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Fenster in der Dämmebene mit Vorwandmontage

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  •  Christoph628
14.1. - 28.1.2026
11 Antworten | 7 Autoren 11
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Hallo zusammen,
aktuell bin ich bei der Detailplanung der Fenstermontage für unsere Neubau Doppelhaushälfte. Als Mauerwerk ist geplant:
EG und OG: Kalksandstein (17,5cm) mit PUR/PIR-WDVS (22cm)
DG: Holzständerbauweise mit PUR/PIR-WDVS (22cm)

Die Fenster/Hebeschiebetür und Haustür sollen mittels Vorwandmontage-Zargen in der Dämmebene montiert werden um die Wärmebrücken zu minimieren und gleichzeitig eine montagefreundliche und saubere Lösung zu erhalten.
Bei Compacfoam können die Zargen auch individuell gefertigt werden und da ist mir die Idee gekommen, die Überdämmung des Fensterrahmens und auch das Fensterbankanschlussprofil in das Zargensystem gleich mit zu integrieren:

_aktuell/20260114122385.jpg
Das untere Profil: mit integriertem Fensteranschussprofil und 5°-Schräge für das Fensterbrett

Die seitlichen Profile: mit integrierter Überdämmung des Fensterrahmens
(hier müsste ich bei Internorm (KF520 Fenster sind geplant) mal erfragen, ob die Alu-Schalen eingekürzt werden können um hier Wärmebrücken zu reduzieren)

Das obere Profil: ebenfalls mit Überdämmung des Rahmens wie die seitlichen Profile
bzw. für die Fenster mit Beschattungseinheit (Rollo bzw. Raffstore) mit einer Aussparung:

_aktuell/20260114834616.jpg
Und hier noch eine Schnittdarstellung

_aktuell/20260114406526.jpg

Die Abdichtung der Fenster würde ich seitlich und oben sowie vorne im Bereich der Überdämmung mit Kompriband ausführen.
Die HST HST [Hebeschiebetür] (4,5 x 2,4m / Gesamtgewicht ca. 600kg / Flügelgewicht ca. 255kg) würde ich auch vor die Wand setzten. Da kein Bodenaufbau im EG geplant ist (aktivierte Bodenplatte) wäre dies auch die einfachste Möglichkeit für eine schwellenlose und wärmebrückenarme Montage. Die Untere Zarge wäre dann nur seitlich mit der Bodenplatte verbunden - evtl. könnte ich sie aber auch noch auf dem XPS der Bodenplattendämmung aufliegen lassen?

_aktuell/20260114515302.jpg

Was würdet ihr grundsätzlich zu dem Konzept sagen?
Gibt es aus eurer Erfahrung Punkte, die man so umsetzen kann oder vielleicht besser anders lösen sollte?
@Pedaaa @Berhan Ihr habt doch auch Erfahrung mit der Montage der Fenster in der Dämmebene? Wie habt ihr das bei euch umgesetzt bzw. was würdet ihr heute vielleicht anders machen?

  •  Squawvally
  •   Gold-Award
14.1.2026  (#1)
Grundsätzlich ist eine Vorwandmontage schon möglich. Für mich stellt sich aber die Frage, warum du es machen willst?

Wenn du das Fenster bündig mit der Außenkante am Ziegel setzt, einen Mischrahmen (seitlich einen NR Rahmen, unten einen SR Rahmen) mit kurzer Aluschale machst, kannst den Fensterrahmen ordentlich überdämmen und verputzen. Bei der Lastabtragung hast den Vorteil, das die Last zur Gänze über das Mauerwerk abgetragen werden kann. Und bei der äußeren Dichtebene hättest du den Vorteil, dass diese vom Fenster zur Mauer ohne Flächenversatz läuft.
Anschlussarbeiten vom Fassader können sehr einfach erfolgen und möglich Fehlerquellen weitgehend vermieden werden.

Bei einer Vorwandmontage muss planerisch und in der Ausführung etwas mehr beachten (Besonders Schnittstelle Vorwandprofil - Dämmung). 

Einzig bei der Hebeschiebetür wirst aufgrund der Profiltiefe der Hebeschiebetür zwangsläufig in die Dämmebene kommen.

Die Frage ist auch, wie du den sichtbaren Raffstorekasten in der Wand positionieren willst?

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  •  Christoph628
15.1.2026  (#2)
Gründe für eine Vorwandmontage:
- größere Fensterbank innen
- weniger Wärmebrücken
- keine "Schießschartenoptik"

Um die Schnittstellen einfacher zu halten, hätte ich die Überdämmung des Fensters mit der Vorwandmontage-Zarge gelöst. Somit müsste das WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] einfach nur noch stumpf an die (gleich starken) Zargen angeschlossen werden.

Der Raffstorkasten würde ich an die obere Zarge anschrauben. Diese ist so hoch ist wie der Raffstore-Kasten und bündig mit der Fensteraußenkante.
Oberhalb des Raffstores geht dann das WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] weiter.


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  •  Squawvally
  •   Gold-Award
15.1.2026  (#3)

zitat..
Christoph628 schrieb: - größere Fensterbank innen

Da hast recht.


zitat..
Christoph628 schrieb: weniger Wärmebrücken

nur wenn gut geplant und auch ausgeführt


zitat..
Christoph628 schrieb: keine "Schießschartenoptik"

Ja, gutes Argument

Wichtig bei der Vorwandmontage ist im oberen Beriech eine saubere Abdichtung gegen ablaufendes Wasser. Dass kommt gegelentlich vor. Aber mit einer sauberen Dichtebene kein Problem.

Beim Anschluss WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] darauf achten, dass dieser möglichst ohne Hohlraum sauber anschließen kann. Unbedingt eine Detailzeichung anfertigen, damit alles klar ist.
Bei den Anputzeisten auf eine drückende Abdichtung achten.




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  •  Gast-Karl
  •   Gold-Award
21.1.2026  (#4)
Bedenken sollte man aber auch, dass Compacfoam nur einen halb so guten Wärmeleitwert wie PUR/PIR hat. Ich würde eher die Rahmen mit PUR/PIR überdämmen und bündig mit der Mauer einbauen.

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  •  berhan
  •   Gold-Award
26.1.2026  (#5)

zitat..
Christoph628 schrieb: @Pedaaa @berhan Ihr habt doch auch Erfahrung mit der Montage der Fenster in der Dämmebene? Wie habt ihr das bei euch umgesetzt bzw. was würdet ihr heute vielleicht anders machen?

Die 22 cm WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] könnten bei Raffs und Rollo knapp werden, ich habe 25 cm und eine hinterlüftete Fassade. Man sieht es vielleicht auf diesem Bild, das Profil hat bei mir 8 cm, der Raff steht da schon relativ weit raus.


_aktuell/20260126163001.jpg




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  •  Ziegelrot
  •   Gold-Award
27.1.2026  (#6)
Wir haben die Vorwandmontage mit Illbruck realisiert. Illbruck verwendet Purenit Elemente.

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  •  Christoph628
27.1.2026  (#7)

zitat..
Squawvally schrieb: Wichtig bei der Vorwandmontage ist im oberen Beriech eine saubere Abdichtung gegen ablaufendes Wasser. Dass kommt gegelentlich vor. Aber mit einer sauberen Dichtebene kein Problem.

Ich hab hier mal eingezeichnet, wie ich die Abdichtung bisher geplant hätte:

_aktuell/20260127776069.png

Von der Montage und Abdichtung wäre dieses System eigentlich ziemlich einfach:
- Montage der Elemente am Mauerwerk (wie üblich mit Kleber und Schrauben)
- Montage des WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] - und da die Überdämmung bereits in den Vorwandelementen integriert ist, wäre bei diesen keine stufenförmige Ausklinkung mehr erforderlich. Nur noch stumpf (mit Revolverschnitt) gegen die Vorwandelemente anbinden
- Verputzen der Fassade - könnte jetzt auch vor der Fenstermontage gemacht werden
- Montage der Fenster - Abdichtung mit Kompriband (oben und seitlich), PU-Kleber (unten an der Fensterbankanschlussprofil-Kontur und Kompriband vorne im überdämmten Bereich

Bei der Variante mit Verschattung würde ich den Raffstore/Rolladenkasten oben und seitlich mit Kompriband gegen die Fassade abdichten:

_aktuell/20260127564880.png


zitat..
Squawvally schrieb: Beim Anschluss WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] darauf achten, dass dieser möglichst ohne Hohlraum sauber anschließen kann. Unbedingt eine Detailzeichung anfertigen, damit alles klar ist.
Bei den Anputzeisten auf eine drückende Abdichtung achten.

Detailzeichnungen muss ich noch machen.
Zu den Anputz(dicht)leisten:
Ich denke, das ich mir diese sparen kann, da das Fenster doch bereits "ums Eck" mit zwei Kompribändern abgedichtet ist?:

_aktuell/20260127620995.png


zitat..
Gast-Karl schrieb: Bedenken sollte man aber auch, dass Compacfoam nur einen halb so guten Wärmeleitwert wie PUR/PIR hat. Ich würde eher die Rahmen mit PUR/PIR überdämmen und bündig mit der Mauer einbauen.

PUR/PIR WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem]: 0,024
Compacfoam: 0,038
Purenit: 0,086
Und die verschiedenen U-Wert Kombinationen:
- PUR/PIR-WDVS (220mm): 0,109 
- Compacfoam (220mm): 0,171
- Compacfoam (120mm) + PUR/PIR-WDVS (100mm): 0,136
- Purenit (120mm) + PUR/PIR-WDVS (100mm): 0,180
"Wärmeverlust" bei ∆T 36K bei der Fläche von 8,578m²:
- bei U: 0,136: 42,0W
- bei U: 0,171: 52,8W
- bei U: 0,180: 55,6W

-> Fazit: Durchgehend (220mm) Compacfoam ist ca. vergleichbar mit 120mm Purenit + 100mm Überdämmung mit PUR/PIR


zitat..
berhan schrieb: Die 22 cm WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] könnten bei Raffs und Rollo knapp werden

Stimmt, mit unseren 120mm Vorwandmontage geht sich das nicht mehr mit Unterputz Elementen aus -> Daher bewusst als sichtbare Elemente geplant.


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  •  Panorama
  •   Silber-Award
28.1.2026  (#8)
"- Verputzen der Fassade - könnte jetzt auch vor der Fenstermontage gemacht werden"

Wie muss man sich das genau vorstellen?

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  •  Gitsche
28.1.2026  (#9)
etwas abseits vom Thema:

zitat..
Christoph628 schrieb: EG und OG: Kalksandstein (17,5cm) mit PUR/PIR-WDVS (22cm)

17,5cm Tragwand, statisch wirds passen nehme ich an. Aber in der Praxis ist das verdammt wenig. Abflussrohre nehmen schon mal 10cm, eingelassene Verteilerschränke etc. Da bleibt nirgends viel stehen, von der tragenden Wand. Wirst viele Vormauerungen benötigen. Unter 25cm würde ich niemandem empfehlen.


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  •  Christoph628
28.1.2026  (#10)

zitat..
Panorama schrieb: Verputzen der Fassade - könnte jetzt auch vor der Fenstermontage gemacht werden"

Wie muss man sich das genau vorstellen?

Hier wird der zweistufige Ablauf eigentlich ganz gut erklärt: 

https://www.ift-rosenheim.de/montagezarge

Hätte den Vorteil, das die Fenster beim verputzen nicht beschädigt/verschmutzt werden können...

zitat..
Gitsche schrieb: 17,5cm Tragwand, statisch wirds passen nehme ich an. Aber in der Praxis ist das verdammt wenig. Abflussrohre nehmen schon mal 10cm, eingelassene Verteilerschränke etc

Ja, der Statiker hat's natürlich geprüft und freigegeben. 
E-Leitungen können in den internen D40mm Bohrung, 12,5er Raster Verlegt werden (KS Quadro E System).
Wasser und Abwasser wird in den Trockenbau-Innenwänden gelegt.
HKV kommt Aufputz in den Technikraum bzw. im DG in einen Abstellraum


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  •  Panorama
  •   Silber-Award
28.1.2026  (#11)

zitat..
Christoph628 schrieb:

──────..
Panorama schrieb: Verputzen der Fassade - könnte jetzt auch vor der Fenstermontage gemacht werden"

Wie muss man sich das genau vorstellen?
───────────────

Hier wird der zweistufige Ablauf eigentlich ganz gut erklärt: 

https://www.ift-rosenheim.de/montagezarge

Hätte den Vorteil, das die Fenster beim verputzen nicht beschädigt/verschmutzt werden können...

Tolle Lösung - kannte ich noch nicht. Habe es mir in einem Video des ift angeschaut.







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