Hilfe Hausbau - viele Fragen, viele Unsicherheiten - wie schaffen? - Seite 5
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Danke für euer Feedback! D.h. ihr habt die Gewerke einzeln vergeben? Wir haben jetzt fast alles an einen vergeben, der alle Gewerke einschl. Tiefbau unter einem Dach hat und die Abstimmung "mit sich selbst" macht, nur eben Elektro + Insti ist extern. Da ist die Überwachung natürlich nicht schlecht, aber der Abstimmungsbedarf nicht so groß. |
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Wie haben einen GU für "Rohbau+", bei uns bedeutet das zb auch inkl. Elektriker. Was wir selber vergeben (schon haben oder in der Vergabe sind): - Fenster - Außenanlagen inkl Pflastern - HKLS - Fliesen - Parkett - Malerarbeiten - Türen - Badeinrichtung - PV - Carport Ich hab sicher noch was vergessen, aber das sind die größten Posten. Wir hätten beim GU einfach zu viel Aufschlag gehabt. Im Endeffekt passt es für uns so sehr gut, man kann während des Baus noch an einigen Stellschrauben drehen und vor allem verhandeln :) |
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Also mit guter, durchdachter Planung von einem Haus das exakt auf euch und eure Bedürfnisse zugeschnitten wird, kann man inkl Einreichung, Ausschreibung und Vergabe bis Einzug knapp 2 bis 2,5 Jahre je nach Behörde rechnen. Natürlich je nachdem wie groß das Budget bzw Eigenleistungen etc sind. Im Büro haben wir schon Häuser mit rund 1 Jahr ab Spartenstich bis Einzug gebaut (Bauleitung). Mit geringer bis wenig Eigenleistung des Bauherrn. 1 Jahr Planung, 1 Jahr Bauen. Wir selbst haben ziemlich lange geplant (3 Jahre Planung + 2 Jahre von Bewilligung bis Einzug) und ziehen jetzt in den nächsten Wochen ins Haus. Wenn man selbst im Architekturbüro arbeitet, ist das eigene Haus eine Herausforderung weil man irgendwie alles unterbringen will und dennoch das Haus nicht überladen will xD Wir haben aber auch den Innenausbau komplett selbst gemacht. Bis auf den Estrich, Gipskarton-spachteln, Malen, Fliesen, Parkett, Elektro, Haustechnik (Lüftungsanlage haben wir vom Leitwolf planen lassen und selber montiert), Küche. Sprich wir haben unser Haus hinstellen lassen inkl luftdichter Ebene und Fenster. Installationsebene, nicht tragende Innenwände bis fertige Wand haben wir dann selbst gemacht. Inkl Nischen für Einbauschränke (wo wir überall Standard-breiten für zb Pax-Schränke genommen haben) Ich muss aber auch zugeben, dass wir einige Monate immer wieder etwas geschludert haben, da wir 2 kleine Kinder haben und beide auch noch Arbeiten. Sprich es gab Wochen, wo wir wirklich nur Samstags auf der Baustelle gearbeitet haben oder auch mal Wochen wo wir zu gar nichts gekommen sind und stattdessen mit den Kindern einen Ausflug gemacht haben. Aus eigener Erfahrung sage ich dir ganz ehrlich: Zeitdruck ist beim Hausbau ganz schlecht. Ihr kauft nicht eben mal ein Auto, das nach wenigen Jahren erneuert wird. Ein Haus kostet so imens viel Geld und gerade wenn man ständig diesen Zeitdruck im Nacken hat, dann trifft man Entscheidungen die man hinterher ev. bereut. Dann kommen so Aussagen wie: Ja, wir hatten es eilig und jetzt würden wir ganz anders bauen. Ich persönlich würde auch eher zum Architekten gehen und nicht zu einer Baufirma. Baufirmen wollen ihre Arbeit und Material verkaufen. Die wittern ein Geschäft sobald du sie mit der Planung beauftragst. Ich kenne so viele Häuser bei uns in der Gegend, wo du schon alleine von aussen weißt wie die Raumaufteilung innen ist, weil die Baufirmen immer wieder die selben Grundrisse verwenden und nur minimale Anpassungen vornehmen. Der Architekt agiert unabhängig und arbeitet FÜR euch und eure Bedürfnisse. Kann Ausschreibungen erstellen und verschicken die wirklich miteinander vergleichbar sind und und und. Holst selber Angebote bei Firmen ein, sind die oft absolut nicht vergleichbar. Der eine rechnet dies anders oder gar nicht, der nächste macht das anders oder rechnet einige Punkte als Pauschale und du kannst es nie und nimmer aufschlüsseln und auseinander rechnen. Wir selbst leben aktuell noch in einer Wohnung mit 120m2. Klingt riesig für eine Wohnung. Aber durch die Raumaufteilung ist es zu viert nicht wirklich optimal. Wir haben genau 1 Kinderzimmer mit 11m2 und ein riesiges Schlafzimmer mit über 25m2. Das kleine Zimmer ist so blöd geschnitten, dass du nicht mal einen Kasten rein bekommst, wenn du das Doppelbett reinstellst. Und wo anders ist absolut kein Platz für einen Kleiderschrank. Jetzt haben wir ein Haus gebaut mit 140m2 und jeder der bei uns bei der Haustüre rein kommt sagt: Boah ist das riesig, obwohl sie nur in einem 80m2 'Raum' (Garderobe, Wohnen ist bei uns komplett offen bis unters Dach als einziger Raum konzipiert. Nur das Gäste WC ist geschlossen) Dadurch das wir eine Glasfront nach Westen mit einer 60m2 Terrasse (zu 2/3 überdacht) angegliedert haben und guter Linienführung wirkt die Terrasse als optische Erweiterung des Wohnraums und alles wirkt doppelt so groß als es wirklich ist.
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Hallo traumhaus2026, hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Hilfe Hausbau - viele Fragen, viele Unsicherheiten - wie schaffen? |
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Bin selbst noch recht neu im Forum hier, aber wollte ein +1 geben für das Buch vom Nussbaum. Die ganze Branche war für mich komplett neues Gewässer und das Buch hat super dabei geholfen, mit der ganzen Thematik vertraut zu werden. |
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Das kann ich so nicht bestätigen. Viele Architekten haben keine Ahnung von Machbarkeit, Technik und Kosten und sind eher Künstler, die tolle Modelle zeichnen können. Darüber hinaus ist die Berücksichtigung des Grundstücks mit seinen Eigenarten aus meiner Erfahrung auch nicht die Stärke von Architekten. Ja, das ist eine Verallgemeinerung, aber leider auch meine Erfahrung. Beim "nächsten Mal" würde ich mich noch mehr mit Raumplanung, Form und Lage des Gebäude und Bauphysik beschäftigen und dann versuchen spezialisierte Architekten/Innenarchitekten für die Aufteilung und Feedback dazunehmen. Dass ein klassisches EFH ein architektonisches Highlight wird, halte ich für schwierig - da braucht man eine/n wirklich gute/n Architekt/in und entsprechendes Budget. Hätte ich das Budget und wäre es mir wichtig, würde ich einen Wettbewerb ausschreiben und entsprechend viel Arbeit in das Thema investieren. So war für unser "primärer" Architekt schon eine ganz gute Unterstützung, aber letztlich haben wir viele Runden und den Entwurf auf links gedreht. Das hätten wir deutlich günstiger mit einem Zeichner vom Baumeister hinbekommen. |
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Und viel Budget für einen guten Architekten benötigt man nicht. Teilweise sind gerade die "hochpreisigen" fern jeglicher Realität. XD also ja, das stimmt. Es gibt leider viele Architekten die nicht optimal sind. Aber man schaut sich ja auch seine Referenzen an. aber gerade Raumgefühl, Blickachsen und sehr wohl auch die Gegebenheiten des Grundstückes spielen da eine großes Thema. Also bei einem guten Architekten. Außerdem kann man auch einem "normalen" Haus mit günstigen Kleinigkeiten zu etwas besonderem machen. Da braucht es keine teuren Sachen. Da reicht oft schon das Fenster um ein Stück weiter in eine andere Richtung zu schieben um Raumgefühl und Blickachsen zu schaffen. Die Raumaufteilung nur minimal anzupassen um ein großzügigeres Raumgefühl zu erzeugen (zb die Terrasse als erweiterten Wohnraum vom Gefühl her ins Haus zu holen) und und und. Ich kenne viele Planer beim Baumwister die das Grundstück vorher noch nie gesehen haben in Realität und einfach Fenster an der Fassade planen wie es sich innen ergibt oder eben wie von außen die Fassade dann am symmetrischen aufgeteilt ist. Eine gewisse Asymmetrie schafft zb Spannung und macht ein Gebäude interressant. Da braucht es keine tausend Wecker und sonst was, da reichen kleine Änderungen an den Fenstern etc. Manchmal ist es zb gut wenn man ein Fenster um ein Stück verschiebt, dann blickt man zb in einen Baum und nicht direkt aufs Nachbarhaus. vielleicht bin ich da etwas anders, weil wir nicht nur architektonische Highlights (zb ein rundes, 300m2 Wohnhaus im Hang verschwinden lassen) planen, sondern auch ganz normale Einfamilienhäuser. Klar gibt's Architekten die sich selbst einfach verwirklichen wollen, da gebe ich dir recht. Da gibt es echt viele in dieser Branche. Aber ein guter Architekt hat eben auch die Machbarkeit im Blick, die Behörden und vorallem die Wünsche der Kunden. |
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Mahlzeit
Muss hier auch widersprechen (zu allem anderen in deinem Post volle Zustimmung). Wir haben uns 2006 gegen Architekt entschieden, weil wir im Bekannten und Verwandtenkreis mind.5 Fälle hatten, wo der Architekt ein Griff ins Klo war, Budgetmässig, Planungsmässig und Wissenstechnisch. Extrembeispiel: Badsanierung (scho länger her), Archi macht einen Asphaltboden ins Bad => wellt sich auf, wenn zu nass aufgewaschen wird. durch die geniale Planung ist kein Platz mehr für an Badheizkörper => Archi plaziert ihn unter (!!) der Badewanne.... Das hat uns natürlich sehr abgeschreckt, und mit Fertighüttenplaner +eigenem Hirnschmalz + ESH Forumswissen wird das auch was 😁 Kann ma natürlich ned pauschalisieren, an guten Archi findet ma wahrscheinlich genauso wie an Insti, der a FBH FBH [Fußbodenheizung] und Sole WP WP [Wärmepumpe] + RGK dimensionieren kann Kommt natürlich da sehr stark auf das Zwischenmenschliche an! LG |
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würdest du ev davon ein Foto zeigen, wie ihr das mit der Terasse und Überdachung gemacht habt, gerne auch per PN :) |
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Kannst aufs Benutzerprofil klicken, da sind Fotos von Bau die hier im Forum hochgeladen wurden :) |
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OMG xDDD Der hat den UNTER der Badewanne geplant.. ich glaubs nicht 😂 Ja, du sagst es, ich denke auch, dass es wie beim Insti ist. Du kannst einen echt guten erwischen oder einen der nicht bis Drei zählen kann. Erst gestern haben wir im Büro wieder ein Bauvorhaben besprochen und über gewisse Machbarkeiten. Und eben auch ob manches teuer in der Realisierung ist oder ob das noch im Budget liegt. Vielleicht liegt es auch an der Kombi gelernter Tischler, in München studierter Architekt und Sachverständiger. Wer weiß das schon so genau. Ich kann nur von mir und meiner Architekten-Erfahrung sprechen. Und da ich nur mit einem einzigen ständig zu tun hab, ist der für mich 'normal'. 😂 Denn selbst wenn wir im Büro mit anderen Architekten Kontakt haben, sind die meisten bis fast alle sehr, sehr seltsam. Apropos Budget. Oft wird ein Budget beim Architekten festgelegt, welches dann 'überschritten' wird. Bitte immer fragen ob das Netto oder Brutto ist. Wir sprechen auch immer in NETTO im Büro. Mein Mann hat immer die Krise bekommen, weil ihn das irre gemacht hab, wenn ich von Angeboten und Preisen gesprochen hab (Netto) und er jedesmal einen Anfall bekommen hat, als er das Angebot dann gesehen hat. Weil für einen Bauherrn Brutto natürlich zählt. |
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Ja, das ist eben so im Baugewerbe. Da wird immer in Netto gesprochen. Für Laien ist das zuerst vielleicht eine Umstellung, aber das ist nunmal so. Damit muss man sich abfinden. Wenn man von Kosten spricht, dann muss man eben die 20% dazurechnen, das ist zum Glück ja nicht so schwer. Bei Angebot und Rechnung steht dann aber ohnehin immer Netto+Brutto drauf. |
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Ich kann mir vorstellen wie das passiert ist: Im CAD wird herumgewerkelt, der Heizkörper ist ein Objekt und wird irgendwohingeschoben, weil er im Weg ist beim Zeichnen. Und nachher hat man vergessen den Heizkörper an eine geeignete Stelle zurückzuschieben. Ist natürlich nicht ideal, aber dank Prüf- und Warnpflicht wäre da sicher noch rechtzeitig geschriehen worden. Leider ist es bei Architekten genauso wie bei Köchen, Journalisten, ITler, Ärzten, Lehrer, Briefträger, Maurer, Mechaniker und sonstigen: es gibt gute und es gibt schlechte. Ich hab schon mit einigen Architekten und auch Baumeistern zusammengearbeitet und da gab es alle Facetten. Hervorragende Architekten aber auch völlig verpeilte. Ich habe bei meinem Privathaus einem lokalen Baumeister ein astrein erstelltes LV ausgehändigt. Das war serviert am Silbertablett - er hätte es nur auspreisen müssen. Stattdessen hat er mir die Welt erklärt was das für ein Blödsinn wäre, weil er "rechnet das über die Quadratmeter". Ausserdem "braucht er die Detailpläne und die Ausführungspläne nicht", weil er "braucht nur den Einreichplan". WTF!! Bei seinem Angebot waren dann malerische Kapitel wie "Designpaket", da hab ich mich schon vor dem Richter gesehen wie ich mir ausfechte was denn nun alles als im "Designpaket" enthalten gelten würde. Komplett irre und eine Schande für die Baumeisterzunft! Eigentlich müsste man ihn die Zulassung entziehen. 2 Jahre später war er insolvent, hatte zig Zulieferer und Kunden geprellt, aber hat natürlich gleich die nächste Firma wieder aufgemacht. |
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