Nachhaltig Sanieren und Renovieren - Tipps für ein umweltfreundliches Zuhause

Ein kleines Haus für zwei oder gleich ein größeres für mehr Generationen - der Wunsch nach einem Eigenheim ist in Österreich ungebremst. Gleichzeitig gewinnt das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung. So will laut einer Studie die Hälfte der Österreicher 2021 nachhaltiger leben, als noch vor der Pandemie. Und dieses zunehmende Umweltbewusstsein macht auch vor dem großen Thema Bauen und Sanieren nicht Halt. Egal, ob ein neues Eigenheim aus dem Boden gestampft wird oder eine ältere Immobilie gekauft und renoviert wird: Das alles soll heute möglichst nachhaltig geschehen. Speziell für Menschen, die nachhaltig renovieren und sanieren wollen, gibt es im Folgenden Tipps hierfür:

Nachhaltige Heizungslösungen

Neben den alten, klassischen Heizungen mit Öl und Gas sind in den letzten Jahren einige klimaneutrale Heizquellen auf dem Vormarsch. Emissionsarme Lösungen sind beispielsweise Pellets-, Hackschnitzel- oder Erdwärmeheizungen, Wärmepumpen oder Biogas aus einem Fernwärme-Netz. Auch eine Solarthermie-Heizung ist eine gute Alternative und bietet zudem eine der besten Ökobilanzen: Hier kommt ausschließlich erneuerbare Energie zum Einsatz. Einzige Voraussetzung: Auf dem Dach muss genügend Platz für die Sonnenkollektoren vorhanden sein. Kommt das Dach nicht infrage, lassen sich die Kollektoren heutzutage aber oft auch schon an Fassaden oder auf dem Balkon anbringen. Das Gute an umweltfreundlichen Heizungsalternativen: Für einige davon gibt es mittlerweile Förderungen. Auch eine Fußbodenheizung kann noch im Nachhinein eingebaut werden. Sie sorgt nicht nur für ein gemütliches Ambiente, sondern ist auch energieeffizienter als so mancher klassische Heizkörper aus den 1980er-Jahren.

Natürliche Dämm-Materialien

Wer das Haus aufstockt und um ein paar Räume erweitert, sollte einen Blick auf nachhaltige Dämmstoffe werfen. Egal, ob Seegras, Jute, Hanf, Wellpappe oder Blähton - mittlerweile hat sich in diesem Bereich viel getan. Natürliche Stoffe laufen synthetischen Materialien, wie zum Beispiel Styropor, zunehmend den Rang ab. Kein Wunder, denn für die Herstellung von Styropor wird sehr viel Öl benötigt, es ist sehr wartungsintensiv und auch die Entsorgung kostet viel Geld. Baumaterialien sollten heutzutage jedoch, wenn möglich, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und nur kurze Transportwege hinter sich haben. Immer beliebter wird zum Beispiel Seegras. Es reguliert Feuchtigkeit und ist gegen Pilze, Fäulnis und Schädlinge resistent. Ein ebenso natürliches, zukunftsträchtiges Material ist Jute. Auch ihr können Schimmel, Insekten oder Nager nichts anhaben und sie weist einen guten Dämmwert auf. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Wärmeleitwert eines Dämm-Materials desto besser. Achten Sie beim Hausanbau auch darauf, nicht zu viel Boden zu versiegeln. Österreich ist beim Flächenverbrauch Spitzenreiter, doch ein versiegelter Boden kann kein Wasser mehr aufnehmen. Die Folge: Pflanzen können nicht mehr wachsen, Tiere finden keine Nahrung mehr. Auch das gilt es beim Bauen und Sanieren zu beachten.

Fenster mit niedrigem U-Wert

Wer das Eigenheim nachhaltiger gestalten möchte und zudem sparen will, kommt auch am Tausch alter Fenster nicht vorbei. Alte Fenster lassen oft sehr viel Wärme durch und sind daher alles andere als energieeffizient. Neuere Fenster weisen hingegen einen niedrigen U-Wert an. Dieser gibt an, wieviel Wärme abgegeben wird. Dreifachverglasungen und Wärmeschutzglas sind hier eine gute Wahl. Zu einem nachhaltigen Fenster gehört dann auch der passende Rahmen. Umweltfreundliche Fensterrahmen bestehen aus Holz, Kunststoff oder Aluminium. Holz zeichnet sich dadurch aus, dass es nachwächst, Kunststoff und Aluminium können hingegen in puncto Dämmung punkten.

Gut schützendes, langlebiges Dach

Ein gutes Dach schützt die Bewohner nicht nur viele Jahre vor Feuchtigkeit und Kälte, sondern sollte auch besonders pflegeleicht sein. Die beste leistbare Lösung sind Dachziegel aus natürlichem Ton. Eine weitere Möglichkeit ist Dachschiefer, der jedoch mehr kostet. Schließlich gibt es die Möglichkeit, sich für ein Alu-Dach zu entscheiden. Dabei handelt es sich zwar nicht gerade um die ökologischste Variante, dafür hält das Dach bis zu 90 Jahre, was wiederum in puncto Nachhaltigkeit und Pflege ein guter Wert ist.

Wärmedämmung in der Garage

Eine Wärmedämmung ist sinnvoll, wenn die Garage beheizt ist oder wenn sie direkt mit dem Haus verbunden ist. Damit können die Heizkosten gesenkt und Kältebrücken zum Haus hin abgebaut werden. Sowohl Garagendecke als auch -tor können nachträglich gedämmt werden. Wer zusätzlich in ein neues Tor investieren möchte, sollte sich über Sektionaltore informieren. Diese sind heutzutage meist mit einer sehr guten Isolierung ausgestattet.

Fußböden aus Naturmaterialien

Wer Fußböden erneuert, sollte auch hierfür genug Zeit für die Auswahl des geeigneten Materials einplanen. Teppichböden sind heutzutage zum Beispiel längst out, denn sie sind nicht nur unhygienisch, sondern oft auch schadstoffbelastet. Vinylböden enthalten wiederum nicht selten schädliche Weichmacher. Besser eignen sich Böden aus Holz, Stein oder Kork - wenn möglich ebenso aus der Region und ohne lange Transportwege.

Frische, ökologische Farbe für die Wand

Wände vertragen nach ein paar Jahren einen schönen, neuen Anstrich. Doch Achtung: So manchen, herkömmlichen Wandfarben wurden giftige Schadstoffe oder bedenkliche Konservierungsmittel beigemengt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wirft auch hier einen genauen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Zu den ökologischen Wandfarben zählen beispielsweise Lehmfarbe, Kalkfarbe oder Silikatfarbe.

Wasser sparen im neuen Bad

Möchten Sie Ihr Badezimmer renovieren, können Sie auch dabei einiges für die Umwelt tun - zum Beispiel Wasser sparen. Das gelingt mit einer Wasserbremse im Spülkasten des WCs. Sie sorgt dafür, dass weniger Wasser verschwendet wird. Beim Waschbecken lässt sich ein Durchflussbegrenzer einbauen.

Alte Geräte tauschen

Nicht zu 100 % Teil der eigentlichen Renovierung, aber trotzdem in einem nachhaltigen Eigenheim wichtig, sind elektronische Geräte. Die alte Gefriertruhe im Keller funktioniert zum Beispiel zwar noch, benötigt aber so viel Strom, dass sich ein Tausch auf ein aktuelles Gerät innerhalb von ein paar Jahren rechnen würde. Wer hier selbst mit sich hadert, der kann folgendes tun: Mit einem Energiemessgerät ein Monat lang messen, die verbrauchten kWh mit dem Energiepreis aus der Stromabrechnung multiplizieren (oder einfach näherungsweise 20 ct/kWh ansetzen), das Ganze mal 12 rechnen und schon weiß man, wie viel das alte Gerät im Jahr kostet. Bei den neuen Geräten findet man den Jahresverbrauch am "Energiepickerl", sodass man die jährliche Ersparnis leicht ermitteln kann.