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Haftungsfragen PV Montage

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  •  titan
  •   Bronze-Award
29.8.2023
9 Antworten | 4 Autoren 9
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Hallo Zusammen,

demnächst wird unsere PV Anlage montiert. Wir machen 10KWP auf unser Pultdach mit 5° Neigung. Da die Montagefirma erst kurz vor Montagetermin vor Ort war und sich bisher leider wenig zum Vorhaben geäußert hat ist mir so einiges unklar. 

Zum einen handelt es sich um ein Dach mit Fertigteil Ziegeldecke, darauf eine Sparrenlage und ein Trapezblech. Die Module werden flach aufs Dach gelegt und irgendwie befestigt. Leider weiß ich noch nicht wie genau. Im Angebot steht was von Blechfalzklemmen und Unterkonstruktion für Pultdach mit Schwerlastschienen.

Ich weiß zwar nicht genau wie das ganze befestigt wird, aber ich habe dem Chefmonteur gesagt dass ich hoffe dass das Dach nachher auch noch Dicht ist. Zu allem was ich gefragt habe meinte er immer nur "alles kein Problem, haben wir schon oft so gemacht".

Wird bei einem Trapezblechdach das Blech durchbohrt? Wenn ja, bleibt das dauerhaft Dicht? Wie ist es mit der Statik? Muss die Firma da was nachweisen oder prüfen lassen? Was wenn es mir ein Modul herunterschmeisst nach einem Sturm?

Die Firma gibt es schon länger, die dürfen schon wissen was sie tun, aber dennoch möchte ich gerne wissen wer haftet bei falscher Montage bzw. bei nicht eingehaltenen Sicherheitsstandards?

Wie ist da eure Erfahrung?

  •  cete8
29.8.2023  (#1)
Bei unseren Nachbarn (Hat auch ein Alu/Blechdach) hat die Firma auch einfach in die Dachsparren reingebohrt und eben durch das Blech durch mit dazugehörigen Schrauben.

Das war vor einem Jahr. Nach unzähligen Unwettern, Dauerregen usw. ist alles noch so wie vor einem Jahr. Auch kein Tropf durchs Dach durchgedrungen.

Denke die werden schon wissen was Sie tun. Zumindest wenn es die Firma eh schon lange gibt.

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  •  Fani
29.8.2023  (#2)
Statiknachweis für das Dach selbst musst du erbringen, wird dich die Firma im Angebot/Vertrag vermutlich darauf hingewiesen haben? Die Systemstatik der UK und der Module ist Sache der Firma. Verlange eine entsprechende Berechnung (bekommen die bei den Planungstools der üblichen Hersteller ohnehin gleich mit)

Wenn es ein Trapezblech ist, sind Falzklemmen natürlich falsch.

Bei Trapezblech wird in aller Regel das Blech durchbohrt, da gibt es unterschiedliche (Kurz)schienensysteme (beispielhaft):

ico https://www.aerocompact.com/produkte/metalldaecher
ico https://k2-systems.com/produktloesungen-kategorie/schraegdach-montagesysteme/

Richtig ausgeführt bleibt das auch dicht (wie auch die Befestigung des Daches selbst gebohrt / geschraubt ist). Das Trapezblech muss die notwendigen Vorraussetzungen (Dicke, Sickenbreite und Abstände) erfüllen. Vorher das Dach auf Beschädigungen prüfen und ausbessern.

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  •  titan
  •   Bronze-Award
29.8.2023  (#3)

zitat..
cete8 schrieb: Das war vor einem Jahr. Nach unzähligen Unwettern, Dauerregen usw. ist alles noch so wie vor einem Jahr. Auch kein Tropf durchs Dach durchgedrungen.

Die Frage ist, wann man das erkennt ob es undicht ist. Meistens erst wenn es irgendwo durchsickert und der Schaden schon groß ist.

zitat..
Fani schrieb: Wenn es ein Trapezblech ist, sind Falzklemmen natürlich falsch.

Da hast du natürlich recht. Das Angebot wurde erstellt als noch nicht klar war wie das Dach genau aussieht. Da ich das Haus nicht gebaut habe und auch noch nie auf dem Dach oben war konnte ich es nicht genau sagen welche Art der Verblechung ausgeführt wurde. Drohnenfotos haben es dann gezeigt dass es sich um ein Trapezblech handelt.

Das Dach selbst ist auch so befestigt, da hast du recht. Ich gehe jetzt einfach davon aus dass die das richtig machen, denn sie haben schon auf jede Menge solcher Dächer montiert. 

Trotzdem bin ich da halt vorsichtig und hinterfrage lieber einmal zuviel.

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  •  cete8
29.8.2023  (#4)

zitat..
titan schrieb:

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cete8 schrieb: Das war vor einem Jahr. Nach unzähligen Unwettern, Dauerregen usw. ist alles noch so wie vor einem Jahr. Auch kein Tropf durchs Dach durchgedrungen.
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Die Frage ist, wann man das erkennt ob es undicht ist. Meistens erst wenn es irgendwo durchsickert und der Schaden schon groß ist.

Er hat quasi freie Sicht aufs Blech. Aber ja, ist nicht bei jedem so.


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  •  titan
  •   Bronze-Award
29.8.2023  (#5)

zitat..
Fani schrieb: Statiknachweis für das Dach selbst musst du erbringen, wird dich die Firma im Angebot/Vertrag vermutlich darauf hingewiesen haben?

Nein, steht nichts davon im Angebot. Das Angebot enthält nur die Positionen und Preise ansonsten steht da nichts bezüglich Haftungsfragen oder Statiknachweis.Es steht nur drinnen dass die Bauleitung durch einen zertifizierten Gutachter stattfindet.

Es geht mir um folgendes. Anscheinend ist PV Montage ein freies Gewerbe, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Grundsätzlich kann anscheinend ein jeder PV Anlagen montieren. Ich finde das fahrlässig. Ok, ein Elektriker muss das ganze abnehmen und haftet dann wohl für die Elektrik. Mir hat z. B. einer angeboten in kürzester Zeit alles zu montieren und anzuschließen um weniger Geld. Ich habe abgelehnt. Ich wollte eine Firma die das schon jahrelang macht und Erfahrung hat, keine Eintagsfliegen die gestern erst damit angefangen haben.

Danke euch für euren Input.


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  •  Fani
29.8.2023  (#6)

zitat..
titan schrieb:

──────
Fani schrieb: Statiknachweis für das Dach selbst musst du erbringen, wird dich die Firma im Angebot/Vertrag vermutlich darauf hingewiesen haben?
───────────────

Nein, steht nichts davon im Angebot. Das Angebot enthält nur die Positionen und Preise ansonsten steht da nichts bezüglich Haftungsfragen oder Statiknachweis.Es steht nur drinnen dass die Bauleitung durch einen zertifizierten Gutachter stattfindet.

Es geht mir um folgendes. Anscheinend ist PV Montage ein freies Gewerbe, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Grundsätzlich kann anscheinend ein jeder PV Anlagen montieren. Ich finde das fahrlässig. Ok, ein Elektriker muss das ganze abnehmen und haftet dann wohl für die Elektrik. Mir hat z. B. einer angeboten in kürzester Zeit alles zu montieren und anzuschließen um weniger Geld. Ich habe abgelehnt. Ich wollte eine Firma die das schon jahrelang macht und Erfahrung hat, keine Eintagsfliegen die gestern erst damit angefangen haben.

Danke euch für euren Input.

Dein Dach ist deine Beistellung damit dein Vertragspartner seinen Werkvertrag erfüllen kann. Damit muss DU sicherstellen, dass dein Dach die notwendigen statischen Anforderungen erfüllt. Natürlich besteht von der ausführenden Firma eine Warnpflicht wenn er offensichtlich erkennen kann, dass das Dach für die Montage nicht geeignet ist.

Die Firma haftet für die statische Auslegung der UK in Zusammenspiel mit dem Modulen. Dafür bieten die Hersteller der UK enstprechende Berechnungsprogramme, das Ergebnis würde ich mir vor Montage vorlegen lassen.


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  •  helyx
  •   Gold-Award
29.8.2023  (#7)
Wie von Fani geschrieben. Jeder namhafte Hersteller hat Metalldach in seinem Sortiment und ein Auslegungsprogramm, dass dir abhängig von deinem Dach (Standort, Höhe, Dicke Trapezblech) eine Auslastung und Statik ausgibt.
Teilweise hast du dann im Randbereich wenn du nahe am Dachrand bist halt 3 Klemmen pro Modul aber dafür übernimmt der UK Hersteller auch die Haftung wenns ordnungsgemäß berechnet und montiert wurde.

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  •  titan
  •   Bronze-Award
29.8.2023  (#8)

zitat..
Fani schrieb: Bei Trapezblech wird in aller Regel das Blech durchbohrt, da gibt es unterschiedliche (Kurz)schienensysteme (beispielhaft):

Nun habe ich alles abgeklärt. Es werden die Aerocompact Befestigungen verwendet. Somit bin ich beruhigt und freue mich demnächst auf meine neue PV Anlage.




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  •  helyx
  •   Gold-Award
29.8.2023  (#9)
Ja aber trotzdem den bericht anfordern und kontrollieren ob Standort etc stimmen und es so auch verbaut wurde. 
Und v.a. auch wie hoch die Auslastung ist.
Die meisten Programme kann man sich trotz Warnung und overload einfach weiter planen!

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