Fertighaus:
Vergleich, Vorteile und Nachteile
Vorteile und Nachteile von
Fertighäusern sollten nicht mit
Vorteilen und Nachteilen von Holzhäusern
verwechselt werden. Lesen Sie hier, was
ein Vergleich von modernem Fertighausbau
mit einem konventionellen Bau ergibt.
Moderner Bau von Fertighäusern
beschränkt sich nicht nur auf Holzbau -
auch Massivhäuser aus verschiedenen
Baumaterialien sind heute als Fertighaus
herstellbar. In Österreich ist der
Fertighausbau in ÖNORM B2310 geregelt.
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| Varianten zur
Errichtung von Fertighäusern: |
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- Holzbauweise in
verschiedenen Varianten:
Lesen Sie in einem speziellen Überblick,
welche Vorteile und Nachteile
verschiedene Holzbauformen
(Holzrahmenbau, Massivholzbau) haben.
- Leichtbetonbau, "Wohnbeton":
Bereits im Werk werden die Wände
hergestellt, indem Leichtbeton in die
vorgepIante
Schalung gegossen wird. Fenster, Türen,
Leerverrohrungen für die
Elektroinstallation etc. werden bereits
vorgesehen. Je nach Hersteller werden
unterschiedliche Betonzusammensetzungen
und Zuschlagstoffe verwendet, die die
Eigenschaften der Wand verändern sollen.
- Ziegelbauweise:
Im Gegensatz zur traditionellen Bauweise
werden hierbei raumhohe Ziegelwände im
Werk gemauert. Um die notwendigen
Stabilität zu erzielen, werden
Stahlarmierungen
("Armierungseisen")
eingebracht.
- Blockhäuser
und Bausatz-Häuser:
Gelten in Österreich nicht
als Fertighaus, da die einzelnen Teile
erst auf der Baustelle zusammengesetzt
werden und der Fertigungsgrad bzw. die
Bauteilgröße nicht die
Fertighausanforderungen gemäß ÖNORM
B2310 erfüllen. Der
Mindestleistungsumfang von Fertighäusern
ist nicht gegeben (betrifft auch
Bauaufsicht).
Argumente im Vergleich Fertighaus und
konventioneller Bau
Die früher oft verwendeten Argumente
(Vorteile des Fertighausbaus) muss man heute sehr
genau auf Ihre Gültigkeit prüfen. Viele
Rahmenbedingungen können genauso mit einem
Baumeister vereinbart werden, auch der
Preisvorteil ist oft nicht oder nur sehr bedingt
gegeben. Grundsätzliche Vorteile und Nachteile
von Leichtbauten im
Vergleich zu Massivbauten
sind an sich nicht davon abhängig, ob ein Haus
als Fertighaus oder vom Baumeister bzw. einer
Zimmerei errichtet wird.
Als Vorteile für das
Fertighaus bleiben aber zumindest
Kürzere Bauzeit (statistisch
komplett fertig in 10 Monaten statt 28 Monate bei
konventionellem Bau), eventuell auch mit
Bauzeitgarantie
Reduzierte oder entfallende
Behördenwege
Fixpreisgarantie ist Standard
Ein einziger Ansprechpartner bei der
gesamten Ausführung sowie bei Problemen
(zumindest in der
Variante"schlüsselfertig")
Einzug in ein bereits
ausgetrockenetes Haus
Bessere Vorstellung des
"Endprodukts" bei Besichtigung in
Musterhausparks
Schwierige Geländeverhältnisse in
der Bauphase einfacher zu bewältigen (zB. Bauen
am Hang)
Qualitätssicherung bei seriösen
Anbietern garantiert gleichbleibend hohe
Qualität der Bauteile
Standardisierte und erprobte
Haustechnik (Gerätekombinationen etc.)
Als Nachteile bleiben
Schwieriger lösbare Luftdichtheit der
BauteiIanschlüsse
Meist etwas eingeschränkte
Grundrissgestaltung und Materialauswahl
Tendenziell etwas niedrigerer
Wiederverkaufswert
Energiesparende Außenwand als
Verkaufsargument
Häufig wird das Fertighaus in Leichtbauweise
im Vergleich zum Massivbau als sehr
energiesparend dargestellt, weil die Außenwände
bei gleicher Wandstärke einen sehr guten
(niedrigen) U-Wert
aufweisen. Ein Haus besteht aber nicht nur aus
der Außenwand, und aus diesem Grund sagt der
U-Wert der Außenwand noch nicht viel über den
Energiebedarf des Hauses aus. Viel sinnvoller als
der der Vergleich des U-Werts ist also der
Vergleich der Energiekennzahl.
Heizung mit der Wohnraumlüftung
oder Tagstromheizung?
Da Leichtbauten manchmal als extrem
energiesparend dargestellt werden bieten manche
Hersteller an, auf ein konventionelles Heizsystem
zu verzichten und stattdessen eine Elektroheizung
oder eine Lüftungsanlage
einzubauen, mit der das Haus beheizt wird. Hier
sollten Sie besonders kritisch sein, denn so ein
Konzept funktioniert nur bei Erreichen des Passivhaus-Standards.
Ein derartig niedriger Energiebedarf verlangt
aber nach einer sehr sorgfältigen Planung
wirklich aller Komponenten und ist schwierig zu
erreichen. Die Nachrüstung eines
wassergeführten Heizsystems ist sehr teuer und
aufwändig. Die Verwendung von Tagstromheizungen
als Hauptheizsystem ist in manchen Baugesetzen
untersagt und aus Kostengründen und
ökologischen Gründen keinesfalls
empfehlenswert.
Vertragsunterzeichnung
Prüfen Sie den Vertrag lieber einmal öfter
und lassen Sie sich keinesfalls zur Unterschrift
drängen. Bei Argumenten wie "diese Aktion
läuft morgen aus", "Chef fährt morgen
ins Ausland" oder ähnlichem sollten bei
Ihnen die Alarmglocken läuten. Hier versucht es
der Verkäufer mit Verkaufsseminartricks aus der
untersten Schublade. Nehmen Sie den Vertrag zur
Prüfung mit und diskutieren Sie ihn mit anderen
Bauherren. Der Abchluss eines Vorvertrages ist
übrigens genauso bindend und in 99,9% aller
Fälle völlig überflüssig. Wenn man manchmal
hört, dass Baufirmen die Käufer nicht mehr
"aus dem Vertrag herauslassen", dann
ist das sehr oft das gute Recht der Baufirma -
Sie selbst erwarten ja auch, dass Ihr Vertrag
erfüllt wird, und die Baufirma macht das
gleiche. Prüfen Sie insbesondere den Preis aller
gewünschten Extras und die Leistungsbeschreibung
sehr genau. Akzeptieren Sie keine
Allgemeinformulierungen wie z.B.
"hochwertige Fliesen". Weiters ist
empfehlenswert, die Bemusterung (also die
Festlegung der Innenausstattung) mit der
Vertragsunterzeichnung zu kombinieren. Ansonsten
ist die Gefahr gegeben, dass Sie bei der
Bemusterung feststellen, dass Ihre
Wunschausstattung aufpreispflichtig ist. Wie bei
jedem Vertrag gilt, dass mündliche Absprachen
wertlos sind. Der Verkäufer ist oft nicht einmal
bei der Fertighausfirma angestellt sondern
arbeitet auf Provision. Somit kann der Verkäufer
leicht etwas versprechen, wenn es nicht im
Vertrag steht werden Sie es von der ausführenden
Firma meist nicht bekommen. Eine Preisgarantie
auf 1 Jahr (oder auch länger), Zahlung der
Rechnung nach Baufortschritt und das Bestehen des
Blowerdoor-Tests
sollten Sie übrigens immer in den
Kaufvertrag hineinschreiben lassen.
Leistungen beim Ausbauhaus ab
Oberkante des vorbereiteteten Unterbaus
(Mindestleistung in ÖNORM 2310 festgelegt)
Außen ist das Ausbauhaus komplett fertig
gestellt. Fenster
und Türen sind inklusive der Beschläge
eingebaut, der Verputz oder Holzschutz ist
aufgetragen, Stiegen zwischen den Geschoßen sind
eingebaut. Das Haus ist eingedeckt
einschließlich Gesimsausbildung, Verblechungen,
Dachrinnen und Fallrohre. Alle Wände (tragend
und nicht tragend) sind inklusive Dämmung, Dampfbremse und
Beplankung hergestellt, allerdings ohne
Verspachtelung. Die Elektro-Leerverrohrung ist
einschließlich der Leerdosen hergestellt. Alle
Durchdringungen sind winddicht und regensicher
ausgeführt. "Standard"-Vorarbeiten
sind enthalten (Prüfung der Zufahrtswege,
Vorentwürfe, Einreichunterlagen,
Baubeschreibung, Einbeziehung der Sonderwünsche
unter Berücksichtigung behördlicher Auflagen,
Erstellung der Deckenpläne inkl. Aussparungen
und Auflasten für die Kellerdecke oder Bodenplatte,
Prüfung dieser Vorgaben, Ernennung eines
Bauleiters, Bauführung).
| Innenarbeiten,
wie z. B. das Verspachteln der Wände,
das Aufbringen des Estrichs oder das
Installieren der elektrischen Leitungen
in die vorhandene Leerverrohrung sind
nicht im Leistungsumfang enthalten. Wenn
diese Arbeiten an Profis vergeben werden
müssen kommen dadurch beträchtliche
Kosten hinzu. Hohe Kosten kommen auch
durch die noch zu installierende
Heizungsanlage dazu. Weiters hat die
Fertighausfirma das Recht, einen
Standsicherheitsnachweis für den Keller
oder das Fundament zu verlangen. |
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Problematisch können Schadensfälle
sein, da der Hersteller nur für die von ihm
erbrachten Leitungen haftet. Bei Schäden ist
dies nicht immer feststellbar (z.B. muss bei
Kondenswasser durch eine beschädigte Dampfbremse
geklärt werden, ob diese wirklich von der
Fertighausfirma beschädigt wurde oder vom
Installateur).
Was heißt
"schlüsselfertig"?
Zusätzliche Leistungen beim
schlüsselfertigen Haus
Herstellung der Fußbodenunterkonstruktion samt
Wärmedämmung und der Bodenbeläge laut
Leistungsverzeichnis, Verspachtelung aller
Plattenstöße, Fugen und Befestigungspunkte an
allen Decken und Wandflächen. Lieferung aller
Stiegen, Innentüren, Balkone, Geländer etc.
laut Leistungsverzeichnis und Bauordnung.
Lieferung und Montage aller im
Leistungsverzeichnis enthaltenen
Sanitärleitungen, Armaturen, Geräte in
gebrauchsfertigem Zustand. Lieferung und Montage
der kompletten Heizungsanlage (ohne
Versorgungsleitungen!). Lieferung und Montage des
E-Verteilers mit Schutzeinrichtungen und
Anschluss der im Leistungsbereich liegenden
Leitungen (Kellerinstallation somit nicht).
Tapezierung oder Wandbekleidungen in
Feuchträumen (Badezimmer, WC) haben mindestens
bis Türstockoberkante zu reichen. Im
Spritzwasserbereich sind Feuchträume
flüssigkeitsdicht auszubilden.
Welche Kosten kommen zusätzlich auf
sie zu
Je nachdem, ob Sie Ihr Haus als Ausbauhaus oder
schlüsselfertig bestellen, müssen Sie
natürlich noch Folgekosten kalkulieren. Was im
Preis genau enthalten ist, können Sie der Bau-
und Leistungsbeschreibung entnehmen.
Mindeststandards sind in der ÖNORM festgelegt.
Zusätzlich können auch bei schlüsselfertigen
Häusern u.a. die Kosten für folgende Arbeiten
zusätzlich anfallen, da diese normalerweise nicht
im Lieferumfang enthalten sind (Beispiele):
- Gutachten, Gebühren,
Benützungsbewilligung und
Förderungsanträge
- Grabungsarbeiten für die Baugrube
- Keller oder
Fundamentplatte
- Entsorgung des Baumülls
- Rauchfang
- Blitzschutzanlagen, Erdungsanlage
- Außenstiegen und Außenanlagen
- Kanalisation, Sickerschächte etc.
- Hauszuleitungen sowie Ver- und
Entsorgungsleitungen samt Anschlüssen
- Antennenanlagen, Zählerkasten
- Dachbodentreppe
- Schneenasen am Dach
- Dachausstiegsfenser
- Küche
- Garagen und Abstellplätze
- Gehwege und Pflasterungen
- Zäune und Zufahrtswege
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Erfahrungen gemacht, die unsere Leser
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