» Diskussionsforum » Solarenergie-Forum

Angebot für ganz kleine Speicherbatterie zur PV für Autarkie ?

18 Beiträge | 24.2. - 28.2.2020
Hallo,

ich hab derzeit eine PV mit 7kWp und bin jetzt auf der Suche nach einer ganz kleinen Speicherbatterie (1-3 kWh) und einen entsprechenden Wechselrichter um die Anlage prinzipiell netzautark zu machen.

Ich möchte das Ganze in einem weiteren Schritt gemeinsam mit der PV erweitern (auf zum Schluss 25 kWp und 20 kWh Speicher), aber Schritt für Schritt :)

Hat zufällig jemand ein Angebot für eine Anlage in der Größenordnung damit ich ein Gefühl bekomme ob wir da von 2000, 5000 oder 10000 EUR sprechen ?

lG
Gawan


 
24.2.2020 20:15
Wenn man jetzt z.B. einen Block von Pylontech nimmt (2,4kWh/48V) für rund 1200€ und dazu einen Victron Multigrid II 48V/3000W für 1400€, dazu noch diverses Zubehör wie CCGX, Messtechnik und Sicherungen kommst du auf gute 3000€-3500€.
24.2.2020 20:45
Man sollte aber bedenken dass man aus der Pylontech keine 3kW ziehen kann/darf.
Victron begrenzt da meines Wissens bei 25A pro Speichermodul was dann ca. 1200W entspricht.

Passra, hast du Erfahrung mit Victron/Pylontech? Habe auch Interesse an einem solchen System, aber 3-phasig und stärker bzw. mehr Kapazität.
24.2.2020 21:07
Erfahrung nur mit Pylontech-Block und dazu eine Eigenbauregelung. Victron wäre die nächste Ausbaustufe.

Richtig, pro Pylontech-Block sind 25A vom Hersteller vorgegeben.

Im PV-Forum taucht Victron immer wieder auf, die Firma hat langjährige Erfahrung mit Inselanlagen für Boote als auch netzparallel, das Angebot ist vielseitig, flexibel parametrierbar, relativ günstig und erprobt.


25.2.2020 19:30
Hallo Gawan,

Unser Speicher ist 2,5kWh-Schritten (früher waren es 5kWh-Schritte) skalierbar. 2,5kWh von dem Salzwasserionen-Akku haben uns im Fachhandel fertig installiert 1500€ inkl. Mwst. gekostet, den Greenrock kann man auf 20% entladen.

Dazu haben wir ein Victron-Gerät, das
a) die Batterie mit DC-Strom belädt
b) als Wechselrichter fungiert
c) den Inselbetrieb regelt,

was wir in diesem Winter leider das eine oder andere Mal gebraucht haben.

Bei Multifunktionswechselrichtern variieren die Preise, je nachdem, welche Stückerln sie spielen und wie viel Leistung sie verarbeiten können sollen.

Derzeit haben wir einen 10kWh-Speicher, könnten uns aber jederzeit weitere Türmchen daneben stellen. Das werden wir – trotz aller Verlockung – wohl nicht machen, weil wir doch lieber in eine fahrbare Batterie, sprich in ein E-Auto, investieren werden.
25.2.2020 20:19
Tesla Model S Module zu je 5 kWh kriegt man im Internet für rund 1200$... Auch kein Schnäppchen aber eine Überlegung wert.
Die fertige Tesla Powerwall mit mittlerweile 13.5 kWh kann man auch vorbestellen. Die kostet als fix fertiges Paket rund 7000€ zzgl Installation.
25.2.2020 21:25


Vardi17 schrieb: 2,5kWh von dem Salzwasserionen-Akku haben uns im Fachhandel fertig installiert 1500€ inkl. Mwst. gekostet, den Greenrock kann man auf 20% entladen.


Wo hast du den gekauft? Kann der Victron "von der Stange" mit dem Speicher umgehen?
25.2.2020 22:16


passra schrieb: Wo hast du den gekauft?

Wie gesagt, im Fachhandel, das heißt konkret bei einem Solarteur aus der Region. Aufgrund der wiederkehrenden Stromausfälle haben wir die PV von Anfang an mit einem Speicher ausgestattet, der Speicher war also Teil eines Komplettpakets.


passra schrieb: Kann der Victron "von der Stange" mit dem Speicher umgehen?

Das Speichermanagement ist ja eine seiner Kernaufgaben.  


Was er nicht so ohne Weiteres kann ist Inselbetrieb. Bei Stromausfall schaltet der WR standardmäßig (und vorschriftsgemäß) die PV ab. Soll die Anlage nun im Inselbetrieb laufen, braucht man am WR selber zwar lediglich einen Schalter umzulegen, zusätzlich muss aber das Haus vom Netz getrennt werden. Dafür ist ein eigener Schalter im Zählerkasten notwendig. Dieser Notbetrieb-Schalter kann händisch zu bedienen sein, es gibt aber auch eine automatisierte Variante. Deren Vorteile haben sich uns nicht erschlossen, also haben wir die einfachere, manuelle Variante. 
25.2.2020 23:14


Vardi17 schrieb: Soll die Anlage nun im Inselbetrieb laufen, braucht man am WR selber zwar lediglich einen Schalter umzulegen, zusätzlich muss aber das Haus vom Netz getrennt werden. Dafür ist ein eigener Schalter im Zählerkasten notwendig. Dieser Notbetrieb-Schalter kann händisch zu bedienen sein, es gibt aber auch eine automatisierte Variante. Deren Vorteile haben sich uns nicht erschlossen, also haben wir die einfachere, manuelle Variante.

 Was passiert wenn die WP startet? Da gibt es ja ggfs. hohe Einschaltströme. Schafft das System das?


26.2.2020 10:15
Wie sieht das dann aus wenn mal der Strom ausfällt - du schaltest den WR manuell auf "Insel", schaltest im Zählerkasten ebenfalls auf "Insel" und schon läuft dein Haus wieder - auf Batterie ?

Was passiert wenn die Batterie irgendwann mal wirklich leer ist und bis zum nächsten Sonnenschein (bzw. Ladebetrieb) noch 8 Stunden vergehen. Wie startet die ganze Anlage dann ohne Strom wieder ?
26.2.2020 21:27


streicher schrieb: Was passiert wenn die WP startet? Da gibt es ja ggfs. hohe Einschaltströme. Schafft das System das?

Unsere Wärmepumpe ist derzeit dreiphasig angeschlossen -> sie startet also überhaupt nicht. Da die Ausfälle noch nie mehrere Tage lang gedauert haben, war das bisher kein Problem, das Haus kühlt nur minimal ab. Ein langsamer Wärmeverlust ist bei Neubauten ist ja glücklicherweise eher die Norm als die Ausnahme. (Wir haben einen Holzriegelbau mit schwerer Dämmung, und dennoch ist auch unser Haus vergleichsweise träge.)


Gawan schrieb: Wie sieht das dann aus wenn mal der Strom ausfällt - du schaltest den WR manuell auf "Insel", schaltest im Zählerkasten ebenfalls auf "Insel" und schon läuft dein Haus wieder - auf Batterie ?

Genau.
Wobei man die Batterie auch auf einen drohenden Stromausfall vorbereiten kann. Bei uns waren bisher immer besondere Wetterlagen (Massen von Schnee innerhalb kurzer Zeit, zwei Tage Sturm mit Starkregen etc. ...) für die länger dauernden Stromausfälle verantwortlich. Extremwetterlagen werden in letzter Zeit gut vorhergesagt, man kann den WR also so einstellen, dass die Batterie in der Zeit davor nur beladen, aber nichts mehr herausgenommen wird, sodass man zu Beginn des Stromausfalls nach Möglichkeit eine volle Batterie zur Verfügung hat.


Gawan schrieb: Was passiert wenn die Batterie irgendwann mal wirklich leer ist und bis zum nächsten Sonnenschein (bzw. Ladebetrieb) noch 8 Stunden vergehen. Wie startet die ganze Anlage dann ohne Strom wieder ?

So viel Reststrom, dass die Anlage wieder startklar wird, ist immer da, die Batterie wird normalerweise ja auch nur auf 20% entladen. Der WR checkt im Hintergrund bei minimalem Verbrauch, was im System abgeht. Sobald die PV-Produktion wieder angeht, wird wieder Strom in der Batterie eingelagert, parallel dazu werden die Verbräuche im Haus abgedeckt.

Das wirkliche Problem ist eher die Abhängigkeit davon, ob die PV produziert. An den Tagen mit Stromausfall hatten wir nur wenig Sonnenstrom: Novembertage sind ohnehin schon kurz, es war dunkel, das Dach war mit Mengen von Schnee bedeckt, also produzierte nur die Fassade. Man streckt sich dann nach der Decke, aber das ist immerhin besser als nichts: die Gesamtproduktion vom 15.-17. November betrug 0,56kWh, aus der Batterie wurden aber immerhin 9,35kWh entnommen, weil noch von den Vortagen etwas eingelagert war, von dem wir dann zehren konnten. Die Basisdinge in unserem Haus liefen, und wenn die anderen Häuser ringsum stockdunkel sind, weiß man es zu schätzen, wenn man Licht hat, der Kühlschrank und der Gefrierschrank laufen, man den Computer einschalten kann etc.

Wenn die PV eine entsprechende Größe hat, dann kann man natürlich auch bei eher widrigen Verhältnissen davon ausgehen, dass die PV ausreichend Strom für ein Wohnhaus zur Verfügung stellt (solange nicht die gesamte PV meterhoch von Schnee bedeckt ist ).

27.2.2020 5:22
Klingt alles sehr gut und genau nach dem was ich auch suche :)
Wer hat dir diese Anlage geplant / umgesetzt ?
27.2.2020 8:39
Ein regionaler Solarteur, der sich im Detail für das interessiert hat, was unsere Wünsche und Bedürfnisse sind. 



27.2.2020 9:19
https://www.fsp-ps.de/Solar/PMH/Manual/011-Deutsches%20Handbuch-Power%20Manager.pdf

schau dir mal den WR an der kann alles was du willst und das 3 phasig.
Das einzige Problem dabei ist dass er in Österreich von den VNB nicht od. nur sehr selten abgenommen wird wenn er Netzparallel betrieben wird weil wir in A schon wieder irgendwelche Sonderregelung brauchen...nennt sich TOR Erzeuger bzw. im Moment noch TOR D4 die glaube ich noch bis Juni 2020 gültig ist.
Auch dazu gibt es mitlerweilen eine Lösung mit der neuen TOR Erzeuger Regelung von Kärnten Solar der nennt sich Panta 10 kostet aber stolze 4,5k und ist das baugleiche Gerät wie der von FSP Solar, MPI Hybrid ,Infini Hybrid... 
Wenn du reinen Inselbetrieb damit machst kannst du alles damit machen.
Den Hybriden kannst du von 2000-4500€ erwerben je nachdem ob Eigenimport ohne Abnahme und Inselbetrieb od. Netzparallelbetrieb mit Abnahme dann sind eben die 4,5k fällig.
Modulleistung kannst bis max. 14,8kw dranhängen.
27.2.2020 9:28


trango71 schrieb: Das einzige Problem dabei ist dass er in Österreich von den VNB nicht od. nur sehr selten abgenommen wird wenn er Netzparallel betrieben wird weil wir in A schon wieder irgendwelche Sonderregelung brauchen...

Der Vorteil, alles mit dem Solarteur zu machen, bestand für uns u. A. gerade darin, dass der die ganzen Fallstricke kennt, die Österreichischen, die Tiroler und diejenigen jener beider Nachbarbundesländer, in denen er aktiv ist.
27.2.2020 18:04


Vardi17 schrieb:

Das Speichermanagement ist ja eine seiner Kernaufgaben. 

 Das ist mir klar, da muss ich meine Frage mal präzisieren und weiter ausholen:

Also, ich war letztes Jahr bei Greenrock (dem Hersteller der Salzwasserakkus) auf dem Messestand und habe mir das System angeschaut.

Dieses besteht, wenn man es bei Greenrock kauft, aus:
1. Greenrock Salzwasserakkus
2. Victron-WRs unbekannter Type
3. Einer von Greenrock selbst designten und von einer Drittfirma hergestellten Regelung, die das Lade- und Entlademanagement übernimmt.

Ich hab aber schon einen selbst zusammengestellten Speicher in Keller, der von einer Siemens-Logo verwaltet wird.

Darum die Frage: Hat dein Solateur einen Victron "von der Stange" verwendet oder ist das bei dir eingebaute System ein Komplettsystem von Greenrock mit den 3 oben genannten Komponenten?

Wenn "von der Stange", würde das bedeuten, der Victron kann direkt mit der Greenrock sprechen. Oder hat der Solateur den Victron einfach passend parametriert OHNE Datenverbindung zum Greenrock-Akku?

Weil dann könnte ich bei meinem Akku den LiFePo durch Salzwasserakkus ersetzen, einen Victron dranhängen und die Logo könnte weiterhin die Regelung übernehmen.
27.2.2020 19:01
Ach, danke, passra, jetzt versteh ich's. 
Du hast recht, zwischen den Strings der PV und dem WR sind noch einmal Victron-Charger zwischengeschaltet 🤔
28.2.2020 8:52
Ich hab leider hier im GRoßraum Steyr keinen gefunden der sich konkreter mit dem Thema beschäftigt.
Da heißt entweder: "Akku zahlt sich eh ned aus" oder es geht in Richtung irgendeiner 10kWh-Lösung von der Stange ohne Insel- bzw. Hybridbetrieb ("des zahlt sich doch eh nie aus")

Könnt ihr mir Betriebe nennen die da ihrer Zeit voraus sind ?
28.2.2020 14:57
Unserer ist ein Idealist, ihm geht es insgesamt um Nachhaltigkeit (er wollte z. B. wissen, ob unser Haus eh auch gescheit gedämmt ist, ob wir Erdwärme oder Grundwasser nutzen, und wie effizient unsere WP insgesamt ist ) und darum, genau hinzuhören, was ein Kunde braucht. 

Leider, im Großraum Steyr – wunderschöne Gegend, übrigens! – kann ich dir nicht weiterhelfen. Aber im Forum muss es Leute geben, die gute Solarteure kennen, besonders in Oberösterreich. 



Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Solarenergie-Forum