« Hausbau-, Sanierung  |

Energetische Sanierung Fassade

Teilen: facebook    whatsapp    email
  •  Dambull
25.11. - 4.12.2025
5 Antworten | 4 Autoren 5
5
Hallo Zusammen

Die Fassade von unserem Zweifamilienhaus aus den 70er möchte ich im nächsten Jahr sanieren lassen. Dabei kommt natürlich die Frage ob einfach neuer Putz drauf kommt oder ob energetisch was gemacht wird.

Die Energieberater haben für die Fassade folgenden U Wert gerechnet (Bild). Wenn ich den auf 0.2 runter kriege könnte ich einne Teil der Kosten gefördert kriegen. 

Bei einer Aussendämmung ist natürlich die Aufbaudicke ein Thema. Gemäss Simulation komme ich bei hinterlüfteter Fassade auf knapp 20cm - Das ist ist mehr als lieb ist.

WDVS ist mir vom grund auf weniger sympathisch, bietet aber sicher Vorteile beim Aufbaudicke und den Kosten.  Ich meine (vielleicht falsches Halbwissen) gehört zu haben dass WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] auch probleme geben kann bei Doppelschalenmauerwerken.

Geheizt wird aktuell mit Pellets (ohne Puffer), 6to reichen pro Jahr (inkl WW WW [Warmwasser] auch im Sommer), Energiebezugsfläche 290 m2

Was würdet ihr hier machen? WDVS, hinterlüftete Fassade oder sein lassen?


2025/20251125946371.png

(Sicher gedämmt werden die Böden bei 2 Auskargungen (bei Terasse und Autogarage EG Wohnung) - das geht einfach und bei diesne Böden ist der U Wert aktuell >1, sowie eventuell die Kniestockwand.)

  •  christoph1703
26.11.2025  (#1)
Ich würde es gleich richtig angehen, auch wenn die Wand dann sehr dick wird. Am Ende sparst du dir ordentlich Heizkosten und hast innen angenehm warme Wände. Und wenn du eine Förderung auch noch kriegst, umso besser für dich.

WDVS ist mir auch nicht so sympathisch wie eine Hinterlüftung. Evtl lässt sich bei der Materialwahl noch Aufbauhöhe sparen?

Wie schauts denn mit den Fenstern aus? Nach Möglichkeit würde ich gleich die komplette Außenhülle machen.

1
  •  Dambull
26.11.2025  (#2)
Weiss jemand wie ich hier ein PDF zur Verfügung stellen kann?

Bei uns in der Schweiz läuft in fast allen Kantonen die Förderung über einen Beratungsbericht. Ich würde den gerne für interessierte Personen hier zeigen.

In dem Bericht werden 3 Varianten zur energetischen Sanierung gerechnet. Wobei eine der Varianten muss zwingend eine Komplettsanierung sein. Für den Bericht findet eine Besichtigung vor Ort statt und die Baupläne werden verwendet und analysiert. Ich habe das zum ersten mal machen lassen und war positiv überrascht, dass von allen Bauteilen der Aufbau im Ubakus gerechnet gezeigt wird. 
Für alle drei Varianten wird der Endenergiebedarf dargestellt sowie eine Kostenschätzung der einzelnen Massnahmen (inkl Fördermöglichkeiten) 

Meine Varianten Waren

A:
Ersatz Pelletofen mit SWWP
Dämmung ungedämmte Betondecken gegen Aussen (Einfahrt / Terasse Wohnung EG) und Garagendecke
Zusätzliche Dämmung Estrichdecke
Verbesserte Dämmung Kniestockwände

B: 
Wie Variante A. Zusätzlich
aussendämmung gesamte Fassade (U.-Wert 0.23)
PV Anlage 30m2
Ersatz Trockner/Waschmaschine in Wohnung OG durch neue Geräte höchster Energieeffizienzstufe (aktuelle Geräte ca 10 Jahre alt)

C:
Wie Variante B. Zusätzlich
Verbesserte Dämmung Fassade (UWert 0.17 statt 0.23)
Dämmung Kellerdecke
Ersatz Dachfenster (15 jährig) 
Ersatz Nebeneingangstüre (zu leicht beheiztem Vorraum)

Variante A wurde von mir so gewünscht. Grund: Es sind alles Massnahmen an Orten wo sie gut umsetzbar sind. Estrich (in AT AT [Außentemperatur]/DE heisst das wohl "oberste Geschossdecke") ist gut zugänglich. Fassade muss es saniert werden -> Gerüst steht und Untersicht Dach soll neu kommen --> Kniestockwand gut zugänglich. Betondecken (resp Böden der Wohnung im 1. OG) sind gut Dämmbar / genügend Raumhöhe in Garage etc vorhanden . Variante B wurde vom Ingenieur gewählt als "tiefste Förderfähige Variante". Variante C dann die maximalvariante.

  IST Variante A Variante B Variante C
Gesamtenergiebedarf kWh p.a. 46'582  12'526 11'033 10'251
Kostenschätzung CHF    140'000 260'000 (-35'000 Förderung) 315'000
(-41'000 Förderung)
         
U Werte (gegen aussen / gegen nicht beheizer Raum od. Erdreich)        
Dach 0.45/0.38 0.45/0.17 0.45/0.17 0.45/0.17
Wände 0.51/0.55 0.45/0.23 0.21/0.23 0.16/0.23
Fenster/Türen 1.0/- 1.0/- 1.0/- 0.87/-
Boden 1.2/1.2 0.24/0.23 0.24/0.23 0.17/0.18
         
         

Auch wenn die Kostenschätzungen vermutlich gut gerechnet sind (und ein WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] günstiger Wäre bei Variante 2) sieht man doch deutlich, dass Variante A die grössten Schwachstellen korrigiert. Natürlich kämen bei Variante A noch die Kosten für die Sanierung der bestehenden Fassade hinzu.

Nur wegen den Fördergelder möchte ich nicht etwas machen. Es muss schon im gesamten Sinn machen. zB finde ich es doof, dass funktionierende Haushaltsgeräte ersetzt werden müssen wegen der Effizienzklasse. Aber da spielt halt auch Politik mit rein..

Auch PV suche ich nicht unbedingt. Ich habe einen virtuellen Zusammenschluss Eigenverbrauch mit meiner PV Anlage die auf dem Stall vom Bauernhof ist. D.h. dem Zähler in diesem Wohnhaus wird im 15 min  Takt der Ertrag der PV Anlage entgegengerechnet. dem E-Werk zahle ich nur die Differenz. D.h. eine PV Anlage auf diesem Gebäude zusätzlich zu erstellen hätte "nur" den Vorteil der Ausfallsicherheit (mit entsprechend dimensionierten Speicher). 

1
  •  wd69
2.12.2025  (#3)
U-Wert von 0.55 ist "not great, not terrible"

Ich war 2024 vor einer ähnlichen Frage (Ytong Mauerwerk U-Wert ca. 0.6) mit schon schäbiger Fassade - hab mich dann für 14cm Resol Dämmung (Austrotherm Resolution) entschieden um die notwendige Verbesserung für die Förderung zu erreichen (hat den Mehrpreis von Resol mehr als ausgeglichen) und mir 18-20cm wäre mir auch zu dick gewesen. Und ich wollte sowieso nicht unbedingt Styropor - hab damit jetzt U-Wert von 0.13-0.14 erreicht.. :)

Kleiner Tip für WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] im allgemeinen - den Verputz ausreichend dick einplanen (wird im allgemeinen zu dünn angeboten) sonst sieht man im Streiflicht die Plattenränder relativ stark.. 

1


  •  Dambull
3.12.2025  (#4)
Danke für die Einschätzung zum U Wert.

Die 20cm sind ja auch mit einem hinterlüfteten Isoliersystem. WDVS wird sicher weniger sein. 

Ich werde im neuen Jahr sowieso mal offerten einholen , für Variante Fassadensanierung und einmal für mit Dämmung. Dann sehen wir das das ganze kostet.

1
  •  uhim
  •   Bronze-Award
4.12.2025  (#5)
Der ganz pragmatische Ansatz: es braucht bei einem WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] ca. 20cm Dicke damit man die Raffstorekästen unterbringt, der Kostenunterschied zu 15cm ist gering, optisch passt das auch gut wenn man die Fenster ebenfalls tauscht und in der Wand nach außen setzt. YMMV. 

1


Beitrag schreiben oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

Nächstes Thema: Wände - Passivhaus oder weniger - 49-er oder 42-er Poroton?