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Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen - Seite 87 teilen

7.8.2022 -8.9.2026    1.729 Antworten    115 Autoren 1729 2026-09-08T09:13:50+02:00    204 Empfehlungen
Zusammenfassung
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  •  Arpino
07.08.2022
1933
Hallo zusammen,

da im anderen Thread ja sehr ausführlich über Baupreise diskutiert wird, dachte ich mir, dass der Fokus auf Eigentumswohnungen (vordergründig Gebraucht- bzw. Privatwohnungen) auch ganz interessant wäre.

Leider beobachte ich den Markt in Wien seit fast 7 Jahren, bin kaufwillig, aber das passende Objekt fehlt leider immer noch.

Gibt es jemand, der Einblick in den (Wiener) Wohnungsmarkt hat?
Wie hoch sind eurer Erfahrung nach in letzter Zeit die Differenz zwischen inseriertem Preis und tatsächlichem Verkaufspreis gewesen?
Wie schätzt ihr die Entwicklung in den nächsten Monaten ein? Zeichnen sich Trends ab?
Stimmt es, dass die wirklich guten Wohnungen, die über Makler vermittelt werden, oft erst gar nicht inseriert werden, sondern "unter der Hand" weggehen?

Mein Eindruck momentan ist, dass gute Wohnungen zu einem guten Preis immer noch sofort weggehen. Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, sind die entsprechenden Objekte mittlerweile deutlich länger inseriert. Zu beobachten war, dass während der letzten 2 Jahre selbst Ladenhüter teurer und mittlerweile wieder billiger inseriert werden.

Auffallend ist, dass es aber auch bei Neubauprojekten/sanierten Altbauhäusern offensichtlich deutlich länger dauert, bis Käufer gefunden werden (die Preise sind aber hier auch vergleichsweise überzogen).

LG Arpino

  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
12.8.2026  (#1721)

zitat..
LiConsult schrieb: ich bin weder als Immobilienmakler noch als Immobilienfinanzierer in den letzten Jahrzehnten auf Käufer von eigengenutzten Wohnimmobilien getroffen, die die reale Wertentwicklung in ihrer Kalkulation im Blick hatten.

Weil das für den Eigennutzer auch völlig (!) irrelevant ist, außer er stirbt und hat kein Wohnbedürfnis mehr oder er kann/will ganz woanders hinziehen. Wenn ein Haus im Wiener Speckgürtel eine Wertsteigerung von 50 % hinlegt, dann muss ich für eine vergleichbare Wohnsituation Wiener Speckgürtel auch dieselben 50 % mehr zahlen. Mein Vermögen mag nominell zwar gewachsen sein, nutzbar ist dieser Zuwachs aber nicht.


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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
12.8.2026  (#1722)
vollkommen richtig, für den Eigennutzer ist das wie erwähnt irrelevant.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
19.8.2026  (#1723)
Juli-Update des Deutschen Europace Hauspreisindex

weiterhin Stabilität im Wohnimmobilienmarkt trotz gestiegener Zinsen


2026/20260819869222.png

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
2.9.2026  (#1724)
Update Wohnimmobilienpreisindex 2. Quartal 2026


2026/20260902882030.png

Steigerung 2. Quartal +3,6% über Vorjahresquartal (Inflation +3,4%). Wien +2,9%, Österreich ohne Wien +4,2% (historischer Höchststand)

Eigentumswohnungen neu in Wien +3,1% bzw. gebraucht +2,4%, OÖ +6,7%, Steiermark +5,5%, NÖ +4,7%

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  •  FranzGrande
  •   Silber-Award
2.9.2026  (#1725)
Da kommen jetzt zwei gegenläufige Trends zusammen: Steigende / anhaltend hohe Zinsen (senkt die Nachfrage) und die aufgrund der hohen Finanzierungskosten und dem schwierigen Finanzierungsumfeld sinkenden Fertigstellungen. Das wird teuer, wenn die Nachfrage wieder anzieht und das Angebot nicht nachkommt.

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
2.9.2026  (#1726)
betreffend die Zinssensitivität dürfte der Markt für Wohnimmobilien ebenfalls einen Trendwechsel vollzogen haben: 

2026/20260902325062.png
auch 2026 gab es im ersten Halbjahr bereits 65.000 Verbücherungen.

Wenn man das Zinsgefüge gegenüberstellt (durchschnittlicher 10Y SWAP 2023: 3,01%, 2024: 2,56%, 2025: 2,61%, erstes Halbjahr 2026: 2,94%), so erkennt man, dass selbst in den steigenden Zinsmarkt auch Transaktions- und Preissteigerungen vollzogen werden.

Freilich - die dramatisch sinkenden Neubauzahlen werden ihre Entwicklung hinsichtlich Preisgefüge im Miet- und Eigentumsmarkt noch entfallten.

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  •  Zwosti
  •   Bronze-Award
2.9.2026  (#1727)

zitat..
Arpino schrieb:

──────..
andi102 schrieb:

Mir fällt derzeit auf, dass selbt Kreditnehmer, die es sich leisten könnten, sehr vorsichtig werden und darauf warten, dass sich die Situation normalisiert. Und ich finde normalisiert ist ein guter und richtiger Ausdruck.
───────────────

Da möchte ich einhaken. LiConsult hat ja sehr gut das Finanzierungsinteresse im Blick, aber die Argumente, die andi102 bringt, sind sehr schlüssig, insbesondere hinsichtlich Vorziehen von Investitionen. Ich habe mir auch extremen Druck gemacht, um noch günstig zu finanzieren. Da der Kauf aber jetzt geplatzt ist, will ich mir wieder Zeit lassen, sondieren und beobachte den Markt sehr genau.

Ich habe in den letzten Wochen einige Wohnungen auf die Merkliste gesetzt, davon wurde eine einzige verkauft (90m² Altbau in 1020 Wien in sehr guter lage für 530.000 Euro). Da war der Preis aber auch vergleichsweise angemessen und damit war die Wohnung nach einem Tag weg. Wenn das P/L-Verhältnis nicht passt, wird's offensichtlich wieder schwieriger.

Da ich hauptsächlich nach Altbau schaue, ist mein Blick vielleicht aber auch ein bisschen eingeengt.

Bin aber gespannt, wie sie jetzt die Wohnungen zu Luxuspreisen im 22. Bezirk an die Käufer bringen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bauträger in nächster Zeit diese Preise durchsetzen können. Dort sind die durchschnittlichen m²-Preise seit 12/2020 von 5000 auf 7000 Euro gestiegen (!).

Infos zur Preisentwicklung in Wien:
https://www.immopreise.at/Wien/Wohnung/Eigentum

Die Frage ist, wird dann auch wirklich 530k gezahlt oder war sie halt um den Preis drin? Schaust du dir dann auch die Kaufverträge dazu an?


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  •  Namor1
3.9.2026  (#1728)
Man sollte sich nicht zu sicher sein. Die Reduktion kognitiver Dissonanz ist unerbittlich. Vonovias Investoren zeigen was von deutschen Wohnimmobilien aktuell gehalten wird.

Meine Reduktion sieht so aus. Die Demographie ist für Jahrzehnte gesetzt. Der brauchbare internationale Migrationsmarkt wurde die letzten Jahre angeerntet und ist ebenfalls für mindestens Jahrzehnte leer. Der Rest der Welt wird Europa nichts schicken, was innerhalb weniger Generationen Vorteile bringt, siehe dänische Studie. Die Angelsachsen ziehen gut gebildetet migrationswillige Menschen an. Die Rechten werden weiter zulegen und die Armuts-Migration weiter drücken, evtl. sehen wir auch Re-Migration. 

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  •  LiConsult
  •   Gold-Award
8.9.2026  (#1729)
to be continued ...

"Die durchschnittlichen Wohnungsmieten inklusive Betriebskosten beliefen sich laut Statistik Austria im 2. Quartal 2026 auf 10,5 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem leichten Anstieg von 0,4 %. Im Jahresvergleich zum 2. Quartal 2025 lagen die Mieten um 3,3 % über dem Vorjahresniveau."

https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2026/09/20260908Wohnen2026Q2.pdf
bzw.
https://www.diepresse.com/41243122/10-5-euro-pro-quadratmeter-mieten-in-oesterreich-legen-weiter-zu

... wobei die Betriebskosten keine unwesentliche Rolle spielen:

2026/20260910579564.png



2026/20260909528133.png


weiter erfreuliche Entwicklung beim Transaktionsvolumen am Wiener Wohnungsmarkt:

"Der Wiener Wohnungsmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 weiter an Dynamik gewonnen: Das Transaktionsvolumen bei Eigentumswohnungen kletterte auf EUR 1,62 Mrd. und liegt damit nur noch 8 % unter dem Rekordniveau des ersten Halbjahres 2022."

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260908_OTS0031/wiener-wohnungsmarkt-naehert-sich-mit-einem-transaktionsvolumen-von-162-mrd-euro-dem-rekordniveau-von-2022

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