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U-wert preis/leistung

11 Beiträge |
letzte Antwort 5.9.2017 |
erstellt 31.8.2017
Hallo,

ich spiele gerade mit dem U-Wert Rechner verschiedene Wandaufbauten durch.
Mir scheint dabei dass bei einem effizienten Heizsystem (Wärmepumpe) bei einem "basis-u-wert" der Wand von beispielsweise 0.2 jegliches weitere Dämmen eine Ammortisation weit jenseits der Fassadenlebensdauer hat.
Habe ich mich hier irgendwo verrechnet?

vielen Dank
Daniel
31.8.2017 9:09
Kommt wohl auf die zu beheizende Hüllfläche des Gebäudes an. Als ich damals mit den Heizlasten und dem U-Wert Rechner gespielt habe, war das Fazit das Gleiche.
Wenn man die Fassadendämmung selbst machen kann, würd ich möglichst viel davon anbringen wollen, seine eigene Arbeitszeit ist in gewisser Weise ja kostenlos. Ansonsten waren die Mehrkosten einfach zu hoch. Habe mich somit für 20cm EPS-F (ohne Plus) entschieden.
Es gibt ja Leute die lassen sich mindestens 25cm EPS-F Plus machen, bin der Meinung die Mehrkosten amortisieren sich niemals, vor allem nicht wenn man eine effiziente Flächenheizung und WP dazu plant.

Zitat

31.8.2017 9:16
Paretoprinzip
Du hast da nicht Unrecht. Wir können aber alle nicht in die Glaskugel schauen und wissen nicht, wie sich die Energiekosten entwickeln.
Mein Ansatz ist da möglichst geringe laufende Kosten im Alter zu haben und neben her so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen.
Den Komfort solltest du dabei auch nicht außer Acht lassen. Über das Material und dessen Stärke nimmst du z.B. Einfluss auf den sommerlichen Hitzeschutz, in dem Fall die Amplitudendämpfung. Wenn du sowieso mit dem U-Wert Rechner spielst, nimm einfach mal EPS, Steinwolle und Zellulose und vergleich mal. Der zeigt auch gleich die Nachhaltigkeit des Materials an.
Du könntest auch überlegen, besser zu dämmen um ein Kombigerät (EWP, Speicher, KWL) einsetzen zu können und dadurch Platz zu sparen. Da gibt es Geräte, die werden in Skandinavien in der Küche verbaut. Das was du an m² für den Technikraum sparst geht in die Dämmung.
Wenn es nur um die Kosten geht, ist es sicher am einfachsten nur die geforderten u-Werte einzuhalten.

Zitat

31.8.2017 9:50
ich habe gar die Berechnung nach Paretoprinzip gemacht ;)
meine Wand hat Uwert von rund 0,19, alles andere ist nach Pasivhauseigenschaften laut. PHI u.ä. konzipiert und gebaut: Lüftung mit WR, Luftdichtheit, Passivhausfenster, Wärmebrückenfreiheit, Wärmedämmung (ausgenommen Wand).
Die Wand ist eine 38er Ziegel von Heluz die vor 3 Jahren als Ausläufer für extrem wenig Geld zu haben war. Da waren gleich 5k Ersparnis.
Die Kosten fürs Heizen bewegen sich im Bereich von 400,-/a.
Mit einer dickeren Wand wären die 5k futsch und ich hätte 250-300,-/a Heizkosten.
Amortisation im besten Fall nach rund 35 Jahren.
Bis dahin müssen wir nicht mehr so viel heizen (Klimaerwärmung) sondern kühlen ;)

Zitat

31.8.2017 9:55
wie alpenzell schreibt ist eine reine finanzielle amortisation zu flach gedacht. neben dem komfortthema spielt auch die heiztechnik rein, vl-temperaturen kommen runter, selbstregeleffekt übernimmt, etc...

das ganze system haus wird runder wenn der fehler wärmeverlust minimiert wird...

Zitat

31.8.2017 12:32
Auf die Amortisation bezogen ist das einfach nur ein Jonglieren mit Zahlen und Unbekannten. Ich würde mich hier auch auf das Thema Komfort fokussieren. Arne hat die Wichtigsten Parameter genannt.

Aus meiner Sicht ist es unvernünftig auf die besten Materialien zu verzichten, da die Ersparnis dessen nur eine unverhältnismäßige finanzielle Einsparung bringt.

Ein Beispiel: die Aufzahlung von normalem EPS auf EPSf+ hat bei uns die Dämmeigenschaften um 20% verbessert bei einer Erhöhung der Gesamtkosten für die Fassadengestaltung von 4%.

Zitat

31.8.2017 14:00
das ist alles schon ok so, jeder kann doch seine Schwerpunkte setzen wie er möchte, wer gibt vor, was richtig ist?; die Reboundeffekte durch höheren Einsatz von Umwelttechnik sind ja bekanntlich nciht gerade umweltschohnend.
Das oberste Prinzip sollte sein: weniger ist mehr! Minimaler Einsatz von ausgewählten Materialien bei maximal erzielbaren Komfortgewinn.

Zitat

31.8.2017 16:53


MinMax schrieb: Das oberste Prinzip sollte sein: weniger ist mehr!

Da geb ich dir recht - das gilt in vielen Bereichen und Lebenslagen.


MinMax schrieb: die Reboundeffekte durch höheren Einsatz von Umwelttechnik sind ja bekanntlich nciht gerade umweltschohnend.

Darüber kann man natürlich immer diskutieren. Ich gestehe, dass für mich bei der Entscheidung im Vordergrund stand, mit dem geringsten Kapitaleinsatz die höchstmögliche Dämmleistung zu erzielen. Daher bei uns die Komination günstigster 25cm HLZ den wir finden konnten + 20cm EPSf+. Nach dem Motto der Ziegel soll tragen, die Fassade soll dämmen.

Ich habe bereits mehrere Male mit Bauherren gesprochen die monolithisch gebaut haben, die recht verdutzt waren, dass deren Fassade (zB Thermoputz) teurer war als unser gesamtes WDVS. Leider hatten die auch bereits beim Ziegel einige Tausender mehr ausgegeben. Dafür ist seine Fassade halt im Aufbau ökologischer als meine, das ist unbestritten.


MinMax schrieb: Die Kosten fürs Heizen bewegen sich im Bereich von 400,-/a.

Darf ich ergänzend hinterfragen wie groß dein Haus ist?

Wir hatten 2016 einen Stromverbrauch für Heizen+WW+Kühlen von 2.200kwh.
60% entfallen dabei zirka aufs Heizen = EUR 180,00. Wir beheizen 240m² auf 2 Geschoßen. Steigen die Stromkosten um 100% bezahle ich EUR 360,00 und du EUR 800,- usw...

Ich möchte möglichst wenig anfällig sein auf steigende Strompreise, unabhängig davon ob ich eine PV-Anlage habe oder nicht. Alpenzell hat recht, dass man jetzt schon die Voraussetzung schaffen sollte um im Alter möglichst geringe Betriebskosten zu haben.


MinMax schrieb: Bis dahin müssen wir nicht mehr so viel heizen (Klimaerwärmung) sondern kühlen ;)

Mal sehen, vielleicht bringt die Klimaerwärmung den Golfstrom zum erliegen, dann darf ich auch im Juni meinen Kachelofen befeuern. Ergo, wer weiß schon, was kommt.


DeepB schrieb: Fassadenlebensdauer

Ich hoffe doch, ich komme mit 2 neuen Anstrichen in den nächsten 35 Jahren durch.

Zitat

31.8.2017 21:18
Ich habe mich auch mit dem U-Wert Rechner herumgespielt und auch mit GEQ den Energieausweis nachgerechnet. Fazit war dann, dass, zumindest bei unserem Haus, der Wandaufbau überraschenderweise eine recht geringe Rolle spielt und selbst der Dachaufbau hatte weniger Einfluss als ich gedacht hätte (sind jetzt 0,16 und 0,13 geworden). Mit Abstand am meisten haben die Fenster und das etwas ungüstige A/V Verhätnis an Energieverbrauch gekostet. Aber nachdem wir nicht in einem fensterlosen Bunker leben wollen, werden wir uns mit dem etwas schlechterem Energieverbrauch zufrieden geben müssen

Zitat

31.8.2017 23:00
die fenster nehmen eine sonderposition ein (transluzente dämmung).
sehr gute fenster bringen west-, süd- und ostseitig im winter mehr wärmeeintrag als sie verlieren...

darum empfiehlt sich auch zumeist ein glassplitting je nach ausrichtung.

bei der heizlastberechnung wird das per definition (noch) nicht berücksichtigt...

Zitat

5.9.2017 17:12
Gibt es eine (einfache) Möglichkeit abzuschätzen inwieweit sich die im Energieausweis angegebene Heizlast verändert, wenn man die Fenster berücksichtigt? Im Energieausweis ist ja z.B. ein rechnerischer Wert für die solaren Gewinne angegeben. Oder braucht es da eine eigene Berechnung?

Zitat

5.9.2017 18:06


chrismo schrieb: Gibt es eine (einfache) Möglichkeit abzuschätzen inwieweit sich die im Energieausweis angegebene Heizlast verändert, wenn man die Fenster berücksichtigt?


Ja, im Heizwärmebedarf (HWB Standort verwenden) des Energieausweises sind Solare Gewinne berücksichtigt (wenn es sie richtig gibt! ... Verschattung, Nebel etc)

http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=450994

--> HWB + WWB / 2400 Betriebsstunden

Wennst es genau wissen willst --> phpp

Zitat



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