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RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor

69 Beiträge | 23.11.2018 - 14.5.2020
Auf 1200m Seehöhe ist ein neuer Ringgrabenkollektor entstanden. Wie der Titel schon andeutet, ist es über weite Strecken kein echter Ringgrabenkollektor, sondern eher ein Ringtrassenkollektor geworden, was der Verlegung in Hanglage geschuldet ist. Nun gut, zumindest zum Teil liegt der Kollektor im Graben … aber der Reihe nach.

 
6.5.2019 22:19
seid (zurecht) stolz auf euer haus.
heizen ist das permanente beheben eines baulichen mangels...
9.11.2019 18:03
Zeit für ein Update.
1200m über dem Meeresspiegel, in den letzten Oktobertagen wurde es ziemlich kühl im Haus, und die Heizung hat sich eingeschaltet.

Sole ein derzeit: 10,8°C
Der Kollektor ist überdeckt, mit Erde, und seit gestern auch mit Schnee, was ihm sicherlich auch nicht schaden dürfte.

Was sollen wir sagen? Im Haus ist es kuschelig warm, das Bad ist dank optimierter Heizkreisberechnung noch einmal um ca. 2 Grad wärmer als die übrigen Räume.
Wir sind begeistert von unsererem RGK, von der Wärmepumpe, von dem, wie unsere Heizung ausgelegt und realisiert wurde. Und von unserem Haus, das, obwohl noch so unfertig, bereits zu einer richtigen Wohlfühloase geworden ist
9.11.2019 18:20
Freut mich für Euch!! 
Lg Rudi
9.11.2019 18:47
Danke, Rudi!
10.11.2019 7:02
Hey super Projekt. 👍 Wir sind zwar nicht ganz so hoch, aber das terassieren und die Steine erinnern mich irgendwie stark an unser Projekt. Auch der Weg crink (HTD) zu dyarne hier im ESH lässt Erinnerungen wach werden. 
10.11.2019 8:11
Dann gibt's also Parallelen, Denis
Wir sind sehr glücklich, dass es so gelaufen ist. Wenn wir nicht im HTD angefangen hätten, Preise und anderes Wissenswertes zu Tiefenbohrungen zu recherchieren, wären wir vermutlich nicht hier im Forum gelandet, hätten nie so viele wertvolle Tipps erhalten, und statt eines RGK hätten wir ... hätten wir ...

Morgentemperatur bei Sonnenaufgang war heute -5,8°C, Sole ein dagegen beträgt noch immer 10,5°
21.11.2019 11:19
Kollektor, Heizung und Haus waren in der letzten Woche einem ziemlichen Test ausgesetzt. Es gab einige Stromausfälle, zwei davon dauerten mehrere Stunden.
Haus blieb warm ..., aber aus Sicherheitsgründen veränderten wir die Heizkurve dann nach oben, um für einen neuerlichen, ausgedehnten Stromausfall besser gerüstet zu sein. Das zehrte natürlich stärker am Kollektor als der bisherige Normalbetrieb.
Jetzt sind wir wieder zurück auf unserer Normheizkurve, die zur Zeit ganz gut passt, sowohl in den wärmeren Phasen, als auch dann, wenn es deutlich unter 0° hat. Ob sie dann im Winter passt, wenn es längere Zeit -10° und weniger hat, werden wir sehen.

Unsere WP hat einen eigenen Zähler, nicht für die Stromgesellschaft, sondern lediglich zu unserer Information. Jans Beitrag
https://www.energiesparhaus.at/forum-verhaeltnis-vl-rl-innentemperatur/47915_2#528127
hat uns jetzt dazu animiert, mal die AZ auszurechnen. Es handelt sich um eine TAZ (Tagesarbeitszahl), bzw. VAZ (Vierundzwanzig-Stunden-Arbeitszahl)
Gestern kamen wir inkl. WW-Bereitung und Standby/Schnüffelmodus auf eine AZ von 5,7. Finden wir ganz o.k. eigentlich
13.5.2020 14:14
so, der erste winter ist - auch in den tiroler bergen - vorbei, zeit für eine bilanz...

so hat der RGK performt...
RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor

ein bissl unverschämt für hochalpin und baufeuchte...

das wetter war ausreichend kalt ...
RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor

das haus wurde genauso hochwertig geplant wie umgesetzt...

RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor

so war die prognose des EA...

RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor

wir sehen trotz sehr warmen raumtemperaturen (hab ich selber überprüft ... ) und erstem winter mit baufeuchte den HWB von 6200kwh sehr gut getroffen.
(der HWB-ref ist ohne KWL gerechnet)

beim WWWB erwartungsgemäß knapp unter der EA-prognose (geht über die fläche).

der HEB (abzulesen am stromzähler), also der endenergiebedarf der ins heizsystem gesteckt werden muß, wird weit besser werden als die EA-prognose, der hocheffizienten haustechnik geschuldet.

dann zur dimensionierung der WP:
kälteste winterwoche...
RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor
ohne worte ...

zum schluß noch zur heizflächenauslegung der Tichelmann-fbh:
ebenfalls kälteste winterwoche...

RGK – Hochalpiner Ring(s)trassenkollektor

wir sehen einen hub quelle/senke von ~22K, sind also deutlich besser als der niederhub-arbeitspunkt W10/W35, da hat die maschine einen COP von 6,6, den besten am markt.
dieser arbeitspunkt ist bei so optimierten neubauauslegungen viel wichtiger als der 'klassische' B0/W35 arbeitspunkt der dort nie vorkommt - schon gar nicht als mittelwert.

was mich so freut: dieses projekt ist die perfekte blaupause für die energiewende.

das sehe ich nicht alleine so. wenn die aktuellen gerüchte stimmen wird es als referenzprojekt nicht nur auf die homepage des netzwerks wärmepumpe des landes Tirol, sondern auch ins nächste Tiroler bauhandbuch einzug finden...

wird das was, liebe Vardis?
14.5.2020 12:21
Hallo Arne, hallo alle,

Danke, Arne, die Graphen sagen schon so einiges aus

Wir haben also diesen ersten Winter im neuen Haus nicht nur überstanden, sondern wirklich genossen.

Wie wir schon einmal geschrieben haben, der Comfort im neuen Haus ist unbeschreiblich. Wir sind immer noch überrascht davon, wie behaglich ein Haus sein kann. Wo wir vorher wohnten, gab es überall Kälteseen, es war trotz der neuen Fenster ungemütlich zugig im Schlafzimmer etc. Jetzt sind die Temperaturen schön ausgewogen, es gibt keine kalten Flächen, kühler ist es lediglich im Keller, der sparsam mit Heizfläche belegt ist, und im Schlafzimmer, da hier zwei Heizkreise in Serie geschaltet sind. Wärmer war es im Winter in den Bädern, und wenn wir es wollten, könnten wir die Bäder auch jetzt separat beheizen, der genialen Heizungsplanung sei dank. Allein, es ist auch so warm genug in beiden Bädern. Wir haben uns aber vorgenommen, den Badheizungsluxus im Herbst auszuprobieren, wenn das übrige Haus noch zu warm ist für einen regulären Heizbetrieb.


dyarne schrieb: wir sehen trotz sehr warmen raumtemperaturen (hab ich selber überprüft ... ) und erstem winter mit baufeuchte den HWB von 6200kwh sehr gut getroffen.


Bis Ende März war die Heizung ein ganzes Jahr in Betrieb, und mit 31.03.2020 zeigte die WP 6700 kWh an. Da war allerdings auch das Ausheizen im April dabei, bei dem schon ordentlich Wärme in den kalt-feuchten Estrich befördert werden musste. Und im April ist bei uns ja meist noch Winter ...


dyarne schrieb: ein bissl unverschämt für hochalpin und baufeuchte...

 


dyarne schrieb: das wetter war ausreichend kalt ...

Verglichen mit anderen Standorten ja. Im Vergleich jedoch zu dem, was in unseren Breiten möglich ist, sind die knapp -14° nicht umwerfend kalt, außerdem dauerte die wirklich kalte Zeit ja nur einige Wochen. Andererseits rechnet der Energieausweis  nicht mit 24-25° Raumtemperatur


dyarne schrieb: was mich so freut: dieses projekt ist die perfekte blaupause für die energiewende.

das sehe ich nicht alleine so.

Unser Energieberater ist auch wirklich glücklich mit diesem Projekt. So tolle JAZ kennt er sonst eigentlich nur von Tiefenbohrungen, er findet Arnes Kollektor- und Heizungsauslegung höchst gelungen, die Bauqualität auch ...


dyarne schrieb: wenn die aktuellen gerüchte stimmen wird es als referenzprojekt nicht nur auf die homepage des netzwerks wärmepumpe des landes Tirol, sondern auch ins nächste Tiroler bauhandbuch einzug finden...

Das macht uns schon ein wenig schmunzeln. Ein ganz einfaches Haus ohne Schnickschnack ... aber eben energetisch eine runde Sache.


dyarne schrieb: wird das was, liebe Vardis?

Solange wir nicht Portrait sitzen müssen dafür ...

Noch einmal danke, Arne, für deine Begleitung, auch durch diesen Winter hindurch.
Und allen anderen, die uns hier so wertvolle Tipps gegeben haben.
Ohne dieses Forum wäre das alles nicht so geworden, wie es geworden ist




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