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Baut überhaupt noch wer neu mit Finanzierung?

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  •  schurlmaster
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
14.9. - 21.9.2022
72 Antworten | 29 Autoren 72
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Hallo, 
wenn ich mir so die Zinsen ansehe für 10-15 Jahre Fix  - +3% . Stellt sich mir schon dir Frage ob hier noch irgendwer zu bauen anfängt, wenn man das nicht komplett aus dem Eigenkapital bezahlt?
Die Raten mit solchen Zinsen kann sich doch kein Mensch mehr leisten.?!

LG 

  •  chris464
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #61)


KM1988 schrieb: Genau so ist es! Finde das auch immer süß, wenn Leute die bereits Hausgebaut haben um die Ecke kommen mit ganz neuem schlauen Wissen, nach dem Motto "na spart doch erstmal".

Ich erzähl dir was lustiges: Hab 2010 gebaut und meine Beton und Eisenpreise waren 40% höher als die von Freunden die 2006 gebaut haben. Und so gings mir mit ganz vielen anderen Kosten.




  •  coisarica
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #62)


chris464 schrieb: nd wer sich einen variablen Kredit hat andrehen lassen und jetzt jammert - selber schuld. sorry. Als mündiger Erwachsener sowas abzuschliessen

naja, das ist jetzt schon ein wenig unsachlich. man ist mit der var. verzinsung mitunter die letzten jahre sehr sparsam unterwegs gewesen. wenn sich das nunmehr zu ändern scheint, kann man ja jetzt umsteigen auf fixzins.
letztlich ist ja interessant wie hoch die gesamtkosten für den kredit sind, nicht?


  •  KM1988
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #63)


chris464 schrieb:

Ich erzähl dir was lustiges: Hab 2010 gebaut und meine Beton und Eisenpreise waren 40% höher als die von Freunden die 2006 gebaut haben. Und so gings mir mit ganz vielen anderen Kosten.

Aber was ist daran jetzt lustig?
Mal abgesehen davon dass offensichtlich in deiner Region die Preise viel viel mehr gestiegen sind als im Rest von Österreich, wo die Baupreise/kosten in diesem Zeitraum ~15% gestiegen sind, siehe https://www.wko.at/service/zahlen-daten-fakten/Baukosten-_und_Baupreisindex.html

Das ist vermutlich alleine der heurige Anstieg, wenns nicht sogar zu gering ist...

Edit: Jänner 2021 bis August 2022 minimum 22%.
https://www.statistik.at/statistiken/industrie-bau-handel-und-dienstleistungen/konjunktur/baukostenindex

  •  Blabla
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #64)


chris464 schrieb:

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KM1988 schrieb: Genau so ist es! Finde das auch immer süß, wenn Leute die bereits Hausgebaut haben um die Ecke kommen mit ganz neuem schlauen Wissen, nach dem Motto "na spart doch erstmal".
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Ich erzähl dir was lustiges: Hab 2010 gebaut und meine Beton und Eisenpreise waren 40% höher als die von Freunden die 2006 gebaut haben. Und so gings mir mit ganz vielen anderen Kosten.

Und das ändert jetzt was? Die Entscheidung "sparen und später bauen" war aus ökonomischer Sicht beim Hausbau die letzten Jahre einfach nachteilig durch die stark steigenden Baukosten, das kann man nicht wegdiskutieren. Systemisch natürlich ein Problem und kann den Grundgedanken der neuen Regeln für stärkere Stabilität nachvollziehen. Genauso nachvollziehbar ist aber das viele Vollfinanzieren der letzten Jahre (vor allem bei Besserverdienern die erst später zu arbeiten begonnen haben z.B. wegen Studium).

Das sich viele (auch mit dem variablen Zinssatz) übernommen haben ist eine andere Geschichte und da sind viele die jetzt Probleme bekommen, so leids mir tut, selber schuld. 


  •  TheSeeker
20.9.2022 ( #65)
Ich denke, es ist nicht zielführend die Zinsen isoliert zu betrachten. Wird ja sehr oft gemacht - auch mit Beispielen aus der Vergangenheit, aber es ist ja ein Zusammenspiel aus Kaufpreisen, Zinsen, Lohnentwicklungen, wirtschaftlicher Lage...

Extrembeispiel: Sollten sich die Preise halbieren, würden die Leute lachend 6% Fixzins und mehr nehmen.

Finde es ebenfalls schwierig Leute mit variablen Zinsen die Mündigkeit abzusprechen. Viele sind jahrelang damit gut gefahren. Mir selbst wäre das Risiko zu hoch (auch wenn mir die meisten Bankberater dazu geraten haben) und ich habe eine Inflation erwartet, aber das sind persönliche Einschätzungen. Dafür kenne ich mich in anderen, technischen Bereichen wenig aus. Gut möglich, dass ich hier falsche Entscheidungen treffe, bei denen sich manche Techniker im Forum auf den Kopf greifen. Da schadet ein Stück Demut nicht.


KM1988 schrieb: Wie du richtig sagst - derzeit ist in Wahrheit jeder der eben auf ein Haus sparen wollte der Gelackmeierte. So eine Sparrate hat einfach keine einzige Mittelschicht-Familie, dass die Preiserhöhungen der letzten Jahre durch erspartes ausgeglichen werden könnten.

Das ist leider ein riesiges Problem, meiner Einschätzung verursacht durch die künstlich extrem niedrig gehaltenen Zinsen. Wer spart, war jahrelang der Dumme, was zu riskanten und möglicherweise fatalen Entscheidungen geführt hat.




  •  chris464
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #66)
Um das mal etwas zu relativieren was ich vorhin geschrieben hab:

Wir haben 10 Jahre gespart. Dadurch ca. 30% Eigenkapital angespart. Ohne zumindest 20% hätten wir keinen gscheiten Kredit bekommen (wenn überhaupt). Dadurch 2010 Grund gekauft und zu bauen begonnen. In der Zeit zwischen 2000 und 2010 sind die Materialkosten genauso angestiegen und wir haben mehrfach gehört, dass wir dumm sind weil wir nicht gleich einen FWK genommen haben weil in der Zeit wo wir sparen ja alles weniger wert wird und die Baukosten steigen. Was mit den FWK passiert ist erinnert mich persönlich etwas an den aktuellen Zustand mit Vollfinanzierung über variablen Kredit.

Nun war es halt schon länger möglich voll zu finanzieren und jeder der das mit einem Fixzins auf 15-20 Jahre gemacht hat ist schlau und ich gratuliere dazu. Würde halt denen empfehlen dafür jetzt etwas sparsamer zu leben und soviel wie möglich in der Fixzinsphase noch zu tilgen (bin kein Finanzberater erscheint mir aber klug).

Jeder der Vollfinanziert hat und meinte er müsste variabel finanzieren weil es sich a) mit fixzins nicht ausgegangen wäre oder b) er meinte sich das Maximum rauszuholen und jetzt bricht auf einmal eine Welt zusammen - mit denen hab ich kein Mitleid. So eine langfristige Verpflichtung einzugehen und nicht realistisch drüber nachzudenken, dafür hab ich kein Verständnis.

Was ich damit ausdrücken will: Hausbauen war nie einfach und finanzieren auch nicht. Weder 1980 noch 2000 noch irgendwann dazwischen. Am Ende muss jeder Kredit bezahlt werden. Und jeder Baustoff wird teurer. Dafür stiegen aber auch die Gehälter. Und sie werden auch wieder weiter steigen. Diese Entwicklung grade wegen des Kriegs und die steigenden Preise ist gelinde gesagt beschi**en. Es wird aber wieder anders werden. 


TheSeeker schrieb: Ich denke, es ist nicht zielführend die Zinsen isoliert zu betrachten. Wird ja sehr oft gemacht - auch mit Beispielen aus der Vergangenheit, aber es ist ja ein Zusammenspiel aus Kaufpreisen, Zinsen, Lohnentwicklungen, wirtschaftlicher Lage...

Und das unterschreib ich zu 100%. Genau so seh ich das auch.



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  •  Avenger85
  •   Bronze-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #67)
Wir haben voriges Jahr mit 0,875% fix auf 15 Jahre abgeschlossen (Gesamtlaufzeit 30 Jahre und Kredithöhe schwache 25% des derzeitigen Haushaltseinkommens) und ich weiß nicht, ob ich sondertilgen soll oder das Geld nicht lieber in ETFs parke. Bzw. bald zahlt es sich sogar aus, es am Konto liegen zu lassen, auch wenn es durch die Inflation verliert und dann mit einem Schlag zu tilgen.

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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
20.9.2022 ( #68)
Unseren Kredit haben wir im März für 20 Jahre fix aufgenommen...
Mit den aktuellen Lohnsteigerungen und Karriereentwicklung liegen wir bald auf 15% unseres Haushaltseinkommens für die Rückzahlung runter.  Wir haben vorher brav gespart. Aber ich würde es auch bei 3% Zinsen machen denke ich. So mit 1.27% ist es natürlich deutlich angenehmer...

  •  Blabla
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
21.9.2022 ( #69)


chris464 schrieb:

Wir haben 10 Jahre gespart. Dadurch ca. 30% Eigenkapital angespart. Ohne zumindest 20% hätten wir keinen gscheiten Kredit bekommen (wenn überhaupt). Dadurch 2010 Grund gekauft und zu bauen begonnen. In der Zeit zwischen 2000 und 2010 sind die Materialkosten genauso angestiegen und wir haben mehrfach gehört, dass wir dumm sind weil wir nicht gleich einen FWK genommen haben weil in der Zeit wo wir sparen ja alles weniger wert wird und die Baukosten steigen. Was mit den FWK passiert ist erinnert mich persönlich etwas an den aktuellen Zustand mit Vollfinanzierung über variablen Kredit.

Jeder der Vollfinanziert hat und meinte er müsste variabel finanzieren weil es sich a) mit fixzins nicht ausgegangen wäre oder b) er meinte sich das Maximum rauszuholen und jetzt bricht auf einmal eine Welt zusammen - mit denen hab ich kein Mitleid. So eine langfristige Verpflichtung einzugehen und nicht realistisch drüber nachzudenken, dafür hab ich kein Verständnis.

Zum ersten Absatz: das mit dem Baukostenindex hat dir eh schon jemand geschrieben, aber die Preissteigerung von 2000-2010 ist, auch wenn sie ebenfalls substantiall war, nicht mit der Situation der letzten drei Jahre vergleichbar. Ich habe selbst von 2013-2018 auf Teufel komm raus gespart und habe dabei ein gutes Zeitfenster erwischt, auch wenn die Baukosten auch nicht gerade wenig in diesem Zeitraum gestiegen sind. Hätte ich dasselbe 2017-2022 gemacht, hätte es mir so richtig die Party verdorben. Ich hätte auch gebaut, aber mein Lebensvermögen wäre drastisch niedriger und das Haus viel kleiner (wobei das zweite zugegebenermaßen kein Beinbruch gewesen wäre). Aber auf einem Zeitraum von 25 Jahren betrachtet reden wir hier von einem Plus/Minus von ~300.000€, das ist schon richtig bitter. 

Zum zweiten Absatz gebe ich dir recht. Wer in dieser extremen Niedrigzinsphase nicht in der Lage war, den Fixzins sich leisten zu können, der hat sich mit dem variablen in eine Hochrisikoposition begeben. Da hält sich mein Mitleid auch in Grenzen. Mein Punkt ist, dass Vollfinanzierung per se schon funktonieren kann. Aber nur wenn die Bedigungen passen und wenn man negative Entwicklung wie einen hohen Zins aushält bzw. sich gleich den Fixzins leisten kann. Dazu noch Leistbarkeit zumindest für eine Zeit lang aufrechterhalten kann wenn einer den Job verliert.  


  •  querty
  •   Gold-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und besonders viele Beiträge geschrieben.
21.9.2022 ( #70)


chris464 schrieb: und soviel wie möglich in der Fixzinsphase noch zu tilgen

Nicht mehr ganz zum Thema, aber daraus ergibt sich für mich folgende Überlegung:

Ich habe noch z.B. 15 Jahre Fixzinsphase. Derzeit ist die Inflation ca. 10% d.h. in 10 Jahren halbiert sich die Schuldenlast "relativ". Jetzt müsste man natürlich annehmen, dass das Gehalt mit der Inflation steigt, was natürlich bissl Wunschdenken ist aber sag ma halt mal es steigt um 6% pro Jahr.

Wäre es denn dann nicht sinnvoller, Geld jetzt noch in Dinge im Haus zu investieren z.B.eine PV Anlage, Außenbereich fertigstellen usw. statt Kredit zurückzahlen?
Weil Hausbau Material und Arbeitszeit werden in der Zukunft eher teurer werden - Der bestehende Fixzins-Kredit aber aufgrund der hohen Inflation ralativ betrachtet an Wert verlieren.

Oder gibts hier einen Denkfehler?




  •  weight4light
21.9.2022 ( #71)
Black Swans, aber das ist eine Frage der Risikoeinstellung.

  •  Blabla
  •   Silber-Award: Mehr als 1 Jahr in der Community und sehr viele Beiträge geschrieben.
21.9.2022 ( #72)
Es steht und fällt wie @weight4light richtig schreibt an der Risikoeinstellung. Zentral ist deine Jobsicherheit, wer z.B. im öffentlichen Dienst steht, kann relativ lange Planungshorizonte haben. Aber das gibt es viele Fragen, wie geht man z.b. mit der Beziehung um? Einige planen ihre Häuser im Gedanken an den Wert beim Weiterverkauf wenn alles in Brüche geht. Mir ist das zu pessimistisch, da hätte ich nicht heiraten dürfen ;)

Nachdem ich heuer statt einer Jahresrückzahlung eine Terrassenüberdachung gemacht habe, kann ich die Sicht von @querty bestätigen. Persönlich präferiere ich das Fertigmachen beim Haus schon länger ggü. vorzeitigem Zurückzahlen. Meine Erwartung ist dieselbe: Die Fixzinsrate bei langer Laufzeit wird jedes Jahr weniger schmerzhaft durch die Lohnsteigerungen. Effekt jetzt verstärkt mit der Inflation. Ich habe vor Jahren schon Rechnungen angestellt wie lange es dauert bis beim Nettoeinkommen um den selben Betrag wächst wie meine Fixzinsrückzahlung. Diese Rechnung wurde heuer völlig auf den Kopf gestellt, und die Jahre bis zu diesem fiktiven Ziel haben sich mehr als halbiert (selbst wenn die Inflation nur 2-3 Jahre so hoch ist). 

Aber nachher ist man immer gescheiter. Ich wollte eigentlich aufstocken letztes Jahr für den Pool, habe das aber dann nicht gemacht. Jetzt ist mir der Zins dafür zu hoch um diesen Luxus zu finanzieren. 




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