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Grabenkollektor möglich?

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  •  edi85
8.9. - 9.9.2019
4 Antworten | 3 Autoren 4
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Hallo an alle Erdwärmeexperten hier!

Nächstes Jahr steht bei mir der Hausbau an. Erdwärme aus dem Grabenkollektor halte ich - nach langem Mitlesen - für die optimale Lösung. Die Entwicklung der letzten Jahre hat mich sehr begeistert und ich finde es sensationell, was hier auf Basis dieses Forums auf die Beine gestellt wurde!

Leider ist unser Grundstück für einen Grabenkollektor nicht optimal geeignet, da es einen Baum-Altbestand aufweist, der nicht dem Kollektor zum Opfer fallen soll. Eine Verlegung entlang des Grundstücksrandes ist daher nur bedingt möglich.
Jedoch befinden sich am Grundstück momentan drei offene Gruben, die Resultat von Gebäudeabrissen sind. Die Gruben sind ca 1,6m tief und sollen noch vor dem Winter mit Erde aufgefüllt werden. Dort wo die Terrasse angrenzt, wird Frostschutzmaterial lageweise verdichtet.
Um sich das besser vorstellen zu können, habe ich die Situation in den Trenchplanner eingezeichnet. https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=zxSgr7eqLVYT5DRgdwbp


Jetzt stellt sich für mich die Frage, ob ich nicht die Gelegenheit nutzen könnte, und überall dort wo bereits Gruben sind, noch einmal 1m runtergraben lasse und den Kollektor dann vor dem Verfüllen verlegen soll? Oder ich lasse verfüllen und kümmere mich erst nächstes Jahr mit dem Hausbau um den Kollektor (sofern er überhaupt möglich ist).

Das Haus befindet sich derzeit in Planung, Lage und Größe sind jedoch schon relativ fix. Haus soll ca 160m2 aufweisen und wird ohne Keller errichtet. U-Wert der Wände wird sich so um 0,15 einpendeln; KWL steht fest. EG wird etwas größer als OG. Ich würde einmal überschlagsmäßig mit einer Heizlast von ca 6 KW rechnen (Norm AT AT [Außentemperatur] liegt bei -15). Platz für den Pool wäre im Terrassenbereich wichtig.

Habt ihr einen Rat für mich? Wäre es nicht eine Chance, die ich verpassen würde, wenn ich den Kollektor nicht noch vor dem Verfüllen der Gräben verlege? Der Kollektor würde so zum Teil in 2,5m Tiefe laufen....! Klar ist, dass ich zeitnah eine genaue Heizlastberechnung benötigen würde.

Bin für jeden Rat dankbar! LG

  •  Wiesbach
9.9.2019  (#1)
Hallo,
ich hab auch einen RGK RGK [Ringgrabenkollektor]. Wir haben diesen eigentlich als Allererstes nach dem Humusabzug verlegt - eine sehr gute Entscheidung wie sich herausstellte. Ich würde Dir also dazu raten, vor dem Hausbau den Kollektor zu verlegen. Da wärst Du ja mit dem jetzigen Zeitpunkt auch schon dabei.

ABER: Du schreibst "nächstes Jahr soll der Hausbau beginnen" - ich nehme mal an, es gibt noch keinen genehmigten Einreichplan. Die Eckpunkte des Hauses sind also noch nicht fix. Wie Du weißt muss der Boden über dem RGK RGK [Ringgrabenkollektor] versickerungsfähig bleiben. Außerdem ist abzuklären in welchen Tiefen sich Kanal und Wasseranschluss befinden - da musst du dann eventuell kreuzen; was auch unangenehm werden könnte (Strom ist normalerweise kein Problem, da der eh nur maximal in einem Meter Tiefe liegt).

Ist es keine Option, die Gräben bis zum Bau abzusichern und offen zu lassen? Dann kannst Du wenn alles fix ist den Kollektor verlegen. Je nachdem wie das Gelände beschaffen ist, hast Du bei Deinen Erdarbeiten ja auch Aushub der womöglich übrig bleibt. Statt den für teures Geld wegzufahren kannst Du ihn in den Gruben ablagern.

SG  



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  •  edi85
9.9.2019  (#2)
Vielen Dank für deine Antwort!

Die Gruben betreffen teilweise auch das Nachbargrundstück und müssen noch vor dem Winter verfüllt werden! Das Grundstück fällt nach hinten leicht ab, sodass der beim Hausbau anfallende Aushub auf dem Grundstück verführt werden kann und nicht abtransportiert werden muss. 

Klar ist, dass der Kollektor spätestens mit dem Hausbau im Frühjahr 2020 verlegt würde.

Jetzt sollen aber Ende Oktober noch einmal die besagten Erdarbeiten (Verfüllen, Verdichten) stattfinden. Hier würde sich eben die Möglichkeit bieten, den Kollektor zumindest einmal im gesamten Gartenbereich zu verlegen (teilweise 2,5m tief) und in Hausnähe vorerst enden zu lassen. Hier gäbe es auch keine Probleme mit Kanal etc. Einen genehmigten Einreichplan wird es bis dahin nicht geben. Jedoch ist die Situierung des Hauses aufgrund der Anbauverpflichtung an die vordere Baufluchtlinie klar vorgegeben. Zudem wird die Entwurfsplanung demnächst abgeschlossen.
Im Zweifel werde ich einfach bis zum Baustart 2020 warten. 

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  •  brink
  •   Gold-Award
9.9.2019  (#3)
ich würde es empfehlen auf jeden fall zu machen. diese gruben würden sich auch super dazu eignen, dass du bei 2x300m dn32 system ein rohr an eine seite und das andere rohr an die andere seite legst. somit erschließt du 100% grube und 100% randbereich, ohne zu große thermische beeinflussung (falls die slinkies so groß wären, wie grubendurchmesser)
nur skizzenhaft dazu, da das tool nicht "seperierte" kreise unterstützt:


2019/20190909514830.jpg

du solltest es unbedingt vorab planen lassen - arne? - um sicherzugehen, dass die erschlossene fläche ausreichend für die heizlast sein wird. das planungstool unterstützt deinen speziellen fall nicht, daher ist unbedingt nötig, dass sich das ein planer anschaut.
aber es wäre nichts besser als genau jetzt noch ein wenig nachgraben und eine super quelle erschließen!

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  •  edi85
9.9.2019  (#4)
Vielen Dank für deine Empfehlung! Ich denke mir eben auch, dass das jetzt eine "einmalige" Chance darstellt. Werde mich als nächstes an einen Professionisten wenden und die weitere Vorgangsweise abklären.

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