» Diskussionsforum » Energie- und Haustechnik-Forum

Preisunterschied NUR Wärmepumpe

32 Beiträge | letzte Antwort 10.4.2019 | erstellt 1.4.2019
Hallo zusammen, bei uns wirds jetzt bald ‚ernst‘ und der Bau sollte im Mai starten. Jedoch bin ich mir bezüglich Heizung immer noch nicht 100% sicher. Geplant und genehmigt ist eine LWP. Eigentlich würd ich eine Erdwärme mit Tiefebbohrung bevorzugen (Grund zu klein für Kollektor), jetzt heißts vom Installateur immer nur wie teuer die Tiefenbohrung ist, was ja auch stimmt, aber: wenn ich mir jetzt die Preise auf z.B der Vaillant HP anschaue ist ja die Wärmepumpe als solches ja um einiges günstiger als die Variante Luftwärmepumpe. Sollte in Summe das ganze also nur unwesentlich (sofern man 4,5000 Euro so bezeichnen kann) teurer sein??? Muss gestehen ich hab mich von den Firmen einlullen lassen und hab bislang kein Angebot für Erdwärme....

Was ist eure Erfahung wieviel die Variante Erdwärme mit Tiefenbohrung wirklich teurer ist als die LWP?!

 
1.4.2019 12:54


hausbau9063 schrieb: (Grund zu klein für Kollektor),


wie klein?
1.4.2019 12:59
800 qm, BGF im EG 250 qm (Haus/Kellerersatz/Terrasse/Carport)
1.4.2019 13:03
Wer hat dir gesagt, dass eine Oberflächennahe Erdwärme nicht geht?
Hast schon mal was vom Ringgrabenkollektor gehört?

Also auf 800qm wäre das doch gelacht, wenn wir da nicht eine kostensparende Erdwärmelösung hinbekommen würden

Hast schon einen Energieausweis?
Welchen Boden habt ihr bei euch in der Gegend? Sandig, Lehmig?


1.4.2019 13:07

Preisunterschied NUR Wärmepumpe
1.4.2019 13:08
RGK hab ich hier im Forum natürlich schon gelesen
Boden hab ich jetzt nicht im Kopf...
1.4.2019 13:12
hhmmm also zwischen 5 und 6 kw heizlast.
wennst jetzt noch einen eingigermaßen bindigen boden hast, sollte sich ein RGK schön ausgehen.
1.4.2019 13:26
Die LWP im Angebot ist mit 7,8 kw dimensioniert.

Wir haben halt an der Grundgrenze ein paar Bäume die wir nicht gerne opfern würden...

Aber nochmal zur Ursprünglichen Frage: Wieviel ist jetzt wirklich um zwischen der LWP und der Variante Tiefenbohrung. 
1.4.2019 13:31
Also mich hat die Tiefenbohrung 120m 6.500 gekostet 
1.4.2019 13:35
@wern ja das ist die Bohrung, aber hast du evtl ein Angebot für eine LWP gehabt und die Differenz im Gesamten? Denn wie gesagt, die Wärmepumpe als solches ist ja günstiger als das Splitgerät für die Luftwärme...
2.4.2019 3:11
Na, leider ned. Die LWP ist aus akustischen Gründen rausgefallen. 
2.4.2019 6:20
@hausbau9063

Bei deiner relativ geringen Heizlast würde eine 7,8kW LWP schön ins takten kommen. Und das sollte man vermeiden. Entweder ein kleineres Modell wählen oder noch besser auf modulierende Wärmepumpen setzen.

Wenn du Premium Luft WP und Premium Sole WP inkl. RGK preislich vergleichst kommt in etwa das Selbe raus.
Das was bei der Luft WP das Außenteil und das WP Fundament kostet, ist bei der Erdwärmelösung mit RGK ca. der Kollektor (=Rohr + Baggern + Planen).

Und wenn du jetzt auf den RGK noch ca. 3-4k drauflegst hast eine Tiefenbohrung.
Hängt natürlich alles von der Heizlast ab, die bei dir ja eher gering ausfällt.
Bei deinen 6kW wärst ja auch ca. bei 120m Bohrtiefe wie Wern.


2.4.2019 6:50
Hallo hausbau9063,

Gut, dass dir das aufgefallen ist, dass eine LWP teurer ist, das entgeht den meisten nämlich. Wenn dich der Aufpreis auf eine Tiefenbohrung nicht schreckt, mach es. 

Wir hätten eine TB gemacht, wenn wir nicht auf eine andere und günstige Möglichkeit gestoßen wären, Erdwärme zu realisieren.
Unser Grund ist deutlich kleiner als deiner, mit Haus und dem vorstehenden Teil der Garage bleibt auch nicht allzu viel Grundfläche für eine Flächenlösung übrig. Außerdem versprach unser Boden nichts Gutes. Dennoch haben wir einen RGK realisiert, und es ist sicht nicht nur ausgegangen, sondern unser Kollektor ist obendrein großzügig dimensioniert. Er liefert fast 8kW, und das auf einem Grundstück, das mitsamt Haus und Garage nur so groß ist wie das, was von deinem Grundstück nach Haus und Nebenbauten übrig bleibt.

Einen Ringgrabenkollektor kann man, wenn man sich an die Auslegung hält, übrigens nicht "verpfuschen". Das ist ein erster großer Vorteil des RGK gegenüber ev. anderen Lösungen. Das Erdreich regeneriert sich jedes Jahr innerhalb kurzer Zeit, der Kollektor ist im nächsten Winter wieder voll einsatzfähig, und im Sommer bietet er gute Soletemperaturen für die WW-Bereitung. Und nicht zu unterschätzender Vorteil für Häuslbauer – der RGK ist ziemlich günstig. Wir sind in der letzten Phase des Hausbauens und haben gut gerechnet, aber unterm Strich sind wir sehr froh, dass wir uns für die günstigere Lösung entschieden haben, zumal der RGK nach etlichen hier im Forum dokumentierten Erfahrungen wunderbar funktioniert.
2.4.2019 8:57
Hallo zusammen, danke für eure Antworten. Bestärkt mich mich nochmal eindringlich mit meinem Installateur zu unterhalten. @mike82 genau das ist ja meine Überlegung. Wenn mich die Tiefenbohrung in Summe „nur“ 4-5000 mehr kostet mach ich sie. Aber ich werde meinen Installateur mal zu seinen Erfahrungen mit RGK befragen, immerhin hat er das Wort gekannt, ist ja schon was 😂
2.4.2019 9:10


hausbau9063 schrieb: Grund zu klein für Kollektor...


mike82 schrieb: wie klein?


hausbau9063 schrieb: 800 qm


800m² ist ja eher ein großes grundstück. die kleinsten bei denen ein RGK umgesetzt wurde haben eher die hälfte.

ich habe die letzten jahre mit tausenden baufamilien auf messen gesprochen.

der klassiker: 'erdwärme? das ist doch das mit dem bohren und den 10.000,- aufpreis?'

leider nutzen (schlechte) installateure solche scheinargumentation um die kunden zu lenken weil eine LWP - für sie  - die einfachste lösung darstellt...


hausbau9063 schrieb: Aber ich werde meinen Installateur mal zu seinen Erfahrungen mit RGK befragen...


3 der führenden österreichischen wp-hersteller schulen ihre installateure zum thema RGK und bieten die auslegung ab werk an...
2.4.2019 9:26
Wenn's günstig sein soll und die Heizlast bei 5-6 kW liegt dann würde ich von Panasonic den 5 kW Monoblock als LWP  empfehlen. Wird in der  deutschen Community  Gheisa genannt, gibt sogar eine eigene HP dafür http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Hauptseite
Kostenpunkt unter € 3000,-
Als Monoblock wird auch kein Kältetechniker bei der Aufstellung benötigt. Aktuelle ist die H-Serie WH-MDC05H3E5. Auf der ISH wurden schon Teile der neuen J-Serie mit R32 vorgestellt (noch nicht der Monoblock). Im HTD Forum findest du auch eine ganze Menge über die Gheisa. Ist auch in der Wärmepumpenverbrauchsdatenbank mit AZ zwischen 4-5 vertreten https://www.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de

2.4.2019 10:02
servus Hannes,

dann bitte aber auch dazusagen daß hier in A 20m grenzabstand aufgrund des kleinen verdampfers eingehalten werden müssen und daß die €3.000,- für ausländische webshops gelten. man hat dann keinen ansprechpartner im land und keine umsetzbare garantie auf das gerät.

daher kommt das für 99% der bauherren nicht in frage.
für selbstinstallateure mit garantieverzicht natürlich eine konkurrenzlos günstige lösung...

nur daß wir nicht äpfel mit birnen vergleichen ...
2.4.2019 12:07
Wenn ich auch noch was hinzufügen darf:
die Geisha wird in DE (meistens) in milderen Gegenden verwendet mit Normaussentemperaturen von -10° oder -12°.
Meine -16° würde ich ihr nicht zumuten.........
2.4.2019 14:56


dyarne schrieb: daß die €3.000,- für ausländische webshops gelten. man hat dann keinen ansprechpartner im land und keine umsetzbare garantie auf das gerät. [ref]dyarne:53435_1#503112[/ref]


Ich weiß, war bewusst provokant geschrieben, aber für Selbermacher eine Option (was ja durch den Monoblock möglich ist) . Aber unabhängig der Grauimporte, die Gheisa steht mit ca. €4.500,- exkl. in der Liste. Ist aber auch in Österreich gut rabattiert, wodurch auch österreichische Installateure einen guten Preis machen können. Die Splitgeräte kosten in etwa das gleiche. Möchte damit nur aufzeigen das eine LWP nicht € 10.000 kosten muss. Bitte nicht falsch verstehen, finde eure RGK eine super Sache, aber bei geringer Heizlast sind die Unterschiede der laufenden Kosten zwischen den Systemen marginal (bei mir rechnerisch ca. 30 Euro im Jahr). Bei gleichen Anschaffungskosten ist der RGK natürlich zu bevorzugen.



Meinereiner schrieb: Meine -16° würde ich ihr nicht zumuten.........[ref]Meinereiner:53435_1#503139[/ref]


Die Geisha ist bis -20 spezifiziert und bringt die 5 kW auch bei -15 Grad, bei einem Heizwärmebedarf von 5 kW wäre sie eigentlich schon überdimensioniert. Vermutlich würde hier sogar eine 3 kW für die Heizung ausreichen, nur gibt's die nicht als Monoblock. Bei so geringen Leistungen ist eher der WW-Bedarf ausschlaggebend (Stichwort Regendusche).

Habe das bei mir mehrmals durchgerechnet, die 3 kW Split wäre bei mir ausreichend, einzig WW macht mir Sorgen (Regendusche). Hierbei tendiere ich eher zur 9 kW was aufgrund der Speichermasse von 86 kWh/K und FBH , BKA und WH auch kein Problem wäre.


2.4.2019 16:35
Wenn es ums Heizsystem geht, denken wir meist nicht weiter als bis zu unserer eigenen Geldbörse, maximal aber bis zur Grundgrenze. Lärmbelästigung? Problem des Nachbarn (dort, wo es die Bauordnungen nicht schon geregelt haben, und auch dann hoffen wir das Beste). Hässlich? Macht nichts, schaut eh zum Nachbarn. Verbrauch? Höchstens ein Drittel mehr als eine Erdwärmepumpe. Spielt ja keine Rolle (bei den derzeitigen Energiepreisen).

Was wir in Bezug auf LWP gerne vergessen: Es mag sein, dass sich der Mehrverbrauch bei den derzeitigen Energiepreisen nicht so sehr zu Buche schlägt. ABER: Der Mehrverbrauch geht allein aufs Konto der kalten Tage. Sprich: Unterm Jahr verbraucht die LWP nicht mehr, sehr wohl aber, wenn sich die Temperaturen in bestimmten Bereichen tummeln. Da ist der Verbrauch dann nicht bloß ein Drittel höher, sondern gern mal ums Doppelte so hoch.
Jetzt stellen wir uns vor, es wird im Winter so richtig kalt (bitte jetzt nicht erklären, dass das aufgrund des Klimawandels nicht möglich sei. Wetter ≠ Klima, siehe heuriger Winter in den USA). Alle LWP im Land laufen dann zugleich auf Höchststufe, denn:
1. Das Haus hat mehr Wärmeverluste und braucht mehr Heizung.
2. Die Wärmequelle Luft ist irgendwann keine Wärmequelle mehr, der Hub, der vollbracht werden muss, ist extrem.

Was passiert bei einer Erdwärmepumpe?
1. Das Haus hat mehr Wärmeverluste und braucht mehr Heizung.
Das war es dann auch schon. Mit der Quelle geschieht genau – nichts, oder nur sehr wenig.

Ich will mir jetzt nicht vorstellen, was das für die Energieversorgung bedeutete, wenn wir alle eine Luftwärmepumpe hätten ...
2.4.2019 16:38
A propos eigene Geldbörse: Man muss immer gleichwertige LWP miteinander vergleichen, wenn die Rechnung Sinn ergeben soll, nicht eine teure LWP mit günstiger Erdwärmepumpe bzw. umgekehrt.
2.4.2019 17:41
@ Vardi17 Der Hausbau ist ja immer ein budgetärer Kompromiss. Ich fange halt bei der Energievermeidung an (KWL, gute Dämmung, möglichst Wärmebrückenfrei, große Südfenster mit gutem U-Wert, PV) dann ist die WP fast egal.



Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Energie- und Haustechnik-Forum