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Hausautomatisierung

78 Beiträge | 14.4. - 25.4.2019
Hallo, 

wir planen derzeit unser Einfamilienhaus. Wir würden gerne eine Hausautomatisierung für die folgenden Dinge einbauen:
* Beleuchtung
* Beschattung (Raffstores und Rollläden)
* Türspionkamera und Türöffner
* Alarmanlage / Reed-Kontakte in Fensten
* Heizung

Die ersten drei Punkte sollten unbedingt über die Hausautomatisierung laufen, die anderen optional. 
Von Bekannten kenne ich das System von Loxone. Ansonsten ist mir KNX noch ein Begriff, wobei ich von der tatsächlichen Ausführung keine Ahnung habe. Loxone ist mir wegen des zentralen Servers und der guten Benutzeroberfläche sympathisch, ein Nachteil ist aber die Bindung an den Hersteller. 

Nun zu meinen Fragen: 
Würdet ihr eher Loxone oder ein KNX-System empfehlen bzw. könnt ihr eure Erfahrungen damit teilen? 
Gibt es andere Systeme für Hausautomatisierung, die zu empfehlen sind? 
Mit welchen Mehrkosten gegenüber einer konventiellen Installation ist zu rechnen? 

 
23.4.2019 18:05
Danke für euer feedback.
Soweit ich das verstanden habe, funktionieren die Taster auch noch, wenn die Aktoren defekt sind?
Und wenn nur der Loxone miniserver defekt ist, nur die viso nicht?
23.4.2019 21:36
Es funktioniert bei KNX prinzipiell nur das Gerät nicht welches kaputt ist.
Außer a) das Buskabel ist zentral angebohrt oder b) das KNX Netzteil (einfaches 30V-DC Netzteil) ist hinüber.
Ansonsten ist KNX rein telegramm basiert und immer direkt von Sensor zu Aktor d.h. von Lichtschalter zu Jalousie oder Stromaktor.
Wenn der Miniserver / Homeserver / Raspi etc. d.h. das Hirn im Netzwerk kaputt ist gehen zum einen komplizierte Logiken nicht (wie z.B. unterschiedliches Raffstore-Verhalten an Feiertagen etc.) da die KNX Geräte ja von sich aus nicht wissen welcher Tag etc..
Das die Visu nicht funktioniert ist nur ein kleiner Nebenteil - viel wichtiger bei einem Miniserver/Homeserver sind die ganzen Logiken welche eben nicht nur "dumm" Eingang->Ausgang schalten.
Das sind bei mir z.B.
- Beschattung abhängig von Anwesenheit und Temperaturen
- WW und WP Erhöhung bei PV-Überproduktion
- Freischaltung Garagentaster außen so lange jemand zu Hause ist
- E-Mail Meldung Waschmaschine fertig über die Strommessung (ja Luxusprobleme ;))
- KWL Regelung über Anwesenheit und VOC (die native Regelung im Gerät war mir zu unflexibel und so kann ich beliebige KNX/1-wire Sensoren verbauen).
- Aussenlicht über Anwesenheit und Helligkeitssensor der Wetterstation
Bei vielen Leuten auch z.B. die Bewässerung und Pool-Steuerung etc.
Das ist das schöne an KNX das du nie an einen Hersteller und dessen Möglichkeiten gebunden bist....
24.4.2019 6:51


helyx schrieb: das KNX Netzteil (einfaches 30V-DC Netzteil)

Das ist so nicht richtig. Ein KNX-Netzteil hat bestimmte Eigenschaften was Impedanz und Kurzschlussverhalten angeht. Das ist notwendig, da es nur 2 Adern gibt, d.h. die Telegramme werden auf die Spannungsversorgung aufmoduliert. Kurzschluss ist als Bus-Reset definiert. Ein Standardnetzteil ist daher ungeeignet!

Gruß
GKap
24.4.2019 9:09
Ja das war etwas übersimplifiziert.
Was ich damit sagen wollte ist das wohl jeder bessere Elektriker in der Nähe so eines lagernd hat und die Anlage dann auch sofort wieder funktioniert unabhängig von Fabrikat und Modell.
Gibt ansonsten auch redundante Netzteile die über zwei FI/Kreise angespeist werden oder man legt sich eines auf die Seite.
24.4.2019 9:51


helyx schrieb: Gibt ansonsten auch redundante Netzteile die über zwei FI/Kreise angespeist werden oder man legt sich eines auf die Seite.

Im EFH würde ich maximal ein Reservenetzteil auf Lager legen, mehr Aufwand macht keinen Sinn.

Wenn man mehr Ausfallsicherheit braucht, sind 2 Netzteile pro Linie schon gut, aber ohne Überwachung würde man vermutlich erst beim Ausfall des 2. Netzteiles merken, dass etwas nicht stimmt...

Da würde ich dann Netzteile nehmen, die gleichzeitig Busteilnehmer sind und diverse Statuswerte auf den Bus senden können. Damit kann man eine Überwachung einrichten, so dass schon beim Ausfall des 1. Netzteiles eine Aktion ausgelöst wird. Alles ist möglich, ist nur eine Frage des Aufwandes!

meint
GKap
24.4.2019 10:40
Vor allem benötigt ja das Busnetzteil die integrierte Drossel wegen denr Gegenwelle, was wir ja im Kurs gelernt haben und drum gehts ja auch nicht mit einen stinknormalen Netzteil. Net das da wer was verwechselt.
Der was Knx selber macht, sollt sich zumindest das Grundlagenbuch kaufen und durchlesen..
25.4.2019 8:05
Gibt aber auch zb das MDT STR-0640.01, das werde ich bei mir verbauen.

Redundantes Netzteil mit diagnosefunktion. 
25.4.2019 9:19
Generelle Frage:
KNX nur im EG für Raff/Rollo/, Licht, Türe-Video
Und OG normal ohne KNX?
ODER voll KNX?
25.4.2019 9:50
Wenn schon, dann überall. Die Kanalkosten werden so auch niedriger, weil man Spannungsversorgung, USB/IP-Interface, etc. ohnehin braucht.
25.4.2019 11:57
Ausserdem bekommst du so dann auch den Mehrwert von z.B. dimmbarem Licht überall und hochwertig (nicht nur Phasenanschnittdimmer im Schalter), Zentral Aus Funktion, Wie willst du ausserdem bei den Zimmern im OG die Raffstore steuern wenn du keine KNX Schalter hast?
25.4.2019 12:30


flrnwrzl schrieb: KNX nur im EG für Raff/Rollo/, Licht, Türe-Video
Und OG normal ohne KNX?
ODER voll KNX?

Ganz oder gar nicht! Alles andere macht keinen Sinn!

meint
GKap
25.4.2019 12:30
Im OG regulär mit nirmalen schaltern!
Mir würden generell normale schalter besser gefallen als mdt glastaster, aber mit normalem tastern ist der mehrwert von knx nicht gegeben...
25.4.2019 12:52


flrnwrzl schrieb: Mir würden generell normale schalter besser gefallen

Wenn's unbedingt im normalen Schalterdesign sein soll, dann nimm KNX Taster-BAs, die sehen aus wie normale Schalter, sind aber Taster mit einem oder 2 (bei Doppel-Taster-BAs 2 oder 4) Druckpunkten. Gibt's von jedem namhaften Hersteller.

Nachteile: Max. 4 Tasten pro Schalterelement, keine Rückmeldung über LED.
Dafür aber deutlich günstiger als KNX-Tastsensoren!

Gruß
GKap

PS: Normalerweise will man ja das Tasten-Design, Taster-BAs werden eher für Nebenräume eingesetzt, aus Kostengründen!
25.4.2019 13:23


flrnwrzl schrieb: Mir würden generell normale schalter besser gefallen als mdt glastaster, aber mit normalem tastern ist der mehrwert von knx nicht gegeben...


Wir haben das Berker S1/S5 Schalterprogramm. Dafür gibt es ein KNX-Tastmodul, das dann mit normalen Wippen bestückt wird. Sieht, bis auf die Status-LEDs, wie ein herkömmlicher Taster aus.

Und wenn es herkömmliche Taster sein sollen, dann kann man die ja auch verwenden, zusammen mit (UP-) Binärmodulen. Mit entsprechender Logik auch beliebig "intelligent". Wobei das mMn unnötig kompliziert ist.
25.4.2019 13:39
Danke,
kurz,


GKap schrieb: nimm KNX Taster-BAs,

was bedeutet BAs? 
25.4.2019 13:54
Taster-BA steht für Taster-Busankoppler.

Ein Taster-BA ist das, was auch chrismo empfiehlt: Sieht optisch aus wie ein normaler Schalter, allerdings als Taster ausgeführt, kombiniert mit einem KNX-Modul, welches die Tastentenfunktoinsen auf den Bus seindet. Also ein Standard-Taster mit einem Binäreingang einen. Passt in eine Standard-UP-Dose oder gibt es für den Keller auch als AP-Variante.

Wenn man Beleuchtung und Beschattung bedienen will, kommen halt viele solcher Taster zusammen, mit einem Taster-BA kannst du maximal 2 Jalousien oder 4 Leuchten bedienen, bei einem 4-fach KNX-Tastsensor ginge doppelt so viel!

Wie schon oben geschrieben: für Nebenräume und Keller gut, aber im Wohnbereich würde ich schon etwas Edleres nehmen!

meint
GKap
25.4.2019 14:06


flrnwrzl schrieb: Mir würden generell normale schalter besser gefallen als mdt glastaster, aber mit normalem tastern ist der mehrwert von knx nicht gegeben...

wenn's um automatisierung geht, werden schalter/taster ohnehin auf ein minimum reduziert, andernfalls hat man den sinn vom sog. smart home nicht verstanden.

alle durchgangs- und nebenräume -> bewegungsmelder;
wohnräume -> je ein lichttaster (+ raffstore);
mehr ist nicht nötig.
25.4.2019 15:11
Dem stimme ich absolut zu. Es hat was, einfach durch das Haus zu gehen und überall schaltet sich magisch das Licht ein In den Fluren, WC oder im Technikraum haben wir komplett auf Schalter/Taster verzichtet. In den Wohnräumen ist auch nur ein einziger Schalter für alles notwendig und nicht diese "Schalterorgien" mit mehreren übereinanderliegenden Schaltern.



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