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Hilfe Hausbau - viele Fragen, viele Unsicherheiten - wie schaffen?

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  •  traumhaus2026
4.2.2026
7 Antworten | 6 Autoren 7
7
Hallo,

ich habe in der Vergangenheit immer wieder hier im Forum mitgelesen und mich jetzt für die Umsetzung unseres Projekts selber angemeldet. 
Da wir auf der Suche nach einem bereits gebauten Haus, dass unseren Vorstellungen entspricht in den letzten 2-3 Jahren nicht fündig wurden, haben wir uns jetzt dazu entschlossen uns selbst auf Grundstückssuche zu machen und Haus zu bauen. Um unser Gesamtbudget realistisch aufzustellen, suchen wir parallell Grundstück und wollen aber auch die Hauskosten mit einer ungefähren Planung abschätzen können (Details sind dann natürlich vom Grundstück abhängig)

Je mehr ich hier im Forum in den letzten Tagen gelesen habe umso mehr bekomme ich es mit der Angst zu tun, weil ich mich in vielen Bereichen absolut nicht auskenne und gar nicht weiß wie ich dieses Projekt am besten bewerkstelligen soll. Dazu kommt, dass wir bis September 2027 sprich innerhalb 1,5 Jahre umziehen sollten, da unser ältestes Kind dann mit der Schule beginnt. Ist das überhaupt realistisch?

Folgende Fragen stelle ich mir unter anderem:
- Generalunternehmer, Baufirma für Rohbau und Gewerke extra vergeben (speziell Heizung) oder Fertigteilhaus
- Welcher Baustoff
  • Ziegel (welche Stärke)
  • Holz (Langlebigkeit, Probleme bei Wasserschäden?)
  • Liapor
  • Ytong
- Wie dämmen?
- Welches Heizsystem?
- KLW ja/nein
- Betonkernaktivierung ja/nein
- was können wir selbst machen? (da wären unsere Ideen aktuell Ausmalen, Boden legen, also eher den Ausbau von belags- auf schlüsselfertig.

Einigen Kommentaren nach kann man überspitzt formuliert niemanden vertrauen, Fachfirma hin oder her und dass grundsätzlich sehr viel ineffizient oder falsch gemacht wird.  
Wenn wir uns aber für jedes Thema extrem intensiv einlesen, würde die Planung und der Bau vermutlich Jahre dauern. 

Wir wollen nichts aufregendes bauen, 2 Geschoße ca. 180qm², eher kein Keller, keinen ausgefallene Hausform, wir sind aktuell 4 Personen und unsere Familie soll aber noch auf 5 Personen anwachsen. Eine Garage wäre für uns auch ideal. 

Gebiet wäre NÖ, speziell Bezirk Baden (wohnen aktuell in Wien 23 und wollen hier maximal 30min wegziehen). 
Gibt es hier Firmenempfehlungen für diesen Bezirk?

Auf folgende Baufirmen bin ich auch durch dieses Forum gestoßen:
- Malli (1. Gespräch am Freitag)
- Plangl Bau
- Wimberger
- Trenker Haus
- Bader Bau
- Waha Ziegelhaus
- Lieb Massivhaus
- Talkner Hausbau über Wienerberger
- Haas Haus (bei Holz)
- Elk (bei Holz)

Gibt es hier dazu aktuelle Empfehlungen?

Danke für euren Input und eure Unterstützung. 

Liebe Grüße von einer etwas verzweifelten Userin mit Traum vom Haus für die ganze Familie 😅

  •  IngoSE
4.2.2026 9:55  (#1)
Ich treibe mich nur im Heizbereich herum.
Da noch alle Möglichkeiten offen sind, wird die freudlose Luft-Wärmepumpe
glücklicherweise ja keine Rolle spielen. 
Und deswegen würde ich bei der Grundstücksauswahl schon vorab prüfen, wie
sich die örtlichen Behörden zu Auflagen mit Tiefenbohrungen oder RGK RGK [Ringgrabenkollektor] verhalten.
Gebäudelage bzw. Grundstücksgröße sind dann bei RKG auch ein Thema.

Und Richtig, ob im Heizungs- oder Gesamtgewerk, man muß am Ball bleiben und
den Handwerkern und Planern auf die Finger schauen, ggf. intervenieren.
Zu spät ist meißt zu spät.

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  •  Fadergeschmack
4.2.2026 10:00  (#2)
Wie sieht das Budget aus? 180m2, wenig Eigenleistung und Bezirk Baden fühlt sich ja schon fast nach 800k++ an

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
4.2.2026 10:22  (#3)
Noch ergänzende Tipps zur Grundstückssuche: da können aus meiner Sicht recht viele "unheilbare" Probleme auftreten, gerade in den Wiener Speckgürtel-Bezirken, da alles "Gute" schon weg ist.

Ich würde erst einmal den Grund suchen und mir dann weiter Gedanken über das Haus machen. Erst das Haus planen und dann einen passenden Grund suchen wird sich im Bereich Wien wohl nicht spielen. Auch wenn Nussbaum umstritten ist, ist sein Buch "Kein Pfusch am Bau" es durchaus wert, mal reinzuschauen.

Beim Grund folgendes mindestens beachten:
  • Hanglage vermeiden wenns kosteneffizient sein soll
  • Lage Abwasser, Entsorgung Regenwasser, Versorgungsleitungen klären
  • Möglichst geologisches Gutachten vor Kauf machen lassen, auch "wenn alle in der Umgebung ja noch stehen"
  • Bebauungsauflagen klären, gerade BN/MD/KG sind da teilweise etwas speziell und ähnlich wie W 

Alles "technische" kann man ja in der Regel durch richtige Entscheidungen im Bauprozess lösen, wenn du den Grund erst einmal hast, hast du ihn. Wir haben da z.b. eine Überraschung mit der Regenwasserversickerung erlebt: die Gemeinde schreibt es vor, Geologe "empfiehlt es nicht", also gibts dafür keine Bewilligung. Dann musst du dir überlegen, wohin damit und jemanden finden, der das entsprechend plant und unterzeichnet.

LG
Tobi


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  •  EinHausinWien
  •   Bronze-Award
4.2.2026 10:28  (#4)

zitat..
traumhaus2026 schrieb: Dazu kommt, dass wir bis September 2027 sprich innerhalb 1,5 Jahre umziehen sollten, da unser ältestes Kind dann mit der Schule beginnt. Ist das überhaupt realistisch?

Ihr seid aktuell auf Grundstückssuche. Es folgen also noch: Grundstückskauf, Planung, Baugenehmigung, Vergabe und Bau.

Ich will dich nicht demotivieren, aber selbst mit einem FTH FTH [Fertigteilhaus] Anbieter ist es meiner Meinung unrealistisch, vor Schulbeginn 2027 umzuziehen.

Zur Orientierung unser Zeitplan damals. Wir haben die Gewerke selber vergeben und 2022 war sicher eines der schlimmsten Jahre für den Haubau, viel schneller sind die meisten Projekte in meinem Umfeld allerdings auch nicht gewesen.

Februar 22: Baugenehmigung erhalten. Dann sofort Kredit beantragt und Angebote eingholt und Firmen beauftragt.
Mai : Baubeginn (RGK)
Juni: Bodenplatte
Juli - September: Holzhaus aufstellen, Fenster, Dach, Spengler und Fassade
Oktober - Dezember: Elektrik, Installateur, Trockenbau.

Februar 23: Fußbodenaufbau
März: FBH und Estrich
Mai-Juli: Spachteln, ausmalen, Bodenbeläge, KWL und undendlich viel Kleinkram.
August: Einzug.

Ein paar Häuser weiter wurd mit einem FTH FTH [Fertigteilhaus] Anbieter gebaut. Keller selbst vergeben. Da war Bauzeit unter einem Jahr. ~ Oktober 22 - September 23.

zitat..
Fadergeschmack schrieb: Wie sieht das Budget aus? 180m2, wenig Eigenleistung und Bezirk Baden fühlt sich ja schon fast nach 800k++ an

Mit Grundstück fix über der Millionengrenze.

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
4.2.2026 10:37  (#5)
Baden glaub ich auch, da wirst beim grund schon bei 300-500k sein

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  •  Hausbau24
  •   Silber-Award
4.2.2026 10:51  (#6)
Unmögliche ist nichts, aber der Hausbau ist eine herausfordernde Zeit, da will ich dir nichts vormachen. 
Man muss aber auch sagen, dass man sicherlich mit der Aufgabe wächst bzw. in sie hineinwächst - also keine Scheue 😌

So würde ich, wenn ich heute nochmal bauen würde an die Sache herangehen:
Schritt 1: Budget
Fragt euch welche Kreditrate für euch im Monat stemmbar wäre (fair und nicht komplett ausgereizt, Familienzuwachs und Gehaltseingang einrechnen). 
Mit diesem Wert kannst du sodann dein Fremdkapitalbudget errechnen (3,75% Zinsen bei 20 Jahre Bindung sind aktuell zu erwarten). 
Fremdkapital + Eigenkapital = Budget
Evtl. auch über Fördermöglichkeiten im jeweiligen Bundesland informieren (Kredit, PV, Speicher etc.)

Schritt 2: Grundstück und Haus
Für das von dir angegebene Haus würde man pauschal aktuell ca. 600 TEUR einrechnen, dies entspricht einem qm²-Preis von rund 3.500€. Mit Eigenleistung und sparsam geht drunter. 
Budget - Hauspreis = Grundstückpreis

Schritt 3: Grundstück erwerben
Lage und Co müsst ihr selber abschätzen, auch die Dauer und Suche. Da kann euch keiner helfen. Den errechneten Grundstückspreis nicht überschreiten, auch nicht wenn es das Traumgrundstück wäre. 

Schritt 4: Hausplan
Wenn das Grundstück erworben wurde und der Notar ansteht würde ich mit der Hausplanung beginnen, da die Zeit bei euch ja eilt. 
An deiner Stelle und bei wenig Erfahrung würde ich mit 2-3 Generalunternehmer (eher die Bekannteren) sprechen, die euer Wunschhaus belagsfertig herstellen sollen. 
Die meisten haben selber Architekten, diese reichen bei euch sicher aus. Gut planen, clever planen. 
Dinge, die im Nachhinein nicht mehr erreicht werden können zumindest vorbereiten (PV, Klima, KWL etc.). Wenn das Budget nicht reicht derartige Dinge vorerst weglassen. Ihr werdet nicht alles realisieren können. 
Nach Möglichkeit könnt ihr bei diesen ja im Rohbau mithelfen und dabei noch ordentlich Geld sparen (jeder der meint man spart da nichts, hat keine Ahnung). 
Hier bekommt ihr im besten Fall auch einen Fixpreis an welchem ihr euch orientieren könnt (und ja, mann kann auch mit GU verhandeln und Preise drücken. Gebt ihm das Zeichen, dass ihr auch mit anderen verhandelt). 

Schritt 5: Hausbau - Rohbau
Wenn ihr mit einem Generalunternehmer einig geworden seid, dann Beginn vereinbaren und loslegen - nichts auf die lange Bank schieben. Die Einigung sollte auch nach Gefühl gehen. Habt ihr kein gutes Bauchgefühl beim Bestanbieter, dann ist er nicht der Bestanbieter. 
Die Herstellung eines belagsfertigten Ziegelfertighauses bspw. bis zur belagsfertigen Einheit dauert mindestens 7-9 Monate (diese Zeit sollte man dem Haus auch geben). Im besten Fall, im Frühherbst starten, über den Winter ziehen lassen (ab Dach) und im Frühjahr sobald die Temperaturen besser werden Innenputz und Estrich setzen und diesen genug Zeit geben. 
Die Kosten bis zum Belag lagen bei uns bei rund 45% (hochwertige Einrichtung). 

Schritt 6: Hausbau - Innenausbau
In meinem Beispiel könnt ihr euch in den freien Wintermonaten mit dem Innenausbau beschäftigen. Fliesen, Böden, Küche, Türen, Treppen können nun ausgesucht werden. Das braucht es keinesfalls direkt bei der Hausplanung. Bei der Hausplanung sollte man sich rein mit Ideen beschäftigen (Bsp. Will ich bei einer Küche einen versteckten Raum - ja, muss dieser vorbereitet werden). Die Details ändern sich sowieso noch dreimal. 
Mithelfen was nur geht, vergleichen was nur geht und immer das Budget im Blick. 
Am besten alle Angebote einholen, dann habt ihr einen festen Kostenüberblick. Wenn ihr es schafft für den Garten inkl. Putz 20-25% vom Budget übrig zu lassen - perfekt (das reicht zwar nicht, aber es muss ja nicht alles komplett fertig sein). 

Schritt 7: Innenausbau vornehmen
Durchführung der Arbeiten. Bei den Handwerkern ruhig lästig sein sonst bleibt ihr ggf. auf der Strecke. 

Schritt 8: Einzug / Umzug
Ist der Innenausbau fertig könnt ihr einziehen. Realistisch sind hier ab Beginn des Hausstartes wenn alles gut organisiert ist 12-15 Monate. 

Schritt 9: Ausruhen & Planen
Wenn man im Frühherbst gebaut hat kommt nun der Winter. In diesem könnt ihr etwas abschalten und in Ruhe Garten und Fassade planen. 

Schritt 10: Garten & Außenputz
Je nachdem was das Budget noch zulässt und was euch am wichtigsten ist könnt ihr nun mit dem Garten und Außenputz starten. 
Stresst euch nicht, es muss nicht der Garten im Jahr 2 komplett fertig sein. Auch der Außenputz reicht im Jahr 3 noch. 

Tipps die ich immer wieder sage:
- Behaltet das Budget im Auge
- Der beste Handwerker ist nicht immer der billigste - hört auf euer Bachgefühl
- Es muss nicht jede Kleinigkeit die im Forum oder auf Messen thematisiert wird eingebaut werden

Viel Glück euch!


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  •  querty
  •   Gold-Award
4.2.2026 10:59  (#7)

zitat..
traumhaus2026 schrieb: Um unser Gesamtbudget realistisch aufzustellen

Was ist denn das verfügbare Budget, also anders gefragt: Was dürfen Grund und Haus denn max. kosten? Daraus ergibt sich m.M.n. nämlich vieles anderes wie z.B. die Hausgröße.

zitat..
traumhaus2026 schrieb: - Wie dämmen?
- Welches Heizsystem?
- KLW ja/nein
- Betonkernaktivierung ja/nein

Das sind Dinge, welch in Schritt 5 zu klären sind, ihr seid bei Schritt 1 ;)

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