlich vonstatten gehen wird und vermutlich so billig ist, dass jedem das recycling am A***h vorbei geht 😐

Da kann natürlich das Lithium nichts dafür und die e-Mobiltität als Ganzes auch nicht.



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