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Grabenkollektor Flachgau, Salzburg

13 Beiträge | letzte Antwort 19.3.2017 | erstellt 29.5.2016
Grabenkollektor Flachgau, Salzburg
Hallo liebe Grabenkollektorfreunde,

da unser Energieausweis nun auch als Vorabzug vorliegt, machen wir uns jetzt auch daran den Grabenkollektor ernsthaft zu planen.

Nachstehend die schon in einem anderen Thread vorgestellten Kennwerte unseres EFH.
Grundstücksfläche 700m²
* Wohnfläche EG+OG 145,7m², KG 75,5m²
* Bauweise Ziegel 25cm + 20cm WDVS (u-Wert ca.0,13)
* Walmdach oberste Geschossdecke gedämmt (u-Wert ca. 0,11)
* zentrale KWL mit WRG
* Bodenbeschaffenheit: Torf bis ca. 1m bis 1,5m unter GOK, darunter steht leicht plastischer Ton an
* Höchster Grundwasserstand ca. 0,3m unter GOK, kann für die letzten ca. 4 Monate auch bestätigt werden
* kf Wert Torf ca. 1*10-5 bis 1*10-6

Daten vom Energieausweis:
* BGF 200m²
* Brutto Vol. 636m³
* Gebäudehüllfläche 454m²
* A/V 0,71
* Norm AT -13,8
* Mittlerer U-Wert 0,20 W/(m²K)
* HWB (refK) 27,4 kWh/m²a
* Gebäudeheizlast (Ptot) laut EA 5,0 kW

Unser Grundstück ist komplett eben. Die Dach- und Verkehrsflächen müssen über ein Retentionsbecken in den Mischwasserkanal entwässern. Daraus resultieren auch der "Pool" (Retentionsbecken) und die entsprechenden Leitungen um das Haus und die Entwässerung der Verkehrsflächen. Nördlich der Garage müssen zusätzlich zur Wasserleitung sowohl die Elektroleitung, das Datenkabel der Salzburg AG als auch die Telekomleitung geführt werden. Kann sich das eurer Einschätzung nach ausgehen? Eventuell könnte man das Wasser neben dem Kanal unter der Zufahrt in den HWR Raum führen. Siehe nachstehendes Bild.

Grabenkollektor Flachgau, Salzburg


Der Bereich zwischen Garage und Haus ist als Podest ausgeführt und verhindert deswegen wohl eine Kabelführung.

Wir streben an eine Künette von ca. 1,5-1,6m Tiefe und 2m Breite auszuheben. Damit sollten wir ca. 0,1-0,6m unter dem Tonhorizont sein. Da wir vermeiden wollen den entnommenen Ton wieder einzubringen sollte sich somit ein ständig wassergefüllter Graben im Ton bilden. Nachstehend mal mein aufgrund des Grundwassers vermutlich heillos überdimensionierter Erstversuch:
http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/canvastest.ht9

Aktuell denken wir an die KNV Nibe Topline 1155/6 bzw. KNV Nibe Topline 1255/6 was sich ja ausgehen sollte.

Sind auf eure Anmerkungen und Tipps gespannt.

Vielen Dank und schöne Grüße!
Nina und Florian
2.6.2016 16:16
Hallo Freunde der kreativen Rohrverlegung!

http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplannerw

...


Nachstehend einige Überlegungen zur Vorgangsweise unter den gegebenen Rahmenbedingungen unseres Grundstücks.

Beginn der Grabungsarbeiten am warmen Ende ( I, H und G sowie D, E und F werden jeweils gemeinsam ausgehoben) unter ehestmöglich startender Wasserhaltung. Die Wasserhaltung erfolgt an den Enden (IH und FG sowie FG und CD) der Künettenabschnitte über gekieste Pumpensümpfe (Kies auf Geotextil).
Jede Künettenabschnittsgruppe wird mit einem Scheitel (-170cm cm in den Ecken bzw. -160 in Künettenabschnittsgruppenmitte) ausgeführt um ein ungestörtes abfließen des zutretenden Grundwassers zu ermöglichen.

Die Künettenabschnittsgruppen werden jeweils schnellstmöglich wieder zugeschüttet und die Wasserhaltung an den Enden BC und CD fortgesetzt.

Im Vorfeld der Arbeiten ist das Gleiten auf rutschigen Oberflächen zu üben. Es empfehlen sich Gummihandschuhe da sonst das zuziehen der Kabelbinder nur erschwert möglich ist.

Na, ich bin schon gespannt...

Zitat

2.6.2016 18:10
Guter plan!
Bei dem wasserstand ein keller?
Du könntest die warme rückführung im arbeitsgraben machen.
Ich habe kabelbinder im regen festgezogen. Geht.
Wann gehts los? Hast schon nassfreudige helfer?

Zitat

2.6.2016 20:21
Hallo brink,

da der tragfähige Boden erst in ca. 1,5m ansteht und eben leicht plastischer Ton ist empfiehlt es sich bzw. ist der Bodenaustausch gar nicht mehr so viel billiger. Der kf Wert ist relativ klein, also sollte auch nicht all zu viel Wasser anfallen.
*klopfaufholz*

An ein warmes gerades Arbeitsgrabenkollektorstück habe ich auch gedacht, da könnte ich auch relativ nahe an die Grundgrenze und müsste mir keine Sorgen wegen dem Garagenfundament machen.

Die Wasserspiele beginnen Ende August. Wir sind auf jeden Fall mal eine Kabelbinderin und ein Rohrbündelschlepper und -dreher und hoffen auf ein, oder zwei gegenseitige- Hilfe-Helfer aus dem Forum ^^

Zitat

6.6.2016 12:09
spannendes projekt...

hier ein einfacher kollektor mit maximaler baugrubennutzung...

...


http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplannerW

kollektor im wasser ist immer die kunst des möglichen, man kann dann auch aufhören tiefer zu gehen sobald man im wasser steht. ideal ist natürlich die verlegung in einer eher trockenen periode, also diesee woche wäre ganz schlecht ...

punkto qualitätsanspruch dichtem keller bist du eh sicher vorgewarnt, so gut wie du dich schon informiert hast...

Zitat

7.6.2016 7:41

Zitat:
dyarne schrieb: hier ein einfacher kollektor mit maximaler baugrubennutzung...



Die Variante hätte ihren Reiz! Ich muss nochmal schauen wie wir das bautechnisch hinbekommen, da die obersten ca. 1-1,5m ja nicht tragfähig sind und deswegen die Terrasse über die Bodenplatte rückgestützt werden muss, oder eben Schalsteine bis zumindest in diese Tiefe in den Ton einbinden sollten. Da sehe ich zwei Kreuzungspunkte für welche die Querungsdetails interessant wären.
Evtl. ausschalen und herum mauern und betonieren...

Zitat:
dyarne schrieb: kollektor im wasser ist immer die kunst des möglichen, man kann dann auch aufhören tiefer zu gehen sobald man im wasser steht. ideal ist natürlich die verlegung in einer eher trockenen periode, also diesee woche wäre ganz schlecht ...



Wir haben zwar immer nasse Patscherl, aber zumindest sind wir auch bei solchen Niederschlagsereignissen nicht wirklich betroffen. Der Grundwasserspiegel ist vielleicht 5cm gestiegen.

Zitat:
dyarne schrieb: punkto qualitätsanspruch dichtem keller bist du eh sicher vorgewarnt, so gut wie du dich schon informiert hast...



Neben der Störung des Untergrunds (sofort nach Aushub 5cm Magerbeton auf den Ton aufbringen, inkl. Arbeitsbereich) ist die korrekte Ausführung der Weißen Wanne der Punkt welchen wir am schärfsten kontrollieren werden bzw. auch kontrollieren lassen werden. Da herrscht eine gewisse Paranoia vor...

Zitat

10.1.2017 11:29
@dyarne
Danke nochmal für deinen Vorschlag (Baugrubenkollektor)!

Da wir so die Gewerkeschnittstellen minimieren können werden wir den GK wie vorgeschlagen ausführen sobald dann der Baubetrieb im März beginnt.

Zitat

18.3.2017 20:16
Wir verlegten am Freitag unseren Grabenkollektor.
Am Vortag zeichneten wir dem Baggerfahrer noch den geplanten Verlauf des Grabens auf und ließen in einem vorbereiteten Pumpensumpf eine Schmutzwasserpumpe über Nacht laufen. Am Verlegungstag zeigte sich das Wetter dann von seiner guten Seite und verwöhnte uns mit Sonnenschein.
Früher Beginn um sieben Uhr, wir konnte aufgrund der Vorbereitung auch gleich loslegen, der Baggerfahrer baute die Pumpe auch schon vor unserem Eintreffen ab. Am Anfang hatten wir aber doch noch etwas Zeit unseren Verlegeablauf zu besprechen, da der Bagger etwas Vorlauf brauchte. Das Absenken des Grundwasserspiegels schien etwas geholfen zu haben, da sich nur wenig im Graben sammelte. Nach den ersten Metern wurde allerdings schnell klar, dass schon 10cm Wasser auf Ton reichen um einem das Verlegen zu erschweren. Das Einhalten der Abstände und der festgelegten Ecken blieb aufgrund der mangelnden Lesbarkeit (sicher auch aufgrund des Schleifens über den tonigen Untergrund) der Markierungen eher Theorie.
Der Fortschritt verlief sehr schleppend, da jeder Schritt einen Kraftaufwand bedeutete und auch kleinere Bäder nicht ausblieben. Zukünftige Archäologen werden sich über Gummistiefel im Ton freuen. Abweichend von unseren Erfahrungen bei anderen Grabenkollektoren musste der Baggerfahrer deswegen auf uns warten.
Schlussendlich war der Grabenkollektor innerhalb von 5,5h verlegt und der ursprüngliche Geländeverlauf wieder hergestellt.
Wir brauchten den Bagger für 5,5h und blieben damit unter 500€.

Alles in allem war es eine positive Erfahrung und ist unserer Ansicht nach von jeder und jedem mit etwas Engagement zu schaffen.

Wir blicken dem zweiten Teil (Baugrubenkollektor) schon mit Spannung entgegen!

SG,
KTWW

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Zitat

18.3.2017 21:43
Gratuliere!!

Das wasser um den kollektor macht dann im betrieb alles wett.
Schöne bilder!

Zitat

18.3.2017 22:28
Gratulation!

Bei den Bedingungen und nur zu zweit sind 5,5h a spitzen Zeit.
Coole Fotos

Zitat

19.3.2017 7:33
Ihr seid Helden!
Schade dass ihr nur zu zweit ward, meine Bewunderung!!!

Jetzt haben wir also auch einen Torfkollektor in der Sammlung ...

Alles Gute weiter auf der Baustelle...

Zitat

19.3.2017 12:21
Respekt für das Verlegen bei sehr schweren Bedingungen!
Dafür wird die Quelle sicher ziemlich gut.

Zitat

19.3.2017 19:23
Hallo, ursprünglich wären wir ja zu viert gewesen, allerdings ist uns dann ein Helfer ausgefallen bzw. deutlich zu spät gekommen. Aber zumindest waren wir zu dritt. Zu zweit hätten wir es glaub ich nicht geschafft da das Rohrbündel mit der Zeit eher schwerer als leichter geworden ist.

Danke für die Glückwünsche! War ein tolles Erlebnis und man kommt auf Tuchfühlung mit dem Untergrund und der Wärmequelle!

Zitat

19.3.2017 20:37

Zitat:
KTWW schrieb: das Rohrbündel mit der Zeit eher schwerer als leichter geworden ist.


Ich kenn das
...

Ich kann jedem nur empfehlen eine bauplane unters bündel zu legen. Auf der kann man so ein bündel auch alleine rotieren.

Zitat


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