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Erdwärmpepumpe Energiebedarf

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6.4. - 11.4.2021
22 Beiträge | 14 Autoren 22
Hallo!

Nach meinen Berechnung nach, stimmt mit meiner Erdwärmepumpe etwas nicht. Konkret, ich denke sie benötigt zu viel Strom.

Eckdaten: rund 240 m² beheizte Fläche, HWB 26, 2 Personen, 22° avg. Raumtemp., Neigung Heizkurve: 0.2, aktuelle Vorlauftemp. 25°, Stromverbrauche Wärmepumpe 4000 kWh/a

Nach meinen Berechnungen würde ich aber niemals dort hin kommen:
(240x26+Warmwasser)/übliche Jahresarbeitszahl von 3.8=1642 kWh exkl. Warmwasser.

Wo liegt der Hacken? Falscher HWB-Wert oder Berechnungsformel, schlecht eingestellte Heizung? Warmwasser dürfte nicht die Menge sein, denn im Sommer geht der Energiebedarf auf 1/4 zurück.

 
06.04.2021 (#1)
Was sagt denn der Wärmemengenzähler deiner Wärmepumpe für diesen Zeitraum?
06.04.2021 (#2)
Bitte liefere uns konkrete Daten aus dem Energieausweis, sonst bleibt das ganze ein Ratespiel.


matthros schrieb: HWB 26

Welcher HWB? Standortklima oder Referenzklima?
Für die Kennzahl ist nicht die Wohnnutzfläche relevant, sondern die Bruttogrundfläche.
Was gibt der Energieausweis als absoluten Heizwärmebedarf Qh für deinen Standort an?
06.04.2021 (#3)
Warmwasserzirkulation?


matthros schrieb: übliche Jahresarbeitszahl von 3.8


Das ist keine übliche JAZ... das wäre für eine Erdwärmepumpe eher katastrophal.

Unabhängig von den noch fehlenden Daten (siehe Fragen der anderen) sind 4000 KWh im Jahr für 240 qm beheizte Fläche viel zu viel. Wir haben bei 217 qm inkl. Warmwasser 1701 KWh verbraucht mit unserer EWP (im gesamten Jahr 2020).


06.04.2021 (#4)
Standortklima: 37 kWh/m². Woraus ergibt sich dieser extreme Unterschied? Wurde das Referenzklima in Afrika ermittelt?^^

Wärmemengenzähler habe ich leider nicht gefunden bei meiner viessmann. Als Heizwärmebedarf Qh sind 13785 kWh/a angegeben.
Brutto-Grundfläche: 367m²
07.04.2021 (#5)
(13785 + 3500)/4000=4,32
Ist zwar jetzt nicht berauschend für eine SWP, liegt aber im Rahmen. 
07.04.2021 (#6)
bei fiesmann hängt da bestimmt auch n puffer dran und die heizkurve ist unnötig hoch ... ?
abeitet die WP gegen ERR?
07.04.2021 (#7)
Übliche Effizienzkiller:

 • ERR
 • Pufferspeicher
 • Zirkulationsleitung
 • Mitbeheizte Keller / Garage
 • Soledruck, verlegte Siebe
 • kein hydraulischer Abgleich, v.a. in Verbindung mit sehr unterschiedlich langen Heizkreislängen
 • Legionellenabtötungsprogramm
 • Ungedämmter WW Boiler, kein Thermosiphon
 • Zu hoch eingestellte WW Temp.
 • Zu kurzer WW Vorrang (zeitmäßig)
 • Zu hoher Volumenstrom bei Boiler (zerstört Schichtung)
 • Falsch gesperrte Verdichterbereiche bei modulierenden WP
 • Nacht- bzw. Abwesenheitsabsenkung
 • Zu gering dimensionierte HKV Anbindungen, falsche Rohre, zuviele Quetschverbindungen
 • Schlecht dimensionierte FBH
 • uswusf.

Ohne nähere Infos ist es ein stochern im Nebel.

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07.04.2021 (#8)


JanRi schrieb: Unabhängig von den noch fehlenden Daten (siehe Fragen der anderen) sind 4000 KWh im Jahr für 240 qm beheizte Fläche viel zu viel. Wir haben bei 217 qm inkl. Warmwasser 1701 KWh verbraucht mit unserer EWP (im gesamten Jahr 2020).

Wow, ich habe mit unsere Erdwärme TB alleine im Jänner für 180 m2 beheizte Fläche 1000 kWh benötigt.
Im letzten Jahr waren es gesamt ca. 5.000 kWh. 
Deine Werte verblüffen mich schon sehr. Wo bist du zuhause?
07.04.2021 (#9)


garten2021 schrieb: Wo bist du zuhause?

Hagen in NRW, Deutschland. NAT ist -12C. Das ist natürlich nicht mit Standorten im Hochgebirge zu vergleichen, auch wenn wir hier schon "Berge" haben und auf einem solchen wohnen. Höhe über NN ist 230m.

2020 war allerdings ein recht warmes Jahr. 2019 war der Verbrauch etwas höher (um 2000 KWh), aber das war auch das erste Jahr im Haus. 

Diese Werte sind jeweils inklusive Sommerstandby und inklusive Passivkühlung.


garten2021 schrieb: Deine Werte verblüffen mich schon sehr.


Ansätze:
Normal gedämmtes Haus (KFW 55)
Kein Puffer
Keine ERR (Befreiung in DE ist möglich)
Detaillierte raumweise Heizlastberechnung mit Auslegung auf sehr niedrige Temperaturen (VL bei NAT: 29C).
Sparsamer Umgang mit Warmwasser (keine Regendusche oder so)
Modulierende WP so eingestellt, dass sich möglichst lange Taktzeiten ergeben (bisher erst 359 Takte in 2 1/2 Jahren)
07.04.2021 (#10)


ds50 schrieb: Übliche Effizienzkiller:

 • ERR
 • Pufferspeicher
 • Zirkulationsleitung
 • Mitbeheizte Keller / Garage
 • Soledruck, verlegte Siebe
 • kein hydraulischer Abgleich, v.a. in Verbindung mit sehr unterschiedlich langen Heizkreislängen
 • Legionellenabtötungsprogramm
 • Ungedämmter WW Boiler, kein Thermosiphon
 • Zu hoch eingestellte WW Temp.
 • Zu kurzer WW Vorrang (zeitmäßig)
 • Zu hoher Volumenstrom bei Boiler (zerstört Schichtung)
 • Falsch gesperrte Verdichterbereiche bei modulierenden WP
 • Nacht- bzw. Abwesenheitsabsenkung
 • Zu gering dimensionierte HKV Anbindungen, falsche Rohre, zuviele Quetschverbindungen
 • Schlecht dimensionierte FBH
 • uswusf.

Ohne nähere Infos ist es ein stochern im Nebel.

von Mitleser, odyssee80

Danke für die ausführliche Auflistung!
07.04.2021 (#11)
Die Werte von Jan sind nicht unrealistisch, liege hier ein wenig schlechter bei 240m² (wahrscheinlich machts die Regendusche 🤣)

Ist aber nicht vergleichbar ohne alle Variablen zu kennen, da spielt sehr viel mit rein 
Einfach alle Daten die du finden kannst evtl. Fotos vom Heizraum hier rein dann kann dir sicher jemand weiterhelfen

Ich muss aber sagen in D ist es schon ziemlich schwer einen HB zu finden der sich überreden lässt so wie von ds50 beschrieben zu installieren 

Bei uns ist ja sogar ERR Pflicht und man muss sich befreien lassen (oder schummeln) 
Also müsste wenn alle Heizungsbauer ihren Job ernst nehmen für jeden Neubau mit WP ein Antrag eingehen 😁
07.04.2021 (#12)
Tatsächlich haben wir die Liste von ds50 komplett erfüllt (in dem Sinne, dass diese Effizienzkiller alle nicht dabei sind)   (und noch mehr als das... z.B. die fehlende Regendusche)


Andreas90 schrieb: Ich muss aber sagen in D ist es schon ziemlich schwer einen HB zu finden der sich überreden lässt so wie von ds50 beschrieben zu installieren 


Das stimmt. Ich habe mehrere durchprobiert, bis dann ausgerechnet der lokale Heizungsbauer angesichts meiner Forderungsliste meinte: "Endlich mal einer, der sich damit befasst hat... genau so bauen wir das." Er ist sogar von seinem Stamm-WP-Hersteller abgewichen und hat die erste Nibe seines Betriebs verbaut, nachdem ich ihm erklärt habe, warum sein Stammhersteller kein Gerät hat, das auch nur im Ansatz an die 1155 herankommt (Stand Ende 2016).


Andreas90 schrieb: Also müsste wenn alle Heizungsbauer ihren Job ernst nehmen für jeden Neubau mit WP ein Antrag eingehen


Tatsächlich waren wir laut HB wohl die ersten, die diesen Wunsch hatten. Alle anderen wollen offenbar ERR haben, weil sie es aus ihrer Mietwohnung so kennen, dass man an einer Heizung raumweise etwas braucht, an dem man drehen kann.
07.04.2021 (#13)
Also mein Keller ist kein Effizienzkiller. Der erhöht die Effizienz. Dadurch brauch ich weniger VL im EG, weil von unten auch Wärme kommt.
Klar hab ich unter der Platte und die Wönde gscheit gedämmt
07.04.2021 (#14)
Das mit den Keller sehe ich allerdings auch anders am effizientesten ist es ja die Kälte direkt beim Eintritt abzufangen, außerdem kann man Keller echt gut dämmen (mehr Heizfläche ist doch grob gesagt immer gut, außer der Keller wäre außerhalb der Thermischen Hülle) 

Ich glaube wenn ich noch einmal eine Heizung beim gleichen anfragen würde ich kein Angebot mehr bekommen, der hat mit mir etwas mitgemacht 😅
Musste sogar unterschreiben das er nicht Haftbar ist wenn die 6er Nibe nicht ausreicht, also bei der nächsten Eiszeit bin ich am Arsch 😬
07.04.2021 (#15)
(Beim Keller meine ich natürlich einen halbherzig gedämmten Keller, oder die Beheizung war nicht von Anfang an mitgeplant, womit z.B. die Quelle zu klein dimensioniert ist.)

Obige Liste werde ich dann vollständig bei meinem nächsten Haus umsetzen.

Also nie.
08.04.2021 (#16)
Ich habe letztens bemerkt, dass unsere WP immer mit mit mind. 40 % Kompressorleistung läuft. Sprich, sie braucht konstant einiges an Strom. Sollte laut Heizukurve unter 40 % Leistung benötigt werden schaltet die WP aus.
Macht das so überhaupt Sinn oder ist das stark von der WP abhängig?
08.04.2021 (#17)


garten2021 schrieb: Macht das so überhaupt Sinn oder ist das stark von der WP abhängig?

Ich hab letztens bemerkt, dass mein Auto langsamer wird, obwohl ich bergauf Vollgas gebe...

Natürlich hängt das sehr von der WP ab. Die Frage ist auch, wie die fragliche Prozentskala gemeint ist. Eventuell ist 40% ja die Mindestleistung? Dann ist klar, dass sie dann taktet, denn die Mindestleistung einer WP ist immer ein ordentliches Ende von 0 entfernt.

Beispiel Nibe F1155-6: Nennleistung 6 KW, Mindestleistung etwa 1,5 KW. Wenn man das in % ausdrücken wollen würde, dann wären das etwa 25%. Macht Nibe aber nicht, sondern gibt die Drehzahl der Kompressors an (in Hz, also Umdrehungen pro Sekunde). Damit geht das ganze dann von 20 Hz (1,5 KW) bis 90 Hz (6 KW, wobei sogar noch 120 Hz (7,5 KW) möglich sind.

Um was für eine WP geht es denn?
08.04.2021 (#18)


garten2021 schrieb:
__________________

Wow, ich habe mit unsere Erdwärme TB alleine im Jänner für 180 m2 beheizte Fläche 1000 kWh benötigt.
Im letzten Jahr waren es gesamt ca. 5.000 kWh. 
Deine Werte verblüffen mich schon sehr. Wo bist du zuhause?

Mich verblüffen dagegen deine Werte, wenn ich bei dir von einem Neubau ausgehe 😉

Wir haben in der Heizperiode 20/21 bisher erst knapp 4000kWh Energie für die WP verbraucht.
Geheizt wird damit ein Haus mit Dämmstandard Jahr 2000 (8cm Außenisolierung, 18cm Dach, KWL), 200m² Fläche und Heizkörpern inkl. WW für 6 Personen.
Heizbedarf ist rund 110kWh/m²*a.

Kälteste Nacht im Februar war -15°C bei einer NAT vo nur -13°C!

Selbst wenn ich da den positiven Einfluss meiner Grundwasserquelle auf die AZ und die von der Solarthermie erbrachte Energie rausrechne, würden wir (bei "normaler" Erdwärme) sicher nicht mehr als 5000kWh pro Heizperiode benötigen.
Im Januar waren es im übrigen 917kWh fast ohne Solarertrag, im Februar nur noch 673kWh.
11.04.2021 5:53 (#19)


ds50 schrieb: Soledruck

Das ist der einzige Punkt den ich nicht verstehe. Wie ist der Einfluss auf die Effizienz und wie hoch?
11.04.2021 11:46 (#20)


moef schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von ds50: Soledruck

Das ist der einzige Punkt den ich nicht verstehe. Wie ist der Einfluss auf die Effizienz und wie hoch?



nicht der anlagendruck ist gemeint, sondern erhöhter strömungswiderstand durch zu knappe hydraulikauslegung oder verschutzte siebe, was sich dann durch erhöhtem stromverbrauch der solepumpe in der effizienz niederschlägt oder sogar durch extreme spreizung zu fehlermeldungen oder abschaltung führen kann.
11.04.2021 20:45 (#21)
Das mit den Sieben bei der Soleleitung hab ich jetzt schon öfter gelesen.... wie kann das verstopfen wenn das ein geschlossener Kreislauf mit Soleflüssigkeit ist? 



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