» Diskussionsforum » Energie- und Haustechnik-Forum

Brunnen in bestehende Zisterne?

23 Beiträge | 10.7. - 18.7.2019
Hallo Leute,

mir spukt seit einer Weile eine Idee durch den Kopf: und zwar ob das gehen würde, bei einer RW-Zisterne aus Betonringen (unterer Ring mit Boden) mittig einen Brunnen zu schlagen/bohren/...?

Warum? Aufgrund der geringen Niederschläge, und ich vermute, das wird nicht besser, könnte ich das Grundwasser anzapfen und somit die vorhandene Infrastruktur der Zisterne mit Pumpe, Überlauf usw. nutzen.

Blödsinn? Oder machbar? LKW kann jedenfalls nicht zufahren.

PS: gibt es überhaupt schon technische Geräte, die verlässlich den GW-Spiegel oder eine Quelle orten können?

Gerne auch eine Firmenempfehlung in zentral-NÖ

 
11.7.2019 9:16
ich häng mich beim Thema ran. ich bin auch derzeit grad beim Thema Schlagbrunnen im vorhandenen Sickerschacht.  der is auf 2m80 und ich müsste nur knapp 2m weiter runter schlagen also Kinderspiel. es scheitert bei mir nur an ner Pumpe die unten im Schacht sein soll aber der das Wasser nix tut wenn der Schacht mal richtig voll wird ...
11.7.2019 12:50
Was kostet eig ein Brunnen? Nach laufmeter oder nach was gehts da?
Nur aus Interesse von einer Freundin
11.7.2019 14:22
Hallo speeeedcat. 
Verstehe ich das richtig, du willst die Zisterne anbohren, durchbohren und mittels geschlagenem/gebohrtem Brunnen „befüllen“. Das heißt, die Zisterne im jetzigen Sinn wäre kaputt, weil ja das gesammelte Regenwasser unten ausrinnt... richtig?

ich persönlich bin ja kein großer Freund von neu und extra errichteten Brunnen. Wenn dieser beim Hausbau, Kellergraben leicht und günstig realisierbar ist, schaut es vielleicht anders aus. 

Warum um bleibst du nicht bei deiner Zisterne und wenn diese leer ist, nimmst du einfach das Ortswasser. Ich entnehme deinem Posting, du wohnst in NÖ. Da ist doch das Leitungswasser eh super billig, weil eben nur das verbrauchte Wasser und nicht die Kanalgebühr dazu bezahlt werden muss (im Gegensatz zu OÖ). 
Ich glaube mich zu erinnern, dass ich in NÖ der Kubikmeter ca €1,80 kostet. Alles in allem. Oder liege ich da falsch? 
Ich habe in meinem Haus einen Verbrauch für den Garten von maximal 50m3 im Jahr, wahrscheinlich eher 30. 
wenn ich das multipliziere, komme ich auf keine 100€ jährlich. 
Wenn ich dran denke, was so ein Brunnen kostet: 
Herstellung, Betriebskosten (Strom), Instandhaltung (alle paar Jahre ist was kaputt...) 
bleibe ich lieber beim Ortswasser. Aufdrehen, fertig. 
Markus 


11.7.2019 14:30
Hallo Markus,

danke für deine Beitrag.


viermax schrieb: Das heißt, die Zisterne im jetzigen Sinn wäre kaputt, weil ja das gesammelte Regenwasser unten ausrinnt... richtig?

Richtig. Guter Punkt, noch nicht dran gedacht.


viermax schrieb: Ich entnehme deinem Posting, du wohnst in NÖ. Da ist doch das Leitungswasser eh super billig, weil eben nur das verbrauchte Wasser und nicht die Kanalgebühr dazu bezahlt werden muss (im Gegensatz zu OÖ).

Das Wasser ist billig, das stimmt.
Mir taugt das Wissen um die Trinkwasservergeudung ned, während anderswo Leute verdursten.
Meinen Rasen will ich aber auch nicht verdursten lassen.... und wer weiß, wie teuer das Wasser in den nächsten x...Jahren noch wird oder etwas das Gartengiessen überhaupt verboten wird.

Deswegen auch die Frage, ob und wie man das angehen kann, um die bestehende Infrastruktur bestmöglichst zu nutzen und den Aufwand so gering als möglich zu halten.
11.7.2019 14:46
Hey Speeeedcat. 
Ja, das Argument der Vergeudung und Verschwendung wird da immer gebracht. 
Ich meine, es macht schon einen Unterschied, ob ich Treibstoff verheize/verfahre und Strom verbrauche. Der ist dann im besten Fall nur „weg“. Im schlimmsten Fall erzeugt die Verbrennung CO2 und so weiter.
Aber das Wasser verdunstet oder und versickert und bleibt quasi im System. Kommt mit Zeitverzögerung wieder zurück. 
Ich versuche wirklich nachhaltig zu leben. Mein Haus wurde sehr ökologisch renoviert. Aber beim Gießen des Gartens mit Leitungswasser habe ich echt kein schlechtes Gewissen. 

Wenn anderswo (in Afrika?) die Menschen verdursten (schrecklich!!) helfe ich denen wohl nicht, wenn ich Brunnenwasser anstatt Leitungswasser auf meinen Rasen spritze. 
Eher helfe ich denen, wenn ich die Ausbeutung dort verhindere. Oder nicht unterstütze. Seltene Erden für Handy und Co. Ich brauche nicht immer den letzten aktuellen Elektronikschaas. Als Beispiel. Da gibt es viele Wege. 

Meine Meinung. Vielleicht liege ich auch hier falsch. Bezüglich KWL tue ich das angeblich, wurde mir hier im Forum schon „eindringlich“ in aller Freundlichkeit   mitgeteilt. 
Markus

nachtrag: auch wenn das Wasser teurer wird, wird es sicher, bin ich immer noch billiger. Selbst bei einer Verdoppelung des Wasserpreises rechnet sich ein Brunnen (neu errichtet) bei mir nicht.
nachtrag 2: es macht auch einen Unterschied, denke ich, ob das verbrauchte Wasser dann sehr verschmutzt wird (Autowaschen?)und somit mehr oder weniger aufwändig gereinigt werden muss. Fällt beim Gartengiessen weg 
11.7.2019 15:01


speeeedcat schrieb: um die bestehende Infrastruktur bestmöglichst zu nutzen und den Aufwand so gering als möglich zu halten.

2. Zisterne?
11.7.2019 15:08
ich würde da mal anfragen, ob das wasserrechtlich in ordnung ist - du bringst ja damit das oberflächenwasser direkt ins grundwasser ein. 
11.7.2019 19:45


speeeedcat schrieb: bei einer RW-Zisterne aus Betonringen (unterer Ring mit Boden) mittig einen Brunnen zu schlagen/bohren/...?

Ich hab das so gemacht.
Ein 7cm Loch durch den Betonboden gebohrt, dann die Rammspitze mit einem Wacker ins Grundwasser getrieben und alles wieder abgedichtet.
Der Brunnen liefert z.Z. ca 5,5 Liter die Minute.
Bei Überschussstrom aus der PV beginnt die Pumpe zu arbeiten und pumpt das Wasser in die RW- Zisterne von dort aus geht es zur Beregnungsanlage.

Zum testen habe ich neben der RW- Zisterne noch einen Brunnen von Hand gebohrt.
Allerdings war hier bei 3,3 Meter Tiefe Schluss mit bohren.
Aber auch hier ca 5 Liter die Minute......


Landei88 schrieb: 2. Zisterne?

10 Zisternen bringen nichts, wenn es nicht regnet.
11.7.2019 20:48


New_Projekt schrieb: 10 Zisternen bringen nichts, wenn es nicht regnet.

schon klar. mir gings nur darum


speeeedcat schrieb: Aufwand so gering als möglich zu halten.


die doppelte Menge an Regenwasser zur Verfügung zu haben. Da ich aber nicht weiß ob Alex das reicht hab ich mal ein ? hinten dran gestellt. Wenn mehr Wasser benötigt wird ist ein Brunnen sicher optimaler.
12.7.2019 14:10
Ich würde auch den 10m³-Pool damit füllen bzw. speisen, wenn schon denn schon. Rasen- und Blumengießen trotzdem ohne schlechtes Gewissen, auch bei 14 Tage Hitzewelle ;).

@NP: wie ist genau der Aufbau deiner Zistere-Brunnen Kombi?
12.7.2019 14:38
@speedy
Wie tief ist das Grundwasser bei euch?
12.7.2019 18:36
@ Manfred: Kann i ned genau sagen, ich schätz mal auf 5 bis 8 Meter, alle alteingesessenen Nachbarn haben einen meist gegrabenen Brunne!
12.7.2019 22:46


viermax schrieb: Das heißt, die Zisterne im jetzigen Sinn wäre kaputt, weil ja das gesammelte Regenwasser unten ausrinnt... richtig?

Nicht ganz richtig, die Brunnenbohrung durch das Bodenteil inkl Aufstandsrohr müssen schlußendlich dicht sein... die Idee von Alex gefällt mir.
Ich würde versuchen, die Bohrung außermittig zu setzen und das Brunnenrohr möglichst hoch hinauf zu ziehen. Tauchpumpe in die Bohrung hängen, gesteuert über nen Schwimmerschalter in der Zisterne... das geht rechtlich aber nur dann sauber, wenn 
a) ein Überlauf von der Zisterne in einen RW-Kanal besteht oder
b) ein Rückschlagventil am Auslauf des Brunnens installiert wird.

Bei der zu überwindenden Tiefe, die speedy vorfindet, ist die Bohrung auch überschaubar teuer.
13.7.2019 10:33
Danke Manfred, aber warum außermittig?

Das hätt ich mir auch schon gedacht, dass ich das Bohrrohr hochziehe und dort die bestehende Grundfos SPO 3-50A reinhänge:

https://product-selection.grundfos.com/product-detail.product-detail.html?custid=GMA&lang=DEU&productnumber=96587139&qcid=544696998

https://www.aga-tech.at/assets/uploads/2016/09/SPO.pdf

Überlauf gibt es in der Zisterne! 

Bräuchte man nur noch das Rückschlagventil realisieren, dass sich das Regenwasser nicht mit dem Brunnenwasser vermischt?

Kann man das RW dann auch noch verwenden, dass ja durch den Dachzulauf nach wie vor in die Zisterne rinnt, oder bräuchte es dann eine 2. Pumpe?
13.7.2019 12:35


speeeedcat schrieb: warum außermittig?

Wegen Einstieg ins Bauwerk... mittig bedeutet meist auch mittig im Einstieg = am meisten im Weg  sollte aber nach Beschaffenheit des Bauwerks vor Ort (mittiger / außermittiger Konus, Höhe Notüberlauf...) festgelegt werden.


speeeedcat schrieb:

Bräuchte man nur noch das Rückschlagventil realisieren, dass sich das Regenwasser nicht mit dem Brunnenwasser vermischt?


Siehe oben... je nach Höhe Überlauf und Brunnenrohr sollte ein Rückschlagventil rein oder auch nicht. Aber der Einbau schadet sicher nicht 


speeeedcat schrieb:
Kann man das RW dann auch noch verwenden, dass ja durch den Dachzulauf nach wie vor in die Zisterne rinnt, oder bräuchte es dann eine 2. Pumpe?

 Nö, das geht dann durch die Trennung der beiden Kreisläufe nimmer... da sollte dann ne eigene in die Zisterne zum Verpritscheln des Wassers... und wenn die genug rausgehauen hat fördert die Grundfos wieder ausm Brunnen nach 
14.7.2019 16:09
Danke Manfred, das klingt alles sehr schlüssig!

Lg, Alex
14.7.2019 23:32


bautech schrieb: das geht rechtlich aber nur dann sauber, wenn 
a) ein Überlauf von der Zisterne in einen RW-Kanal besteht oder
b) ein Rückschlagventil am Auslauf des Brunnens installiert wird.

 Wie sieht es denn aus, wenn er keine Zisterne hat sondern einen Sickerschacht baut und dabei das Grundwasser erreicht?
15.7.2019 18:42
Alex, ich denke auch, dass du an 2 Pumpen nicht vorbei kommen wirst.

Wir haben auch eine Betonzisterne für das Regenwasser mit Überlauf in ein Schotterbett und einen gegrabenen Brunnen (dieser war schon zur Zeit des Grundstückkaufes errichtet). Meine Idee den Überlauf von der Zisterne einfach in den Brunnen zu leiten wurde von der Gemeinde sofort abgelehnt > kein Regenwasser ins Grundwasser leiten.

Basierend auf deiner Planung frage ich mich wie du jemals das Rückschlagventil tauschen kannst und sicher stellst, das kein Zisternenwasser ins Grundwasser fliesst. Weiters würde ich die Perforierung und damit das Risiko, dass die Zisterne undicht wird nicht in Kauf nehmen.
Wie tief ist deine Zisterne? Wieviel ersparst du dir? 2-3m? Lass doch einen Brunnen neben der Zisterne schlagen. Dann ersparts du dir das gesamte Risiko, denn eine 2. Pumpe benötigst du ohnedies. Mit dieser kannst du jederzeit die Zisterne füllen. So planen wir das zumindest bei uns. Entweder Grünzeugs mit Zisternen oder Brunnenwasser giessen, bzw Füllung der Zisterne mit Brunnenwasser.

LG
Peter
16.7.2019 15:05


LeFalcon schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von bautech: das geht rechtlich aber nur dann sauber, wenn 
a) ein Überlauf von der Zisterne in einen RW-Kanal besteht oder
b) ein Rückschlagventil am Auslauf des Brunnens installiert wird.

 Wie sieht es denn aus, wenn er keine Zisterne hat sondern einen Sickerschacht baut und dabei das Grundwasser erreicht?

Üblicherweise sollten Sickerschachttiefen auf der Einreichung angegeben sein, ebenso wie der HW100 (oder so...), somit sieht der ASV gleich, ob Sickerschacht ja oder nein...
Wenn das höhenmäßig nicht gehen sollte (das wissen die ASV normalerweise) wird dir eh eine oberflächliche Versickerung vorgeschrieben 
16.7.2019 15:13


Shelby schrieb: Basierend auf deiner Planung frage ich mich wie du jemals das Rückschlagventil tauschen kannst und sicher stellst, das kein Zisternenwasser ins Grundwasser fliesst.

Ich antworte mal für speedy...
Um das Rückschlagventil auszutauschen müsste die Zisterne leer sein -> kein Problem, Zisternenpumpe an und Brunnenpumpe aus 
Sicherstellen dass sich RW und GW nicht vermischen sollten hier 2 Dinge... einerseits das Rückschlagventil, andererseits der Notüberlauf der Zisterne. Dieser Notüberlauf sollte so tief sein, dass die Einspeisung des Brunnens über einen verkehrten Syphon (genaueren Ausdruck hab ich gerade nicht) in der Zisterne noch möglich ist.
Sollte das so sein, wird in 99,5% der Regenereignissen der Überlauf ausreichend abführen, in den letzten 0,5% muss das Rückschlagventil herhalten 
Aber nen eigenen Brunnen schlagen geht natürlich auch
16.7.2019 20:21
Danke Peter und Manfred für die Antworten und *wink* an Alex



Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Energie- und Haustechnik-Forum