Der Energieausweis
ist mit dem Typenschein für Ihr Auto
vergleichbar. Viele interessante
Kennwerte Ihres Hauses (z.B. der zu
erwartende Heizenergieverbrauch) sind
darin enthalten. Je nach Bundesland sind
die Berechnungsmodelle etwas
unterschiedlich. Der wichtigste Kennwert
ist aber in jedem Energieausweis
enthalten: Die Energiekennzahl
(= spezifischer Heizwärmebedarf). Was
sie sonst über den Energieausweis wissen
sollten, können Sie hier nachlesen.
Man benötigt bei allen neuen
Gebäuden einen Energieausweis, und zwar
bereits beim behördlichen Bauverfahren.
Auch beim Zubau, beim Umbau und bei einer
umfassenden Sanierung wird ein
Energieausweis nötig. Seit 2009 ist ein
Energieausweis ebenfalls bei Verkauf oder
Vermietung von Wohnungen, Büros oder
Betriebsobjekten vorzulegen. Die
Gültigkeitsdauer des Energieausweises
beträgt zehn Jahre. Verantwortlich für
die Erstellung ist immer der Bauherr, der
Vermieter oder der Verkäufer.
Der spezifische
Heizwärmebedarf (die eigentliche
Energiekennzahl) ist der gebräuchlichste
Vergleichswert, um die thermische
Qualität der Gebäudehülle zu
beschreiben. Diese Energiekennzahl wird
in kWh/m².a angegeben (sprich:
Kilowattstunden pro Quadratmeter und
Jahr). Sie sagt aus, wieviel Energie Ihr
Haus pro Quadratmeter Fläche im Jahr
für die Raumwärme benötigen würde,
wenn es am Referenzstandort stehen würde
(also auf Basis eines Referenzklimas,
nicht am tatsächlichen Standort). Damit
ist dieser Wert zum Vergleich der
thermischen Qualität von Häusern sehr
gut geeignet. Um den Kennwert auf einen
Blick abschätzen zu können wird er
neben die farbige Skala in der
entsprechende Kategorie gedruckt.
Spezifischer Heizwärmebedarf
HWB (standortbezogen):
Dieser Heizwärmebedarf beschreibt den zu
erwartenden Energieverbrauch bei Ihrem Haus. Je
nach Ihrem Benutzerverhalten (energiesparendes
Verhalten) kann Ihr tatsächlicher Verbrauch auch
abweichen. Bei Neubauten ist im ersten Jahr der
Verbrauch oft deutlich erhöht, weil Bauteile
noch austrockenen müssen.
Warmwasserwärmebedarf (WWWB),
Heiztechnikenergiebedarf (HTEB):
Der Energiebedarf für die
Warmwasserbereitstellung und der Energiebedarf
für die Verluste der Heizungsanlage (bei
Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Abgabe).
Endenergiebedarf: Die notwendige von außen zugeführte
Energiemenge für Raumwärme und Warmwasser.
Brutto-Grundfläche:
Wird auch als Bruttogeschoßfläche oder
Bruttogrundrissfläche bezeichnet. Die
Bruttogrundfläche ist die Summe aller Flächen
inklusive der Wände (ohne Wände wäre es die
Nettogeschoßfläche). Auf diesen Wert wird der
jährliche Energiebedarf bezogen.
Kompaktheit (A/V-Verhältnis):
Diese stellt einen Kennwert für die
Gebäudegeometrie dar. Nähere Details dazu
finden Sie hier.
Klimaregion:
In der Realität wird das Haus einen anderen
Energiebedarf haben als am Referenzstandort. Aus
diesem Grund wird das Standortklima mittels der
Klimaregionen berücksichtigt.
Klimadaten:
Die Klimadaten beschreiben die langjährigen
Durchschnittswerte für Ihre Bauadresse. Die
Heiztage beschreiben die Anzahl der Tage, an
denen in durchschnittlichen Häusern geheizt
werden muss. Die Heizgradtage beschreiben dazu
noch, wieviel Temperaturunterschied an den
Heiztagen zwischen außen und innen besteht. Die
Normaußentemperatur gibt die kälteste
Durchschnittstemperatur im Jahr an (im
langjährigen Durchschnitt). Die Globalstrahlung
ist jene Energie, die von der Sonne auf einen m²
ebene Fläche während einer Heizperiode
geliefert wird.
U-Wert
Der U-Wert beschreibt bei einem Bauteil (z.B.
Wand oder Fenster) den Wärmedurchgang je
Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied
zwischen innen und außen [Details zum
U-Wert]. Der U-Wert sollte also bei jedem
Bauteil der thermischen Hülle möglichst niedrig
sein. Im Energieausweis ist deshalb auch der
mittlere U-Wert der Gebäudehülle angegeben.
Unser Tipp: Führen Sie eine
Energiebuchhaltung!
Schreiben Sie monatlich oder jährlich Ihren
Energieverbrauch mit und vergleichen Sie mit dem
im Energieausweis angeführten Heizwärmebedarf.
So können Sie ein Gefühl für Ihre
Energiekosten bekommen und eventuelle Defekte an
Heizung oder Regelung am steigenden Verbrauch
erkennen.
Übrigens: Im ersten Jahr ist der
Heizenergieverbrauch in den meisten Fällen
(speziell bei Massivbauten) höher als
rechnerisch ermittelt, da die Austrocknung der
restlichen Baufeuchte Energie benötigt.