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Obacht - eine Erinnerung für PV Besitzer - Seite 2 teilen

1.7. -17.7.2026    32 Antworten    15 Autoren 32 2026-07-17T17:54:59+02:00    3 Empfehlungen
     
Zusammenfassung
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  •  thohem
01.07.2026
35
Werte PV Besitzer,

Eine kleine Erinnerung für alle, die sich nicht wirklich um eine gute Überwachung ihrer PV kümmern oder kümmern wollen.

Die Vorgeschichte:

Am 31.Mai gab's einen Hagel Sturm bei uns, nicht ungewöhnlich. Habe nachher eine Sichtkontrolle der PV gemacht (vom Boden aus, da mit Leiter nicht wirklich erreichbar). Alles okay.

Am Wochenende bei der Hitzewelle (39° im Schatten) dann plötzlich Plastikgeruch auf der Terrasse. Dachten zuerst an geschmolzenes Kinderspielzeug, Schaufeln oder dergleichen....dann aber doch PV gecheckt:


2026/20260701407902.jpg

String 1 scheint schon länger tot zu sein. Also genauer nachgeschaut.


2026/2026070131632.jpg

"Jackpot". Am 20.6 bricht er ein. Sh**. Gleich meine Überwachung gecheckt und siehe da: der Fronius hat von sich aus keinen Fehler geloggt! Meine bisherige Überwachung hat lediglich diesen State ausgelesen und, sollte was sein, mir eine Push gesendet. Hat er aber nicht, da der State nie befüllt wurde. 

Hab meine komplette Überwachung umgeschrieben und greife jetzt alle 2 min alle 2740 Parameter, die meine Anlage im Sekundentakt liefert, ab und errechne mir selber aus meinen Daten meine States:
- laufen die DC Eingänge auseinander?
- gibt's einen plötzlichen Einbruch auf 0 und bleibt er da?
- Temperaturen an allen Eingängen, Ausgängen 
- Spannungen 
- Ströme 
- Frequenzen 
- usw.

Dazu eine eigene Überwachung ob meine Datenbank auch wirklich befüllt wird oder es hier auch ein Problem gibt.

Und DAZU dann noch ein Deadman Switch: der Raspberry sendet alle 2 Minuten einen Ping an meinen VPS server in der Cloud. Wenn der draufkommt, dass der letzte Ping älter als 10min ist, alarmiert mich der VPS, dass der Raspberry (und damit meine Überwachung) hängt.

Das Skript zur Überwachung der Anlage allein braucht nun gut 200mb RAM permanent am Pi und schreibt gute 4gb an Daten pro Monat in die Datenbank....wozu das ganze?

Der String der ausgefallen ist war deswegen:


2026/20260701260698.jpg


2026/20260701443309.jpg

Der Hagel hat wohl das Modul erwischt und beschädigt, die Hitze tat ihr Übriges...

Verlasst euch nicht darauf, dass eure Überwachung auch wirklich das tut, was versprochen wird. Testet sie. Wir hatten Glück, hätte auch GANZ anders ausgehen können 

  •  ck
14.7.2026  (#21)
Gibt es schon Rückmeldung von Fronius?

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  •  thohem
15.7.2026  (#22)

zitat..
ck schrieb:

Gibt es schon Rückmeldung von Fronius?

Grad eben:

vielen Dank für Ihre Nachricht an unseren technischen Support.

Da die Symo Geräte bereits mit Ende 2025 abgekündigt wurden, werden leider keine neuen Features mehr, wie Erkennung eines Spannungseinbruchs, entwickelt. 

Verstehe ich - umso wichtiger ist eine eigene Überwachung. Dass alte Geräte keine Updates mehr bekommen ist bei jedem so.

Stringüberwachung hab ich einfach an Uhrzeit gekoppelt (damit fliegen die unsicheren Randzeiten raus) und wenn die Differenz der Strings mehr als 30% beträgt. Zusätzlich schreit er sofort wenn ein String von >500W auf 0 fällt. 

Backtesten und QM dauern bei mir, weil ich halt sicher sein will. Die ganze Überwachung aufsetzen (lassen) mit KI war halt in 10min erledigt.


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  •  Spt42
  •   Silber-Award
15.7.2026  (#23)
ggf kann man auch den GAK GAK [Generatoranschlusskasten] mit einem "Phoenix Contact Solarcheck" o.ä. aufrüsten.

Ansonsten würde ich bei einem Eigenbau Monitoring noch einen Victro 750 o.ä. Solar Radiation Sensor mit einbinden. 


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  •  brandi
15.7.2026  (#24)
Wäre es nicht einfacher nur die beiden Strings zu vergleichen? Angenommen du hast OST/West Ausrichtung, dann sollte es um ca. 12 Uhr bzw. nach Azimut bei einer Südausrichtung des Hauses ja ungefähr die gleiche Leistung an beiden Strings geben. Wenn nicht, dann hats was.

Natürlich muss man das dann je nach Ausrichtung des Daches abändern, aber der Rest wäre gleich.

Oder hab ich einen Knick in der Logik?

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  •  thohem
15.7.2026  (#25)
Kommt auf die Ausrichtung drauf an. Bei mir ist alles Süd ohne Schatten, da ist's halt einfach.

Wenn die Strings unterschiedliche Richtungen haben, ist's am einfachsten wohl über "er darf nicht von X auf 0 innerhalb von Y Sekunden fallen" , da tust dir mit einem Vergleich der Strings schwerer

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  •  brandi
17.7.2026  (#26)
Naja, es geht auch bei mir. Mit Ost West halt ein bisschen komplexer, weil man maximal in einem schmalen Zeitband die Leistung bei beiden gleich hat. Aber auch die Differenz zwischen Ost West kann man mit historischen Daten gut messen. Wenn die Differenz zu sehr schwankt ab einen gewissen Zeitraum, kann man auch hier zumindest erahnen, dass etwas nicht passt, aber das hast du eh auch schon erwähnt.


2026/20260717703120.png

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  •  taliesin
  •   Gold-Award
17.7.2026  (#27)
Die eigentliche Ursache war der Hagel. Eine Dauerüberwachung ist zwar sicher wirkungsvoll, aber eine Thermographie nach dem 'Schadereignis' hätte den Fehler ziemlich sicher gezeigt.
Die Thermographie ist deutlich informativer als sonstige Parameter, das Panel kann auch mit einem Riss noch 80% der Energie liefern, punktuell können die restlichen 20% aber durchaus zu einem 'Minibrand' führen, der dann in Folge mehr Probleme auslöst.

2x im Jahr eine Thermographie (bei der Dachbegehung) und nach einem Hagel auch. Eine Flir One Pro sollte ma unter 300€ bekommen und der Einsatz begrenzt sich nicht auf die PV-Anlage. Akku, Verkabelungen, Außensteckdosen und und und.

... my way.

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  •  streicher
  •   Gold-Award
17.7.2026  (#28)

zitat..
thohem schrieb: 200mb RAM

Meinst du MB also 200MB RAM? So viel RAM kann ein Raspberry sicher nicht.

Eigentlich ein cooles Projekt.
Welche KI verwendest du für die Auswertung der Daten?




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  •  streicher
  •   Gold-Award
17.7.2026  (#29)

zitat..
taliesin schrieb: Die Thermographie ist deutlich informativer als sonstige Parameter, das Panel kann auch mit einem Riss noch 80% der Energie liefern, punktuell können die restlichen 20% aber durchaus zu einem 'Minibrand' führen, der dann in Folge mehr Probleme auslöst.

Hat vielleicht jemand ein Foto als Vergleich wie ein defektes oder "angechlagenes" Modul aussieht mit Wärmebildkamera?




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  •  christoph1703
17.7.2026  (#30)
Schnell mal die Suchmaschine angeworfen:

https://www.ise.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/solarkraftwerke-und-integrierte-photovoltaik/photovoltaische-kraftwerke/jcr:content/stage/stageParsys/stage_slide_2_copy/image.img.jpg/1700210998602/B1-ISE-2034-Thermographie-Solargenerator.jpgBildquelle: https://www.ise.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/solarkraftwerke-und-integrierte-photovoltaik/photovoltaische-kraftwerke/jcr:content/stage/stageParsys/stage_slide_2_copy/image.img.jpg/1700210998602/B1-ISE-2034-Thermographie-Solargenerator.jpg
Im Winter sind die Fehlstellen vermutlich am besten sichtbar (außer bei Schnee)

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  •   Gold-Award
17.7.2026  (#31)
Danke, habe ein gutes Video dazu gefunden:






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  •  taliesin
  •   Gold-Award
17.7.2026  (#32)
Bei der Thermographe sieht man eigentlich immer leichte Temperaturunterschiede auch bei guten Zellen, speziell wenn die Kamera auf auto-range eingestellt ist. Meine stelle ich auf Umgebungstemperatur (unten) und ca. 50K darüber ein, dann fallen nur wirklich komische Zellen auf.
Sonst bekommt man ob der Farbigkeit der Bilder nur unnötig Stress. Meine Dachbegehungen sind im April und Oktober ca. um die Mittagszeit. Ich schaue dabei auch unter die Panele, weil dann fallen auch Steckverbindungen auf.

Das dauert ca. 20 Minuten pro Begehung und es findet sich auch mal das eine oder andere Wehwechen auf meinem 54 Jahre alten Dach.

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