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Grabenkollektor Kärnten

5 Beiträge | letzte Antwort 14.1.2017 | erstellt 3.1.2017
Grabenkollektor Kärnten
Hi Leute.

Ich lese schon seit ca. 2 Jahren hier im Forum rum und hab auch schon sehr viele Infos bekommen. Nun wird es bei mir selbst aber sehr konkret. Ich möchte mit unserem Hausbau im Frühjahr 2017 anfangen. Die Planungsphase ist abgeschlossen, der Einreichplan wird demnächst eingereicht. Die ersten Angebote sind auch schon vorhanden.
Da ich hier soviel mitlese, war mir von Anfang an schon klar, dass ich als Heizung eine Erdwärmepumpe mit Grabenkollektor haben möchte.
Energieausweis ist leider noch nicht vorhanden.
Das Haus ist folgerdermaßen geplant:
ca. 142qm + Keller + Garage
Ausführung in 50er Ziegel mit Thermoputz
Südliche Ausrichtung.
Garage wird nicht mitbeheizt. Der Keller hat einen offenen Stiegenaufgang zum EG. Der Vorraum im Keller hat ca. 10qm und ich denke, dass dieser mitgeheizt werden soll?
Der Keller wird aussenrum mit XPS gedämmt. Die Bodenplatte unter Keller wird wahrscheinlich nicht gedämmt. Weiß noch nicht, ob ich die wirklich dämmen soll.
Grundstück hat ca. 840qm, komplett eben.

Als Bodenart würde ich lehmigen Sand annehmen. Laut Grundstücksverkäufer ist dieser sehr versickerungsfähig und besteht aus Sand / Schotter.
Da meine unmittelbaren Nachbarn gerade bauen / gebaut haben, habe ich Fotos gemacht, damit man den Boden besser beurteilen kann.

1. und 2. Bild: Nachbar nördlich (direkt anschließend), Keller. Hier sieht man, dass der Boden eigentlich sehr gut geeignet sein soll? Für mich wäre das lehmiger Sand.

Grabenkollektor Kärnten

Grabenkollektor Kärnten


3. Bild: Nachbar westlich mit einer kleinen Straße dazwischen: Hat leider nur eine Bodenplatte gemacht, und da sieht man eigentlich nur Sand mit Feinanteil oder? Würde ich also als lehmigen Sand bezeichnen. Und diese Bodenart würde auch ich für die Kollektorauslegung annehemen.

Grabenkollektor Kärnten


Hier mein erster Entwurf vom Kollektor. Habe ihn überall auf 2m Tiefe eingezeichnet, da ich Angst hatte wegen der Entzugsleistung bei der Bodenart Sand. Ich möchte hier lieber den Worst Case annehmen.
Rausgekommen ist der hier:

http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/canvastest.htn

Was sagt ihr dazu? Soll ich da noch etwas verbessern?
Mit der Wasserleitung und Kanalleitung weiß ich nicht so richtig, wie ich das machen kann. Leider habe ich von der Gemeinde keine Angabgen bekommen, wo die Anschlüsse genau sind. Am Grundstück ist aber im Südlichen Eck der Wasserschlauch aus der Erde rausstehend, daher denke ich, dass hier der Wasseranschluss und Kanalanschluss liegt (im Zeichentool links unten. Westlich der Zeichnung verläuft die Straße der Siedlung (Von Norden nach Süden).

Freue mich über eure Meinungen und Vorschläge.

LG und nachträglich einen guten Rutsch

  

6.1.2017 23:00

Zitat:
daniel_89 schrieb: der Einreichplan wird demnächst eingereicht.

Zitat:
daniel_89 schrieb: Energieausweis ist leider noch nicht vorhanden.


wie soll das gehen?
zuerst mal e/a abwarten, ev. plan nach-tunen, dann einreichen

Zitat:
daniel_89 schrieb: Der Keller hat einen offenen Stiegenaufgang zum EG. Der Vorraum im Keller hat ca. 10qm und ich denke, dass dieser mitgeheizt werden soll?


die frage ist eher, was du im sommer machst. da kommt die feucht warme eg luft in den kühlen keller.

Zitat:
daniel_89 schrieb: Die Bodenplatte unter Keller wird wahrscheinlich nicht gedämmt. Weiß noch nicht, ob ich die wirklich dämmen soll.


ich würde dir min. 10cm xps raten

Zitat:
daniel_89 schrieb: Laut Grundstücksverkäufer ist dieser sehr versickerungsfähig und besteht aus Sand / Schotter.


du mußt ordentlich überdimensionieren, damit du auf der sicheren seite bist.
wie dyarne so oft empfiehlt und bei dir auch gut ausführbar wäre - regenwasser direkt in den kollektor versickern lassen.

Zitat:
daniel_89 schrieb: Habe ihn überall auf 2m Tiefe eingezeichnet, da ich Angst hatte wegen der Entzugsleistung bei der Bodenart Sand. Ich möchte hier lieber den Worst Case annehmen.


nicht tiefer als breiter planen.
worst case wegen bodenart heißt eher mehr grabenmeter statt grabentiefe, weil von sand weniger effizient entzogen werden kann. daher mehr fläche zum entzug.
wenn du mit bazooka schießen möchtest, könntest 3x300m dn32 machen. das erhöht die tauscherfläche (rohrkontaktfläche zu boden) um weitere 50%.

Zitat:
daniel_89 schrieb: Leider habe ich von der Gemeinde keine Angabgen bekommen, wo die Anschlüsse genau sind.


da am besten nachbohren. die gemeinde muss pläne haben. schließlich zahlst du ja auch die anschlussgebühren, also soll die gemeinde ihren teil beitragen..

Zitat:
daniel_89 schrieb: Hier mein erster Entwurf vom Kollektor.


wunderbar

Zitat

11.1.2017 17:12
Hi Brink. Danke für deine ausführliche Antwort

Zitat:
brink schrieb: wie soll das gehen?
zuerst mal e/a abwarten, ev. plan nach-tunen, dann einreichen



Eben, das war / ist der Grund, warum noch nicht eingereicht wurde.

Zitat:
brink schrieb: die frage ist eher, was du im sommer machst. da kommt die feucht warme eg luft in den kühlen keller.



Also doch besser eine Tür vom EG zum KG einplanen? Noch kann ich es ja ändern. Danke für den Hinweis

Zitat:
brink schrieb: ich würde dir min. 10cm xps raten



Danke auch dafür. Ich wollte eigentlich eh die Bopla dämmen, jedoch wurde mir von einige davon abgerate - Brauchst du nicht.

Zitat:
brink schrieb: du mußt ordentlich überdimensionieren, damit du auf der sicheren seite bist.
wie dyarne so oft empfiehlt und bei dir auch gut ausführbar wäre - regenwasser direkt in den kollektor versickern lassen.



Ja überdimensionieren habe ich / wollte ich sowieso. Sieht man das in meinem Grabenkollerplan?
Wie meinst du das mit dem versickern lassen genau? Einfach ein Drainagerohr entlang des Grabenkollektors legen und das Regenwasser von den Dächern (Haus + Garage) darüber versickern lassen? Also keine Zisterne machen ?
Muss ich dann nicht Angst haben, dass das Wasser eventuell frieren könnte und dann mein Regenwasser nicht mehr versickern kann?. Oder soll das Drainagerohr direkt über den Soleleitungen sein? Gibt es einen Thread dazu?

Zitat:
brink schrieb: nicht tiefer als breiter planen.
worst case wegen bodenart heißt eher mehr grabenmeter statt grabentiefe, weil von sand weniger effizient entzogen werden kann. daher mehr fläche zum entzug.
wenn du mit bazooka schießen möchtest, könntest 3x300m dn32 machen. das erhöht die tauscherfläche (rohrkontaktfläche zu boden) um weitere 50%.



Also soll ich doch nicht auf 2m gehen? Habe die Kollibreite zurzeit mit 1,8m gezeichnet, also tief auch "nur" 1,8m?
Und ich sollte lieber 3x300 machen? War ich sowieso am überlegen, aber eher aus dem Grund: 1 Rohr Reserve.

Zitat:
brink schrieb: da am besten nachbohren. die gemeinde muss pläne haben. schließlich zahlst du ja auch die anschlussgebühren, also soll die gemeinde ihren teil beitragen..



Habe am Freitag eh einen Termin mit dem Architekten, werden da nochmal nachbohren müssen.

Zitat:
brink schrieb: wunderbar



Also passt mein Entwurf soweit? Grabenlänge ok? Entzugsleistung ok? Tiefe doch nicht zu tief?


Zitat

11.1.2017 20:31
Muss man nicht 1,5 m von der Grundstücksgrenze mit den Rohren der Erdwärme wegbleiben - nur weil du ganz dazu gezeichnet hast.

Und hast du einen Installateur in Kärnten, der dir den Ringgrabenkollektor macht?

Zitat

11.1.2017 21:34

Zitat:
daniel_89 schrieb: Ja überdimensionieren habe ich / wollte ich sowieso. Sieht man das in meinem Grabenkollerplan?


Nein. Denn überdimensionieren bezüglich welcher heizlast?
Bei 20kw heizlast wäre der kollektor zu klein

Zitat:
daniel_89 schrieb: Wie meinst du das mit dem versickern lassen genau?


Da am besten dyarne, richard3007, .. fragen. Ich glaube johnnypiloto macht auch sowas. Da wird direkt in den graben mit den solekollektoren versickert, damit die wärmeübertragung des erdreichs auf die rohre verbessert wird.

Zitat:
daniel_89 schrieb: Also soll ich doch nicht auf 2m gehen? Habe die Kollibreite zurzeit mit 1,8m gezeichnet, also tief auch "nur" 1,8m?


Oja, du kannst schon auf 2m gehen, aber dann auch 2m breit graben. Und das macht dann schon sehr viel erdbewegung. Die kosten gehen dann exponentiell nach oben. 1,8x1,8 wäre aber auch ok. Üblicherweise wird mit 1,5 tiefe angefangen und man geht zum schluss auf bis zu 2m runter, damit immer gewisse differenz sole<=>erdreich besteht. Sole wird ja wärmer während sie die rohre durchströmt. Geht man mit den rohren tiefer, herrscht dort im winter eine höhere temperatur.

Zitat:
daniel_89 schrieb: Und ich sollte lieber 3x300 machen?


Sind dann +50% materialkosten. Bis 6kw nicht nötig.

Zitat:
daniel_89 schrieb: War ich sowieso am überlegen, aber eher aus dem Grund: 1 Rohr Reserve.


Ich habe einen 1x400 dn40 kollektor
Die reserve/sicherheit ist das rohrmeterial pe100-rc
---
Jetzt e/a resp heizlastabschätzung, dann können wir die planung verfeinern.

Zitat:
cyberspacer schrieb: Muss man nicht 1,5 m von der Grundstücksgrenze mit den Rohren der Erdwärme wegbleiben


Nein. Ausser der nachbar macht dasselbe. Aber weniger als 0,5 sind ohnehin kaum möglich. Ich würde so weit an die grenze gehen, wies nur geht.

Zitat

14.1.2017 10:01

Zitat:
brink schrieb: Nein. Denn überdimensionieren bezüglich welcher heizlast?
Bei 20kw heizlast wäre der kollektor zu klein



Da hast du natürlich recht. Aber bis jetzt war meine Erfahrung hier im Forum, dass das Haus auf unter 7kw kommen wird. Den Energieausweis werde ich nächste Woche bekommen. Dann sehen wir ja weiter.

Zitat:
brink schrieb: Da am besten dyarne, richard3007, .. fragen. Ich glaube johnnypiloto macht auch sowas. Da wird direkt in den graben mit den solekollektoren versickert, damit die wärmeübertragung des erdreichs auf die rohre verbessert wird.



Ok, ich habe das dem Architekten gesagt, er meinte, das ist kein Problem. Werde mit den genannten Personen noch mal schreiben. Danke für die Info :)

Zitat:
brink schrieb: Oja, du kannst schon auf 2m gehen, aber dann auch 2m breit graben. Und das macht dann schon sehr viel erdbewegung. Die kosten gehen dann exponentiell nach oben. 1,8x1,8 wäre aber auch ok. Üblicherweise wird mit 1,5 tiefe angefangen und man geht zum schluss auf bis zu 2m runter, damit immer gewisse differenz sole<=>erdreich besteht. Sole wird ja wärmer während sie die rohre durchströmt. Geht man mit den rohren tiefer, herrscht dort im winter eine höhere temperatur.



Verstehe ich, aber wenn ich alles auf 1,8 x 1,8 machen würde, wäre das von der Entzugsleistung her nicht besser? Ist die Ausführung nicht schwieriger, wenn man einen tiefer werdenden Kollektor macht? Vom Aushub her wäre es natürlich besser.

Zitat:
brink schrieb: Sind dann +50% materialkosten. Bis 6kw nicht nötig.



Passt, wenn der EA da ist, dann könnnen wir das ja darüber noch reden.

Zitat:
brink schrieb: Ich habe einen 1x400 dn40 kollektor
Die reserve/sicherheit ist das rohrmeterial pe100-rc
---
Jetzt e/a resp heizlastabschätzung, dann können wir die planung verfeinern.



Verstanden, also mit einem rc Rohr ist ein zusätzliches Rohr Luxus, wenn der Graben mit 2 Rohren genug Entzugsleistung hergibt.

Zitat:
brink schrieb: Nein. Ausser der nachbar macht dasselbe. Aber weniger als 0,5 sind ohnehin kaum möglich. Ich würde so weit an die grenze gehen, wies nur geht.


Das war auch mein Gedanke. So nah wie möglich ran an die Grenze. Wobei bei mir auf einer Seite eine Siedlungsstraße ist, da kann man einen Zaun o.ä. soviel ich weiß eh nicht genau an der Grenze machen. Und die 0,5m werde ich auch an den anderen Grenzen mindestens weg bleiben müssen, da ich den Graben nicht so steil machen kann aufgrund des Bodens.

Zitat

      

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