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Hanghaus - ev. aufgeständert, kompakte Bauweise

9 Beiträge | letzte Antwort 2.8.2018 | erstellt 31.7.2018
Hallo liebes Forum!
Auf unserem sonnigen, süd-westlich orientierten Hanggrund, möchten wir gerne ein kompaktes EFH bauen. Da das Grundstück aber rel. steil ist und unser Budget sehr begrenzt, stellt sich die Frage der optimalen Bebauung.
Folgenden Ansatz hätten wir uns überlegt: Wohnen auf 2 Geschoßen ~130m2 WNF. Die Zufahrt erfolgt von nord-osten (oben). Damit wir nicht immer alles über Stiegen nach unten schleppen müssen, ebener Zugang zum EG. Dazu müssten wir das erste steile Böschungsstück aufschütten. Im EG Wohnen und Essen. Im Untergeschoß Bad und Schlafen.
Jetzt stellt sich die Frage des Kellergeschoßes (2.UG). Die Überlegung war, statt den halben Hang abzugraben das Haus herauszuheben also aufständern - ohne viel Erdarbeiten -und nur den vorderen Teil als unbeheizten Keller zu nutzen (Außentreppe).
Was haltet ihr von einer aufgeständerten Bebauung? Ist es möglich mit dieser Art Kosten zu sparen im Vergeich zu einer komplett unterkellerten Variante oder ist sie sogar teurer?
Für Tipps wäre ich sehr dankbar
31.7.2018 14:05
Hanghaus - ev. aufgeständert, kompakte Bauweise
1.8.2018 1:38
Hallo, ich habe eine ähnliche Ausgangssituation, aber nicht ganz so steil. Wollte das Haus auf Ständern haben, aber mir wurde von allen (fachkundigen) Seiten abgeraten weil kompliziert und damit teuer.
Wir planen jetzt das Erdgeschoß tiefer, machen auf Straßenniveau die Garage und eine Dachterrasse und gehen dann über Stufen oder eine Rampe, die sich paralell zur Straße windet, runter. Was mich bei der Stelzenlösung gestört hätte wäre, dass man dann nicht direkt in den Garten kommt.
Es gibt sicher Baumeister, die sich das zutrauen oder schon gemacht haben, mir sind sie noch nicht begegnet Es gab mal einen Artikel im Standard über ein Haus, wo das als günstigere Lösung präsentiert wurde
https://derstandard.at/1395363545694/Ohne-Keller-dafuer-aber-mit-Schlamm-und-Eigenbau

Wenn schon aufgeständert, würde ich den Keller so weit wie möglich weglassen, er erfüllt ja dann keinen statischen Zweck mehr (und als Lagerraum taugt vielleicht eine einfachere Konstruktion unter der Bodenplatte auch?)
Bei euch würde ich jedenfalls die Geschoßdecken höher machen, damit ist dann auch gleich mal 1 m irgendwo gewonnen.

Liebe Grüße
1.8.2018 10:48
Ja, vieleicht muss man dazu den "richtigen" Baumeister finden.
Ich denke mir nur, dass die Aufständerung ja um einiges günstiger sein sollte weil ja die Bodenplatte und einige erdberührte STB-Wände entfallen und an Baggerarbeiten nur ein kleiner Teil bleibt...

Das mit in den Garten gehen, ist bei uns nicht so wichtig weil dieser durch die Steilheit fast unbenutzbar ist. Aber mit ein paar Stufen vom UG seitlich aus zu erreichen wäre. Wir würden gerne das Flachdach begrünen und dieses dann als Garten-Ersatz nehmen (wieder mit Treppen, außenliegend).

Der Keller (Lagerraum) unter der Aufständerung sollte dann eh so einfach wie möglich ausgeführt werden.

Das mit den Geschoßdecken ist ein guter Tipp. Danke.

D.h. ihr seid dann mit beiden Geschoßen Hangseitig in der Erde?
Überdacht ihr dann die Zugangstreppe?

Wenn wir das so machen würden, müsste wir halt ein komplettes Geschoß nach unten gehen um den Hauseingang zu erreichen. Deshalb hätte ich den Eingang, wenn machbar und leistbar, gerne auf Straßenniveau. Das würde das Leben am Steilhang sicher sehr erleichtern.


1.8.2018 12:44
Ja, das versteh ich. Wir haben auch lange überlegt, was uns am wichtigsten ist. Barrierefrei wirds sowieso nicht am Hang Hier eine vereinfachte Skizze:
Hanghaus - ev. aufgeständert, kompakte Bauweise

Von der Straße bis zum Hauseingang haben wir gute 3 m Höhenunterschied. Das Nebengebäude (oben Garage unten HWR, Technik, Abstellfläche) wird teilweise eingegraben werden, das Wohngebäude ist freistehend, da wir einiges an Hangwasser zu erwarten haben. Die Treppe wird nicht überdacht, dafür machen wir vor dem Eingang eine Veranda. Auf die Dachterrasse kommt man von der Garage oder von der Galerie (die ist nicht in der Skizze eingezeichnet). Zur Straße hin ist wird es einen Sichtschutz von der Dachterrasse zur Straße geben.
Viel Erfolg!
2.8.2018 7:59


country schrieb: Ich denke mir nur, dass die Aufständerung ja um einiges günstiger sein sollte weil ja die Bodenplatte und einige erdberührte STB-Wände entfallen und an Baggerarbeiten nur ein kleiner Teil bleibt...


Und hier täuscht man sich dann oft. Das Planen/Umsetzen der Fundamente und Hangsicherung mit allem Aufwand der dazugehört steht dem um nichts nach. 
2.8.2018 9:42
country,
wenn du petelea link genauer ansiehst gibt es einen wesentlichen Unterschied in der Bauausführung.
Vergleiche deine eingestellte erste Skizze mit dieser Seitenansicht. Hanghaus - ev. aufgeständert, kompakte Bauweise
Das Haus steht auf Stelzen und nehme an einen entkoppelten betonierten Lager- bzw. Technikraum. Hier wirken keine seitlichen hohe Kräfte auf das Bauwerk ein, Windlast mal außer vor. 
Bei euch wird nach Plan massiv aufgeschüttet, die Hangabtriebskraft jene aus der verbauten Masse sowie Fahrzeuge entsteht wirken auf das Bauwerk bzw. dessen Stützen/Wände ein. Wurde dies mit einem Statiker bereits besprochen? 
Der größte Schwachpunkt dürfte bei euch der hintere Pfeiler sein. Besser wäre es den Stellplatz für die Fahrzeuge auch auf Stelzen zu erstellen oder Haus in den Hang zu bauen. 
Meine statische Kenntnisse sind zwar nicht vom Himmel gefallen aber auch nicht mein Fachgebiet.  
Wolfgang
2.8.2018 10:17
oder über die Zufahrt generell nachdenken. Geht das nur von "oben"? Wenn auch seitlich oder von unten möglich könnte man das Auto auch unter dem Haus parken.
Generell ist bauen in Hanglage nicht günstig. Wir bauen auch in Hanglage, Erdarbeiten fürs Haus halten sich bei mir in Grenzen. Aber die Terassierung und Mauern fressen richtig Geld.
2.8.2018 12:53
Vielen Dank für den Input.
Das mit den Hangkräften leuchtet mir jetzt ein.
Bei der angedachten Ausführung müssten wir demnach wohl die hangseitige Hauswand als durchgängige Stützwand erstellen. Was wahrscheinlich wegen der großen Höhe ~4m+ problematisch werden könnte.



Christiano schrieb: Besser wäre es den Stellplatz für die Fahrzeuge auch auf Stelzen zu erstellen


du meinst eine Art Brücke über die Böschung die auf einer Seite dann am Haus aufliegt?

Einen Statiker haben wir nicht gefragt aber mit einem Baumeister haben wir Ende des Monats einen Termin vereinbart.



alpenzell schrieb: oder über die Zufahrt generell nachdenken.


ev. könnten wir auch seitlich zufahren aber dann bräuchten wir eine eigene Stützwand für die Zufahrt bzw die Stellplätze. Hinter dem Haus wäre die Funktion der Stützwand und Hauswand gleich in einem.
2.8.2018 12:55
Hier ein Lageplan dazu.
Hanghaus - ev. aufgeständert, kompakte Bauweise



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