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Prinzipielle (Beginner-) Fragen bei WP-Planung und deren Verbrauch

24 Beiträge | letzte Antwort 4.2.2019 | erstellt 1.2.2019
Hallo,

ich muss vorausschicken, dass wir uns erst in der Planungsphase des Hauses befinden (demnächst wird eingereicht) und ich - obwohl ich viel lese - bisher wenig Ahnung von WP habe.

Ich versuche nur mal SEHR GROB unseren künftigen Energiebedarf abzuschätzen und zu eruieren, ob sich die Mehrkosten einer ErdWP mit Tiefenbohrung lohnen.

Hier mal ein paar Eckdaten:

Beheizte Fläche: ca 270qm
Personen: 3 (plus Baby)
Aufgrund Hanglage 4 Stockwerke, die versetzt sein > schlechtes Hülle/Volumen Verhältnis
Flachdach in allen Stockwerken, teilweise bedeckt vom nächsten Stockwerk, teilweise Außenhülle
25cm Ziegel + EPS F+ Styropor
Zum Teil große Glaselemente
zumindest ein paar Stunden/d steht das Haus leer
wir haben es gerne warm bei 22-23 Grad

Jetzt ist mir völlig bewusst, dass das horrend ungenaue Angaben sind. Aber mich würde interessieren, wohin man mit den Stromkosten ca kommt, wenn man so ein Haus mit WP beheizt, inklusive Warmwasser.

Aufgrund der Hanglage und den Außenflächen sowie Fenstern ist natürlich von einer Energiekennzahl > 35 auszugehen (unser Architekt meint, 35 werden wir nicht schaffen).

Ich bin mir bewusst, dass der konkrete Verbrauch von der WP-Art abhängt, aber nur mal als ganz grobe Größenordnung - was können die Stromkosten (ohne Haushalt) für eine WP (inkl Warmwasser) pro Monat sein, eher EUR 160 oder EUR 280 ?

Als zweite Frage würde mich noch interessieren, ob sich bei diesem Haus eine ErdWP mit Tiefenbohrung rentiert. Ich habe bei einem bekannten Anbieter unverbindlich angefragt, der hat ca 3 Bohrungen à 100m angesetzt, allein für die Bohrungen (inkl Bohrschlammentsorgung) EUR 18.000 berechnet. Dazu kommen noch Pumpe, Warmwasser- und Pufferspeicher, in Summe also ca EUR 30.000-35.000.

Das wäre für uns eine gewaltige Investition und wenn ich es richtig sehe, spart man im Vergleich zu einer LWP max ca EUR 80/m (wenn überhaupt), also etwas weniger als EUR 1.000/a. Dann müsste die Pumpe wohl 20 Jahre gut arbeiten, um den Bohrpreis drinnen zu haben.

Auch die zweite Frage beruht natürlich auf einer allergröbsten Schätzung. Daher meine Frage an die Erfahrenen hier im Forum: Stimmt das UNGEFÄHR und würdet ihr in unserem Fall eine ErdWP nehmen oder es bei der LWP belassen, weil man die Mehrkosten der ErdWP ohnehin kaum "reinheizen" kann.

Danke!


 
4.2.2019 18:54
Ich muss noch einmal fragen, weil ich von anderer Seite nun doch etwas gehört habe zu unterschiedlichen Anforderungen von getrennten Räumen. Allerdings hat diese Person selbst keine WP.

Die Frage ist, was passiert, wenn das Messgerät, das den Bedarf nach neuer Wärmezufuhr an die Therme meldet, in einem Raum steht, der kälter oder wärmer ist als andere Räume (zB südseitig mit Sonneneinfall vis-a-vis nordseitiger Innenraum). Wie kann man regulieren, dass die Therme dennoch schon/noch nicht heizt, wenn ein Raum es braucht, aber ein anderer nicht.

Oder was macht man, wenn in einem Kellerraum FBH verlegt wurde, dieser aber nicht mitgeheizt werden soll (oder nur viel weniger als das restliche Haus)?

Er nannte in diesem Zusammenhang das Stichwort von der modulierenden WP. Stimmt das?
4.2.2019 19:02


Becker schrieb: definiere hocheffizient
COP 2,7-3,3 ?


Das bezog sich nicht auf COP oder JAZ, Becker, sondern lediglich auf die Flinkheit, mit der wieder frisches WW zur Verfügung gestellt werden kann. 
Warst nicht du selbst derjenige, der mal ausprobiert hat, wie sich die 1255 als Durchlauferhitzer macht? 
4.2.2019 20:17


Becker schrieb: definiere hocheffizient
COP 2,7-3,3 ?


vorteil des integrierten 180 l ww speichers sind die 180 l.
wie vardi schreibt, schneller austausch -> weniger problematisch bez. hygniene.
wenn dieser "leer" wird, kann schneller nachgeladen werden. dauert kürzer, als zb bei einen 500l. (wohlgemerkt mit auto 7K)
stillstandsverluste sind bei 180l üblicherweise niedriger als bei größeren (externen) ww speichern.
schließlich der preis einer integrierten lösung ist attraktiver als mit externem speicher.

für "hocheffizienz" fehlen da einige schrauben. aber ich hab's mal irgendwo gerechnet. finde es gerade nicht. ich glaube, auch wenn wir +1 cop eines greenwaters ggü integriertem rechneten, zahlen sich die mehrkosten frühestens in 15 jahren aus. und dann sind die stillstandsverluste nicht und anderes nicht berücksichtigt.

also wenn man keine irrsinnige schüttleistungen braucht, zb 2 badewannen gleichzeitig füllen oder so, wird das mit 180l wunderbar klappen.


Spartacus schrieb: Die Frage ist, was passiert, wenn das Messgerät, das den Bedarf nach neuer Wärmezufuhr an die Therme meldet


 
bei einer fbh mit wp sind üblicherweise pro geschoss heizkreisverteiler. ein raum hat 1, 2, 3 (?) heizkreise. die raumtemperatur-regler drehen die heizkreise an diesem verteiler zu oder auf. die "therme" also die wp heizt trotzdem fröhlich weiter. die modulierende kann mit deutlich reduzierter leistung heizen und so könnten auch nur die hälfte der heizkreise offen sein, es würde trotzdem ohne probleme gehen.
(ich habe keine raumtemperaturregler. macht nur "ärger". )



Spartacus schrieb: Oder was macht man, wenn in einem Kellerraum FBH verlegt wurde, dieser aber nicht mitgeheizt werden soll


einfach die heizkreise am heizkreisverteiler zudrehen. fertig.


4.2.2019 23:11
Hi,


Spartacus schrieb: Die Frage ist, was passiert, wenn das Messgerät, das den Bedarf nach neuer Wärmezufuhr an die Therme meldet, in einem Raum steht, der kälter oder wärmer ist als andere Räume (zB südseitig mit Sonneneinfall vis-a-vis nordseitiger Innenraum). Wie kann man regulieren, dass die Therme dennoch schon/noch nicht heizt, wenn ein Raum es braucht, aber ein anderer nicht.


Der Grundgedanke ist verkehrt. So ein Messgerät gibt es nicht bzw. nur, wenn man die Innentemperatur mit verwendet, was man aber gar nicht muss. Die WP regelt nach Außentemperatur. Dazu gibt es die Heizkurve, in der hinterlegt ist, bei welcher Temperatur man welchen Vorlauf braucht. Das wiederum hängt davon ab, wie die FBH gebaut ist. Die Räume regeln sich im Idealfall ganz von alleine. Nehmen wir mal an, wir haben einen gefliesten Raum, der 300W Heizleistung braucht, um auf 22C zu kommen. Nehmen wir weiter an, dazu muss der Boden 24C haben, was wiederum 26C Vorlauf bedeutet (alle Zahlen einfach als Annahme). Nun reisst jemand das Fenster auf und die Lufttemperatur fällt auf 20C. Der Boden hat aber immer noch 24C... schon gibt er 600W ab. Anders herum: Sonne scheint rein und der Raum heizt sich auf 23C auf. Da das Delta zu den 24C nun halbiert ist, sind es noch 150 W. Wird es noch wärmer (24C), dann passiert gar nichts mehr -> 0W.

Die WP merkt von alledem dadurch etwas, das der Rücklauf unterschiedlich warm zurück kommt. Je mehr "unterwegs" entzogen wurde, desto kälter wird er und umgekehrt. Entsprechend muss sie den RL warm machen, um auf die VL-Temperatur zu kommen.

Eine On/Off-WP macht das, indem sie immer mal wieder läuft - halt wie ein Kühlschrank. Eine modulierende WP verändert die Kompressordrehzahl, um die passende Leistung bereitzustellen.

Ganz wichtig ist, dass die FBH vernünftig ausgelegt ist! Sonst funktioniert das mit dem oben beschriebenen Selbstregeleffekt nicht und es gibt u.U. Räume, die zu kalt bleiben, während man andere stark drosseln muss.

Gerade Bäder sind hier beliebt als "zu kalt", zumal man es da ja auch noch wärmer haben will als im Rest des Hauses. Unser Planer hat sich das zu Herzen genommen... in den 10qm Bad liegen 2 Kreise mit 68 und 59m und dazu noch 67m Wandheizung in einem weiteren Kreis. Obwohl es leicht gedrosselt ist, ist es unser wärmster Raum - Ziel erreicht

Viele Grüße,

Jan



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