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Smarte (netzdienliche) Warmwasserboiler

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  •  esgeht
6.2. - 13.2.2026
67 Antworten | 18 Autoren 67
67
Hallo zusammen,
ich möchte hier unser Projekt kurz vorstellen und freue mich auf eure fachliche Einschätzung sowie kritische Rückmeldungen.
Es geht um eine smarte Steuerung für Warmwasserboiler mit dem Ziel, die Heizzeiten automatisch in jene Zeiten zu verlegen, in denen Strom besonders günstig bzw. im Netz viel erneuerbare Energie verfügbar ist. Technisch basiert das System auf gängigen, netzwerkfähigen Schaltgeräten mit integriertem Powermeter, die den Energieverbrauch messen und schalten können.
Zu Beginn wird die typische Heizdauer eines Boilers ermittelt, wobei mit etwa 4 Stunden gestartet wird. Wenn reale Verbrauchsdaten vorhanden sind, passt sich die Steuerung an und optimiert die Heizzeiten nach dynamischen Strompreisen und natürlich ab April, dann die untertags vergünstigten Netzentgelte.
Ein spannender Aspekt für mich ist die Niederschwelligkeit: Nicht jeder Haushalt kann aktuell in eine PV-Anlage, Batterie oder Wärmepumpe investieren. Und gerade in Mehrparteienhäusern scheitern solche Vorhaben oft an organisatorischen oder baulichen Hürden. Eine intelligente Boilersteuerung könnte hier eine Möglichkeit sein, trotzdem aktiv an der Energiewende teilzunehmen.
Mich würde besonders interessieren:
  • Wie schätzt ihr den netzdienlichen Effekt einer solchen dezentralen Lastverschiebungen ein?
  • Welche technischen Risiken oder Optimierungspotenziale seht ihr?
  • Gibt es aus heutiger Sicht sinnvollere Datenquellen oder Strategien für eine noch neztdienlichere Steuerung, bei der sich der Boilerbesitzer mehr sparen?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen und eine möglichst sachliche Diskussion.

  •  Benji
  •   Gold-Award
6.2.2026  (#1)
Ich finde die Idee spannend!

ich sehe folgende Aspekte, wenn es (wie ich vermute) um "klassische" Boiler mit E-Heizstab geht:
das Powermeter wird dir wenig bringen: ein Heizstab mit x kW hat x kW, da musst nix mehr messen
die Boiler sind meistens a) dreiphasig (sind sie das? mein letzter solcher Boiler ist ewig her) und b) fest angeschlossen, dürfte nicht so einfach sein da noch zwischenreinzukommen. Im E-Verteiler im Mehrparteien-Wohnungen ist der Platz meist eh schon beengt.
edit: Temperatur wäre natürlich interessant, aber wie kommst du bei einem klassischen (alten) Boiler da dran? Die haben ja (oder hatten vor vielen Jahren) diese komischen Thermostate mit dem "Draht" wo ich nie verstanden habe wie die eigentlich funktionieren emoji

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  •  Gast-Karl
  •   Gold-Award
6.2.2026  (#2)
Es gibt schon seit längerer Zeit Lösungen dafür. Z.B. via MQTT o. für Shelly Steckdosen:
https://www.lteforum.at/mobilfunk/script-shelly-steckdosen-ueber-epex-spotpreise-steuern.24007/
Die einfachste Möglichkeit ist auch, das Ganze einfach via (smarter) Zeitschaltuhr zu steuern, da fast immer in der Nacht zwischen 1 und 5 Uhr die Preise am niedrigsten sind.
Ein Verwandter von mir schaltet zusätzlich seinen Boiler untertags ein, wenn Sonne zu erwarten ist, da er ein Balkonkraftwerk hat. Er hat auch einen Boiler, dessen Heizstab man zwischen 1 u. 2 kW umschalten kann, was beim BKW Sinn macht.

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  •  esgeht
6.2.2026  (#3)

zitat..
Benji schrieb:

Ich finde die Idee spannend!

ich sehe folgende Aspekte, wenn es (wie ich vermute) um "klassische" Boiler mit E-Heizstab geht:
das Powermeter wird dir wenig bringen: ein Heizstab mit x kW hat x kW, da musst nix mehr messen
die Boiler sind meistens a) dreiphasig (sind sie das? mein letzter solcher Boiler ist ewig her) und b) fest angeschlossen, dürfte nicht so einfach sein da noch zwischenreinzukommen. Im E-Verteiler im Mehrparteien-Wohnungen ist der Platz meist eh schon beengt.
edit: Temperatur wäre natürlich interessant, aber wie kommst du bei einem klassischen (alten) Boiler da dran? Die haben ja (oder hatten vor vielen Jahren) diese komischen Thermostate mit dem "Draht" wo ich nie verstanden habe wie die eigentlich funktionieren

Messen tun wir, damit wir die Heizzeiten optimieren können. Bei einem reinen Ein/Aus Schalter bekommst du die Heizzeiten nicht mit.
zu a) unserer Erfahrung nach sind viele einphasig angeschlossen, da die Leistung ausreicht. Wir haben aber auch ein Setup für dreiphasige Schaltung.
zu b) ja Verteilerkästen sind hinter den Blenden meist interessant, aber für einen Schalter mit einer Teilungseinheit findet man meistens Platz und die Elektriker können gut improvisieren.
Temperatur wäre interessant ja, aber wie gesagt können wir über den historischen Verbrauch ganz gut Vorhersagen liefern. Zusätzlich gibt es bei unserem Ansatz auch die Möglichkeit über eine App sofort nachzuladen, falls doch mal mehr Wasser gebraucht wird.
 
 


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  •  esgeht
6.2.2026  (#4)

zitat..
Gast-Karl schrieb:

Es gibt schon seit längerer Zeit Lösungen dafür. Z.B. via MQTT o. für Shelly Steckdosen:
https://www.lteforum.at/mobilfunk/script-shelly-steckdosen-ueber-epex-spotpreise-steuern.24007/
Die einfachste Möglichkeit ist auch, das Ganze einfach via (smarter) Zeitschaltuhr zu steuern, da fast immer in der Nacht zwischen 1 und 5 Uhr die Preise am niedrigsten sind.
Ein Verwandter von mir schaltet zusätzlich seinen Boiler untertags ein, wenn Sonne zu erwarten ist, da er ein Balkonkraftwerk hat. Er hat auch einen Boiler, dessen Heizstab man zwischen 1 u. 2 kW umschalten kann, was beim BKW Sinn macht.

Shelly Steckdosen und eigene Scripts: ja klar das geht, können sich alle Bastler gerne selber bauen. Das ist auch nicht die Zielgruppe unseres Projekts. Wir wollen die breite Masse mitnehmen bei der Energiewende und am Ende einen wesentlichen Beitrag zur Netzentlastung schaffen. Damit wir nicht Millarden für Netze ausgeben, nur weil wir es nicht schaffen, die Verbrauch und Erzeugung besser in Einklang zu bringen.
Boiler, die Leistung regeln können, sind natürlich im Zusammenhang mit Balkonkraftwerken optimal. Diese Boiler sind aus unserer Sicht schon smart. Uns geht es hauptsächlich um den Bestand, dass man die zig-tausend Boiler sinnvoll ins Netz integriert.

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  •  Solarhaus
6.2.2026  (#5)
Mit Wärmepumpe pv und ESS, Energie Spar System, kann mit wenig Aufwand der ganze Haushalt optimiert werden. Der Blick nur auf die Boiler ist zu kurz. Es reicht Zählpunktüberwachung und Batteriesteuerung. Gibt viele Systeme für kleines Geld zu kaufen. Geht auch ohne wp. Reicht sogar einphasig. Was fehlt: Software und die Zustimmung der Netzbetreiber. Batterie Strom darf  n i c h t  eingespeist werden.  

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Hallo esgeht,
hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Smarte (netzdienliche) Warmwasserboiler

  •  ds50
  •   Gold-Award
6.2.2026  (#6)

zitat..
Solarhaus schrieb: Batterie Strom darf n i c h t eingespeist werden.

???

Sicher doch. Meine EEG zahlt dafür in der Nacht sogar extra. 😉


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  •  christoph1703
6.2.2026  (#7)

zitat..
Solarhaus schrieb: Batterie Strom darf n i c h t eingespeist werden.

Wo? Bei Netz NÖ ist das erlaubt.


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  •  cutcher
6.2.2026  (#8)

zitat..
christoph1703 schrieb:

──────..
Solarhaus schrieb: Batterie Strom darf n i c h t eingespeist werden.
───────────────

Wo? Bei Netz NÖ ist das erlaubt.

LinzNetz als Beispiel


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  •  Gast-Karl
  •   Gold-Award
7.2.2026  (#9)

zitat..
esgeht schrieb: Shelly Steckdosen und eigene Scripts: ja klar das geht, können sich alle Bastler gerne selber bauen.

Um ein paar Euro mehr gibt es aber auch vorgefertigte Lösungen für "Dummys".
Was kann euer Projekt z.B. mehr als eine Homewizard Steckdose, die auch variable Stromtarife nutzen kann?
https://www.homewizard.com/de-at/energy-socket/


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  •  Oesterreicher
7.2.2026  (#10)
Wäre es nicht besser, wenn man schlichtweg, um bei Netz NÖ zu bleiben, einen unterbrechbaren Netztarif nimmt? 
2x2Std. dürfen sie abschalten mit 4 Std. Unterbrechung. Das wird doch die Zeit sein, wenn das Netz hochbelastet ist. Ein Batteriespeicher dran und laden, bei Bedarf entladen, wieder 4 Std Zeit zum laden, KW sind egal.

Dann zahlt man weder nach KW um den Speicher wieder aufzuladen, noch zahlt man für KW bei Nutzung eines anderen Gerätes mit viel Leistung, sondern nur 6,65ct die kWh statt 8,79ct und man spart die 54€ p.a.

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  •  ds50
  •   Gold-Award
7.2.2026  (#11)

zitat..
Oesterreicher schrieb: Dann zahlt man weder nach KW um den Speicher wieder aufzuladen, noch zahlt man für KW bei Nutzung eines anderen Gerätes mit viel Leistung, sondern nur 6,65ct die kWh statt 8,79ct und man spart die 54€ p.a.

Dafür zahlt man den zweiten Zähler bzw. dessen Grundgebühr, und die Speicherverluste.

Würde sagen, das geht ziemlich am Eingangspost vorbei. 😉


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  •  Oesterreicher
7.2.2026  (#12)
Muss man dafür einen zweiten Zähler haben? Ich dachte am eigentlichen Zähler. 

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  •  ck
7.2.2026  (#13)

zitat..
cutcher schrieb:

LinzNetz als Beispiel

Wo steht das?
Ich kann mir das nicht vorstellen, normalerweise muss nur sichergestellt sein, dass man eigenen (PV) Strom einspeist und nicht Graustrom. 


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  •  ck
7.2.2026  (#14)

zitat..
esgeht schrieb: Ich bin gespannt auf eure Meinungen und eine möglichst sachliche Diskussion.

Ich scheitere ehrlich gesagt schon an der Fragestellung, mir ist nicht ganz klar was der Zweck der Aktion sein soll.


zitat..
esgeht schrieb: Eine intelligente Boilersteuerung könnte hier eine Möglichkeit sein, trotzdem aktiv an der Energiewende teilzunehmen.

"aktiv an der Energiewende teilnehmen" ist mir etwas zu abstrakt.


zitat..
Wie schätzt ihr den netzdienlichen Effekt einer solchen dezentralen Lastverschiebungen ein?

Geht es wirklich um Netzdienlichkeit, oder geht es darum mit variabken Tarifen einen monetären Vorteil zu erzielen? Das ist nicht zwingend das Gleiche.

Grundsätzlich sehe ich das größte Potential darin, Elektroboiler gegen eine Warmwasserwärmepumpe zu tauschen.




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  •  gerhardg
7.2.2026  (#15)

zitat..
Oesterreicher schrieb:

Muss man dafür einen zweiten Zähler haben? Ich dachte am eigentlichen Zähler.

Ja das sind die berüchtigten "Nacht Speicher" mit Nacht Tarifen.
Gibt es meines Wissens nach immer noch aber kaum mehr weil eben zweiter Zähler mit Rundsteuerempfänger und den ganzen Kosten die dadurch zusätzlich anfallen.

Sprich eigentlich gibt es eine uralt Lösung für das obige Problem, nur ist die heute kaum mehr wirtschaftlich für den Benutzer.

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  •  Gast-Karl
  •   Gold-Award
7.2.2026  (#16)

zitat..
ck schrieb: Geht es wirklich um Netzdienlichkeit, oder geht es darum mit variabken Tarifen einen monetären Vorteil zu erzielen? Das ist nicht zwingend das Gleiche.

Variable Tarife spiegeln die Netzdienlichkeit wider...


zitat..
ck schrieb: Grundsätzlich sehe ich das größte Potential darin, Elektroboiler gegen eine Warmwasserwärmepumpe zu tauschen.

Das macht maximal in alten feuchten Häusern Sinn, ansonsten haben sie einen äußerst bescheidenen COP (die Wärme, die sie dem Haus entziehen, muss mit einer anderen Heizung wieder nachgeliefert werden...), abgesehen vom Preis und der notwendigen Wartung, die bei E-Boilern wegfällt.




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  •  cutcher
7.2.2026  (#17)

zitat..
ck schrieb:

──────..
cutcher schrieb:

LinzNetz als Beispiel
───────────────

Wo steht das?
Ich kann mir das nicht vorstellen, normalerweise muss nur sichergestellt sein, dass man eigenen (PV) Strom einspeist und nicht Graustrom.

Steht schon mehrfach in diversen threads hier im forum, siehe zb hier:
https://www.energiesparhaus.at/forum-einspeisen-aus-dem-akku-in-der-nacht-grauzone/69976_3#872468


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  •  ck
7.2.2026  (#18)

zitat..
Gast-Karl schrieb: Variable Tarife spiegeln die Netzdienlichkeit wider...

Das ist schlicht falsch. Es kann sich decken, muss aber nicht.


zitat..
Gast-Karl schrieb: Das macht maximal in alten feuchten Häusern Sinn, ansonsten haben sie einen äußerst bescheidenen COP (die Wärme, die sie dem Haus entziehen, muss mit einer anderen Heizung wieder nachgeliefert werden...),

Das gilt schon mal im Sommer sicher nicht und im Wintern nur, wenn man der Raumluft Energie entzieht und diese gleichzeitig beheizte Räume kühlt. Hier wurden explizit Mehrfamilienhäuser angesprochen, gerade da zahlt sich eine einmalige Investition schnell aus.


zitat..
Gast-Karl schrieb: abgesehen vom Preis und der notwendigen Wartung, die bei E-Boilern wegfällt.

WWWP sind grundsätzlich relativ preisgünstig (viele Boiler kann man nachrüsten) und rechnen sich über eine JAZ JAZ [Jahresarbeitszahl] von rund 3 auch ziemlich schnell, die Wartung ist zu vernachlässigen.




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  •  ck
7.2.2026  (#19)

zitat..
cutcher schrieb: Steht schon mehrfach in diversen threads hier im forum, siehe zb hier:

Abgesehen davon, dass das hier ein kleiner unbedeutender Netzbetreiber eine sehr "spezielle" Ansicht hat, wird das im gleiche Tread auch richtig eingeordnet, siehe zB hier

https://www.energiesparhaus.at/forum-einspeisen-aus-dem-akku-in-der-nacht-grauzone/69976_3#872508


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  •  tekov
7.2.2026  (#20)

zitat..
Gast-Karl schrieb:

Das macht maximal in alten feuchten Häusern Sinn, ansonsten haben sie einen äußerst bescheidenen COP (die Wärme, die sie dem Haus entziehen, muss mit einer anderen Heizung wieder nachgeliefert werden...), abgesehen vom Preis und der notwendigen Wartung, die bei E-Boilern wegfällt.

Dem kann ich nicht zustimmen.

Meine Brauchwasser Wärmepumpe hat einmal ein Ersatzteil benötigt, ein "Finder" Relais um 13,51€.

Und die läuft seit 2009.

Generell zum Thema, ich finde die Idee Strom 1:1 zu verheizen gelinde gesagt, seltsam.

1.) Gibt's schon diverse Anbieter solcher Lösungen, vielleicht mit anderen Zugang zum Thema.

2.) Sucht man mittlerweile die günstigen Stunden schon, die Stunden Ausreißer ins Minus gibt es so gut wie nicht mehr.

3.) Mit der Vorgehensweise, könnte man generell auch Heizungen an sich entsorgen, und auch direkt mit Strom heizen (Heizstab rein und ab die Post)

Das hat aber mit Energie sparen nichts zu tun.


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  •  tekov
7.2.2026  (#21)

zitat..
esgeht schrieb:

Ein spannender Aspekt für mich ist die Niederschwelligkeit: Nicht jeder Haushalt kann aktuell in eine PV-Anlage, Batterie oder Wärmepumpe investieren. Und gerade in Mehrparteienhäusern scheitern solche Vorhaben oft an organisatorischen oder baulichen Hürden.

Ich bin beruflich sehr viel in diversen Wohnformen unterwegs.

Mietwohnungen die ihre eigene Warmwasser Erzeugung in der Wohnung haben, sind eine Ausnahme.
Und das im Alt- und Neubau.

Die durchschnittliche Mietdauer liegt laut meinem Kollegen, bei knapp unter 3,5 Jahren.
Da wird man schwer den ROI erreichen.

Bei einer Eigentumswohnung sieht das vielleicht anders aus.

Und dann darf man nicht vergessen, wir sind hier eine Insel, eine kleine, und spiegeln definitiv nicht den Großteil der Bürger wieder, was das Interesse und das nötige Invest (Zeit, Know-how und Geld) anbelangt.

Ich denke das Vorhaben ist ein absolutes Nischen Projekt.

Trotzdem viel Glück 🙂




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