leider ist gestern beim Lüftung installieren der Installateur ausgerutscht, und hat das Comfopipe Innen (welches nach außen führt) beim drauffallen abgerissen. Ich hatte dieses sauber mit der im Forum genannten Dichtmanschette eingeputzt/gespachtelt. Das Kernloch wurde ca. auf 200mm gebohrt, und das Comfopipe ausgeschäumt. Aus meiner Sicht gehört das ganze Rohr jetzt nochmal neu gesetzt bzw. rausgekratzt, Putz abschlagen, Manschette neu setzen etc.
Unten die beiden Bilder vom IST-Zustand, das letzte Bild vorm verputzen.
Genau hier sehe ich das Problem für die Bauherrn. Sie vertrauen dem Handwerk, das diese qualitativen Aspekte kennen und anwenden sollte. In den bestehenden Normen sind solche qualitativen Details jedoch nicht manifestiert, da man damit produktspezifisch und gegen die bestehende Praxis ankämpfen würde. In den Normenausschüssen sitzen vorwiegend Leute aus der Industrie und immer weniger unabhängige Fachleute. Ebenso kommen immer weniger Einsprüche gegen die gelebte Praxis.
Schrauben in den Luftleitungen sind normativ nur im Bereich von Wartungsöffnungen nicht gestattet. In der ÖNORM H 6038 (KWL Norm) wird geschrieben "sind zu vermeiden". In der Praxis sind diese insbesondere bei kleinen Querschnitten extrem hinderlich bei Reinigungsvorgängen mit rotierenden Bürsten. Eine Abnützung/Beschädigung des Reinigungswerkzeuges muss einkalkuliert werden und die Reinigung kann dadurch behindert oder verzögert werden.
Die Nutzung von geschäumten Rohren mit nur 15mm Dämmstärke ist grenzwertig. Abgesehen von der Wärmebrücke, kann es bei sehr niedrigen AT AT [Außentemperatur] trotzdem außen an der Dämmung zur Kondensation kommen. In der ÖNORM H5155 wird für Luftleitungen mit einer Mitteltemperatur von 0°C und Innenräume eine Mindestdämmstärke von 19mm empfohlen (Umfang des ungedämmten Rohres zwischen 0,5 und 1,0 m).
Die Verwendung von Formstücken ohne Dichtlippen ist leider noch immer Standard, weil der Großhandel hauptsächlich diese günstigeren Produkte im Programm hat. Es gäbe viele interessante Produkte, die die Qualität verbessern und die Montage erleichern würden, nur der Großhändler führt diese nicht. Daher bleibt sie nur aufmerksamen Unternehmen vorbehalten, die auf die jeweiligen Gewerke spezialisiert sind und nicht über die Großhändler beziehen.
Wer das bessere Preis-Leistungsverhältnis will, sollte spezialisierte Unternehmen bevorzugen. Das gilt für alle Gewerke am Bau.
Ganz nachvollziehen kann ich solche Installateursleistungen einfach nicht. Wenn ich mich 1h mit dem Thema auseinandersetze, dann mache ich doch keine Formteile ohne Dichtungen rein. Einmal kurze im Kopf überschlagen und ich weiß, dass sich das nicht auszahlt. Dass man als nicht spezialisierter Betrieb vielleicht an schwierigen Details scheitert, ist ja OK, aber das Minimalprogramm könnte schon bewältigbar sein.
.. taliesin schrieb: Einmal kurze im Kopf überschlagen und ich weiß, dass sich das nicht auszahlt.
Wenns die Kunden zahlen, zahlt sich das schon aus. Umsonst wird eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] wohl nicht so oft aus Kostengründen eingespart.