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Altes Steinhaus dämmen?

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19.7. - 20.7.2021
15 Beiträge | 9 Autoren 15
Hallo! :)

Irgendwie scheiden sich die Geister bei der Frage, ob man ein ca. 100 Jahre altes Haus mit Steinmauer dämmen soll oder nicht?
Habe nun die verschiedensten Varianten gehört, von "ja, dämmen" , über "nur die Fassade streichen", bis zu "ja, dämmen, aber nur innen"!?

Hat jemand hier Erfahrung damit und kann Tipps geben?

Danke! :)
Lg

 
 
19.7.2021 (#1)
Warum sollte man es nicht dämmen?
Einfach eine Styroporfassade draufpicken wäre halt vermutlich schade...
19.7.2021 (#2)
Die Frage fängt doch schon an mit "Was für Stein?"
19.7.2021 (#3)
Bei Steinhaus gehe ich tatsächlich von Wurfsteinen/Findlingen aus...


19.7.2021 (#4)
Da Du aus Kärnten zu sein scheinst...hier ein Link zu einem Vortrag des Gailtaler Architekten Ronacher. Dieser hat einen alten Hof saniert und schildert die Vorgehensweise in diesem Beitrag.

https://bauinformation.com/online-fachvortrag/energie-haus-weber-sanierung-eines-historischen-bauernhauses/
19.7.2021 (#5)


mouzzza schrieb:

Da Du aus Kärnten zu sein scheinst...hier ein Link zu einem Vortrag des Gailtaler Architekten Ronacher. Dieser hat einen alten Hof saniert und schildert die Vorgehensweise in diesem Beitrag.

https://bauinformation.com/online-fachvortrag/energie-haus-weber-sanierung-eines-historischen-bauernhauses/

Danke, das werde ich mir in Ruhe anschauen! :)
19.7.2021 (#6)


MalcolmX schrieb:

Warum sollte man es nicht dämmen?
Einfach eine Styroporfassade draufpicken wäre halt vermutlich schade...

...habe nun von verschiedenen Personen gehört, dass das Haus dann nicht mehr "atmen" kann und daher anfangen würde zu schimmeln...!?
19.7.2021 (#7)


Thuata schrieb:

Die Frage fängt doch schon an mit "Was für Stein?"

...welcher Stein kann ich derzeit leider nicht genau sagen!
19.7.2021 (#8)


Sunshine1702 schrieb:

MalcolmX schrieb:

Warum sollte man es nicht dämmen?
Einfach eine Styroporfassade draufpicken wäre halt vermutlich schade...
...habe nun von verschiedenen Personen gehört, dass das Haus dann nicht mehr "atmen" kann und daher anfangen würde zu schimmeln...!?

Wie in diesem Forum schon oft postuliert ist ein Haus mit atmenden Wänden ein massiver Bauschaden.
Was hingegen schon stimmt, ist, daß das sture raufpicken von EPS hier aufgrund eventueller feuchter Mauern wegen fehlender Horizontalabsperrung problematisch sein kann. Das Zauberwort heißt hier wohl "diffusionsoffen", was z.B. mit der Zellulose am Beispiel von oben gewährleistet ist.
Ich empfehle aber hier einen Berater / Planer zu Rate zu ziehen, der Erfahrung auf diesem Gebiet hat (ohne "hamma immer schon so gemacht").
20.7.2021 (#9)
Auf jeden Fall sollte es gedämmt werden! 

Eine dem Haus gerecht werdende, ökologische Möglichkeit wäre zB es mit Strohballen einzupacken (google "strohballen wrapping") und außen mit Sumpfkalk zu verputzen oder eine Holzfassade vorzusetzen. Innen kann dann zB mit Lehmputz verputzt werden und zB gleich Wand- und Deckenheizung/Kühlung eingeputzt werden.

Die Frage ist auch ob/wie die anderen Bauteile gedämmt sind? Über das Dach/Fenster/Boden geht auch ein nicht vernachlässigbarer Teil der Energie verloren. Wie wird geheizt? Sowas wird schnell zu einer Generalsanierung.

Empfehle jedenfalls auch das Beiziehen eines Experten für Sanierung im historischen Altbau.
20.7.2021 (#10)


mattmein schrieb: außen mit Sumpfkalk zu verputzen

Gibt es da überhaupt Firmen, die so etwas nicht zu 'Denkmalschutzpreisen' anbieten. Ich bin Kalkputzfan, aber im Außenbereich ist das, wenn es haltbar sein soll,  ein kleines Kunstwerk (zumindest in unseren Breiten).
20.7.2021 (#11)


Sunshine1702 schrieb: bis zu "ja, dämmen, aber nur innen"!?



mouzzza schrieb: Vortrag des Gailtaler Architekten Ronacher. Dieser hat einen alten Hof saniert und schildert die Vorgehensweise in diesem Beitrag.

Der Architekt hat auch eine 35cm Innenämmung gemacht, lt. Homepage. Und das Projekt wurde gefördert bzw. ist das ein gewerblich genutztes Objekt - Geld spielte also wohl keine Rolle. 

Ich kenne einige Leute mit sehr alten Häusern und davon hat niemand die Fassade gedämmt. Hier wurden immer oberste Geschossdecke und, falls vorhanden, die Kellerdecke gedämmt. Grund waren immer die vergleichsweisen hohen Kosten.
20.7.2021 (#12)


taliesin schrieb:

Gibt es da überhaupt Firmen, die so etwas nicht zu 'Denkmalschutzpreisen' anbieten. Ich bin Kalkputzfan, aber im Außenbereich ist das, wenn es haltbar sein soll,  ein kleines Kunstwerk (zumindest in unseren Breiten).

Ich kenn einen Pfuscher mit einigen Referenzen mit eigener Putzmaschine aus der Slowakei. Macht bei uns im Herbst auch die Lehmfassade.
20.7.2021 (#13)
Bei so alter Bausubstanz würde ich Fachleute beiziehen. Wenn Maßnahmen und Baustoffe, die für jüngere Bauwerke passen, einfach bei alter Bausubstanz angewendet werden, geht das oft schief und führt z. B. zu massiven Schimmelproblemen. Ein wesentlicher Punkt ist, dass bei so alten Bauwerken hinsichtlich Feuchtigkeit und Luftdichtheit ganz anders zu verfahren ist.
20.7.2021 (#14)


MissT schrieb: Ein wesentlicher Punkt ist, dass bei so alten Bauwerken hinsichtlich Feuchtigkeit und Luftdichtheit ganz anders zu verfahren ist.

Naja, die Physik ist die gleiche, aber du hast natürlich recht, dass manchmal der Ausgangszustand bei alten Bauwerken schwer zu ermitteln ist.

Dass sich alte Bausubstanz nur mit möglichst ökologischen Dämmmaterialien sanieren lässt, halte ich für Humbug. Dass bei unklarem Feuchteintrag, ein möglichst diffussionsoffener Dämmaufbau günstig ist, steht natürlich außer Frage.

Eine Steinmauer ist für sich auch noch kein Malheur, wenn sie natürlich unten im Wasser steht, wird man sich etwas überlegen müssen, das wäre aber bei einer Ziegelmauer auch so.

Bei den Sanierung wo es zu Schimmel gekommen ist, war nach einem Blick mit der Wärmebildkamera klar, woran das liegt, nämlich einer wilden Wärmebrücke.
20.7.2021 (#15)


chrismo schrieb:

Ich kenne einige Leute mit sehr alten Häusern und davon hat niemand die Fassade gedämmt. Hier wurden immer oberste Geschossdecke und, falls vorhanden, die Kellerdecke gedämmt. Grund waren immer die vergleichsweisen hohen Kosten.

Wenn man nur mit Kosten argumentiert,  müsste man auch Neubauten bei weitem nicht so isolieren wie heute üblich... es geht ja auch um einen nachhaltigen Umgang mit unseren Energieressourcen. Und nicht dämmen bleibt nur so lange billiger, wie CO2 nicht kostendeckend bepreist wird.


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