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Gelöst "Virtueller Sonnenstromspeicher" Tirol

5 Beiträge | 27.3.2019
Hallo zusammen,

in Tirol gibts seit 1. Jänner eine neue Förderung für PV-Besitzer.

Bei der Tiwag kann man sich Gegen eine entsprechende Miete kW/h mieten und dahin einspeißen und bei Bedarf abrufen.

Was haltet ihr von solchen Konzepten? Ich bin ja nicht so der Freund davon sich irgendwo einzumieten. Allerdings wenn ich denke was mich ein Speicher extra kostet ...

zB kosten 2.000 kW/h Speicherkapazität 20 Euro Miete im Monat, werden aber mit 240 Euro (verteilt auf 3 Jahre gefördert) 

Bedingungen und Details gibts hier:

https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/wasser_wasserrecht/Downloads/StromspeicherFlyer_Ansicht_20190129.pdf

Bin aber noch neu im PV bereich und grad erst am planen. 

das kleingedruckter dazu direkt von der Tiwag:
Die Vergütung sowie die monatliche Speichermiete werden mit der Jahresstromabrechnung abgerechnet. Die über die Speicherkapazität hinausgehende eingespeiste Strommenge wird zum gemittelten Marktpreis (gem. § 41 Ökostromgesetz) vergütet. Bei Entnahme Ihres zuvor eingespeisten Ökostroms aus dem TIWAG Sonnenstromspeicher erhalten Sie eine entsprechende Gutschrift auf den Arbeitspreis Energie. Da Sie weiterhin die Netzinfrastruktur nutzen, fallen für den Bezug aus dem Speicher mengenabhängige Netzentgelte und Abgaben an. Hierfür erhalten Sie einen fixierten Infrastrukturausgleich in Höhe von 7,433 Cent/kWh brutto. Dies entspricht den anfallenden Netzentgelten und Abgaben zum Stichtag 01. Jänner 2019.

 
27.3.2019 9:37
So etwas bieten andere Stromanbieter auch zB die EnergieAG.
Hab mir das auch überlegt und durchgerechnet. Aber bei mir hätte sich das nicht ausgezahlt. Gab da aber auch keine Förderung dafür.

Hier der Link zu dem Beitrag:
https://www.energiesparhaus.at/forum-pv-speicherung-beim-energieversorger/46454
27.3.2019 15:05
Hallo mhamb,

Wir haben auch über den virtuellen Speicher nachgedacht.

Zuerst zum virtuellen Stromspeicher:
Bis voriges Jahr hat das Land den Kauf von physischen Speichern unterstützt.
Nun tut sie das nicht mehr. Stattdessen gibt es eine Mikrounterstützung:
"Der einmalige Förderungsbetrag wird über drei Jahre von der TIWAG im Auftrag des Landes ausbezahlt und auf der Jahresstromrechnung gutgeschrieben."
Das heißt, du bist mindestens drei Jahre lang an die TIWAG gebunden, drei Jahre lang übernimmt das Land ein Drittel deiner Speichermiete. Danach musst du die Speicherkosten zur Gänze selbst berappen.

Die TINETZ verlangt für den von dir eingespeisten Strom Geld, auch wenn das die TIWAG nicht (oder nur mittels Batteriemiete) tut:
"Bei Entnahme Ihres zuvor eingespeisten Ökostroms aus dem TIWAG Sonnenstromspeicher erhalten Sie eine entsprechende Gutschrift auf den Arbeitspreis Energie. Da Sie weiterhin die Netzinfrastruktur nutzen, fallen für den Bezug aus dem Speicher mengenabhängige Netzentgelte und Abgaben an."

Eine weitere Bedingung:
"PV-Anlage < 5 kWpeak"

27.3.2019 15:25
Unsere Lesart:
1. Die Förderung für stationäre Stromspeicher kam den Bürgern, natürlich auch Händlern, zugute, jetzt hat das Land einen Weg gefunden, stattdessen den Stromanbieter des Landes zu fördern. Oder sollen wir lieber annehmen, die TIWAG hat einen Weg gefunden, sich vom Land fördern zu lassen?

2. Im Sommer produziert Tirol reichlich Strom aus Wasserkraft, im Winter ist es knapper. Im Sommer gibt es reichlich Strom aus der eigenen PV, im Winter nur wenig. Man speichert also in einer Zeit, wo es TIWAG-eigene Überschüsse gibt, zusätzlichen PV-Strom in einem Pumpspeicherkraftwerk. Doch wenn sich das bisher so toll bewährt hätte mit den Pumpspeicherkraftwerken, dann hätten wir im Winter nicht die Notwendigkeit, Strom (von welchem Erzeuger auch immer) zuzukaufen.

Nein, falsch gedacht. Ein Pumpspeicherkraftwerk ist ja ein physischer Speicher, wir speichern ja nur virtuell

3. Ein stationärer Speicher sorgt dafür, dass ein größerer Teil des Stroms dort verbraucht wird, wo man ihn erzeugt. Der virtuelle Speicher schickt Strom --- ja wohin, eigentlich? Egal, die TINETZ freut's.

4.  Die TIWAG bekommt unseren Strom gratis. Wir bekommen unseren Strom zwar zurück, aber jedes bisschen, das wir nicht selbst verbrauchen, schenken wir der TIWAG. Pech für uns, Glück für die TIWAG.

---
Wir haben inzwischen den Wechsel des Stromanbieters eingeleitet.
Dort bekommen wir Geld für den Strom, den wir nicht selbst verbrauchen.

Ein stationärer Speicher kostet Geld. Der virtuelle auch.
Aber für uns macht es mehr Sinn, den Strom dort zu verbrauchen, wo er produziert wird. Deshalb werden wir uns einen stationären Speicher gönnen. Und für alles, was unser Haus gar nicht erst verlässt, brauchen wir auch keine Netzgebühren zu bezahlen.


27.3.2019 15:31
danke 
27.3.2019 15:39
Kleine Korrektur:
Die TIWAG vergütet zu "marktüblichen Preisen" den Strom, den man nicht selbst verbraucht.

Ein fester Tarif von einem echten Ökostromanbieter ist uns aber dennoch lieber


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