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Risiko streuen / investieren / anlegen

37 Beiträge | 8.1. - 11.1.2020
Hallo Leute,

Haus ist eingetütet, Kredit gut leistbar und ich möchte jetzt langsam wieder anfangen, ein bisschen Geld auch anzulegen. Meine erste Idee der Risikostreuung wäre Bausparer / ein Philharmoniker pro Jahr / Fondssparen (bevorzugt Zukunftstechnologien Klimawandel etc..); insgesamt denke ich da so an ein jährliches Volumen von 3-4.000€. Zur Info noch: mein Jahresnetto liegt bei ca. 40.000€ und monatlichen Fixkosten liegen ca. 1.400€.
Was ich eher nicht möchte sind Aktien (da habe ich zu wenig Zeit und auch nicht so gute Erfahrungen gemacht), Pensions- und Lebensversicherung, oder seid ihr da anderer Meinung?

Wie macht ihr das? Oder pulvert ihr überschüssiges Geld in eine schnellere Kreditrückzahlung?

 
8.1.2020 16:00
Wenn du keine Zeit hast, ist ein Sparplan auf den MSCI World sinnvoll. 
Oder ein Weltaktien ETF wie den Vanguard All-World: https://www.justetf.com/en/etf-profile.html?isin=IE00B3RBWM25&tab=chart
8.1.2020 16:13
Guter Plan ;)

Wenn du ein risikofreudiger Typ bist, einen MSCI-World ETF oder eine fondsgebundene, der diese Werte abbildet. Da gab es voriges Jahr im Gewinn mal einen Vergleich.
Ich selber habe einen 100% Aktienfonds - Fidelity World, Gewichtung auf Amiland und dort in Tech-Werte. Ich denke, dass hier noch immer enormes Potential liegt.

ZVS gefällt mir persönlich noch immer sehr gut, bei widmungsgemäßer Verwendung 100% Kapitalgarantie und 100% steuerfrei, beim Ansparen sowie bei der Verrentung.

Bausparer würde ich persönlich nicht machen, de facto keine Verzinsung.

Zusätzlich hab ich ein paar Einzelaktientitel (großteils Tech-Werte aus USA), mit denen ich bis jetzt sehr gut gefahren bin.
Ein paar Zockertitel auch dabei, wenn man davon ausgeht, dass einer davon so richtig schiebt a la Apple oder Amazon seinerseits, dann geht dort die Post so richtig ab.

Kaufen und liegenlassen, und nicht nervös werden, wenn der Kurs mal runtergeht. Aber auch bei kleinem Gewinn nicht zu schnell verkaufen. Strategie setzen, bei welchen Kursverlusten man verkauft und bei Kursgewinnen verkauft und wichtig! - dran halten!

Der Fehler Nummer 1 ist, das Kapital am Sparbuch zu lassen (Zitat Gewinn aktuell). Damit verliert man Jahr für Jahr Kaufkraft im Ausmaß der Inflation.

Ein Teil der Kohle in Krypto. Leider zu spät eingestiegen, glaube aber trotzdem, dass da durchaus noch eine Menge Potential drin steckt, da diese noch allesamt in den Kinderschuhen stecken.

Einen Teil in Edelmetalle stecken kann mMn. nach eine gute Beimischung sein, hab ich selber aber nicht.

Und einen Teil meiner Kohle in 2 Fonds mit Einmalzahlung, da eher aber sicherheitsbedacht.

Alles keine Handelsempfehlung und nur meine Meinung.
8.1.2020 17:06
Alles was Zinsen unter der Inflation hergibt kannst du vergessen wie Sparbuch usw.

Jetzt mal allgemein Formuliert ein paar % sind schon machbar im Jahr aber du musst auch bedenken: hohe Zinsen sind die Belohnung für das Risiko was du mit deinem Geld eingehst.


8.1.2020 18:12


Blabla schrieb: Wie macht ihr das? Oder pulvert ihr überschüssiges Geld in eine schnellere Kreditrückzahlung?

 
In fast 2 Jahrzehnten beruflicher Funktion im Bereich Kreditfinanzierung habe ich genug tolle Finanzierungs- und Anlagekonzepte baden gehen gesehen. Viele Kreditnehmer kamen im Laufe der Jahre in finanzielle Schwierigkeiten (Unfall, Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Scheidung, ...), viele Immobilien mußten mit Verlust verkauft werden - auch ganz ohne 'Fremdwährungskredit-Spekulationsblase'.

Wer lieber auf einen idealen Lebensverlauf hofft (die große Ausnahme, wenn man größere Kundenmengen und Rückzahlungsverläufe analysiert) als auf Nummer sicher zu gehen, ist mit mehr oder weniger riskanter 'Kapitalanlage' wohl glücklicher - bis es dann eben nicht mehr funktioniert.

Wer sich den Streß nicht antun möchte, ist so rasch wie möglich schuldenfrei und legt erst danach überschüssige Gelder an - wie hängt dann wieder von der persönlichen Risikobereitschaft ab. Ist immer noch mühsam genug, wenn das Schicksal zuschlägt, aber zumindest geht in der Regel der Wohnraum nicht verloren.  
8.1.2020 20:13


Traicampi schrieb: Viele Kreditnehmer kamen im Laufe der Jahre in finanzielle Schwierigkeiten (Unfall, Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Scheidung, ...), viele Immobilien mußten mit Verlust verkauft werden - auch ganz ohne 'Fremdwährungskredit-Spekulationsblase'.

 wo wo hilft mir das mit Sondertilgungswahn

sagen wir ich hab 300k aufgenommen und 100k reguläre Tilgungen und 100k sondertilgung das reduziert auf 100k,
Einkommensverlust/rückgang ich kann die Lebenshaltungskosten+Kreditrate nichtmehr zahlen, die Bank löst eine Zwangsversteigerung aus und ich verliere das Haus und ja es geht zu einem schlechten Preis weg

sagen wir ich hab 300k aufgenommen und 100k reguläre Tilgung udn die anderen 100k in Gold gesteckt,
Einkommensverlust/rückgang und ich muss das Gold jetzt angreifen, es steht grade schlecht und hat 20% Wertverlust tagesaktuell und nur 80k Tageswert, selbst dann brauche ich die 80k nicht auf einen Schlag sondern nur 10k pro Jahr, nach 2 Jahren hat sich das restliche Gold wieder erholt und ich hab auch wieder einen Job dann hab ich 100 * 0,8 (wertverlust) = 80k - 20k = 60k /0,8 (Werterholung) = 75k
-> heißt selbst in der schlechten Phase hab ich nur 5k Verlust gemacht weil ich beim schlechten Zeitpunkt das Gold in Geld wandeln musste

ich hab aber mein Haus noch, 5k Verlust wegen dem schlechten Goldkurs ist garnichts, ich hab mein 500k Haus noch, du hast durch die Gerichtsverfahren und Zwangsversteigerung sicher mehr Verlust gemacht

also wo hast du mit der Strategie maximale Sondertilgung gegen normale Tilgung + normales Investment  wirkliche Vorteile, ich sehe nur mehr Risiko wenn eben das Leben nicht die erhoffte/geplante Richtung nimmt, der mit Wertanlangen hat Möglichkeiten zu reagieren, der ohne Anlagen ist nur Passagier und kann nur hoffen das er eine Zwangsversteigerung verhindern kann
8.1.2020 20:36
Wenn man mit der Tilgung durch SoTis vorne ist, dann kann man idR auch jederzeit die Rate anpassen lassen, insofern ist das Risiko, dass die Rate plötzlich nicht mehr leistbar ist, nicht sonderlich groß. Und sobald man schuldenfrei ist, hat man sein volles Einkommen zum Investieren und hat keine Bank mehr am Hals, die Probleme verursachen könnte. 
8.1.2020 20:52


supernova schrieb: Wenn man mit der Tilgung durch SoTis vorne ist, dann kann man idR auch jederzeit die Rate anpassen lassen, insofern ist das Risiko, dass die Rate plötzlich nicht mehr leistbar ist, nicht sonderlich groß. Und sobald man schuldenfrei ist, hat man sein volles Einkommen zum Investieren und hat keine Bank mehr am Hals, die Probleme verursachen könnte.

Du sparst mir das Tippen


ChristianIV schrieb: Einkommensverlust/rückgang ich kann die Lebenshaltungskosten+Kreditrate nichtmehr zahlen, die Bank löst eine Zwangsversteigerung aus und ich verliere das Haus und ja es geht zu einem schlechten Preis weg

Nein - das ist nicht üblich. Zwangsversteigerungen sind unerfreuliche Ausnahmen, die jedes Kreditinstitut nach Möglichkeit vermeidet.


ChristianIV schrieb: also wo hast du mit der Strategie maximale Sondertilgung gegen normale Tilgung + normales Investment wirkliche Vorteile, ich sehe nur mehr Risiko wenn eben das Leben nicht die erhoffte/geplante Richtung nimmt, der mit Wertanlangen hat Möglichkeiten zu reagieren, der ohne Anlagen ist nur Passagier und kann nur hoffen das er eine Zwangsversteigerung verhindern kann


Das Risiko, das Du siehst, wird in der Regel nicht schlagend, wenn man hohe Ratenvorauszahlungen geleistet hat. Üblich sind in so einem Fall langfristige Stundungen oder die Zahlung von sehr kleinen Raten, um den Zahlungswillen nachzuweisen - ich bekomme den Eindruck, daß Du das Vertrauen in  Deine bevorzugte Variante nicht durch Fakten nicht erschüttern möchtest.

PS: ich habe viele derartige Vereinbarungen mit Kunden getroffen - und keine einzige Zwangsversteigerung mit Ratenvorauszahlungen erlebt (bei enormen Zahlungsrückständen ist diese Variante wahrscheinlicher).
8.1.2020 21:38
Sondertilgungen fließen zu 100% in die Reduktion des geschuldeten Betrages, insofern sind sie keine "Ratenvorauszahlungen". Unter dem Strich ist der Effekt aber vergleichbar. (Nur dass ich Ratenvorauszahlungen niemandem empfehlen würde.) Wenn ich im Vertrag stehen habe, dass jederzeit die Rate neu berechnet werden kann, dann erfordert das auch keinerlei Kulanz/Entgegenkommen der Bank. Man schöpft einfach die ursprüngliche Laufzeit wieder aus. 

Wenn man investiert, während man gleichzeitig (hoch) verschuldet ist, dann investiert man quasi nicht vorhandenes, geborgtes Geld. Kann man machen, aber ein laufender Kredit ist immer ein Risiko. Wenn es irgendwie anders geht, dann würde ich nicht 20 (oder gar 30) Jahre einen Kredit zurückzahlen wollen. 

Sondertilgen heißt aber natürlich nicht, dass man kein Liquiditätspolster haben sollte...
8.1.2020 22:00


supernova schrieb: Sondertilgungen fließen zu 100% in die Reduktion des geschuldeten Betrages, insofern sind sie keine "Ratenvorauszahlungen". Unter dem Strich ist der Effekt aber vergleichbar. (Nur dass ich Ratenvorauszahlungen niemandem empfehlen würde.)

Sie fließen nicht automatisch in die Reduktion des geschuldeten Betrages - das kann aber vereinbart werden. Am Kreditkonto einlangendes Geld hat kein Mascherl - höhere Beträge sorgen für Überzahlungen, werden einzeln bearbeitet und individuell umgebucht. Ratenvorauszahlungen machen Sinn, wenn man längere Zeit außer Landes ist und in dieser Zeit auch keine laufenden Eingänge am Konto eintreffen. In der Regel kann man auch hierzu Vereinbarungen mit dem zuständigen Sachbearbeiter treffen - Fragen (am besten im vorhinein) hilft weiter 


supernova schrieb: Wenn ich im Vertrag stehen habe, dass jederzeit die Rate neu berechnet werden kann, dann erfordert das auch keinerlei Kulanz/Entgegenkommen der Bank. Man schöpft einfach die ursprüngliche Laufzeit wieder aus.

Eine derartige Formulierung steht selten in Standardverträgen - ist man bei der Hausbank gut angeschrieben, ist Kulanz/Entgegenkommen aber üblich.


supernova schrieb: Wenn man investiert, während man gleichzeitig (hoch) verschuldet ist, dann investiert man quasi nicht vorhandenes, geborgtes Geld.

Man investiert bloß das Geld der Bank (Fremdkapital).


supernova schrieb: Wenn es irgendwie anders geht, dann würde ich nicht 20 (oder gar 30) Jahre einen Kredit zurückzahlen wollen.

Lange Laufzeiten sind Sicherungsmaßnahmen für Unabwägbares - ist man aus der Branche, zahlt man eher Doppelraten (die zweite auf ein Sparkonto) und leistet regelmäßig Sondertilgungen. Dann steht aber Vermögensaufbau im Vordergrund und nicht 'Anlageertrag'.  

8.1.2020 22:16
 


Traicampi schrieb: Sie fließen nicht automatisch in die Reduktion des geschuldeten Betrages - das kann aber vereinbart werden.

 


Traicampi schrieb: Eine derartige Formulierung steht selten in Standardverträgen

Ja, das kann gut sein, dass man sich selbst darum kümmern muss, dass die wichtigen Dinge in den Vertrag reinkommen, wenn sie noch nicht drinnen sind. Auf Kulanz der Bank würde ich mich jedenfalls nicht verlassen wollen. 


8.1.2020 22:30


supernova schrieb: Ja, das kann gut sein, dass man sich selbst darum kümmern muss, dass die wichtigen Dinge in den Vertrag reinkommen, wenn sie noch nicht drinnen sind.

Die Formulierungen in den Kreditverträgen sind von der Rechtsabteilung der Bank abgesegnet und gesetzeskonform. Jede Ausnahme verursacht intern Aufwand und wird nur in Erwägung gezogen, wenn der Kunde ausgezeichnete Bonität hat und man ihn nicht verlieren möchte.  


supernova schrieb: Auf Kulanz der Bank würde ich mich jedenfalls nicht verlassen wollen.

Banken sind nicht die Feinde der Kunden - in der Regel sind sie an positiven Geschäftsbeziehungen interessiert und suchen auch im eigenen Interesse nach einvernehmlichen Lösungen, wenn sich Lebensumstände von Kunden ändern. Natürlich schallt es aus dem Wald so wie man hineinruft - wenn ein Kunde entsprechend unangenehm auftritt, wird der Sachbearbeiter vielleicht weniger geneigt sein, ihm umfassend weiterzuhelfen.   
8.1.2020 22:50
 


Traicampi schrieb: Die Formulierungen in den Kreditverträgen sind von der Rechtsabteilung der Bank abgesegnet und gesetzeskonform. Jede Ausnahme verursacht intern Aufwand und wird nur in Erwägung gezogen, wenn der Kunde ausgezeichnete Bonität hat und man ihn nicht verlieren möchte.  

 Tja, die Rechtsabteilung der Bank wird aber nunmal primär darauf schauen, dass die Bedingungen die Bank gut absichern. Wenn man da Klauseln schlucken muss, die sehr zu Gunsten der Bank sind (z.B. Kündigungsrecht bei bloßer Verschlechteung der wirtschaftlichen Situation - Also theoretisch bereits, wenn man einen leicht schlechter bezahlten Job annimmt!), dann sollte man schon auch schauen, dass Dinge zur eigenen Absicherung drinnen sind (kostenfreie Sondertilgung, Möglichkeit zur Neuberechnung der Rate nach Sondertilgungen).



Traicampi schrieb:
Banken sind nicht die Feinde der Kunden - in der Regel sind sie an positiven Geschäftsbeziehungen interessiert und suchen auch im eigenen Interesse nach einvernehmlichen Lösungen, wenn sich Lebensumstände von Kunden ändern. Natürlich schallt es aus dem Wald so wie man hineinruft - wenn ein Kunde entsprechend unangenehm auftritt, wird der Sachbearbeiter vielleicht weniger geneigt sein, ihm umfassend weiterzuhelfen.   


In einer schwierigen Situation will ich nicht auch noch auf den Goodwill eines Bankmitarbeiters angewiesen sein. MMn sollte man sich (soweit möglich) schon präventiv darum kümmern, dass man auch in einer schwierigen Situation noch gute Optionen hat. Warum sollte man unnötig zum Bittsteller werden, wenn man rechtzeitig vorsorgen kann (wichtige Klauseln im Vertrag + Sondertilgungen)?


9.1.2020 8:33
Interessante Diskussion. Gibt auch keine richtige Antwort im Vorhinein, auf der einen Seite sind das derzeit enorm günstige Kredite, andererseits kann jede Investition schief gehen oder noch weniger bringen. Insgesamt tendiere ich eher nicht zu frühzeitigen Ratenrückzahlungen.
Meine Frau und ich sind beide im öffentlichen Dienst und ich habe nicht wirklich Angst vor Jobverlust, gegen gesundheitliche Risiken bin ich versichert. Mit den Bienalsprüngen + einer wahrscheinlichen Lohnsteigerung (Annahme 1,5%) habe wir in nicht einmal zehn Jahren ein monatliches Nettoplus, dass der monatlichen Fixzinsrate (15 Jahre) entspricht. Natürlich steigen alle anderen Ausgaben, die Kreditkosten bleiben aber unverändert.

Ich tendiere daher eher zu risikogestreutem Investment wie ich in meinem Eingangspost geschrieben habe. Die Diskussion kann aber gerne weitergehen und mich würde interessieren, welche Anlagenstrategien andere verfolgen.
9.1.2020 9:42


Blabla schrieb: Ich tendiere daher eher zu risikogestreutem Investment wie ich in meinem Eingangspost geschrieben habe.

So hätte ich das auch gelesen ;).


supernova schrieb: (z.B. Kündigungsrecht bei bloßer Verschlechteung der wirtschaftlichen Situation - Also theoretisch bereits, wenn man einen leicht schlechter bezahlten Job annimmt!)

 Wenn du die Raten pünktlich bezahlst, warum sollte die Bank Interesse haben den Kredit fällig zu stellen? Schon sehr spooky, deine Aussagen.



supernova schrieb: Warum sollte man unnötig zum Bittsteller werden, wenn man rechtzeitig vorsorgen kann (wichtige Klauseln im Vertrag + Sondertilgungen)?

Wenn du deine Bank gefunden hast, die dir das alles im Kreditvertrag verbrieft, dann ist' s ja gut. Dafür wirst du aber mit ziemlicher Sicherheit dafür bezahlen - mit einer sehr wahrscheinlich schlechteren Kondition.  
Standard ist es keinesfalls, wie Traincampi weiter oben bereits ausführlich beschrieben hat.
Eine schuldenfreie Wohnsituation ist natürlich auch eine mögliche "Anlagestrategie", die viele bevorzugen, aber
@blabla hat ja dezidiert nach Anlagemöglichkeiten gefragt, als Ökonom der er ja ist halte ich seine Überlegungen sehr durchdacht .

Cash flüssig zu haben ist für mich auch ganz wichtig. Ich persönlich habe immer mindestens 2 - 3 Jahreskreditraten auf einem Konto liegen.

Ansosnten, wenn breit gestreut, hält sich das Risiko sehr in Grenzen. Alles auf ein Pferd zu setzen ist dahingehend nicht empfehlenswert.
 
9.1.2020 12:29


supernova schrieb: Tja, die Rechtsabteilung der Bank wird aber nunmal primär darauf schauen, dass die Bedingungen die Bank gut absichern.

Spannend, was Du alles vermutest - wie kommst Du denn zu dieser Einschätzung?

Die Formulierungen müssen in erster Linie den aktuellen gesetzlichen Bedingungen entsprechen - da gibt es wenig Spielraum.
Die Kreditbesicherung hat damit nur am Rande etwas zu tun.


supernova schrieb: Wenn man da Klauseln schlucken muss, die sehr zu Gunsten der Bank sind (z.B. Kündigungsrecht bei bloßer Verschlechteung der wirtschaftlichen Situation - Also theoretisch bereits, wenn man einen leicht schlechter bezahlten Job annimmt!), dann sollte man schon auch schauen, dass Dinge zur eigenen Absicherung drinnen sind (kostenfreie Sondertilgung, Möglichkeit zur Neuberechnung der Rate nach Sondertilgungen).

Die Klauseln entsprechen dem Kreditwesengesetz - daran mußt sich die Bank halten. Bei Risikoerhöhung sind Maßnahmen vorgesehen, um die Rückführung des aushaftenden Betrages zu gewährleisten - die Fälligstellung des Kredits dient in der Regel nicht dazu (ist nur die allerletzte Notlösung).

Eventuell läßt Du Dich einmal von einem Mitarbeiter der Bank Deines Vertrauens beraten - der erklärt Dir dann, welche Maßnahmen bankseitig üblich sind, wenn sich das Risiko erhöht bzw. welche Möglichkeiten sie üblicherweise bei Zahlungengpässe anbieten.



supernova schrieb: Warum sollte man unnötig zum Bittsteller werden, wenn man rechtzeitig vorsorgen kann (wichtige Klauseln im Vertrag + Sondertilgungen)?

Diese 'rechtzeitige Vorsorge' ist mit Verlaub gesagt eine recht praxisferne Idee, ich wäre neugierig, ob sich aktuell ein Kreditinstitut auf so etwas einläßt. 
Man wird auch nicht zum Bittsteller, man ist und bleibt Vertragspartner. Wer so wenig Vertrauen zu Kreditinstituten hat, sollte vielleicht besser keine Finanzierung anstreben, sondern Eigenkapital aufbauen. 


9.1.2020 12:35


Blabla schrieb: Ich tendiere daher eher zu risikogestreutem Investment wie ich in meinem Eingangspost geschrieben habe.

Bei Deiner - nicht alltäglichen - Ausgangssituation ist das Risiko vergleichsweise gering. Trotzdem macht es nur Sinn, wenn Du mehr Ertrag über Deine Kapitalanlagen erwirtschaftest, als Du Zinsen bei der Bank zahlst. In 15 Jahren weißt Du, ob sich Deine Rechnung ausgeht.

Ich stehe langfristigen Finanzierungen gekoppelt mit langfristigen Kapitalanlagen sehr skeptisch gegenüber - riecht mir zu spekulativ und erinnert an die Fremdwährungskreditblase. Allerdings habe ich den Markt nun mehr als 30 Jahre im Blick und schon mehr gesehen als mancher hier
9.1.2020 14:14
Ja ist natürlich klar, alles was an Anlage unter dem Effektivzinssatz meines Kredits liegt ist ein Verlust. Da zählt in Wahrheit natürlich auch der Bausparer dazu, wahrscheinlich ist der derzeit laufende eh der letzte den ich haben werde. Schwierig da Ganze, das einzige was ich schon ziemlich sicher weiß, ist dass ich 2-3% meines Jahresverdienstes in Gold anlegen werde. Zum einen ist Münzsammeln sowieso mein Hobby und zum anderen erscheint es so ein bisschen als Safe Haven wenn wirklich alles zusammenbricht (obwohl natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass das auch bei Gold passieren kann).

Ihr seht ich bin doch risikoneutral bis risikoavers eingestellt. So mussten 15 von 25 Jahren Fixzins sein, obwohl mir als Ökonom (danke @speeeedcat für das Lob) durchaus bewusst ist, dass die nächsten zumindest 5 Jahre ein sehr wahrscheinliches Verlustgeschäft sein werden. Auch meine bisherigen drei Aktienkäufe waren nicht von Erfolg gekrönt. Insbesondere bei Bene (kurz bevors bergab ging) und Intercell (kurz bevor ein Impfstoff eingestampft werden musste) bin ich genau zum falschen Zeitpunkt eingestiegen. Ich würde daher auch keinen Einzeltitel mehr kaufen im Moment.

9.1.2020 14:23


Blabla schrieb: Insbesondere bei Bene (kurz bevors bergab ging) und Intercell (kurz bevor ein Impfstoff eingestampft werden musste) bin ich genau zum falschen Zeitpunkt eingestiegen. Ich würde daher auch keinen Einzeltitel mehr kaufen im Moment.

Man sollte den Focus nicht nur auf Österreich legen. Ich persönlich habe als Dividendentitel VOEST im Portfolio, das ist seit über einem Jahr der einzig negativ performende Wert ....

Ich denke, mit ausgesuchten Werten (ich bin halt gern ein Techi), mit großer Marktkapitalisierung und gerne in Amiland, ist man gut aufgestellt.
Ich hab auch noch Wirecard mit drin, die immer wieder medial (FT) runtergeprügelt werden. Sicher nichts für schwache Nerven, Kursverluste bis -50% lassen die Klein- und Kleinstanleger schnell das Vertrauen verlieren. Aber das weiß ich und bewusst auf 2-5 Jahre fokussiert.
Grundsätzlich sind die mMn. aber sehr gut und zukunftsorientiert aufgestellt bei einem extrem niedrigen KGV.

Wie geschrieben, nur nicht schnell die Nerven verlieren, aber eine Exit-Strategie parat haben, ein bisschen Börseforen und Zeitung lesen, sich mit den Firmen im Vorfeld beschäftigen, dann kann das klappen.
Das erfordert nicht viel Zeit, und ist spannend zu verfolgen.

Alles Gute!
9.1.2020 19:45
 


speeeedcat schrieb: Wenn du die Raten pünktlich bezahlst, warum sollte die Bank Interesse haben den Kredit fällig zu stellen? Schon sehr spooky, deine Aussagen.


Ja, sehe ich auch so, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass die Bank Probleme macht, wenn man mit der Zahlung der Raten nicht mal im Rückstand ist. Aber gerade deswegen fand ich die Formulierung ja so erstaunlich / befremdlich! (Hab's aber aber so geschluckt, weil ich es nicht als reales Risiko gesehen habe. Aber rein vom Wortlaut her, haben sich da die Juristen mMn eine recht extreme Formulierung einfallen lassen, die der Bank maximalen Handlungsspielraum einräumt.)


speeeedcat schrieb: Wenn du deine Bank gefunden hast, die dir das alles im Kreditvertrag verbrieft, dann ist' s ja gut. Dafür wirst du aber mit ziemlicher Sicherheit dafür bezahlen - mit einer sehr wahrscheinlich schlechteren Kondition.


Nein, hab' ich nicht mit schlechteren Konditionen bezahlt. 


 


Traicampi schrieb: Bei Risikoerhöhung sind Maßnahmen vorgesehen, um die Rückführung des aushaftenden Betrages zu gewährleisten - die Fälligstellung des Kredits dient in der Regel nicht dazu (ist nur die allerletzte Notlösung).

Das bestätigt ja meine Aussage. Ich finde es übertrieben, dass der Bank schon "Maßnahmen" zustehen, wenn die Rate immer pünklich bezahlt wurde (nur weil es eine ggf kleine Risikoerhöhung gab).



Traicampi schrieb: Eventuell läßt Du Dich einmal von einem Mitarbeiter der Bank Deines Vertrauens beraten - der erklärt Dir dann, welche Maßnahmen bankseitig üblich sind, wenn sich das Risiko erhöht bzw. welche Möglichkeiten sie üblicherweise bei Zahlungengpässe anbieten.

Kein Bedarf. Ich kenne meine Optionen ja und habe diverse Alternativpläne, um Zahlungsengpässe zu vermeiden. (Hatte auch noch nie ein überzogenes Konto.)



Blabla schrieb: Ich würde daher auch keinen Einzeltitel mehr kaufen im Moment.

Aus Gründen der Risikovermeidung kämen für mich Einzelaktien auch nicht in Frage. Dass man damit besser aussteigt als mit breit aufgestellten ETFs ist recht unwahrscheinlich. 


 



 
10.1.2020 9:35
Ich habe ebenfalls umgestellt und investiere den Betrag für die Sondertilgung in ETF´s. Zusätzlich schon seit fast 20 Jahren in eine fondsgebundene LV und einen Teil in Festgeld. Dann gibt´s noch einen kleinen Teil als Spielgeld der in Krypto geht. 

Ich fühle mich damit im Moment recht wohl, und durch die jahrelange Sondertilgung hab ich ein Polster im Kredit aufgebaut der mich nicht sofort ins Schwitzen bringt wenn´s mal anders läuft als geplant.
10.1.2020 10:48
@Ricer Welche ETFs sind es bei dir (falls es dir nichts ausmacht) - auch die oben genannten globalen? Danke!



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