« Bauplan & Grundriss  |

Grundrissoptimierung

Teilen: facebook    whatsapp    email
  •  leitwolf
  •   Gold-Award
15.1. - 18.1.2026
11 Antworten | 8 Autoren 11
2
13
Ich hatte am Wochenende einen Austausch mit einem Freund zum Thema Grundrisse, Wohnungsgröße, Baukosten.

Wir hatten dann eine gemeinsame Idee, die zur Optimierung und besseren Ausnutzung der Fläche beitragen kann:

Bevor ihr mit dem Entwurf des Grundrisses beginnt, plant euer Haus oder eure Wohnung nur halb so groß wie geplant, d. h. setzt auch absichtlich ein zu knappes Limit bei der Fläche. 
Dieser Entwurf wird dadurch
- auf das Wesentliche reduziert sein
- die Flächen, die Wege und die Nutzung der Räume optimieren

Macht euch mit dem Entwurf so weit vertraut, dass ihr euch vorstellen könntet, darin zu wohnen.
Einige dieser Ideen könnt ihr dann im eigentlichen vergrößerten Entwurf nutzen und ihr werdet sehen, dass einige "nice to have" Dinge von selbst verschwinden. Möglicherweise wird das Haus dadurch kleiner, kompakter und vor allem leistbarer.

Was denkt ihr?

  •  Akani
16.1.2026  (#1)
Das ist devinitiv ein riesen Aspekt.
Als wir geplant haben, wurde das Haus um die Möbel gebaut, so entstand eigentlich eine 4-Zimmerwohnung mit Technikraum. Mann kommt damit sehr gut klar. Meist ist es der Geldbeutel der beschränkt. 
Ja hier im Forum wird sehr häufig mit m2 nicht gespart, auch der Luxus ist meist nicht zu kurz gekommen.
Ich bin gespannt auf weitere Beiträge

1
  •  Innuendo
  •   Gold-Award
16.1.2026  (#2)
Hab da einen anderen Ansatz. Die meisten fangen ja immer Innen an.
Bin da eher Fan von: 
1. Ausrichtung am Grundstück (Zufahrt, Parkmöglichkeiten inkl. Besucher, Leitungswege, Sonnenverlauf, solare Gewinne, RGK-Ringgrabenkollektor Möglichkeiten, etc.). AV-Verhältnis, thermischer/architektonischer Aufwand,...
Bodenbeschaffenheit, Gründung, drückendes Wasser, Entwässerung, Hochwassergefährdung...

Haus ist dann vlt. nicht mal mehr "viereckig". Daraus ergibt sich dann eine Fläche die zu gestalten gilt, aber mit dem gleichen Fokus auf so klein und effizent wie möglich. 

Hab mal meine Lessons learned gesammelt: 
 sich genau das eigene Wunsch- und Nutzungsprofil vor Augen führen (fängt beim Keller an, Kaminofen, Speiss, wo steht die Waschmaschine,.... und hört beim Balkon noch lang nicht auf) Zu jedem Thema gibt es im Forum Erfahrungen und Ratschläge.
 Finanzierung vorgeben und nicht als Bittsteller bei den Instituten auftreten (siehe Vorlage). Bei den Zinsen zählt jedes Promille. 

Beim Haus selber: 
 Ausrichtung am Grundstück (Zufahrt, Parkmöglichkeiten inkl. Besucher, Leitungswege, Sonnenverlauf, RGK-Ringgrabenkollektor Möglichkeiten, etc.)
 Bodenbeschaffenheit, Gründung, drückendes Wasser, Entwässerung, Hochwassergefährdung https://maps.wisa.bml.gv.at/hochwasser, etc.
 Bodenplatte vs. Keller, unter Bodenplatte dämmen (klassisch XPS oder Glasschaumschotter)
 KWL (Kontrollierte Wohnraumlüftung), RGK, Wandheizung und auch ggf. Bauteilaktivierung sind Stand der Technik und die Benchmark
 Heizsystem ein großer Brocken im Bezug auf laufende Kosten (grob Auslegung nach Energieausweis , auf gleich lange Heizkreise achten, keinen Puffer oder Einzelraumregelung, Installate sollte was vom Trenchplaner/Flowplaner/Flow30 und hydraulischem Abgleich verstehen)
 AV-Verhältnis, thermischer/architektonischer Aufwand,...
 Statischer Aufwand/Alternativen/was sind die Preistreiber, Säulen, Ober/Unterzüge..
 Fensterflächen, Beschattung, Dachflächen, Dachentwässerung
 Fixverglasungen wo möglich, kosten im Vergleich ein Drittel von einem Dreh/Kipp Fenster. Eckfenster vermeiden. Bei grossen Fensterflächen die FBH FBH [Fußbodenheizung] (Fussbodenheizung) im Randbereich knapp und enger verlegen.
 Wohnräume hochwertiger (z.b. Holzfenster, mehr Raumhöhe, höhere Türen) und eher größer. Dafür SZ etc. eher kleiner weil man da nur bedingt Zeit verbringt.
 Tote „Flächen“, Gangwege vermeiden
 PV und Splitklima Leerverrohrung vorsehen. Bei aktuellen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich. Kann sich aber ändern
 Aktuelle Trends  und Spielereien (indirekte Beleuchtung, integrierte Soundsysteme, Einbaulösungen bei Möbel)sind meist Preistreiber und fraglich, ob nachhaltig bzw. es einem in paar Jahren noch gefällt und der Austausch/Rückbau aufwendig

Durch all diese Optimierungen/Überlegungen spart man sich auch auf die Jahre jede Menge an laufenden Kosten (Finanzierungsvolumen, Abgaben, Heizung, etc.) 

2
  • ▾ Anzeige
    Energiesparhaus.at ist Teilnehmer des durchblicker-Partnerprogramms.
Hallo Innuendo, kostenlos und unverbildlich kann man Kredite auf durchblicker.at vergleichen, das hilft auch das Angebot der Hausbank besser einschätzen zu können.
  •  Thuata
  •   Bronze-Award
16.1.2026  (#3)
Na ich weiß nicht. Es gibt so viele Dinge die mit rein fließen (hauptsächlich vermutlich das finanzielle). 
Mal abgesehen von der Anzahl der benötigten / gewünschten Zimmer. Die haben eine "sinnvolle" Mindestgröße. 
Und natürlich könnte man dann nochmal Kompromisse eingehen. 

Unser Ansatz war eher: Welche Zimmer brauchen wir? Wie können wir die (für uns) sinnvoll anordnen. Und wieviele m² Haus können wir uns leisten? (Ich persönlich kann problemlos auf eine 40k küche oder Badezimmer mit Luxuswaschbecken verzichten.) Weil: m² ist (meiner Ansicht nach) das was am schwierigsten zum Nachrüsten ist.


1


  •  Akani
17.1.2026 8:01  (#4)

zitat..
Thuata schrieb: Weil: m² ist (meiner Ansicht nach) das was am schwierigsten zum Nachrüsten ist.

Das mag ja sein, nur nur dass 10m2 mehr so die Kosten nach oben schiebt, wenn du eine normale Einfache Ausstattung hast, dir die m2 eben auch nicht leisten kannst.
Ich weis wovon ich sprech


1
  •  STUDIOnavie
17.1.2026 9:27  (#5)
Finde den Ansatz sehr gut – viele Entwürfe werden anfangs eher „zu groß gedacht“, und das zieht sich dann kostenseitig lange mit.

Ich habe mich beruflich auf die Grundrissoptimierung und – falls nötig – Neukonzeption von Einfamilienhäusern spezialisiert. Bei 99 % der Projekte spielt das Budget eine Rolle, deshalb beginne ich immer bei den Mindestmaßen der einzelnen Räume. Für jeden Raumtyp gibt es funktionale Untergrenzen bei Breite und Länge, unter denen die Nutzung nicht mehr sinnvoll aufgeht.

Und ganz wichtig: so wenig Verkehrsfläche wie möglich – das sind bezahlte Quadratmeter, die nicht zum Wohnen beitragen.


Für eine vierköpfige Familie lassen sich so gut nutzbare Häuser mit großzügigem Wohnbereich oft auf ~120–130 m² realisieren. Viele sind überrascht, wie viel Fläche sich im Vergleich zu Erstentwürfen einsparen lässt, ohne dass man es in der Wohnqualität merkt.


Am Ende ist es oft die Kombination aus Flächenlogik, Wegeführung, Proportionen und Möblierbarkeit, die kompakte Häuser möglich und gleichzeitig angenehm macht.

Und kompakt planen heißt nicht automatisch „eng“ – oft heißt es einfach nur, dass die Fläche dort landet, wo man sie wirklich nutzt.

2
  •  leitwolf
  •   Gold-Award
17.1.2026 19:41  (#6)
Wenn ich in Häuser komme, die schon über ein Jahrzehnt bewohnt werden, gibt es viele Flächen, die bei der Planung als zweite Wohnräume/Hobbyräume konzipiert wurden, aber dann nur mehr als Lagerräume dienen.
Ebenso findet man auch überdimensionierte Flure, ungenutzte Galerien und Lufräume, verwinkelte Räume, die sich nicht für die effiziente Einrichtung eignen.
Zeichnet eine ausführende Firma den Plan ist diese selbst eher wenig daran interessiert, eine Optimierung, d. h. Minimierung der Fläche zu erzielen, schließlich will man den eigenen Umsatz nicht beschneiden.

1
  •  STUDIOnavie
17.1.2026 20:56  (#7)

zitat..
leitwolf schrieb: Zeichnet eine ausführende Firma den Plan ist diese selbst eher wenig daran interessiert, eine Optimierung, d. h. Minimierung der Fläche zu erzielen, schließlich will man den eigenen Umsatz nicht beschneiden.

Unterschreibe ich zu 100%. Gerade Kunden, die zu mir mit Plänen kommen, die ein Fertighausanbieter für sie gezeichnet hat, haben immer für ihre Bedürfnisse überdimensionierte Grundrisse.


1
  •  kernoel
  •   Gold-Award
18.1.2026 8:08  (#8)

zitat..
leitwolf schrieb: Zeichnet eine ausführende Firma den Plan ist diese selbst eher wenig daran interessiert, eine Optimierung, d. h. Minimierung der Fläche zu erzielen, schließlich will man den eigenen Umsatz nicht beschneiden.

Das möchte ich pauschal so nicht stehen lassen. 
Ich argumentiere bei fast jedem Projekt gegen zu viele Quadratmeter, renne aber permanent gegen Mauern. 
"Wir wollen schon Platz haben ...!"




1
  •  leitwolf
  •   Gold-Award
18.1.2026 17:12  (#9)
@kernoel
Dann bist du eine positive Ausnahme und zu empfehlen.

1
  •  taliesin
  •   Gold-Award
18.1.2026 21:45  (#10)
Rein finanziell ist so ein Haus selten eine schlechte Anlage, ich hatte Ende der 90er ein Haus geplant und dann nicht gebaut, weil alles anders kam. Mit 3 Kindern willst eher auch 3 Kinderzimmer und dann ist mit klein nicht mehr viel. Ich habe daher damals die Geschoße identisch geplant mit separiertem Stiegenhaus. Eine Wand zwischen 2 Kinderzimmern war bewusst eine Leichtbauwand zum Rausnehmen. Auf diese Weise waren die 200m² Wohraum auf 2 Einheiten zu splitten, die dann von uns (im EG) und einer kleineren Familie bewohnbar gewesen wäre.

Die umbauten Flächen sind auch deutlich günstiger bei diesem Entwurf. Der Schallschutz (unter anderem) muss dann halt für 2 Parteien ausgelegt sein.

1
  •  Lu1994
  •   Silber-Award
18.1.2026 23:37  (#11)
Grundrissoptimierung hat 2 Dimensionen

1. Budgetoptimierung 

2. Platz optimieren 

Budget ist klar, umso kleiner umso besser

Aber bei zweiterem geht es nicht immer nur darum alles klein zu halten, wenn man ein Haus mit >150 qm bezahlen kann will man wsl eher nicht einfach ein paar Zimmer mehr, sondern auch Gemütlichkeit durch Größe

Wir hatten auch mit Architekten gesprochen die das Haus klein halten wollten, weil ja jeder qm 4k kostet und mehr als 130qm braucht man bei richtiger Planung ja eh nicht...

Sind hald eher Verkaufsargumente vom Berufsstand um die eigene Existenz zu rechtfertigen

1


Beitrag schreiben oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]