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Peakshaving Strategie (Fronius/BYD/Homeassistant) - Seite 4 teilen

4.10. -6.10.2026    67 Antworten    17 Autoren 67 2026-10-06T07:48:32+02:00    2 Empfehlungen
     
Zusammenfassung
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  •  MPP33
04.10.2026
69
Hallo zusammen,

Langsam kommt die Weihnachtsdeko in die Geschäftsregale, es ist also Zeit sich auf 2027 vorzubereiten.

Was für eine Logik fahrt ihr zum peakshaving? Ggf. auch mit kritischem Blick darauf was die Hardware dazu sagt.

Mein Setup ist 12kWp, Fronius Gen24 10kW und BYD HVM 11kWh (mit dem kleinen Nachteil, dass der am Fronius nur 4,6kW liefern/laden kann).
Bisher plump eigenständig am laufen, nur selten mal im  Winter etwas Reserve hochgesetzt und in HA über die Fronius Integration rein lesend.

Dazu ist der WR WR [Wechselrichter] in Homeassistant über Modbus in HA integriert.
Das hier hat mir sehr geholfen:
https://www.libe.net/en/byd-modbus

In Vorbereitung hab ich mir die historischen Daten aus 2 Jahren angeschaut, einerseits im Portal vom Netzbetreiber, andererseits den Wert aus dem Fronius Smartmeter (aufbereitet in 15min Balken in Grafana).
Dabei meine Erkenntnis: Wir haben Spitzen bis 5-6kW, allerdings erstrecken die sich nur über kurze Zeitspannen.
Die übelste die ich gefunden habe ist eine 6kW Spitze gefolgt von 2x 4kW. Will ich die auf 2kW glattbügeln brauche ich also 4×0,25+2x0,25+2x0,25 = 1,5kWh (ca. 15% von meinem Akku)

Mein Ansatz (Details dazu weiter unten):
- Helfer der mir den aktuellen 15min Stand anzeigt
- Helfer der mir daraus den Höchstwert im laufenden Monat speichert
- PV Vorhersage
- Ein Script das die Ladelogik auf den aktuellen Stand rücksetzt (derzeit 10% mit 5% eiserner Reserve um den Notstrom hochfahren zu können)
- Ein Script, das einen höheren variablen  Reservestand setzt

Die Idee:
Der erste Helfer mittelt mir dem aktuellen 15min Verbrauch, d.h. es wird nicht auf die abgelaufene Zeit gemittelt sondern immer aufs feste 15min Intervall.
Bedeutet plakativ: Eine Minute mit 7kW schießt den Wert nicht durch die Decke sofern der Bezug danach wieder seicht dahintümpelt. Er stellt also quasi das verbrauchte Budget an Energie dieser 15min dar.

Am Abend bei Sonnenuntergang soll mir eine Logik aus der PV Vorhersage das variable Entladelimit setzen.
Hintergedanke: Wenn ich schon weiß, dass ich morgen nix in den Akku bekomm lass ich ihn gleich garnicht unter 60% fallen und hab mehr Reserven für peakshaving das dann voraussichtlich öfter gebraucht wird.

Erreicht der Akku in der Nacht das Limit wird hart auf Netzbezug umgestellt. Der 15min Budgetzähler beginnt zu zählen.

Jetzt wird ein 15min Bezugslimit gesetzt - es ist ja die Rede von 2kW die man immer zahlen muss, diese würde ich also am Monatsanfang als Wunschziel heranziehen.
Jetzt käme der Monatshöchstwert ins Spiel, sollte man es mit peakshaving einmal für 15min nicht unter die 2kW schaffen ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen und man kann die Grenze entsprechend hochsetzen um die ganze Anlage nicht mit nutzlosem peakshaving zu quälen.

Zuletzt beobachtet eine Automatisierung den 15min Budgetzähler und reagiert sobald dieser in die Nähe der gesetzten Grenze kommt (z.B. 1,8kW bei Ziel max. 2kW)
Wird die Grenze überschritten löst es das Script aus mit dem die Entladegrenze auf das absolute Minimum gesetzt wird (10%), der Akku fährt mit voller Leistung rein und sorgt so bis zum Ablauf der aktuellen 15min Periode für 0 Netzbezug.
Am Ende der 15min wird wieder rückgesetzt auf das höhere Limit, ein neues Intervall beginnt mit 100% Netzbezug in der Hoffnung, dass man unter dem 2kW Limit bleibt - wenn nicht geht das Spiel von vorne los.

Gedanken dazu:
- Auf diese Art kappe ich nicht die absoluten Spitzen, dafür wende ich nur die minimal nötige Energie auf um unter dem Limit zu bleiben.
- Das Netz sieht fast noch üblere Schwankungen als bisher da ich bei Verbrauchsspitzen im 15min Takt die Grundlast wegkappe.
- Die Anlage schaltet im Extremfall im 15m Takt ein/aus, manchmal wohl nur für Sekunden. Ist das dem WR WR [Wechselrichter]/Akku egal oder quält ihn das?
- sollte das Budget früh erreicht sein und bei aktivem Akku eine Spitze von über 4,8kW daherfliegen habe ich eine Überschreitung da dr Akku das nicht mehr auf 0 ausgebügelt bekommt. Daher muss hier fast 1,5...1,7kW als Limit gesetzt werden wenn 2kW das Ziel ist.
Hängt halt davon ab wie oft Spitzen in der Höhe anfallen - aus den Aufzeichnungen sind es 2-3 wovon vl. eine so fällt, dass man einmal ein Monat 1kW höher gestuft wird - also einmal Pech gehabt aber verkraftbar.

Würde mich interessieren was für eine Logik ihr euch einfallen lassen habt und wo die Vor/Nachteile liegen.

  •  PVAndyE
  •   Bronze-Award
6.10.2026 1:09  (#61)

zitat..
MPP33 schrieb:  Und da würden mich eben die Strategien interessieren.
PVAndyE schrieb:  Algorithmisch sauber wirst du an MILP nicht vorbeikommen (MILP = Mixed Integer Linear Programming).

Falls von Interesse, mein Ansatz für meine familiäre BEG. Etwas komplexer als für einen Standort, da der Energiefluss für die BEG optimiert werden soll, aber im Prinzip das gleiche Verfahren.

Anbei meine initiale Problembeschreibung für das LLM ca. Anfang Juli, nachdem der SNE-G-V Begutachtungsentwurf der e-Control veröffentlicht wurde und die Fachveranstaltung stattfand.

Die "Problembeschreibung" für das LLM:

2026/20261006115796.png

Nach ein paar Minuten "Denkzeit" und der Beantwortung ein paar klärender Fragen spuckte es dann ca. 40 Seiten Details aus und am Ende diese Zusammenfassung der Kernpunkte:

2026/20261006433896.png

 
Die Formeldarstellung als Input in den MILP Optimizer (da gibt es viele OSS Lösungen dazu)

2026/20261006304225.png

Wie gesagt, einfach mal schnell die Problematik und Lösungsansätze begutachtet und sobald die finalen Verordnungen vorhanden sind, folgt die Implementierung (und das Testen emoji ).

Zeitaufwand der Spielerei: 2 Stunden. Davon haben die beiden Seiten Text schreiben am längsten gebraucht.

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  •  Oesterreicher
  •   Bronze-Award
6.10.2026 5:04  (#62)

zitat..
grua schrieb:

Stimmt das so?

So stimmt das, wobei die 33€ nach und nach kommen werden. Eigentlich müsste man nur aufpassen, dass man nicht über 10KW kommt im Fixbereich sofern man auf die 10KW umgestellt wurde von vorher weniger Leistung. Erstens weil man dann nachzahlen muss (weil der Fixbereich 24/365 gilt als Bereitstellung), weil dann 20% vom Maximum neu festgelegt ist (wenn man 11KW statt 10KW hat muss man im Sommer auch 11*0,2 = 2,2KW als Minimum bezahlen) und drittens weil ab 10KW die KW doppelt berechnet wird.
Also Peak-Shaving könnte bei einigen PV/Akkubesitzern schlichtweg so aussehen, ab 10KW zu kappen. Oder nach Auswertung bei 8KW, manche bei 5KW, weil das im Monat vielleicht nur 10 Stunden sind, da sind die Verluste des Akkus vernachlässigbar. Aber beispielsweise bei 2KW stumpf zu kappen und dann 200 Stunden lang den Akku zu nutzen im Monat kann mehr kosten, als einen Monat mal 2-3KW mehr Leistung zu bezahlen.

Eine andere Lösung wird es sein, nach und nach von Leistungshungrigen Geräten weg zu kommen. Durchlauferhitzer, oder das Auto mit niedriger Leistung laden, durchheizen statt Nachtabsenkung. Das wäre sicher günstiger zu realisieren mit Verlusten (Boiler ggü. DLE) als den Wechselrichter + Akku auf höhere Leistung für Peak-Shaving zu kaufen.

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Hallo MPP33,
hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Peakshaving Strategie (Fronius/BYD/Homeassistant)

  •  ds50
  •   Gold-Award
6.10.2026 6:24  (#63)

zitat..
Oesterreicher schrieb: Also Peak-Shaving könnte bei einigen PV/Akkubesitzern schlichtweg so aussehen, ab 10KW zu kappen. Oder nach Auswertung bei 8KW, manche bei 5KW, weil das im Monat vielleicht nur 10 Stunden sind, da sind die Verluste des Akkus vernachlässigbar.

Ganz ehrlich, nach Auswertung meiner 15Min. Werte von 1 1/2 Jahren hatte ich im Februar eine 6,6kW Spitze, weil ich während des steirischen Schneesturms noch schnell den Akku nachgeladen hab. Sonst vielleicht mal bissl über 4 im Kernwinter. Von März bis Oktober quasi garnix.
Mag mit BEVBEV [Battery Electric Vehicle, Elektroauto] anders aussehen, aber solange man nicht stur mit 11kW lädt (außer natürlich am WE mit Sonnenschein 😜), sehe ich keine "Möglichkeit" großartig Richtung 10kW zu kommen. Sauna ausgenommen. 😅

zitat..
Oesterreicher schrieb: Durchlauferhitzer

Ich hab schon oft hier im Forum solartaugliche DLE empfohlen, wenn man damit eine Zirkulationsleitung einsparen kann. Und diese stellen für die Leistungsmessung normalerweise auch kein Problem dar, da sie ja nur für den ersten kalten Wasserschwall laufen müssen, z.B. 1 Minute lang.
Dauerhaft nur mit DLE zu duschen wird in der Tat problematisch werden.


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  •  MPP33
6.10.2026 6:49  (#64)
Das gute an einer einigermaßen großen PV ist ja, dass man sofern man nicht in einem Nebelloch wohnt recht zuverlässig am Tag eine 7...10kW Spitze hat. Da könnt ich z.B. hervorragend ein BEVBEV [Battery Electric Vehicle, Elektroauto] laden. An Mistwettertagen müsst dessen Akku halt voll sein und keine großen Fahrten geplant.

Da ich keins hab stehen ab 12:30 idr. 2 Diesel in der Garage, Hausakku voll und der Strom geht ins Netz 😒

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  •  sir0x
  •   Bronze-Award
6.10.2026 6:59  (#65)

zitat..
Oesterreicher schrieb: Aber beispielsweise bei 2KW stumpf zu kappen und dann 200 Stunden lang den Akku zu nutzen im Monat kann mehr kosten, als einen Monat mal 2-3KW mehr Leistung zu bezahlen.

Kommt, wie immer, drauf an....Wird WiNAP und die flexiblen Zeiten günstiger (20% günstiger kWh-Preis, nur 25% bei der Leistung), dann sieht die Rechnung anders aus. 

Es geht hier (mit PV/Speicher) ja um wenige Euros/Jahr (selbst mit BEVs) und eher darum, dass es geht, als dass es nötig wäre. Plus, dass es je nach Verhalten netzdienlich sein kann. 

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  •  npalko
  •   Bronze-Award
6.10.2026 7:39  (#66)
Also desto mehr ich das lese, desto mehr denk ich das Mietwohnungsbesitzer der Frisch kocht, am Ende übers Jahr mehr zahlen wird als BEVBEV [Battery Electric Vehicle, Elektroauto] und WP WP [Wärmepumpe] Besitzer mit PV, solange man nicht den drang hat mit 12kW zu laden.
Im Endeffekt geht es mit PV nur um den Kernwinter mit 2-3 Monate wo ich mehr als für die Mindestleistung zahlen muss. 
Dafür ist mir ja dann fast der Aufwand zu Groß alle Eventualitäten zu bedenken abfedern zu müssen um noch die letzten 20€ zu Sparen, auch wenns mich reizt.

Weil dann müsste man ja auch Lade/Entladeverluste (15% ?), Speicherabnützung und was weiss ich bedenken, ohne viel an möglichem Gewinn zu haben.

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  •  grua
  •   Gold-Award
6.10.2026 7:48  (#67)

zitat..
Oesterreicher schrieb:

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grua schrieb:

Stimmt das so?
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So stimmt das, wobei die 33€ nach und nach kommen werden. Eigentlich müsste man nur aufpassen, dass man nicht über 10KW kommt im Fixbereich sofern man auf die 10KW umgestellt wurde von vorher weniger Leistung. Erstens weil man dann nachzahlen muss (weil der Fixbereich 24/365 gilt als Bereitstellung), weil dann 20% vom Maximum neu festgelegt ist (wenn man 11KW statt 10KW hat muss man im Sommer auch 11*0,2 = 2,2KW als Minimum bezahlen) und drittens weil ab 10KW die KW doppelt berechnet wird.
Also Peak-Shaving könnte bei einigen PV/Akkubesitzern schlichtweg so aussehen, ab 10KW zu kappen. 

Ja, das ist jetzt mal mein Plan. Sollte mittels in evcc ohnehin aktivierbarem Lastmanagement fürs E-Auto laden und zusätzlicher PV-Speicher SOC-Reserve für etwaige dennoch sonst auftretende > 10kW steigende Spitzen recht einfach umsetzbar sein.
Dann mal sehen, obs reicht. Mehr kann man später immer noch machen.

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