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Inflations- und Zinsentwicklung - Seite 74

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
29.4.2024 - 26.5.2026
1.482 Antworten | 131 Autoren 1482
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Die Wahl der Verzinsungsart hat einen wesentlichen Einfluss auf die aktuelle und künftige Zinslast langfristiger Finanzierungen.
Dieser Thread beschäftigt sich mit dem Thema rund um die Entwicklung von Wirtschaft, Inflation, Geld- bzw. Kapitalmarktzinsen und der individuellen Wahl der geeigneten Verzinsungsart für das neue oder auch bestehende, eigene Finanzierungsprojekt.

Ein reger Austausch ist wünschenswert – idealerweise weitestgehend im Sinne der Sache.

  •  LiConsult
  •   Gold-Award
23.4.2026  (#1461)
abseits der Finanzmarkterwartung sind auch von Industrieseite derzeit erstaunliche Parallelen zu 2021 (und somit vor dem allgemein intensiven Preisanstiegen) erkennbar. So wie damals berichten die Einkaufsmanagerindizes auch jetzt von deutlich steigenden Einkaufspreisen ...

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
28.4.2026  (#1462)
Was Verbraucher in der EUR-Zone erwarten:

zitat..
LiConsult schrieb: Man muss berücksichtigen, dass die Erhebung zwischen 5.2. und 3.3 erfolgte. Das bedeutet, dass etwa 97% der Antworten vor dem Ausbruch des Iran-Konfliktes am 28.02. erhoben wurden.

Die März-Erhebung wird anders aussehen.


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Betreffend die detailliert Inflationserwartung der Verbraucher zeigt die Umfrage im kurz- und mittelfristigen Bereich ein deutlich gesteigertes Niveau. Die Erwartung des 1Y CPI steigt auf 4% (erwartet 2,6%) bzw. der 3Y CPI steigt auf 3% (erwartet 2,6%). 

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Gemeinsam mit den jüngsten Daten des Einkaufsmanagerindex (siehe oben) dürfte dies bei der Sitzung am Donnerstag eine Rolle spielen (wenngleich ich persönlich noch nicht an eine jetzige Erhöhung glaube - vermutlich dann aber im Juni).

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
29.4.2026  (#1463)
Das FED lässt bei der heutigen Sitzung den Leitzinssatz unverändert ...

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... jedoch: die Erklärung offenbarte eine wachsende Spaltung bezüglich der Aussichten - vier Ausschußmitlglieder stimmten gegen die Entscheidung.



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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
30.4.2026  (#1464)
https://youtube.com/watch?v=agQu5Ei7Kbk&is=b7pFK3W6ZWFOcSZA

Die Argumentation, dass der Fall vom Yen Auswirkungen auf die FED Entscheidungen haben könnte, ist nicht von der Hand zu weisen.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
1.5.2026  (#1465)
wie erwartet, belässt die EZB den Leitzinssatz unangetastet ...

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... wenngleich sie (die unübersehbaren) Aufwärtstendenzen bei der Inflationsentwicklung erkennt. Bei unveränderter Lage wird es vielleicht dann im Juni mit der ersten Zinsanhebung seit 09.2023 so weit sein.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
11.5.2026  (#1466)
Stagflation (also das Aufkommen steigender Preise bei gleichzeitig schwachem Wirtschaftswachstum) wird auch bei der vermeintlichen Konjunkturlokomotive Europas immer mehr zum Thema. 

Wachstums- und Inflationserwartung driften zusehends auseinander:

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
12.5.2026  (#1467)
Die steigenden Energiepreise machen auch vor den US-Verbraucherpreisen keinen Halt und drücken sowohl die kurz- wie auch die langfristigen Renditen nach oben - generell unabhängig der Volkswirtschaft und des Währungsraums.
Noch "beeindruckender" ist, dass auch die 10Y/10Y Renditen (also die erwartenen Renditen für 10-jährige Staatsanleihen in 10 Jahren) querbeet deutlich ansteigen:

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US-Inflation im April auf dem seit 3 Jahren höchsten Stand +3,8% (März +3,3%) bei erwarteten +3,7% bzw. Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittelpreise) +2,8% (März +2,6%) bei erwarteten +2,7%.

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Keine guten Zeiten für Zinssenkungen.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
14.5.2026  (#1468)
Gegenwärtig sind merkbar steigende Renditen entlang der kompletten Zinskurve zu beobachten.

Sowohl die Renditen für die mittleren Laufzeiten (10Y-Staatsanleihen) ...

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... als auch jene für die langen Laufzeiten (30Y- Staatsanleihen) wandern spürbar nach oben auf Niveaus, die man seit mehreren Jahren oder sogar Dekaden nicht mehr gesehen hat.


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Die Gründe dafür liegen zum einen in den steigenden Preiserwartungen und mindestens ebenso im Verlangen der Anleihengläubiger nach einer teureren Abgeltung des Ausfallsrisikos infolge der stetig steigenden Staatsverschuldung. 

Wer dem US-Treasury eine 30-jähriger Staatsanleihe abkauft erhält dafür erstmals seit 2007 wieder eine Rendite von 5%, während die kürzliche Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen eine Rendite von 5,04% ergab, was auf eine "überschaubare" Nachfrage hindeutet.

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Für künftige Finanzierungskonditionen ist (bei Beibehaltung der aktuellen Niveaus) mit einer mehr oder weniger starken Anpassung zu rechnen.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
15.5.2026  (#1469)
Update

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  •  radmutter
15.5.2026  (#1470)
ahm, das wäre ja häftig?

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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
15.5.2026  (#1471)
Naja das sind 2 Graphen, deren Skala ja erst einmal nicht wirklich übereinstinnt und die halt bis hierher halbwegs übereinander passen. Ich würde mal abwarten weil das ist wie mit der Chartanalyse bei Aktien... man kann viel reininterpretieren. Bis 2030 kann sich politisch auch drüben viel tun...

Klar, wenn wir eine veritable Rohstoffkrise und weltweite Konflikte bekommen... dann ist vieles möglich.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
15.5.2026  (#1472)

zitat..
MalcolmX schrieb: Naja das sind 2 Graphen, deren Skala ja erst einmal nicht wirklich übereinstinnt und die halt bis hierher halbwegs übereinander passen.

... nur stimmen die Graphen halt schon seit Jahren leider mehr oder weniger überein (freilich ohne Garantie für künftige Entwicklungen). 

Das erste diesbezügliche Schaubild in diesem Thread habe ich vor etwa genau 2 Jahren gepostet ...

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... bzw. im "Vorgängerthread" https://www.energiesparhaus.at/forum-variabler-kredit-erhoeht-sich-extrem/69620_19&autor=liconsult erstmals im November 2022:

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
17.5.2026  (#1473)

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
18.5.2026  (#1474)
die Renditen entlang der kompletten Zinskurve steigen derzeit deutlich an - zum Teil auf Niveaus, die in den vergangenen 15 Jahren nicht zu beobachten waren:

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  •  radmutter
19.5.2026  (#1475)

zitat..
LiConsult schrieb: die Renditen entlang der kompletten Zinskurve steigen derzeit deutlich an - zum Teil auf Niveaus, die in den vergangenen 15 Jahren nicht zu beobachten waren:

Hi LiConsult,

wäre es möglich, dass du bei deinen Statements immer noch kurz in einem Einzeiler für einen Laien wie mich erklärst, was das bedeutet/welche Auswirkungen das hat?
Danke :)


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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
19.5.2026  (#1476)
Höhere Zinsen am Kredit- und auch Sparermarkt, nehme ich an.

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  •  Miike
  •   Gold-Award
19.5.2026  (#1477)

zitat..
MalcolmX schrieb: Höhere Zinsen am Kredit- und auch Sparermarkt, nehme ich an.

Ja, das ist eine der Auswirkungen. Viel interessanter finde ich die dahinterliegenden Ursachen. Und ich glaube, LiConsult beabsichtigte hier eine Verbindung zur Inflationserwartung herzustellen.

zitat..
LiConsult schrieb: Das erste diesbezügliche Schaubild in diesem Thread habe ich vor etwa genau 2 Jahren gepostet

Ich bin auch ein Fan dieser Grafik (Inflationsvergleich historisch). Geschichte wiederholt sich nie exakt gleich, aber sie reimt sich dann doch oft. Aufgrund der Vielzahl an Problemen mit denen unsere Volkswirtschaften kämpfen, halte ich es auch schon seit 2022/23 für möglich, dass uns eine zweite Inflationswelle bevorsteht. Gründe dafür könnte man aktuell nicht nur einige finden sondern auch sehr konkrete.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
20.5.2026  (#1478)

zitat..
radmutter schrieb: wäre es möglich, dass du bei deinen Statements immer noch kurz in einem Einzeiler für einen Laien wie mich erklärst, was das bedeutet/welche Auswirkungen das hat?

Die Konditionenvergabe von Fixzinskrediten orientiert sich zu einem hohen Maß an den laufzeitenabhängigen EUR-SWAPs. Diese führen jedoch kein "Eigenleben" sondern bewegen sich stets in Abhängigkeit der (für den EUR-Markt) zugrundeliegenden deutschen Staatsanleihenrenditen.

Und diese steigen derzeit entlang der kompletten Zinskurve stark an, was zur Folge hat, dass eben auch die SWAPs deutlich teurer wurden - und im Gefolge viele Banken in unterschiedlicher Ausprägung ihre Fixzinskonditionen anpassen.

Das Schaubild mit der Entwicklung der deutschen Staatsanleiherenditen für die unterschiedlichen Laufzeitensegmente soll dies veranschaulichen.

Übrigens nicht nur im EUR-Bereich steigen die Zinsen:

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
26.5.2026 9:00  (#1479)
Für die kommende EZB-Sitzung am 11.6. scheint eine Erhöhung als sehr wahrscheinlich:

"From today’s perspective, I think a rate hike in June will be needed." meint Direktoriumsmitglied Schnabel
https://www.ecb.europa.eu/press/inter/date/2026/html/ecb.in260526~6736a05aaa.en.html

Die aktuelle Verteilung im EZB-Rat lässt ebenso ein Übergewicht der "Falken" erkennen:

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https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-23/ecb-hike-may-be-inevitable-to-keep-credibility-stournaras-says?srnd=homepage-europe

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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
26.5.2026 9:23  (#1480)
Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass die EZB die Zinsen erhöhen wird. Wenngleich die Begründungen mehr als nur zu wünschen übrig lassen. „Wir müssen glaubwürdig bleiben“ – die Inflation wird bei einer längeren Blockade der Straße von Hormuz hoch bleiben, auch wenn die EZB die Zinsen noch so erhöht. Zinsen wirken indirekt über die damit bewirkte Bremsung der Investitionen, so zumindest die Theorie. Das ist aber den Energiepreisen ziemlich wurscht, wie hoch die Zinsen in Europa sind. Das einzige das die EZB bewirken wird, ist eine (weiter) Lähmung der europäischen Wirtschaft. Schon längst müssten Zentralbanker und EU-Kommission (bzw die nationalen Regierungen) _gemeinsam_ überlegen, wie man die Inflation in den Griff bekommt. Eines ist klar: Wenn die Wirtschaft durch die Zinserhöhungen noch schlechter läuft und damit die Arbeitslosigkeit weiter steigt, werden wieder staatliche Konjunkturprogramme aufgelegt werden, welche einerseits die Zinserhöhungen der EZB konterkarieren und andererseits die Verschuldung (und damit sich potenzierend die Zinslast für die Staatsverschuldung) steigen lassen. Es ist eigentlich zum Haareraufen, wie schlicht mit diesem wirkmächtigen Werkzeug „Zinserhöhung“ umgegangen wird.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
26.5.2026 15:07  (#1481)
Das Dilemma liegt in meinen Augen in der Inflationserwartung - sowohl der Produzenten als auch der Verbraucher - siehe oben

zitat..
LiConsult schrieb: abseits der Finanzmarkterwartung sind auch von Industrieseite derzeit erstaunliche Parallelen zu 2021 (und somit vor dem allgemein intensiven Preisanstiegen) erkennbar. So wie damals berichten die Einkaufsmanagerindizes auch jetzt von deutlich steigenden Einkaufspreisen ...

bzw.

zitat..
LiConsult schrieb: Betreffend die detailliert Inflationserwartung der Verbraucher zeigt die Umfrage im kurz- und mittelfristigen Bereich ein deutlich gesteigertes Niveau. Die Erwartung des 1Y CPI steigt auf 4% (erwartet 2,6%) bzw. der 3Y CPI steigt auf 3% (erwartet 2,6%).

bzw.

zitat..
LiConsult schrieb: Wachstums- und Inflationserwartung driften zusehends auseinander:

Den gleichen Fehler wie schon einmal will die EZB nicht begehen. Im Interview nimmt Schnabel auch Bezug auf die nachhaltig hohen Futures-Preise (auch für Kontrakte, die weiter in die Zukunft reichen) beim Öl - deutlich über jenen Werten, die die EZB als Negativ-Szenario ausgewiesen hat.

Möglich, dass sich durch eine sinkende Nachfrageentwicklung die Preisdynamik entspannt (entweder durch eine Reduktion der Produzentenmarge oder eben dem Kaufkraftverlust der Konsumenten) - ist halt die Frage wann und in welchem Ausmaß das eintritt.

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